Jana Hoch — The Jewel Secrets: Um dieses Spiel zu gewinnen, musst du dich in deinen größten Feind verlieben

14.November 2025

Die deut­sche Autorin Jana Hoch legt eine neue Dilo­gie vor, in der sie Romance mit Sus­pen­se kom­bi­niert: “The Jewel Secrets: Um die­ses Spiel zu gewinn­nen, musst du dich in dei­nen größ­ten Feind ver­lie­ben” ist der ers­te Band einer Rei­he, der eine jun­ge Frau in den Mit­tel­punkt stellt, die am Exis­tenz­mi­ni­mum lebt und über­ra­schend eine Ein­la­dung erhält, die sie auf ein luxu­riö­ses Schloss auf eine ein­sa­me Insel ent­führt. Die­se gehört Cor­de­lia Sey­mour, einer erfolg­rei­chen Künst­le­rin, die vor Kur­zem ver­stor­ben ist. Angeb­lich ist auch Dar­cy erb­be­rech­tigt, was sie sich gar nicht vor­stel­len kann, da sie die Künst­le­rin zwar vom Namen her kennt, aber nicht per­sön­lich. Doch sie nimmt teil an dem selt­sa­men Erb­schafts­spiel, das in Cor­de­li­as Tes­ta­ment beschrie­ben wird. Alle Teil­neh­mer sol­len Rät­sel lösen und ein Kunst­werk vor der Selbst­zer­stö­rung zu ret­ten, um die Insel samt Schloss zu erben. Aber nur ein Lie­bes­paar kann gewin­nen. Dar­cy hat kei­nes­falls vor sich zu ver­lie­ben, doch der unnah­ba­re Dori­an, den sie schon im Vor­feld unfrei­wil­lig ken­nen- und has­sen gelernt hat, macht ihr dies nicht all­zu leicht. Aber meint er es wirk­lich ernst mit ihr? Eine fas­zi­nie­ren­de Kom­bi­na­ti­on aus Kunst und Rät­se­lei­en, eine Enemies-to-Lovers-Romance, die sehr unter­halt­sam, span­nend und auch roman­tisch zu lesen ist. Für alle Fans von “The Inhe­ri­tance Games” ab 14 Jah­ren und für inter­es­sier­te Erwachsene.

Eding­burgh. Hier lebt die 18-jäh­ri­ge Dar­cy. Sie hat trau­ma­ti­sche Kind­heits­er­in­ne­run­gen hin­ter sich gelas­sen und mit Mason eine eige­ne Woh­nung bezo­gen. Mason, der ihr in schwie­ri­gen Zei­ten zur Sei­te stand, aber nun schein­bar mehr als nur Freund­schaft von ihr will. “Bit­te, was?”, platz­te es des­halb aus mir her­aus. “Du redest, als ob du Anspruch auf irgend­et­was hät­test.” Masons Gesicht ver­här­te­te sich noch wei­ter. “Ich fin­de auch, dass ich das habe. Ich war­te schon ziem­lich lan­ge auf dich.” (Zitat aus “The Jewel Secrets” S.41). Nach einem Streit ver­lässt Dar­cy die Woh­nung und nimmt doch das merk­wür­di­ge Ange­bot an, das sie von einem Anwalt erhal­ten hat. “Wie Sie viel­leicht in den Medi­en mit­be­kom­men haben, ist Cor­de­lia Sey­mour kürz­lich ver­stor­ben. Wir haben her­aus­ge­fun­den, dass Sie eine der mög­li­chen Erben sind. Aller­dings ist der Nach­lass an eini­ge Bedin­gun­gen geknüpft — unter ande­rem einem Auf­ent­halt auf Kin­cal­dy Rock.” (Zitat S.28) Denn schein­bar soll Dar­cy mit der berühm­ten Künst­le­rin Cor­de­lia Sey­mour  — der “Tay­lor Swift” der Kunst­sze­ne — ver­wandt sein, was Dar­cy nicht wirk­lich glau­ben kann (hier­bei muss es sich um einen Feh­ler han­deln). “Cor­de­lia Sey­mour war eine Iko­ne gewe­sen, eine Frau, die durch ihre Kunst schon in jun­gen Jah­ren unab­hän­gig gewe­sen war und, soweit ich wuss­te, nie gehei­ra­tet hat­te. Dafür hat­te es ihr Leben lang Gerüch­te über stän­dig wech­seln­de Lieb­ha­ber gege­ben: Sän­ger, Schau­spie­ler, Poli­ti­ker — angeb­lich sogar ein ame­ri­ka­ni­scher Prä­si­dent.” (Zitat S.32ff) Das Schiff star­tet am nächs­ten Tag bereits und Dar­cy, die finan­zi­ell äußerst knapp bei Kas­se ist und ohne­hin nichts mehr zu ver­lie­ren hat, steigt ein. Auf einer Insel in der Nord­see, nicht weit von Eding­burgh ent­fernt, trifft sie auf die Crè­me de la Crè­me der High Socie­ty: ande­re rei­che, aus­er­wähl­te, mög­li­che Erben und scheint kaum dazu­zu­pas­sen. “Das Tes­ta­ment soll­te erst vor Ort ver­le­sen wer­den, anschlie­ßend wür­den die mög­li­chen Erben die Bedin­gun­gen erfah­ren, die es zu erfül­len galt, um am Ende aus­ge­wählt zu wer­den. Dabei wür­den sie zeit­wei­se von einem Kame­ra­team beglei­tet wer­den.” (Zitat S.31) Auf der Insel steht ein luxu­riö­ses Schloss, das “Juwel”, in dem Cor­de­lia Sey­mour unter ande­rem gelebt hat. “Außer­dem gab es Gerüch­te, dass sich auf genau die­ser Insel neben diver­sen pri­va­ten Kunst­wer­ken auch eines befin­den soll­te, über das die Künst­le­rin bei ihrem letz­ten Auf­tritt gespro­chen hat­te. Die­ses war jedoch nie der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht wor­den. Angeb­lich soll­te es sich dabei um den Abschluss der Facets of Age-Rei­he han­deln und einen Hin­weis dar­auf geben, wer die wah­re Lie­be ihres Lebens gewe­sen war. Obwohl nie­mand es gese­hen hat­te, wur­de der Wert des Gemäl­des bereits auf 150 Mil­lio­nen Pfund geschätzt.” (Zitat S.33) Dort trifft Dar­cy uner­war­tet auch Dori­an wie­der, dem sie zuvor bei einer Tou­ris­ten­füh­rung im Unter­grund von Edin­burgh begeg­net ist. Der jun­ge, attrak­ti­ve Mann hat sie und ande­re aus der Tou­ris­ten­grup­pe bestoh­len und ihr eine Ket­te mit einem Anhän­ger, gestoh­len, der für sie von gro­ßem, per­sön­li­chen Wert ist. “Schon als Kind hat­te ich gelernt, dass es kei­nen Sinn hat­te, sein Herz an Gegen­stän­de zu hän­gen, von Men­schen ganz zu schwei­gen. Nur den Anhän­ger, der ein­zi­ge Gegen­stand, der mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit von mei­nen Eltern stamm­te, hat­te ich stets wie mei­nen größ­ten Schatz gehü­tet.” (Zitat S.25) Doch Dori­an leug­net davon zu wis­sen. Ver­hält sich äußerst abwei­send und arro­gant ihr gegen­über. “Von einer Sekun­de auf die ande­re ver­än­der­te sich sein Aus­druck und sei­ne küh­le Arro­ganz war wie weg­ge­wischt. Er dreh­te sich zu sei­ner Grup­pe um und schenk­te ihnen ein Lächeln — anschei­nend so über­zeu­gend, dass alle es erwi­der­ten. Unglaub­lich. Ich unter­drück­te ein Schnau­ben. Kapier­te denn nie­mand außer mir, wie falsch die­ser Typ war? Irgend­et­was führ­te er im Schil­de, da war ich mir sicher.” (Zitat S.127) Aber so leicht lässt Dar­cy sich nicht abwim­meln. Sie wird sich den Anhän­ger schon zurück­ho­len. Denn dazu hat sie nun vier Wochen Zeit, die sie auf der Insel ver­brin­gen wird. Cor­de­lia Sey­mour hat näm­lich ein beson­de­res Tes­ta­ment hin­ter­las­sen: “Um die Erben zu bestim­men, denen ich sowohl die Insel als auch alle sich dar­auf befin­den­den Besitz­tü­mer und Kunst­wer­ke ver­ma­chen möch­te, habe ich mir ein Spiel aus­ge­dacht, zu dem ich sowohl die anwe­sen­den Nach­kom­men der Fami­lie Sey­mour als auch jene der Fami­lie Cory­d­a­lis ein­la­den möch­te. […] Die­ses Spiel kann nur als Team gewon­nen wer­den und soll dazu die­nen, die Fami­li­en wie­der zu ver­ei­nen und den jah­re­lan­gen Streit dar­über, wem die Insel recht­mä­ßig gehört, zu been­den.” (Zitat S.66) Dori­an gehört zur Fami­lie Cory­d­a­lis, der ver­fein­de­ten Fami­lie der Sey­mours. Und um das Erbe anzu­tre­ten, muss sich ein Lie­bes­paar (aus jeder Fami­lie eine Per­son) zusam­men­fin­den und anschlie­ßend ein Jahr zusam­men auf der Insel leben. Dazu müs­sen sie eini­ge Rät­sel lösen. Denn die meis­ten Berei­che der Insel (inklu­si­ve Schloss) sind ver­schlos­sen und die Türen kön­nen erst geöff­net wer­den, wenn die jewei­li­gen Rät­sel gelöst wer­den. Schaf­fen sie es inner­halb der vier Wochen nicht, wird sich das kost­ba­re Kunst­werk selbst zer­stö­ren und nie­mand das Erbe antreten…

KasimiraDas Cover wirkt sehr ele­gant und stil­voll, dazu pas­send der schi­cke Farb­schnitt der Erst­auf­la­ge. Zu Beginn wirkt die Geschich­te, die durch­ge­hend aus Dar­cys Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve erzählt wird, noch etwas geheim­nis­voll. Dar­cy hat selt­sa­me Flash­backs, Angst vor der Dun­kel­heit. Wer hat sie ein­ge­sperrt? Wer ist “sie”? In wel­cher Bezie­hung steht sie zu Mason? Jana Hoch ent­hüllt nicht gleich alles, lässt man­che Fra­gen zunächst noch unbe­ant­wor­tet und baut dadurch geschickt Span­nung auf. Die Grund­idee mit dem Erbe, der Insel und dem Schloss und den vie­len Rät­seln ist sehr gelun­gen. “Ich konn­te nicht sagen, war­um, aber etwas krib­bel­te in mei­nen Fin­ger­spit­zen bei der Vor­stel­lung, dass es sich bei die­sem Schloss um einen rie­si­gen Escape-Room han­del­te.” (Zitat S.67) Dazu die fas­zi­nie­ren­de Kom­bi­na­ti­on mit der Kunst. Denn in der Nähe vie­ler Türen hän­gen Cor­de­lia Sey­mours Kunst­wer­ke, die — wenn man sie ein­ge­hen­der betrach­tet — den Auf­schluss dazu geben, wo sich der Schüs­sel dafür befin­den könn­te. Dar­cy, eine äußerst sym­pa­thi­sche Haupt­fi­gur, ist ziem­lich gut dar­in, Rät­sel zu lösen. Auch wenn sie nicht wirk­lich glaubt, dass sie mit der Fami­lie Sey­mour irgend­et­was zu tun haben könn­te. Dass sie nur durch einen Feh­ler die­se merk­wür­di­ge Ein­la­dung geschickt bekom­men hat. “Ich war mit Leu­ten in einem Raum, von denen zwei ein Mil­lio­nen­er­be antre­ten wür­den — ein­fach nur, weil man mich fälsch­li­cher­wei­se für jeman­den hielt, der ich gar nicht war. Es war wie ein Traum. Der ver­rück­tes­te und gleich­zei­tig bes­te, den ich jemals gehabt hat­te.” (Zitat S.110) Aber selbst­ver­ständ­lich möch­te sie die Rät­sel lösen und vor allem Cor­de­lia Sey­mours Kunst­werk vor der Ver­nich­tung ret­ten. Hat sie doch auch einen beson­de­ren Bezug zur Kunst, da sie davon träumt, Kunst­ge­schich­te zu stu­die­ren. Der Erzähl­stil von Jana Hoch ist sehr ange­nehm und flüs­sig. Das Buch liest sich nahe­zu durch­ge­hend unter­halt­sam und mit­rei­ßend. Dori­an sorgt für eini­ge Auf­re­gung und wider­sprüch­li­che Gefüh­le bei der Prot­ago­nis­tin. Denn natür­lich kommt sie ihm all­mäh­lich näher und die vier Wochen sol­len schließ­lich dar­in mün­den, ein Lie­bes­paar zu fin­den. “Den­ken Sie dar­an, ins­ge­samt haben wir nur vier Wochen zur Ver­fü­gung. Bereits am kom­men­den Wochen­en­de wird die ers­te Cla­ri­ty Night statt­fin­den, bei der Sie ihre Favo­ri­ten wäh­len und nach der sich unse­re Grup­pe ver­klei­nern wird.” (Zitat S.109) Die Grup­pe wird nach und nach klei­ner. Die Rät­sel immer schwie­ri­ger. Die Gefüh­le immer inten­si­ver. Auch erns­te The­men wie Ängs­te, Kon­troll­lo­sig­keit und emo­tio­na­len Miss­brauch sind in “The Jewel Secrets” mit­ein­ge­ar­bei­tet. Das Buch endet offen und macht äußerst neu­gie­rig auf die Fortsetzung.

Dir gefällt der Erzähl­stil von Jana Hoch? Dann lies noch ihre ande­ren Bücher. Sehr emp­feh­len kann ich “Dancing with Raven: Unser wil­des Herz”. Das Buch ist ein Ein­zel­band. Noch etwas mehr High-Socie­ty fin­dest du in der “Roy­al Hor­ses”-Rei­he von Jana HLesealternativenoch:“Kro­nen­herz” (Band 1), “Kro­nen­traum” (Band 2) und “Kro­nen­nacht” (Band 3). Ihre neu­es­te Rei­he für Jugend­li­che ist “The Ruby Cir­cle”: “All unse­re Geheim­nis­se” (Band 1), “All unse­re Lügen” (Band 2) und “All unse­re Wahr­hei­ten” (Band 3). Du magst Erb­schafts­rät­sel-Rei­hen? Dann lies unbe­dingt noch die “The Inhe­ri­tance Games”-Rei­he von Jen­ni­fer Lynn Bar­nes: “The Inhe­ri­tance Games” (Band 1), “The Inhe­ri­tance Games: Das Spiel geht wei­ter” (Band 2), “The Inhe­ri­tance Games: Der letz­te Schach­zug” (Band 3), “The Brot­hers Hawt­hor­ne: Ein Hawt­hor­ne ris­kiert abso­lut jedes Spiel” (Band 4), “Games untold: Lie­be ist Macht” (Band 5, Kurz­ge­schich­ten). Dann gibt es noch eine Spin-Off-Rei­he dazu: die “The Gran­dest Game”-Rei­he: “The Gran­dest Game: Nur einer gewinnt” (Band 1) und “Glo­rious Rivals: Lie­be ist ein gefähr­li­ches Spiel” (Band 2). Ein Escape-Room-Spiel lösen müs­sen auch die Prot­ago­nis­ten in “Escape: Der Schlüs­sel sind wir” von Man­fred Thei­sen und in “Escape Room: Es gibt kein Ent­kom­men” von Maren Stof­fels.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Arena
ISBN: 978-3-40160815-0
Erscheinungsdatum: 6.November 2025
Einbandart: Hardcover
Ausstattung: Erstauflage mit Farbschnitt
Preis: 22,00€
Seitenzahl: 416

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Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punkten)

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