A Good Girl’s Guide to Murder

Kasimira4.Januar 2020

A Good Girl’s Gui­de to Mur­der” ist das Debüt der bri­ti­schen Autorin Hol­ly Jack­son. Ein Kri­mi, der auf beson­de­re Art und Wei­se erzählt wird. Beglei­tet von (Gesprächs-)Protokollen rollt ein jun­ges Mäd­chen für ein Schul­pro­jekt einen abge­schlos­se­nen Fall neu auf. Weil sie nicht glau­ben kann, dass der­je­ni­ge, der damals für schul­dig befun­den wur­de, tat­säch­lich der Täter war. Und stößt auf eini­ge Unge­reimt­hei­ten. Unter­halt­sam. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Vor fünf Jah­ren ist Andie Bell spur­los ver­schwun­den. Blut­spu­ren an ihrem Wagen deu­ten auf einen Mord hin. Doch ihre Lei­che wur­de nie­mals gefun­den. Den Täter hat man hin­ge­gen schnell über­führt. Es muss ihr dama­li­ger Freund Sal gewe­sen sein. Er hat­te sei­ne Freun­de für sich lügen las­sen, sich ein zeit­li­ches Ali­bi ver­schafft für einen Zeit­punkt, zu dem kei­ner weiß, was er in die­ser Zeit­span­ne wirk­lich getan hat. Fin­ger­ab­drü­cke in ihrem Wagen. Ein Geständ­nis: “ich war es. ich hab’s getan. es tut mir so leid” (Zitat aus “A Good Girl’s Gui­de to Mur­der” S.102) auf sei­nem Han­dy. Dann Sui­zid. Ein Jun­ge, der sich nicht mehr zu die­ser­Tat äußern kann. “Obwohl es also nie einen Pro­zess gege­ben hat­te, obwohl nie ein Geschwo­re­nen­spre­cher auf­ge­stan­den war und mit ver­schwit­zen Hän­den und von Adre­na­lin befeu­ert erklärt hat­te “Die Geschwo­re­nen befin­den den Ange­klag­ten für schul­dig”, obwohl Sal nie eine Chan­ce gehabt hat­te, sich zu ver­tei­di­gen, galt er als schul­dig. Nicht im recht­li­chen Sin­ne, aber in jedem ande­ren, auf den es ankommt.” (Zitat S.32). Fünf Jah­re spä­ter hat es die Fami­lie von Sal in dem klei­nen Ört­chen noch immer nicht leicht. Umso mehr wun­dert es Ravi, Sals Bru­der, dass auf ein­mal ein Mäd­chen an sei­ner Tür klin­gelt, die für ein Schul­pro­jekt, Fra­gen zu Kasimirastel­len beginnt: Die 17-jäh­ri­ge Pip­pa. Das Pro­jekt ist nur ein Vor­wand um sich der gan­zen Sache noch ein­mal anneh­men zu kön­nen. Denn auch Pip­pa kann­te Sal und hat nie geglaubt, dass er der Täter sein könn­te. Und nun hat sie vor genau das zu bewei­sen…

Das Cover ist schlicht und doch irgend­wie ein Hin­gu­cker. Der Plot liest sich toll und man steigt schnell ein in die Geschich­te: “Pip wuss­te, wo sie wohn­ten. Jeder in Litt­le Kil­ton wuss­te, wo sie wohn­ten. Ihr Zuhau­se war zu einem Spuk­haus gewor­den.” (Zitat S.9) Vor­an­ge­stellt wird die Abbil­dung ihres Schul­pro­jekt­bo­gens. Ihr Antrag sich mit dem Fall aus­ein­an­der­zu­set­zen. Mit Unter­schrift, Anmer­kun­gen des Leh­rers und dem Ver­spre­chen zu den betrof­fe­nen Fami­li­en KEINEN Kon­takt auf­zu­neh­men. Natür­lich tut Pip­pa genau das. Der Thril­ler wird aus Pip­pas Sicht in per­so­na­ler Erzähl­wei­se geschrie­ben und immer wie­der von Pro­to­koll­ein­trä­gen unter­bro­chen, die in einem ande­ren Schrift­bild abge­druckt wer­den. Hier schil­dert Pip­pa in Ich-Per­spek­ti­ve ihre Ermitt­lun­gen, gibt Quel­len­an­ga­ben an und tippt auch Inter­views, die sie auf­nimmt ab. Eine Mischung aus sehr sach­lich-neu­tra­lem Pro­to­koll und Tage­buch­ein­trä­gen. Die­ses Zusam­men­stel­len von unter­schied­li­chen Text­tei­len ist sehr fas­zi­nie­rend, anfangs teils etwas nüch­tern. Von der Span­nung her hat mir per­sön­lich manch­mal etwas die Dra­ma­tik gefehlt, auch wenn die Grund­idee nicht schlecht ist. Erst all­mäh­lich wird es dann unter­halt­sa­mer, wenn auch viel natür­lich kon­stru­iert ist, auf dem Weg den Täter zu fin­den. Doch Pip­pa als Cha­rak­ter macht viel wie­der wett und man beglei­tet sie ger­ne auf ihrer Spu­ren­su­che. Das Ende offen­bart so man­che Über­ra­schung.

Wenn dir “A Good Girl’s Gui­de to Mur­der” gut gefal­len hat, kannst dLesealternativenu dich auf den April 2020 freu­en, da wird im Eng­li­schen eine Fort­set­zung des Buches erschei­nen, in dem Pip­pa einen neu­en Fall löst: “Good Girl, Bad Blood”. Ansons­ten gibt es aber noch jede Men­ge schö­ner Lese­al­ter­na­ti­ven. Lies allen vor­an die erfolg­rei­chen “One of us is lying” und “Two can keep a secret” von Karen M.McManus. Sehr gut kann ich mir auch die Elling­ham Aca­de­my”-Rei­he von Mau­re­en John­son oder “Eine Lei­che zum Tee” von Alex­an­dra Fischer-Hunold vor­stel­len. Ein Mord in einer Klein­stadt? Das pas­siert zudem in “Som­mer am Abgrund” von Jane Casey und in “Die Bucht” von Sarah Alder­son. Eine rich­tig klas­se Neu­erschei­nung ist außer­dem “Trü­ge­risch” von Megan Miran­da. Ein beson­de­res Erzähl­ge­flecht erwar­tet dich auch in “Sadie: Stirbt sie, wird nie­mand die Wahr­heit erfah­ren” von Court­ney Sum­mers.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: ONE
ISBN: 978-3-8466-0087-0
Erscheinungsdatum: 20.Dezember 2019
Einbandart: Hardcover
Preis: 15,00€
Seitenzahl: 480
Übersetzer: Sabine Schilasky
Originaltitel: "A Good Girl's Guide to Murder"
Originalverlag: Egmont UK

Britisches Originalcover: 
Kasimira











Die Autorin erzählt von den Schauplätzen ihres Buchs (auf Englisch):
 

Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Britisches Cover: Homepage von Egmont UK

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