Hilde Kvalvaag — Prison Island

Hilde Kvalvaag - Prison Island27.Juni 2012

Der Roman “Pri­son Island” von der nor­we­gi­schen Autorin Hil­de Kval­va­ag  beschäf­tigt sich mit den The­men Fami­lie, Lie­be und der Suche nach Gebor­gen­heit und dem schnel­len Erwach­sen­wer­den, das manch­mal unge­wollt durch ande­re Men­schen stark beein­flusst wird. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren.

Idun ist 15. Ihre Eltern sind geschie­den und sie lebt bei ihrer Mut­ter. Sie läuft in einem Leicht­ath­le­tik­team und ist heim­lich in ihren Trai­ner ver­liebt, der sie immer dar­in ermu­tigt ihre größ­te Kon­kur­ren­tin Ane Mo beim Lau­fen zu schla­gen: denn Idun ergat­tert stets nur den zwei­ten Platz! Ihr ruhi­ges und über­schau­ba­res Leben gerät extrem durch­ein­an­der, als Mai auf­taucht, ihre Cou­si­ne, die von ihrer eige­nen Mut­ter wegen irgend­ei­nes Ver­ge­hens raus­ge­schmis­sen wur­de und nun vor­läu­fig bei Idun und ihrer Mut­ter lebt. Mai ist völ­lig unan­ge­passt, chao­tisch und auch sehr lau­nisch ab und zu. Sie lügt ger­ne und hat schon viel Erfah­rung mit Jungs (letz­tes Mal, als sie da war, hat­te sie gleich zwei Bezie­hun­gen gleich­zei­tig). Zunächst sitzt Mai jedoch nur in ihrem Zim­mer und weint die gan­ze Zeit. In ihr Tage­buch schreibt sie, dass sie es hier furcht­bar fin­det (Idun liest es heim­lich), am liebs­ten ster­ben möch­te und ihre Cou­si­ne nur als lang­wei­lig emp­fin­det. Doch dann ist Mai plötz­lich wie aus­ge­wech­selt. Sie schenkt Idun einen klei­nen Gips­hund und will mit ihrer Cou­si­ne etwas unter­neh­men. Idun lässt sich dar­auf ein. Und so fin­det sie her­aus, dass Mai sich aus­ge­rech­net in einen Kri­mi­nel­len ver­liebt hat. Johan lebt auf einer Gefäng­nis­in­sel und darf nur zum Arbei­ten in die Stadt. Mai hat ihn und sei­nen Freund Alek­san­der im Zug ken­nen­ge­lernt. Jetzt drängt Mai Idun dazu, die bei­den auf ihrer Insel heim­lich besu­chen zu fah­ren. Und Idun sagt ja. Die­se Nacht ver­än­dert alles…

Hil­de Kval­va­ag trifft den Ton der Jugend­li­chen. Mit ihrer kla­ren und aus­drucks­star­ken Spra­che schil­dert sie das Erwach­sen­wer­den und die dazu gehö­ren­den ver­wir­ren­den Gefüh­le der Haupt­per­son auf idea­le Wei­se. Das Ende von “Pri­son Island” über­rascht und berührt zugleich.

LesealternativenWenn dir der Erzähl­stil von Hil­de Kval­va­ag gefällt, kannst du noch einen wei­te­ren Roman von ihr lesen. Mit dem außer­ge­wöhn­li­chen und lan­gen Titel “Das ist der Som­mer im Para­dies, wie er eben aus­sieht, wenn man die Son­nen­bril­le absetzt”, wel­cher mir auch sehr gut gefal­len hat und viel Authen­ti­zi­tät bie­tet. Sehr sen­si­bel übers Erwach­sen­wer­den schreibt auch Kata­ri­na von Bre­dow. Lies zum Bei­spiel “Ich will end­lich flie­gen, so ein­fach ist das”. Schö­ne Alter­na­ti­ven sind eben­so “Und plötz­lich war der Wald so still” von Moa Eriks­son Sand­berg oder “Gut. Bes­ser. Das Bes­te auf der Welt” von Johan­na Lind­bäck.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Gerstenberg
ISBN: 978-383695477-8
Erscheinungsdatum: 25.Juni 2012
Einbandart: Hardcover
Preis: 12,95€
Seitenzahl: 144
Übersetzer: Maike Dörries
Originaltitel: "Fengsla"
Originalverlag: Samlaget

Norwegisches Originalcover:
Hilde Kvalvaag - Prison Island









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Norwegisches Cover: Homepage von Samlaget

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