Hervé Jaouen — Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind?

Hervé Jaouen Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind?23.März 2013

Par­don, Mon­sieur, ist die­ser Hund blind?” von dem fran­zö­si­schen Autoren Her­vé Jaou­en ist eine bezau­bern­de Fami­li­en­ge­schich­te, in deren Mit­tel­punkt die an Alz­hei­mer erkrank­te Oma steht, die für eini­ge Tur­bu­len­zen sorgt. Höchst amü­sant zu lesen! Für Jugend­li­che ab 12 und Erwach­se­ne.

Sie ist eine fei­ne, edle Dame, die Wert legt auf gutes Beneh­men und bis­her noch in ihrem eige­nen Haus leben konn­te: die Oma der 13-jäh­ri­gen Véro und ihrem Bru­der Guil­lau­me. Doch nun, da die alte Frau ihren Gas­herd hat bren­nen las­sen und dabei das Haus ver­ließ, um Rosen zu schnei­den, ändert sich das lei­der zwangs­wei­se. Denn — so hat der Arzt es fest­ge­stellt: Oma­ma (wie sie von allen genannt wird) lei­det unter Alz­hei­mer! Also muss Véro ihr Zim­mer mit Bad räu­men und in die ande­re Hälf­te des Dach­ge­schos­ses zie­hen. Das ist jedoch noch das gerings­te Pro­blem, da Oma­ma bald nachts durchs Haus geis­tert, Geschirr zer­bricht und Schrän­ke durch­wühlt, um ihre heiß­ge­lieb­te Bro­sche zu fin­den, die ihr abhan­den gekom­men ist. Auch hor­tet sie Rol­len mit Klo­pa­pier und Sil­ber­be­steck unter ihrem Bett und bedient sich Hervé Jaouen Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind?bei der Scho­ko­la­de der Kin­der, die sie unter ihrer Matrat­ze auf­be­wahrt und die nun dum­mer­wei­se geschmol­zen ist. Denn laut Oma­ma muß man ratio­nie­ren, denn schließ­lich befin­det sich die Fami­lie (ihrer Mei­nung nach) noch im zwei­ten Welt­krieg…

Aber las­sen wir das!” ist wohl der Lieb­lings­satz der jun­gen Véro, aus deren Per­spek­ti­ve die gan­ze Geschich­te erzählt und gleich­zei­tig kom­men­tiert wird. Ein wun­der­bar schrä­ger Roman mit skur­ri­len und zugleich lie­bens­wer­ten Figu­ren, die man rasch in sein Herz schließt. Zugleich beschäf­tigt sich “Par­don, Mon­sieur, ist die­ser Hund blind?” auf sen­si­ble Wei­se mit dem The­ma Alz­hei­mer. Das Ende ist sehr gelun­gen und ver­söh­nend. Das Cover ist gran­di­os gestal­tet und eben­so außer­ge­wöhn­lich und anders wie die Geschich­te selbst. Ein ech­ter Hin­gu­cker! Eben­so wie der ziem­lich ver­rück­te Titel, der im Buch inner­halb einer Sze­ne jedoch erklärt noch wird. Der Roman spielt übri­gens in der Bre­ta­gne.

Dich inter­es­siert das The­ma Demenz? Für Jugend­li­che gibt es ein paar Titel die­sem TheLesealternativenma: Schwar­ze Zeit” von Jana Frey (sehr berüh­rend!), Die blau­en und die grau­en Tage” von Moni­ka Feth,(der Autorin vom “Erd­beer­pflü­cker”Ver­lieb dich nie in einen Var­gas” von Sarah Ock­ler und Anna Eis­blu­me” von Kris­ti­na Dun­ker.
Du magst schö­ne Fami­li­en­ge­schich­ten? Dann lies unbe­dingt ein­mal etwas von der Autorin Marie-Aude Murail! In Viel­leicht sogar wir alle” wird eine Geschich­te aus der Per­spek­ti­ve jedes Fami­li­en­mit­glieds erzählt, aber auch in ihren ande­ren Roma­nen spielt die Fami­lie immer eine wich­ti­ge Rol­le. Eine wei­te­re beson­de­re Fami­li­en­ge­schich­te ist Es wird schon nicht das Ende der Welt sein” von Ali Lewis oder Sam und Emi­ly” von Hol­ly Gold­berg Slo­an.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Urachhaus
ISBN: 978-3-8251-7786-7
Erscheinungsdatum: 1.März 2013
Einbandart: Hardcover
Preis: 14,90€
Seitenzahl: 191
Übersetzer: Corinna Tramm
Originaltitel: "Mamie mémoire"
Originalverlag: Editions Gallimard Jeunesse

Französisches Originalcover:
Hervé Jaouen Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind?








Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Französisches Cover: Homepage von Gallimard

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