Gayle Forman — Irgendwas von dir

Gayle Forman - Irgendwas von dir27.Mai 2018

Die ame­ri­ka­ni­sche Auto­rin Gayle For­man, die vor allem mit dem Titel “Wenn ich blei­be” erfolg­reich wur­de, hat ein neu­es Buch ver­öf­fent­licht: “Irgend­was von dir”. Ein Roman über Freund­schaft, Sui­zid und eine Spu­ren­su­che. Bewe­gend geschrie­ben, aber mit Schwä­chen. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Sie kann­ten sich seit dem Kin­der­gar­ten. Sie waren unzer­trenn­lich. Fast wie Schwes­tern. Cody und Megan. Doch jetzt ist die 18-jäh­ri­ge Cody allein. Denn Megan, genannt Meg, wur­de tot in einem Motel auf­ge­fun­den. Sie hat sich Gift im Inter­net besorgt und sich das Leben genom­men. In einem Abschieds­brief sagt sie, dass es ganz allein ihre Ent­schei­dung war und nie­mand dar­an Schuld hat. Doch das ist ein­fa­cher gesagt, als gedacht. War­um hat Cody von den Sui­zid-Gedan­ken ihrer bes­ten Freun­din nichts mit­be­kom­men? War­um hat Meg sich ihr nicht anver­traut? Auf den Wunsch von Megs Eltern hin, Gayle Forman - Irgendwas von dirfährt Cody zu der WG des Col­le­ges, in der Meg zuletzt gewohnt hat, um ihre Sachen abzu­ho­len. Dort erfährt sie nicht nur von zwei klei­nen Kätz­chen, derer Meg sich ange­nom­men hat­te, und um die sich jetzt jemand küm­mern muss, son­dern auch von Ben, dem Sän­ger einer Band. Ben ist ein Arsch. Er hat mit Meg geschla­fen und sie dann abser­viert, und jetzt, wo sie tot ist, hat er ein schlech­tes Gewis­sen und ist nett zu mir, um es irgend­wie wie­der gera­de­zu­bie­gen.” (Zitat S.109) Doch auf ihrer Suche nach der Wahr­heit, was mit Meg pas­siert ist, kommt sie Ben unwei­ger­lich näher…

Das Cover von “Irgend­was von dir” ist sehr gelun­gen und anspre­chend. Wenn man genau­er hin­sieht, kann man win­zi­ge Moti­ve in die Blü­te ein­ge­baut erken­nen, die in dem Buch eine Rol­le spie­len. Ich muss zuge­ben, dass ich zu Beginn des Buches mit der sprö­den und bit­te­ren Art der Prot­ago­nis­tin Schwie­rig­kei­ten hat­te. Cody, die die Beer­di­gungs­fei­ern hasst und Sät­ze äußerst wie: “Es ist schon schlimm genug, dass sie ster­ben muss­te. Und das mit Vor­satz. Aber mich dem Gan­zen hier Gayle Forman - Irgendwas von diraus­zu­set­zen ist so extrem schlimm — dafür könn­te ich sie umbrin­gen.” (Zitat S.9) und “Ich berei­te mich dar­auf vor, zu sin­gen. Wie­der. Ama­zing Grace. O Gna­de Got­tes — dass ich nicht lache!” (Zitat S.11) Ihrem sehr bit­te­ren Gal­gen­hu­mor konn­te ich ein­fach nichts abge­win­nen, bezie­hungs­wei­se wirk­te es sehr befremd­lich und teil­wei­se für mich nicht nach­voll­zieh­bar“Ich erwar­te fast, dass drau­ßen vor Megs Zim­mer­tür zum Geden­ken Ker­zen und Blu­men ste­hen, wie man sie jetzt über­all bei uns in der Stadt fin­det. Wann immer ich das sehe, über­kommt mich das Bedürf­nis, die Blü­ten abzu­rei­ßen oder die Ker­zen umzu­wer­fen.” (Zitat S.30) Die Suche nach der Wahr­heit liest sich unter­halt­sam, aller­dings fehl­te mir manch­mal ein wenig der Pfiff. Es ist inter­es­sant, ja, aber die­ser win­zi­ge Fun­ke, dass die Geschich­te wirk­lich mit­rei­ßend wird, der war lei­der nicht immer da. Die Haupt­per­son bleibt lei­der auch sehr blass und die Grün­de ihrer sich von­ein­an­der ent­frem­den­den Freund­schaft waren mir nicht ganz aus­ge­reift. Am Ende offen­bart sich noch eine klei­ne, über­ra­schen­de Wen­dung.

Fazit: Inter­es­san­ter Plot, aber an er Umset­zung da hapert es für mich lei­der.

Du magst den Schreib­stil von Gayle For­man? Dann lies noch ihre ande­ren Bücher, hier chro­no­lo­gisch nach Erschei­nungs­da­tum: “Wenn blei­be” (2010), die Fort­set­zung: “Love­song” (2011), (Neu­auf­la­ge von “Love­soLesealternativenng”, sel­bes Buch, neu­er Titel 2014), die zwei­tei­li­ge Rei­he “Nur ein Tag” und “Und ein gan­zes Jahr” (2016), “Manch­mal musst du ein­fach leben” (2017). Die bes­te Freun­din, die sich das Leben genom­men hat? Das fin­dest du in dem berüh­ren­den “Win­ter­mäd­chen” von Lau­rie Hal­se Ander­son (schon etwas älter), in “Love you, miss you, hate you” von Eli­sa­beth Scott (toll erzählt) und in “Ich wer­de immer da sein, wo du auch bist” von Nina LaCour (bewe­gend!). Sehr inten­siv mit dem The­ma Sui­zid set­zen sich auch “Dann mach ich eben Schluss” von Chris­ti­ne Fehér und “Allein unter Schild­krö­ten” von Marit Kald­hol aus­ein­an­der. Die Mut­ter von Cody in “Irgend­et­was von dir” hat mich irgend­wie an die Mut­ter in “Eine Hand­voll Lila” von Ash­ley Her­ring Bla­ke erin­nert. Eine gelun­ge­ne Neu­erschei­nung, in der sich die Haupt­fi­gur neben der Lie­be auch mit dem Tod aus­ein­an­der­set­zen muss und die wirk­lich rich­tig gut erzählt ist, ist “Und wenn es kein Mor­gen gibt” von Jen­ni­fer L. Arment­rout.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Fischer
ISBN: 978-3-8414-2238-5
Erscheinungsdatum: 25.April 2018
Einbandart: Broschur
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 352 
Übersetzer: Stefanie Schäfer
Originaltitel: "I was here"
Originalverlag: Penguin Books USA

Amerikanisches Originalcover:
Gayle Forman - Irgendwas von dir












Amerikanischer Trailer (1):
 
Amerikanischer Trailer (2): 
 

Kasimiras Bewertung:

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(2 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Gayle Forman

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