“Trümmerkinder: Wie wir die Nachkriegszeit erlebten” ist ein biografisches Sachbuch des deutschen Autoren Frank Schwieger für Jugendliche ab 10 Jahren. Er lässt sieben Jungen und Mädchen unterschiedlichen Alters zu Wort kommen. Sie erzählen ihre Geschichte, wie sie die Nachkriegszeit von 1945 bis 1954 erlebt haben. Wie sie vertrieben wurden, Flucht und Hunger erlebten, Kälte und Angst. Wie sie Teile ihrer Familie verloren. Wie sie sich ein neues Zuhause in den Trümmern suchen musssten. Wie sie heimlich Kohle klauten. Wie sie aber auch unerwartet Menschlichkeit in schweren Zeiten erfuhren. Hoffnung, Zusammenhalt und ein Miteinander.
Jede Geschichte beginnt mit einer Zeichnung der jeweiligen Person, die erzählt und einem kurzen Steckbrief, in dem man den Namen, das Geburtsdatum, die Geschwister und den Wohnort erfährt. Viele Berichte erstrecken sich auch über mehrere Jahre. Teilweise gibt es inhaltliche Wiederholungen, weil die Kinder ähnliches erleben, aber dies erstreckt sich meist nur über wenige Sätze. Als Leser:in kann man sich ein sehr gutes Bild von der damaligen Nachkriegszei
t machen. Durch die Sichtweise der Kinder wirkt dies umso authentischer und zugleich auch sehr leichreich. Dazu tragen vor allem die Sachinformationen am Ende jedes Kapitels bei. Eine ganze Doppelseite widmet sich den zuvor in der Erzählung behandelten Themen und erläutert diese noch genauer. Dies ist sehr gut gemacht und vermittelt Wissen auf sehr angenehme Art und Weise. Immer wieder werden wichtige Ereignisse mit in die Geschichte mit eingebunden, wie die Berliner Luftbrücke oder auch ein deutsches Fußballwunder. Frank Schwieger macht Geschichte erlebbar! Und dies auch für eine jüngere Zielgruppe. Er blendet schlimme Erlebnisse nicht aus, macht aber dennoch in jeder Perspektive Hoffnung. Die Zeichnungen passen wunderbar zum Text, da hatten ruhig noch ein paar mehr drin vorkommen können;-) Am Ende findet sich noch ein Glossar, in dem wichtige Begrifflichkeiten ausführlicher erklärt werden.
Dir gefällt der Erzählstil von Frank Schwieger? Dann lies unbedingt noch das erste Buch aus der Reihe: “Kinder unterm Hakenkreuz: Wie wir den Nationalsozialismus erlebten” (komplett unabhängig zu lesen).
Oder seine anderen Bücher — zum Beispiel seine “Geschichte(n) im Freundschaftsbuch”-Reihe, in der Götter, Helden und historische Figuren selbst zu Wort kommen. Andere Bücher von ihm sind “Julia im Alten Rom” und “Erik, der Wikingerjunge”. Weitere historische Romane zur Nachkriegszeit sind für 11–13 Jährige: “Reise gegen den Wind: Wie Primel das Ende des Krieges erlebte” von Peter Härtling, “Vorbei ist eben nicht vorbei” von Kirsten Boie, “Maikäfer, flieg!” vonChristine Nöstlinger, “Novemberkatzen” von Mirjam Pressler und “Brüder wie Freunde” von Klaus Kordon. Und für etwas ältere Leser:innen (ab 14 Jahren): “Heul doch nicht, du lebst ja noch” von Kirsten Boie, “Der erste Frühling” von Klaus Kordon und “Waggon vierter Klasse: Eine Spurensuche in der Nachkriegszeit” von Robert Domes.
Bibliografische Angaben:Verlag: dtv ISBN: 978-3-423-76593-0 Erscheinungsdatum: 13.November 2025 Einbandart: Hardcover Preis: 18,00€ Seitenzahl: 224 Illustrator*in: Friederike Ablang
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Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-76593-0
Erscheinungsdatum: 13.November 2025
Einbandart: Hardcover
Preis: 18,00€
Seitenzahl: 224
Illustrator*in: Friederike Ablang
