Emiko Jean — Love me Tomorrow

19.Juli 2026

Love me Tomor­row” ist ein Roman der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Emi­ko Jean. Nach der Schei­dung ihrer Eltern glaubt die mitt­ler­wei­le 17-jäh­ri­ge Emma nicht mehr an die Lie­be. Und ist umso über­rasch­ter als sie plötz­lich Brie­fe aus der Zukunft bekommt. Der anony­me Schrei­ber hat sie angeb­lich schon immer geliebt und weiß Din­ge über sie, die er eigent­lich nicht wis­sen kann. Klar, dass sie her­aus­fin­den möch­te, wer ihre gro­ße Lie­be sein könn­te. Ihr Kind­heits­freund Theo, der Cel­lo­spie­ler Ezra, für den sie schon lan­ge schwärmt oder der rei­che Colin, hin­ter des­sen Fas­sa­de wohl mehr steckt, als sie anfangs ver­mu­tet hat? Emma gibt nicht auf, dies her­aus­zu­fin­den und erlebt bald ein Wech­sel­bad der Gefüh­le… Eine Lie­bes­ge­schich­te mit Tief­gang. Roman­tisch, berüh­rend und mit einer Prot­ago­nis­tin, die ler­nen muss, dass auch Ver­let­zun­gen und Schmerz zum Leben dazu­ge­hö­ren, es sich aber manch­mal lohnt ein Risi­ko ein­zu­ge­hen und wie­der zu ver­trau­en. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Die 17-jäh­ri­ge Emma mit den japa­ni­schen Wur­zeln ist eine begna­de­te Gei­ge­spie­le­rin. Sie hat zwei bes­te Freun­de: Delia und ihren Nach­barn Theo, den sie schon seit Kind­heit kennt. Sie lebt bei ihrer Mut­ter, und auch ihr Groß­va­ter, der nicht mehr der aller­fit­tes­te ist, wohnt bei ihnen im Haus. Emmas Eltern haben sich getrennt, als sie 11 Jah­re alt war. “Wie vor den Kopf geschla­gen” beschreibt wohl am bes­ten, wie ich mich fühl­te, als mei­ne Eltern sich mit mir hin­setz­ten und sag­ten, sie wür­den sich tren­nen. Dad zog noch am sel­ben Tag aus.” (Zitat aus “Love me Tomor­row” S.8) Das hat Emma damals sehr aus der Bahn gewor­fen. Sie fleh­te ihren Vater sogar an, wie­der nach Hau­se zurück­zu­kom­men. “Ich mach­te wir­re Ver­spre­chen. Ich wür­de immer die Zäh­ne put­zen, pünkt­lich ins Bett gehen, mei­nen Tel­ler abräu­men, mei­ne Brot­do­se aus­lee­ren. Ich ver­sprach, brav zu sein. Mich mehr anzu­stren­gen. Ich wein­te, und Dad wein­te auch. Er wisch­te mit die Trä­nen ab, nahm mei­ne Hän­de und sag­te lei­se. “Nein. Tut mir leid, Schätz­chen. Ich kann nicht.” (Zitat S.9) Seit­dem glaubt Emma nicht mehr wirk­lich an die Lie­be. Als sie mit ihrem Groß­va­ter auf einem japa­ni­schen Fest ist, bei dem es Tra­di­ti­on ist sei­ne Wün­sche auf Papier zu schrei­ben und an einen Bam­bus­halm zu bin­den, schreibt sie daher eine unge­wöhn­li­che Sache auf. “Starb Lie­be immer, ver­blass­te sie? Ich hoff­te, dass nicht, doch im Licht ver­gan­ge­ner Ereig­nis­se schien die­se Hoff­nung ver­schwin­dend klein. Ich wün­sche mir einen Beweis, schrieb ich, und die Wor­te blu­te­ten dun­kel in das hel­le Papier. Zeig mir, dass Lie­be echt ist. Dass sie ein LebeKasimiran lang hal­ten kann.” (Zitat S.34) Und tat­säch­lich tau­chen plötz­lich Brie­fe eines Unbe­kann­ten auf. Zunächst auf Papier und spä­ter per E‑Mail. Die anony­me Per­son behaup­tet “Wenn ich ehr­lich bin, ich habe dich von Anfang an geliebt.” (Zitat S.45) und “Ich bin für dich zurück­ge­kom­men, Emma. Und wenn du mich lässt, wer­de ich dein Leben ver­än­dern.” (Zitat S.81). Angeb­lich soll sie aus der Zukunft kom­men. Emma kann das nicht glau­ben. Doch der Brie­fe­schrei­ber, wie sie ihn nennt, ver­rät ihr Din­ge, die er eigent­lich nicht wis­sen kann. Er muss wirk­lich aus der Zukunft stam­men. Und er ver­spricht sogar noch mehr: “Du hast einen Wunsch auf einen Zet­tel geschrie­ben und ihn an einen Bam­bus­halm gebun­den. In der Hoff­nung, dass die Wor­te wahr wer­den. In der Hoff­nung auf einen Beweis, dass Lie­be echt ist. Dass sie ein Leben lang hal­ten kann. Ich bin hier, um dir zu sagen: Ja, das kann sie.” (Zitat S.93) Natür­lich muss Emma her­aus­fin­den, wer er ist. Denn drei Jungs spie­len in ihrem Leben momen­tan eine grö­ße­re Rol­le und jeder von ihnen könn­te der Brie­fe­schrei­ber sein…

Das Cover ist süß gemacht und bil­det bereits die wich­tigs­ten Ele­men­te der Geschich­te ab. Der Roman star­tet mit einem Pro­log und zeigt die 11-jäh­ri­ge Emma, die von der Schei­dung ihrer Eltern erfährt und ihren Vater ver­sucht zu über­re­den, wie­der nach Hau­se zurück­zu­kom­men. Das Ende lei­tet bereits auf den Haupt­teil über, der in Kapi­tel unter­teilt ist und kom­plett aus Emma-Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve geschrie­ben ist: “Und da ver­stand ich zum ers­ten Mal, was es heißt, zu lie­ben — und zu ver­lie­ren. Das war mein ers­ter Schritt ins Land der gebro­che­nen Her­zen. Und ich schwor mir, es nie wie­der zu betre­ten. Damals fiel eine Tür zu, nur um Jah­re spä­ter, im letz­ten Jahr an der High­school, wie­der auf­zu­ge­hen. In dem Jahr, in dem sich alles ändern soll­te. Im Jahr der Brie­fe.” (Zitat S.9) Der Plot in “Love me Tomor­row” ist sehr gelun­gen. Brie­fe aus der Zukunft, die die Gegen­wart ver­än­dern könn­ten: “…ich stand mit­ten in dem Ver­spre­chen, dass Lie­be ein Leben lang hal­ten kann. Ich wünsch­te es mir so sehr, und jetzt war da die­ser Jun­ge aus der Zukunft, den ich bereits kann­te, der mir die­ses “Für immer” schenk­te. Ich muss­te nur her­aus­fin­den, wer er war.” (Zitat S.99) Aller­dings war mir nicht immer ganz klar, wie der Brie­fe­schrei­ber von einer lebens­lan­gen Lie­be spre­chen kann, wKasimiraenn er doch zugibt, Emma in der Zukunft nur zu beob­ach­ten und nicht mit ihr zusam­men zu sein? Das war mir nicht ganz ein­deu­tig und rund genug. Der Erzähl­stil von Emi­ko Jean ist sehr ange­nehm und erfri­schend. Eine gro­ße Por­ti­on Roman­tik erwar­tet die Leser:innen und man darf flei­ßig mit­rät­seln, wel­cher der drei Love Inte­rests es am Ende wer­den wird. “Dan­ke noch mals fürs Abho­len.” Mit einem schie­fen Lächeln im Gesicht zupf­te er an einer Sträh­ne mei­nes Haa­res. Alles in mir erstarr­te. “Jeder­zeit”, sag­te er. Das Schwei­gen zwi­schen uns wur­de immer lau­ter und dich­ter, bis es zu knis­tern begann wie Elek­tri­zi­tät. Plötz­lich fühl­te ich mich sehr, sehr nackt. Gefahr. Gefahr. In die­sem Moment fiel mir wie­der ein, dass Theo mein bes­ter Freund war.” (Zitat S.77) Die Autorin baut wich­ti­ge The­men auf sen­si­ble Art und Wei­se in den Roman ein. Eine Prot­ago­nis­tin, die sich oft unsi­cher fühlt und sich vor vie­lem ver­schlos­sen hat, merkt all­mäh­lich, dass es manch­mal auch wert ist, ein Risi­ko ein­zu­ge­hen und dass sie vie­les im Leben ver­passt hat durch ihre zurück­ge­zo­ge­ne, vor­sich­ti­ge Art (vor allem in der Lie­be). Die Schei­dung ihrer Eltern hat Emma maß­geb­lich beein­flusst. Ver­trau­en zu fas­sen, sich auf jeman­den ein­zu­las­sen, das sind gro­ße Her­aus­for­de­run­gen für sie. Doch letz­ten Endes begreift sie, dass auch Schmerz und Ver­letz­lich­kei­ten zur Lie­be dazu­ge­hö­ren. Auch das The­ma Träu­me ist in “Love me Tomor­row” mit­ein­ge­floch­ten. Emma träumt schon seit Ewig­kei­ten davon sich auch in einem Stu­di­um auf ihre Musik und ihr Gei­ge­spie­len zu kon­zen­trie­ren, möch­te aber lie­ber für ihren leicht demen­ten Groß­va­ter und ihre Mut­ter da sein. Sie brauch­te mich. In den letz­ten Mona­ten waren ihre Fin­ger noch mal schlim­mer gewor­den. Ich half ihr immer öfter im Haus­halt, und manch­mal über­nahm ich sogar ihre Putz­jobs, wenn sie die Fin­ger nicht mehr stre­cken konn­te. Es kam gar nicht infra­ge, dass ich sie allein ließ, nur um einem unmög­li­chen Traum hin­ter­her­zu­ja­gen — Gei­ge am Kon­ser­va­to­ri­um zu stu­die­ren” (Zitat S.16) Vie­les löst sich am Ende zum Posi­ti­ven auf. Die Wen­dung, die einen am Ende erwar­tet, über­rascht und ist ganz anders als erwar­tet — fast etwas ernüch­ternd und hin­ter­lässt ein zwie­späl­ti­ges Gefühl.

Inter­es­san­ter­wei­se wird im Eng­li­schen bereits eine Fort­set­zung von “Love me Tomor­row” ange­kün­digt: “Love me Always” (April 2027). Der Erschei­nungs­ter­min im Deut­schen ist noch nicht bekannt. Viel­leicht wir dann das nicLesealternativenht beson­ders run­de Ende noch wei­ter gelöst. Du möch­test noch ande­re Bücher der Autorin lesen? Mir gefiel damals ihr Thril­ler “Feu­er­schwes­ter” sehr gut. Außer­dem schrieb sie noch die “Tokyo-Ever-After”-Rei­he: “Toyo Ever After: Prin­zes­sin auf Pro­be” (Band 1, wur­de spä­ter neu auf­ge­legt unter dem Titel “Küs­se unter Kirsch­blü­ten”) und “Tokyo Dre­a­ming: Prin­zes­sin im Ram­pen­licht” (Band 2, wur­de spä­ter neu auf­ge­legt unter dem TItel “Küs­se unter Stern­schnup­pen”). Für Erwach­se­ne schrieb sie außer­dem “Mika im ech­ten Leben” und “The Return of Ellie Black”. Eine schö­ne Lese­al­ter­na­ti­ve zu “Love me Tomor­row” ist übri­gens “Tell me three things: Wenn das Glück in dei­nem Post­fach liegt…” von Julie Bux­baum. Hier spielt ein anony­mer Brie­fe­schrei­ber eben­falls eine Haupt­rol­le und bringt den All­tag eines Mäd­chens gehö­rig durch­ein­an­der. Auch die Roma­ne von Jen­ny Han könn­ten eine gute Alter­na­ti­ve für dich sein. Bei­spiels­wei­se “To All the Boys I’ve Loved Befo­re” oder “Der Som­mer, als ich schön wur­de” (bei­des Reihen).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Fischer Sauerländer
ISBN: 978-3-7373-7587-0
Erscheinungsdatum: 25.März 2026
Einbandart: Broschur
Ausstattung: Erstauflage mit Farbschnitt
Preis: 17,90€
Seitenzahl: 416
Übersetzer*in: Michaela Kolodziejcok
Originaltitel: "Love Me Tomorrow"
Originalverlag: Sarah Barley Books

Amerikanisches Originalcover: 












Emiko Jean spricht über ihr Buch (auf Englisch):
 

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Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punkten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Simon & Schuster

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