Elke Satzger — Die Klippen von Perronec

Elke Satzger - Die Klippen von Perronec28.August 2016

Die Klip­pen von Per­ron­ec” ist das ers­te Buch der deut­schen Autorin und Redak­teu­rin Elke Satz­ger. Ein Roman, der sei­ne Leser in die Bre­ta­gne ent­führt und mit einer Mischung aus Lie­bes­ge­schich­te und Kri­mi auf­war­tet. Net­te (durch­schnitt­li­che) Unter­hal­tung mit ein paar span­nen­den Momen­ten. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren.

Eigent­lich hat­te Marie sich auf einen Urlaub mit ihrem Schwarm Moritz und ihren Freun­den in Kroa­ti­en gefreut, doch ihre Eltern schi­cken sie zu ihrer Groß­tan­te Sofie in die Bre­ta­gne. Die­se arbei­te­tet als Haus­häl­te­rin auf einem gro­ßen Anwe­sen namens Ker Armor. Auf der Hin­fahrt träumt Marie pas­send zum reg­ne­ri­schen Wet­ter der Gegend von ihrer eige­nen Beer­di­gung und wird beim Auf­wa­chen auf­merk­sam vom Taxi­fah­rer gemus­tert: “Ich bin nicht tot. Ich bin im Hier und Jetzt und zwar in einem muf­feln­den Wagen auf irgend­ei­ner Auto­bahn in Frank­reich und fah­re nach Pa… Pe… — ver­flixt, wie hieß das Kaff doch gleich? … kei­ne Ahnung — also zu Tan­te Sofie, wo ich dann nach drei­ein­halb Wochen ster­be vor… nein, nicht schon wie­der. Ich ster­be nicht. Punkt. Aus. Bas­ta.” (Zitat aus “Die Klip­pen von Per­ron­ec”). Auf dem Anwe­sen, auf dem ihre Tan­te lebens­lan­ges Blei­be­recht genießt, hängt jedoch ordent­lich der Haus­segen schief: Luc Pri­gent — der Vater der Zwil­lin­ge Ced­ric und Yann — hat nach dem Unfall­tod sei­ner Frau neu gehei­ra­tet und Zicke Nol­wenn samt Sohn Tris­tan mit in die Fami­lie gebracht. Sei­ne Frau wür­de auf Ker Armor am liebs­ten ohne die Zwil­lin­ge resi­die­ren und macht ihnenElke Satzger - Die Klippen von Perronec das Leben schwer, wo sie nur kann. Tris­tan wirkt unheim­lich und unzu­gäng­lich und Ced­ric drückt Marie nur unfreund­li­che und macho­haf­te Sprü­che rein. Ein­zig Yann ist ein Licht­blick. In ihn ver­liebt Marie sich, die trotz Schwär­me­rei für Moritz ein paar unschö­ne Erfah­run­gen mit eben jenem erlebt hat: “…mit jeder Fla­sche Bier, die Moritz trank, schien sich sein Charme zu ver­flüs­si­gen und er wur­de zudring­lich. Zum zigs­ten Mal quäl­te sich Marie mit der Fra­ge, wes­halb sie so doof gewe­sen war, sich von ihm in ein Zim­mer zie­hen zu las­sen und auch nicht zu pro­tes­tie­ren, als er die Tür absperr­te. An das, was dann folg­te, woll­te sie eigent­lich gar nicht mehr den­ken.” (Zitat S.55ff) Doch dann kommt auch Yann ihr näher, und sie ihm. Immer mehr erfährt sie über den hüb­schen Bre­to­nen… und immer mehr Fra­gen tau­chen auf: War­um strei­tet er sich so oft mit sei­nem Bru­der? Wie­so wird Yann sogar hand­greif­lich dabei? Wohin ist die Kat­ze ver­schwun­den, die sein Ein und Alles ist? Haben tat­säch­lich sei­ne Eltern etwas damit zu tun? Dann wird Ced­ric plötz­lich schwer ver­letzt auf­ge­fun­den. Und Yann scheint der Täter gewe­sen zu sein…

Elke Satzger - Die Klippen von PerronecDie Klip­pen von Per­ron­ec” macht mit sei­nem schö­nen Cover sogleich ein biss­chen Rei­se­lust. Einen Hauch Bre­ta­gne spürt man immer wie­der in dem Roman. Die rosa far­be­ne Gra­nit­küs­te, “Le Goff­re”, das Haus zwi­schen den Fel­sen bei Plougre­scant, das Meer, ein Leucht­turm… es ist lei­der nicht all­zu viel, das nament­lich erwähnt wird. Viel­mehr wird sich in dem Roman auf das Innen­le­ben der manch­mal etwas naiv wir­ken­den Marie kon­zen­triert (“Was Yann wohl gera­de trieb? Ob er sich noch über Ced­ric ärger­te? Wie süß er mit der Kat­ze war, wie lie­be­voll er sie gestrei­chelt hat­te. Die Kat­ze, nicht sie. Ups ihre Gedan­ken dreh­ten schon wie­der Pirou­et­ten.” (Zitat S.55)) Die Geschich­te wird in der per­so­na­len Erzähl­wei­se aus ihrer Sicht beschrie­ben. Die Spra­che ist unkom­pli­ziert, pha­sen­wei­se etwas salopp. In Kapi­teln unter­teilt, sind optisch noch ein paar Schnör­kel jedem Kapi­tel­be­ginn bei­gefügt. Ab der Mit­te des Buches nimmt der Roman dann etwas an Fahrt auf und auch Span­nungs­ele­men­te wer­den ein­ge­streut. Gegen Ende war es dann glück­li­cher­wei­se rich­tig schön fes­selnd.

Fazit: Eine net­te Urlaubs­lek­tü­re mit nicht all­zu viel Tief­gang.

Als Alter­na­ti­ve zu “Die KliLesealternativenppen von Per­ron­ec” könn­te ich mir auch sehr gut “Herz­mu­schel­som­mer” von Julie Leu­ze vor­stel­len, wel­ches eben­so in der Bre­ta­gne spielt, aller­dings ohne die Kri­mi­ele­men­te. An glei­chem Ort spielt “Par­don, Mon­sieur, ist die­ser Hund blind?” von Her­vé Jaou­en, eine etwas tur­bu­len­te (Alz­hei­mer-) Komö­die und Fami­li­en­ge­schich­te. Eine Rei­se nach Frank­reich unter­neh­men zudem die Haupt­fi­gu­ren in fol­gen­den Roma­nen: “Laven­del­som­mer” von Cora Berg (Pro­vence; eben­falls im Ueber­reu­ter Ver­lag erschie­nen), Glücks­dra­chen­zeit” von Kat­rin Zip­se (Süd­frank­reich), Asche und Phö­nix ” von Kai Mey­er (Côte d’Azur) und “French Sum­mer: A fuck­ing gre­at road trip” von Mari­an de Smet (quer durch Frank­reich).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ueberreuter
ISBN: 978-3-7641-7060-8	
Erscheinungsdatum: 18.Juli 2016
Einbandart: Broschur
Preis: 14,95€ 
Seitenzahl:  
Übersetzer: -
Originaltitel: - 
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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