Eileen Merriman — Missing Sophie

Kasimira3.Oktober 2020

Mis­sing Sophie” ist ein Thril­ler der neu­see­län­di­schen Autorin Eile­en Merri­man. Eine Geschich­te über Freund­schaft, Geheim­nis­se und ein ver­schwun­de­nes Mäd­chen. Auf eine beson­de­re Art und Wei­se erzählt: näm­lich rück­wärts! Unter­halt­sam und span­nend und mit einem raf­fi­nier­ten Ende. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Als sie neun Jah­re alt waren und die Grund­schu­le besuch­ten, lern­ten sie ein­an­der ken­nen. Und beschlos­sen, da sie alle drei den glei­chen Namen tru­gen, fort­an mit­ein­an­der befreun­det zu sein: Sophie Aber­crom­bie — die Schö­ne, Sophie Twiggs — die Sport­li­che (genannt Twig­gy) und Sophie McKen­zie — die Unschein­ba­re (genannt Mac). Doch nun ist Sophie seit 64 Tagen spur­los ver­schwun­den. Das letz­te Mal, als Sophie M. sie gese­hen hat, saß sie bei ihrem Eng­lisch­leh­rer Mr Bacon im Auto und sie küss­ten sich. Das hat sie auch der Poli­zei gesagt. “Aber wer weiß, ob Sophies Ver­schwin­den etwas mit Mr Bacon Kasimirazu tun hat? Woher soll­te ich es wis­sen? Ich weiß gar nichts. Ich ver­su­che nur, Ruhe zu bewah­ren und zu ler­nen. Sophies Ver­schwin­den hat hier alles auf den Kopf gestellt. Ich wünsch­te, alles wäre wie­der nor­mal. Wenn es so wei­ter­geht, set­ze ich noch die Prü­fun­gen in den Sand und kann nicht stu­die­ren.” (Zitat aus “Mis­sing Sophie” S.9) Aber was weiß Sophie M. wirk­lich? Ihre Freund­schaft zu Sophie T. ist so gut wie nicht mehr exis­tent. Nur noch die Haus­ar­bei­ten schreibt sie für ihre Freun­din, gegen Bezah­lung. Die Poli­zei befragt sie ein wei­te­res Mal“Jetzt sind die Bul­len weg. Ich weiß nicht, ob sie die Ant­wor­ten bekom­men haben, nach denen sie such­ten. Aber ich habe dein Geheim­nis bewahrt, Sophie. Dazu sind bes­te Freun­din­nen schließ­lich da… stimmt’s?” (Zitat S.41) Was ist vor 64 TagenKasimira, am Tag von Sophie A.s Ver­schwin­den wirk­lich pas­siert? Und wel­che Rol­le spielt hier­bei Mr Bacon, dem auch Sophie M. näher gekom­men ist, als eine Schü­le­rin ihm über­haupt hät­te kom­men dür­fen?

Das Cover fin­de ich eher durch­schnitt­lich, muss ich zuge­ben, aber das ist wahr­schein­lich Geschmack­sa­che. Der Thril­ler wird in drei Tei­len erzählt. Durch­ge­hend aus der Sicht von Sophie McKen­zie, der Unschein­ba­ren: “nicht beson­ders hübsch, nicht beson­ders sport­lich, aber intel­li­gen­ter als die bei­den ande­ren Sophies zusam­men. Stimmt ja auch — mich inter­es­sie­ren nur gute Noten, damit ich Medi­zin stu­die­ren und Rechts­me­di­zi­ne­rin wer­den kann. Etwas ande­res woll­te ich nie wer­den.” (Zitat S.8) “Mis­sing Sophie” star­tet mit Tag 64, was in einem schwarz umge­be­nen BalkKasimiraen in wei­ßer Schrift vor jedem der recht kur­zen Kapi­tel ange­ge­ben ist. Eine Sei­te Text, dann folgt bereits Tag 63, rück­wärts bis zum Tag 0. Die Idee an sich ist nicht schlecht, aber etwas gewöh­nungs­be­dürf­tig und anstren­gend beim Lesen, da man nor­ma­ler­wei­se eher chro­no­lo­gisch liest und beim Ein­ord­nen der Inhal­te auf­pas­sen muss. Eini­ge Andeu­tun­gen durch­zie­hen den Text und machen neu­gie­rig:  “Wenn ich mein Leben bis fünf Minu­ten vor die­ser Abma­chung zurück­dre­hen könn­te, wür­de ich sagen, dass wir damals das letz­te Mal rich­ti­ge Freun­din­nen waren, ohne jeden Hin­ter­ge­dan­ken. Aber dann kamen die Hin­ter­ge­dan­ken und schnür­ten uns immer mehr ein.” (Zitat S.23) und Bestimmt hasst er mich dafür, was ich der Poli­zei gesagt habe. Dabei soll­te er mir dank­bar sein. Ich habe denen nicht alles gesagt, was ich wuss­te.” Kasimira(Zitat S.33). Was ver­birgt Sophie M.? Vie­les wird durch den Erzähl­stil bereits vor­weg­ge­nom­men. Eini­ges kann man sich zusam­men­rei­men. Den­noch tau­chen immer wie­der neue Details auf und man ahnt, dass Sophie M. nicht immer die zuver­läs­sigs­te (und auch irgend­wie nicht sym­pa­thischs­te) Erzäh­le­rin ist: “Alles ist so ver­korkst. Wenn ich nicht die­ses Tage­buch hät­te, wäre das Durch­ein­an­der in mei­nem Kopf noch grö­ßer. Ich muss das ord­nen, muss mei­ne Erin­ne­run­gen auf die­sen Sei­ten fest­hal­ten, damit ich sor­tie­ren kann, was stimmt und was nicht. Es ist nicht ein­fach.” (Zitat S.28) In Rück­blen­den inner­halb der Tage erzählt sie die Geschich­te von Mr Bacon und ihr. Die Span­nung hält sich durch­gän­gig, wenn auch nicht auf dem aller höchs­ten Niveau. Den­noch bleibt man irgend­wie immer ger­ne dabei. Im zwei­ten Teil setzt die Erzäh­lung wie­der chro­no­lo­gisch ab Tag 65 ein. In Teil drei erhält man noch letz­te, spä­te­re Tages-Moment­auf­nah­men, die ein neu­es Bild erge­ben. Das Buch endet äußerst gelun­gen und mit einem Pau­ken­schlag!

Eine gute Lese­al­ter­na­ti­ve zu “Mis­sing Sophie” ist die “Secret”-ReiLesealternativenhe von Danie­la Pusch, Eli­sa­beth Denis und Lara de Simo­ne. Hier sind drei Mäd­chen eben­so seit der Grund­schu­le mit­ein­an­der befreun­det. Zen­tra­le The­men: Freund­schaft, Lie­be, dunk­le Geheim­nis­se und der Tod. Gut könn­te ich mir auch die “Dark Vil­la­ge”-Rei­he von Kje­til John­sen vor­stel­len. Eine pas­sen­de Alter­na­ti­ve ist zudem “Disap­peared” von Kathy Tailor, in wel­chem eben­falls ein Mäd­chen ver­schwin­det und die gehei­me Bezie­hung zu einem Leh­rer eine Rol­le spielt. Du magst Bücher, die rück­wärts erzählt wer­den? Dann greif zu “Bad Girls” von E.Lockhart, “Wün­sche sind für Ver­sa­ger” von Sal­ly Nichol­ls oder zu “Schat­ten­ge­sicht” von Ant­je Wag­ner (toll!). Sehr zu emp­feh­len ist außer­dem “Solan­ge wir lügen” von E.Lockhart, das sogar in “Mis­sing Sophie” erwähnt wird.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Oetinger
ISBN: 978-3-7891-2137-1
Erscheinungsdatum: 24.August 2020
Einbandart: Hardcover
Preis: 18,00€
Seitenzahl: 240
Übersetzer: Wolfram Ströle
Originaltitel: "A trio of Sophies"
Originalverlag: Penguin Random House 

Neuseeländisches Originalcover: 

Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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