Danielle Vega — Die Unbarmherzigen

Danielle Vega - Die Unbarmherzigen - Bloomoon20.August 2014

Einen dämo­ni­schen Thril­ler hat die ame­ri­ka­ni­sche Auto­rin Dani­el­le Vega geschrie­ben: “Die Unbarm­her­zi­gen”. Die preis­ge­krön­te Auto­rin erzählt vom grau­sa­men Exor­zis­mus eines Mäd­chens, der von sei­nen Mit­schü­le­rin­nen aus­ge­führt wird. Der Ver­fil­mung die­ser Hor­ror­ge­schich­te ist bereits in Pla­nung. Nichts für Zart­be­sai­te­te! Extrem hef­tig und bru­tal! Für Jugend­li­che ab 16 Jah­ren.

Mal wie­der eine neue Schu­le. Für Sofia nichts Unge­wöhn­li­ches. Dies­mal sind sie in dem Ort Fri­end (fik­tiv) in Mis­sis­sip­pi gelan­det. Dies ist bereits die sieb­te Schu­le in fünf Jah­ren! Aber kein Wun­der, bei einer Mut­ter, die als Ret­tungs­sa­ni­tä­te­rin fürs Mili­tär arbei­tet. An der neu­en Schu­le glaubt Sofia ihre Mit­schü­ler durch ihre Erfah­rung schon ewas bes­ser ein­schät­zen zu kön­nen, lan­det aber über­ra­schen­der­wei­se bei der In-Cli­que um die cha­ris­ma­ti­sche Riley. Als Sofia in ihrer Mit­tags­pau­se drau­ßen eine gehäu­te­te Kat­ze ent­deckt, die von Ker­zen umge­ben ist und in einem Teu­fels­stern liegt, klärt Riley sie sogleich über Brook­lyn auf, deren Bekannt­schaft Sofia zufäl­lig schon gemacht hat. Das Mäd­chen sei selt­sam, wür­de Séan­cen abhal­ten und selbst im Unter­richt komi­sche Melo­di­en sum­men. Riley schlägt Sofia vor, mehr über die Abtrün­ni­ge her­aus­zu­fin­den und sich ihre Freund­schaft zu erschlei­chen. Alles nur, um Brook­lyn hel­fen zu kön­nen. Selbst als Sofia her­aus­fin­det, dass Brook­lyn mit Rileys Freund Josh her­um­knutscht, bleibt sie die­ser merk­wür­di­gen Ansicht. Sie müs­sen dem Mäd­chen hel­fen und es bekeh­ren. Wie ernst Riley damit ist, merkt Sofia auf alp­traum­haf­te Wei­se, als sie eines Nachts von den Mäd­chen geweckt wird und mit in ein unge­nutz­tes, weit­ab­ge­le­ge­nes Haus genom­men wird. Dort wol­len sie Brook­lyn, die in einem Kel­ler an einen Pfei­ler gefes­selt ist, den Teu­fel aus­trei­ben. Wein, Salz, Kreuz, Bibel und ein schar­fes Mes­ser ste­hen bereit…

Die Unbarm­her­zi­gen” macht sogleich durch das in Extre­men gestal­te­te Cover auf sich auf­merk­sam. Knall­pink, Teu­fels­zei­chen mit­ten drauf und dann noch im Auto­ren­na­men das umge­kehr­te Kreuz. Die Schrift­zü­ge sind reli­ef­ar­tig ange­bracht und auf dem Buch­de­ckel fühl­bar. Dazu noch der blu­ti­ge Fin­ger­ab­druck an der Sei­te, hier wur­de mit Ele­men­ten nicht gespart um auf die­se Geschich­te auf­merk­sam zu machen. Ob sie jeder auch unbe­dingt lesen soll­te, dar­auf gehe ich wei­ter unten ein.
Die Unbarmherzigen - Danielle VegaDer Thril­ler wird durch­ge­hend aus der Sicht von Sofia erzählt. Die Erzähl­wei­se ist flüs­sig und unter­halt­sam. Reli­gi­on spielt zu Beginn von “Die Unbarm­her­zi­gen” gleich eine Rol­le. Man erfährt, dass Sofi­as Mut­ter durch deren streng katho­li­sche Mut­ter mit Reli­gi­on gar nichts anha­ben kann und die­se vehe­ment aus ihren bei­der All­tag drängt. Selbst eine Kreuz-Ket­te, die Sofia sich von ihrer Groß­mut­ter aus­leiht, wird sofort wie­der in das Schmuck­käst­chen der alten Frau, die seit einem Schlag­an­fall nicht mehr spre­chen kann, zurück­ge­legt. Ver­ständ­li­cher­wei­se hat Sofia mit Reli­gi­on nicht viel am Hut, wenn sie auch ger­ne mehr damit in Berüh­rung kom­men wür­de. Und so lässt sie sich von Riley und ihren zwei Freun­din­nen “tau­fen”, auf einer Schul­toi­let­te! Es sträu­ben sich einem hier­bei schon ein wenig die Nacken­haa­re über ihre Nai­vi­tät. Auch als Sofia den Flach­mann bemerkt, der zwi­schen den Mäd­chen her­um­ge­reicht wird. “Ihr trinkt?” fragt sie. Und glaubt den ande­ren, dass dies die Kom­mu­ni­on sei. Eine Tau­fe sieht sie als etwas Span­nen­des an und sagt sogleich zu. Dass sie hier­bei aller­dings viel zu lan­ge von einer star­ken Mäd­chen­hand unter Was­ser gedrückt wird, kommt ihr gar nicht selt­sam vor. Als Leser schwankt man zunächst zwi­schen dem Ein­druck wah­rer Reli­giö­si­tät der Mäd­chen und dem der Blas­phe­mie.
Die Pro­ze­dur des Exor­zis­mus
selbst liest sich nicht gera­de wie ein Zucker­schle­cken. Rileys Hand­lun­gen sind wider­wer­tig, absto­ßend und eklig und ver­lan­gen dem Leser eini­ges ab. Dar­um nichts für Zart­be­sai­te­te! Das beginnt schon mit Fin­ger­nä­geln, die mit einem Mes­ser abge­löst wer­den, Streich­höl­zern, die ent­zün­det wer­den, um Schmer­zen zuzu­fü­gen und… mehr sei nicht ver­ra­ten. Wer sich so viel Hor­ror und Quä­le­rei­en zumu­ten möch­te, bit­te. Alle ande­ren, soll­ten “Die Unbarm­her­zi­gen” bes­ser nicht in die Hän­de neh­men! Die Span­nung stei­gert sich in der Mit­te des Buches kon­ti­nu­ier­lich um gegen Ende gera­de­zu ner­ven­zer­rei­ßend zu wer­den! Über­ra­schen­de Wen­dun­gen hin­ter­las­sen eben­so das Gefühl von Bril­li­ant­heit bezüg­lich der Erzähl­wei­se, als auch einen scha­len Bei­ge­schmack nach Been­di­gung der Lek­tü­re.Lesealternativen

Lese­al­ter­na­ti­ven über das The­ma Exor­zis­mus gibt es im Jugend­buch weni­ge: Teu­fel­sen­gel” von Moni­ka Feth und“Susan­nah — Auch Geis­ter kön­nen sich ver­lie­ben” von Meg Cabot. Mehr sind mir nicht bekannt. Wenn du Bücher mit Hor­ror­ele­men­ten lesen möch­test, dann wären fol­gen­de TItel viel­leicht etwas für dich: Der 13. Gast” von Rhi­an­non Las­si­ter, Das Haus am Abgrund” von Susan­ne Ger­dom, von Patrick McGin­ley, Das dunk­le Lied des Todes” von Bjar­ne Reu­ter oder die Neu­erschei­nung “Stig­ma­ta — Nichts bleibt ver­bor­gen” von Bea­trix Guri­an.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Bloomoon
ISBN: 978-3-8458-0723-2
Erscheinungsdatum: 8. August 2014
Einbandart: Broschur
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 272
Übersetzer: Doris Hummel
Originaltitel: "The merciless"
Originalverlag: Razorbill

Amerikanisches Originalcover: 
Danielle Vega Die Unbarmherzigen











Amerikanischer Trailer zum Buch:
 

Kasimiras Bewertung:

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(3,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

 

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2.Bild v.o.:  © Lisa Spreckelmeyer/pixelio.de
Amerikanisches Cover: Penguin-Homepage

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