“Secrets: Wen Emma hasste” von der deutschen Autorin Daniela Pusch ist der erste Teil einer Mysterythriller-Trilogie, die im noch relativ neuen Imprint des Oetinger Verlages erschienen ist: Oetinger 34 — einer Kreativwerkstatt, in der eine vernetzte Community gemeinsam an Buchprojekten arbeitet. Unterstützung angeboten und Patenschaften übernommen haben bei dieser Reihe die Erfolgsautorin Rita Falk und der Autor Stefan Valentin. Interessant ist bei diesem Projekt, dass jeder Teil der “Secrets”-Trilogie von einer anderen Autorin erzählt wird und somit völlig unterschiedliche Perspektiven entstehen. Zentrale Themen sind Freundschaft, Liebe, dunkle Geheimnisse und Tod. Authentisch, nah an der Sprache der Jugendlichen und fesselnd geschrieben. Für Jugendliche ab 14 Jahren und interessierte Erwachsene.
Hamburg. Seit der Grundschule sind sie schon beste Freundinnen: Emma und Marie. Bis in der neunten Klasse die quirlige Kassy dazukam. Seitdem ist das Dreiergespann unzertrennlich. Doch jetzt wird Marie, die nebenbei als Model arbeitet, für ein Austauschjahr nach Australien gehen. Eine heimliche Party in dem Ferienhaus von Maries Mutter, direkt an der Ostsee, ist da unabdingbar. Jede Menge Alkohol, jede Menge
Gäste — geladene und auch ungeladene — die Stimmung ist ausgelassen und die Mädchen veranstalten eine Runde Flaschendrehen. Wahrheit oder Pflicht? Emmas Bruder Daniel ist auch mit von der Partie: “Die Flasche verliert an Schwung und deutet auf Marie. “Wahrheit? Oder Pflicht?” “Pflicht”, sagt Marie. “Spring von der Klippe.” Ich traue meinen Ohren nicht. Marie und ich starren Kassy an. “Du hast Pflicht gewählt.” Marie strafft die Schultern. “Na gut. Ich springe von der Klippe.” (Zitat aus “Secrets: Wen Emma hasste” S.33). Was dann geschieht, bekommt Emma nicht wirklich mehr mit. Sie ist ziemlich betrunken und will nicht mit ansehen, was ihre beste Freundinnen da an der Klippe abziehen. Die Party geht weiter. Jubel ertönt von der Klippe her. Die mutige Kassy, die statt Marie auf einen Vorsprung unterhalb der Klippe springen wollte, scheint an ihrem Ziel angekommen zu sein. Emma ist schlecht von dem Alkohol. Sie geht ins Haus zurück. Ewigkeiten später steht plötzlich ein Polizist in dem Haus. Die Musik ist zu laut. Doch als die Gastgeberin gesucht wird und ein Großteil der Leute bereits verschwindet, macht Emma an den Klippen eine grausame Entdeckung: “Der Vorsprung ist leer, ein großes Stück ist davon abgebrochen. Sand und Kalkbrocken sind hinabgestürzt, und der Finger des Lichtstrahls kriecht weiter in die Tiefe, in das schwarze Maul der Dunkelheit hinein. Dort erhaschen meine Augen einen roten Fleck und Strähnen blonden, hellen Haares zwischen den Felsen in der Schwärze. Ihre Glieder sind verrenkt. Das Wasser leckt nach ihr. Ich schreie.” (Zitat S.45). Es ist Marie. Sie ist tot… was ist geschehen? Auf der Suche nach der Wahrheit begreift Emma, dass nicht nur Marie, sondern auch Kassy einige Geheimnisse vor ihr hatte…
“Secrets: Wen Emma hasste” beginnt mit einem interessanten Prolog, in dem sich die drei Freundinnen versprechen einander immer zu vertrauen, sich nicht anzulügen und keine Geheimnisse voreinander zu haben. Der spannungsgeladene, verheißungsvolle, letzte Satz des Prologs lautet: “Hätten wir uns alle an den Schwur gehalten, hätte keine von uns sterben müssen.” (Zitat S.5) Die Sprache ist sehr locker und leicht, sehr jugendsprachlich teilweise. Nah an der Zielgruppe, würde ich sagen. Der Einband ist mit Zeichnungen, aufgedruckten Fotos und handschriftlichen Tagebucheinträgen versehen. Es ist Maries Tagebuch, in das der Leser hier Einblick erhält. Jedoch ist es durchweg Emma, aus deren Ich-Perspektive der komplette Roman erzählt wird. Geschickte Andeutungen machen hier rasch neugierig: “Marie ist sauer wegen dem Ding, das ich mit Kassy abgezogen habe. Dabei tut es mir wirklich total leid. Ich weiß nicht, was da in mich gefahren ist. So was mache ich normalerweise nicht. Aber ich habe damit ja sofort aufgehört, alles gesperrt und Marie hoch und heilig versprochen, es nie wieder zu tun.” (Zitat S.8) Was hat Emma mit Kassy abgezogen? Was ist mit Marie wirklich passiert? Gerüchten in der Schule zufolge soll sie freiwillig gesprungen sein. Die Protagonistin auf ihrer Suche nach der Wahrheit zu begleiten, liest sich meist sehr spannend. Vor allem im hinteren Teil des Buches wird es richtig nervenaufreibend! Allerlei Vermutungen und Verdächtigungen schleichen sich ein. Geheimnisse, das scheinen eine Menge Leute zu haben. Nicht umsonst heißt die Reihe “Secrets”;-) In Teil zwei “Secrets: Wem Marie vertraute” offenbart die Autorin Elisabeth Denis Maries Sicht der Dinge. In Teil drei “Secrets: Was Kassy wusste” von Lara de Simone ist Kassy an der Reihe. Man darf also gespannt bleiben…
Die wohl beste Alternative zu “Secrets” ist die “Dark Village”-Reihe von Kjetil Johnsen. Hier spielen vier beste Freundinnen die Hauptrolle, von denen eine sterben wird und eine Menge Geheimnisse gelüftet werden. Die Reihe ist fünfbändig und weist einiges an Erotik auf, liest sich jedoch noch etwas spannender (wie ich fand) als “Secrets: Wen Emma hasste”. Ebenfalls sehr fesselnd ist die “Das Tal”-Reihe von Krystyna Kuhn. In “Sommer am Abgrund” von Jane Casey muss auch aufgeklärt werden, ob der Sturz eines Mädchens von einer Klippe ein Unfall, Mord oder Selbstmord war. Dass die beste Freundin manchmal jede Menge Geheimnisse vor einem hat, diese Erfahrung macht die Protagonistin in “Schweig still, süßer Mund” von Janet Clark.
Bibliografische Angaben:Verlag: Oetinger 34 ISBN: 978-395882-061-6 Erscheinungsdatum: 22.Februar 2016 Einbandart: Hardcover Preis: 9,99€ Seitenzahl: 240 Übersetzer: - Originaltitel: - Originalverlag: - Originalcover: -
Kasimiras Bewertung:
(4 von 5 möglichen Punkten)

Verlag: Oetinger 34
ISBN: 978-395882-061-6
Erscheinungsdatum: 22.Februar 2016
Einbandart: Hardcover
Preis: 9,99€
Seitenzahl: 240
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -
ich habe bis jetzt den ersten teil gelesen und finde ihn unglaublich ich wusste nicht das man etwas so unbeschreiblich schön,dramatisch,traurig,spannend und noch so viel mehr das ich das gar nicht sagen kann schreiben kann.Mein traum ist es auch autorin zu werden nur leider schaffe ich es nie anzufangen mit büchern dieses buch ist wircklich eine sehr große inspiration danke dafür
Liebe Jolina,
schön, dass du von diesem Buch so begeistert bist und dass es dich sogar zum Schreiben inspiriert. Ich drücke dir die Daumen, dass du es schaffst mit dem Schreiben auch anzufangen, durchzuhalten und dann irgendwann Autorin zu werden:-)
Liebe Grüße
Kasimira