Cristina Moracho — Zwillingssterne

Cristina Moracho Zwillingssterne15.November 2014

Zwil­lings­ster­ne“ von der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Cris­ti­na Mor­a­cho ist erschie­nen im neu­en Ver­lag Königs­kin­der, ein Imprint bei Carl­sen. Über eine selt­sa­me (Schlaf-)Krankheit, das Erwach­sen­wer­den und die ers­te gro­ße Lie­be. Sen­si­bel erzählt. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Althea und Oli­ver ken­nen sich schon seit sie sechs Jah­re alt sind. Wie Bru­der und Schwes­ter sind sie zusam­men auf­ge­wach­sen. Sie leben in Wilming­ton (North Caro­li­na). Jetzt sind die bei­den 16 Jah­re alt. Althea ist sport­lich, liebt das Lau­fen und ist eher der bur­schi­ko­se Typ. Oli­ver schwärmt von der Astro­no­mie. Er lebt bei sei­ner Mut­ter, die zu viel raucht und schon Wit­we ist. Er ist ein sozia­ler Mensch, hat eini­ge Freun­de. Althea fie­len sozia­le Kon­tak­te immer schwe­rer. Ihr reicht Oli­ver, ihr bes­ter Freund, für den sie jedoch zuneh­mend Gefüh­le ent­wi­ckelt. War­um merkt er denn nichts? Auf einer Par­ty, auf die Oli­ver sie zerrt, beschlie­ßen sie ein Spiel zu spie­len: Sie wol­len zu allem „Ja“ sagen. Das hat unge­ahn­te Kon­se­quen­zen und endet tor­kelnd und betrun­ken unter einem Baum in ihrem Gar­ten, unter dem sie sich das ers­te Mal küs­sen. Sind sie jetzt zusam­men? Hat Oli­ver sich auch in sie ver­liebt? Fra­gen über Fra­gen drän­gen sich auf in Althea. Und aus­ge­rech­net jetzt schläft er wie­der ein. Oli­ver lei­det unter einer rät­sel­haf­ten Krank­heit, die ihn öfters tage- oder wochen­lang schla­fen lässt. In kur­zen Wach­pha­sen isst oder trinkt er etwas, um dann gleich wie­der wei­ter­zu­schla­fen. Kein Arzt weiß einen Rat. Was wird sein, wenn er wie­der erwacht?

Schon zu Beginn von „Zwil­lings­ster­ne“ wird der Leser mit Oli­vers mys­te­riö­ser Krank­heit kon­fron­tiert. Althea und Oli­ver sind mit dem Auto unter­wegs und er merkt schon wie er immer müder und müder wird. Althea ver­sucht ihn mit einem Spiel wach zu hal­ten, Oli­ver hin­ge­gen zieht schon mal sei­ne Hose aus, um mög­lichst weni­ge Hin­der­nis­se zwi­schen sich und sein Bett zu brin­gen. Die­ses Ver­hal­ten erscheint zunächst etwas befremd­lich, wird dann aber ver­ständ­lich;-)
Cristina Moracho ZwillingssterneDer Roman, der in meist sehr lan­gen, aber den­noch gut ver­ständ­li­chen Sät­zen gehal­ten ist, wird abwech­selnd aus der Sicht von Althea und Oli­ver geschrie­ben. Auch die Zei­ten, aus denen sie in der per­so­na­len Per­spek­ti­ve erzäh­len, sind teils Gegen­wart, teils Ver­gan­gen­heit. Beson­ders Althe­as Bedrückt­heit wird gut geschil­dert, ihr Gefühl unvoll­stän­dig zu sein, wenn Oli­ver nicht da ist. Gera­de jetzt, nach­dem sie sich das ers­te Mal geküsst haben. Dar­um ist es auch nicht ver­wun­der­lich, dass der Schmerz dar­über sie ver­än­dert. Sie hängt viel mit einem Jun­gen namens Coby ab, fängt an zu trin­ken, zu rau­chen und färbt sich die Haa­re schwarz. Für Oli­ver wie­der­um ist es schwer mit Althe­as Ver­än­de­run­gen umzu­ge­hen. Immer hat er das Gefühl etwas ver­passt zu haben. Meis­tens kann er sich an die kur­zen Wach­pha­sen gar nicht erin­nern. Denn in einer die­ser ist etwas Beson­de­res zwi­schen ihm und Althea gesche­hen. Etwas, das er nun – zwei Mona­te spä­ter – nicht mehr weiß.
Eine ruhi­ge, lang­sam wach­sen­de Dra­ma­tik erfüllt “Zwil­lings­ster­ne”, das psy­cho­lo­gisch dicht erzählt ist. Jedoch muss ich sagen, dass der Roman ab der Hälf­te uner­war­tet zäh wur­de. Die Hand­lungs­strän­ge haben mich nicht mehr rich­tig ange­spro­chen. Das Ende ist anders, als man es von einem Lie­bes­ro­man nor­ma­ler­wei­se erwar­tet, passt aber trotz­dem irgend­wie. Die Per­so­nen haben sich glaub­haft wei­ter­ent­wi­ckelt. Man merkt: „Königs­kin­der“ das ist kein Main­stream, das sind beson­de­re Titel, die ein­fach anders sind.

LesealternativenWenn dir „Zwil­lings­ster­ne“ gefal­len hat, wäre viel­leicht auch Kil­ling But­ter­flies“ von M. Anje­lais etwas für dich. Auch hier wird die beson­de­re Bezie­hung zwei­er Jugend­li­cher geschil­dert, die wie Geschwis­ter zusam­men auf­wach­sen. Eben­falls in die­sem Roman steht eine gewis­se „Krankheit“/Andersartigkeit im Vor­der­grund. Ver­liebt in den bes­ten Freund, das pas­siert auch den Haupt­fi­gu­ren in Küs­sen erlaubt, ver­lie­ben ver­bo­ten“ von Patri­cia Schrö­der, Sum­mer of love“ von Abby McDo­nald und „Die Tie­fen dei­nes Her­zens“ von Ant­je Szil­lat. Wenn dir der Königs­kin­der Ver­lag gefällt, kannst du noch andere Titel aus des­sen Pro­gramm lesen wie zum Bei­spiel “Anders” von Andre­as Stein­hö­fel, was mir sehr gut gefal­len hat oder Die Anar­chie der Buch­sta­ben” von Kate de Gol­di.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Königskinder
ISBN: 978-3-551-56005-6
Erscheinungsdatum: 1.Oktober 2014
Einbandart: Hardcover
Preis: 18,90€
Seitenzahl: 432
Übersetzer: Annette von der Weppen
Originaltitel: "Althea and Oliver"
Originalverlag: Penguin

Amerikanisches Originalcover:
Cristina Moracho Zwillingssterne











Cristina Moracho spricht über ihr Buch (auf englisch):
 

Kasimiras Bewertung:

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(3,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

 

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Englisches Cover: Homepage von Cristina Moracho

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