“Firewatch” ist eine Suspense-Romance von dem österreichischen Autoren Colin Hadler. Ein Buch, mit dem er sich mal wieder selbst übertroffen hat! Robin hat seinen besten Freund verloren. Aaron, der während eines Ferienjobs auf einem Feuerwachturm in einem Nationalpark arbeitete, wurde höchst wahrscheinlich ermordet. Seine Leiche ist nie gefunden worden. Jetzt werden die Ermittlungen eingestellt. Doch Robin weiß, wer der Täter ist. Kian, ein Schriftsteller, der ebenfalls auf einem Feuerwachturm arbeitete und wohl die letzte Person war, die Aaron gesehen hat. Um dem Mörder seines besten Freundes näher zu kommen, beschließt er ihn zu daten. Aber Kian scheint raffiniert zu sein. Ein Katz- und Mausspiel beginnt… In einer älteren Rezension schrieb ich einmal, dass Colin Hadler ein aufstrebender Stern am (Jugendbuch-)Thrillerhimmel ist. Dies ist nicht mehr korrekt. Er ist kein aufstrebender Stern mehr, sondern hat den Literaturhimmel längst erreicht, was er mit diesem ersten New Adult-Thriller beweist. Fulminant, furios und vereinnahmend! Mit einer erfrischenden Erzählstimme und gnadenloser Spannung zieht er die Leser:innen in den Bann. Bestes Lesefutter! Für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene.
Robin, Hadley und Aaron. Drei beste Freunde, ein untrennbares Gespann. “Es fühlt sich gar nicht so an, als wäre ich mit Aaron und Haley bloß befreundet. Sie sind wie Geschwister. Wir hatten auch nie viele Gemeinsamkeiten, aber wir haben uns gefetzt, zusammen gefeiert, geweint, und manchmal auch stundenlang nichts getan. Aaron war der Partymensch von uns, Haley die Realistin, und ich… Ich lächle schwach. Aaron hatte jetzt gesagt, ich wäre der Träumer. Der hoffnungslose Weltverbesserer. Der Künstler. Er hat mehr in mir gesehen als ich selbst. Aaaron war der Bruder, den ich mir immer gewünscht habe.” (Zitat aus “Firewatch” S.17) Doch dann ist Aaron plötzlich
spurlos verschwunden. Er hatte eine Ferienjob in einem Nationalpark den Sommer über. Hockte auf einem Turm und überwachte die Umgebung nach möglichen Bränden. Auf dem zweiten Turm saß Kian, ein Schriftsteller. “Aaron hat uns während seines Ferienjobs von ihm erzählt. In unserem letzten Telefongespräch hat er Andeutungen gebacht, dass mit Kian etwas nicht stimmt. Und kurze Zeit später war er spurlos verschwunden. Aarons Leiche wurde nie gefunden. Faktisch gesehen kann ich gar nicht wissen, ob Kian tatsächlich ein Mörder ist. Es ist mehr ein Bauchgefühl.” (Zitat S.14) Der 24-jährige Robin ist erschüttert, als er erfährt, dass die Ermittlungen eingestellt wurden, nach fast elf Monaten. Manchmal beobachtet er das Haus von Kian. Heimlich. “Kian ist der Einzige, der als Täter infrage kommt, zumindest was den Tatort und die Tatzeit betrifft.” (Zitat S.14) Aber nun beschließt er zu handeln. Auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung nimmt er Kontakt mit Kian auf, gibt vor, ebenfalls schreiben zu wollen und bittet um Tipps. Die beiden verabreden sich, daten sich schließlich. Ein Date mit einem Mörder? Doch Robin will Aarons Tod unbedingt aufklären und rächen. Bis er Kian unerwartet immer näher kommt…
Das Cover sieht grandios aus. Dazu der andeutungsvolle Untertitel, sehr passend gemacht. Der Thriller mit dem großen Romantik-Anteil (der Verlag wirbt nicht mit Romance-Supsense, sondern mit Suspense-Romance;-)) beginnt mit einem Prolog, der Aaron zeigt, wie er schwerverletzt auf seinen Feuerturm zusteuert und per Funk um Hilfe bitten will. Der verfolgt wird von jemandem. Dann bricht die Handlung ab. Der Hauptteil beginnt mit der Überschrift “Heute” und berichtet aus Robins Ich-Perspektive, wie er mit dem Ergebnis — dem Verschwinden seines besten Freundes — elf Monate danach umzugehen versucht. Ein eher zurückhaltender Charakter, der wenig aus sich herauskommt und immer ein wenig im Schatten von Aaron stand; der im Laufe des Buches aber eine glaubhafte Wandlung durchmacht. Es folgen immer wieder Rückblenden eines allwissenden Erzählers, der sich auf Aaron fokussiert und dessen Erlebnisse mit der Überschrift “Damals” in dem Feuerturm schildert. Der Erzälhler hält sich aber sehr im Hintergrundt und tritt nur zuweilen hervor, wie beispielsweise mit unheilvollen Andeutungen: “Dabei ahnte er noch nicht, dass er in weniger als vierundzwanzig Stunden erneut stöhnen würde. Aber nicht aus
Lust.” (Zitat S.101) Außerdem gibt es noch die weitere Perspektive eines unbekannten Ich-Erzählers, der auf komplett schwarzen Seiten, zu Wort kommt, die aber nur zwei Seiten jeweils umfassen und sehr sporadisch erscheinen. Das Setting in “Firewatch” mit den Feuerwachtürmen ist höchst gelungen. “Vor ein paar Monaten hatte er den Job des Fire-Observers selbst noch nicht gekannt: die ehrenwerte Aufgabe, den ganzen Sommer in dieser Legebatterie zu hocken und jede halbe Stunde zu checken, ob es irgendwo rauchte. Tatsächlich waren in Amerika bloß wenige Firetower überhaupt in Betrieb, da sie zunehmend durch moderne Technik ersetzt wurden. Im Goldenfalls-Nationalpark gab es noch zwei.” (Zitat S.20ff) Dazu verflechtet Colin Hadler zwei Lovestorys (eine in der Gegenwart und eine in der Vergangenheit) mit ordentlich Spice. Die Sprache des Autoren ist zum Teil sehr atmosphärisch “Die dunkelgrauen Wolken fraßen sich in den hellblauen Himmel wie ein Virus, und die Infektion war nicht mehr aufzuhalten.” (Zitat S.65), er erschafft tolle Bilder und spielt mit der Sprache. Ein Kapitel endet beispiesweise mit “Der menschliche Umriss löste sich aus den Schatten und steuerte seinen Turm an” (Zitat S.67), das nächste Kapitel greift dieses Ende mit einer passenden Überleitung wieder auf: “Ich löse mich aus dem Schatten meines Autos und steuere das Diner an.” (Zitat S.68). Der Thriller ist wild, ungestüm, heftig von den Themen her, aber vor allem äußerst mitreißend und packend geschrieben. Dafür sorgen die nicht allzu langen Kapitel und die fiesen Cliffhanger am Ende. Dazu wird es stellenweise hochemotional und so manche Wendungen sorgen für atemlose Spannung. Vor allem das Ende — wow, hier wird man noch mal richtig überrascht! Chapeau.
Dir gefällt der Erzählstil von Colin Hadler? Dann lies noch seine anderen Bücher, hier chro
nologisch nach Erscheinungsdatum sortiert: “Hinterm Hasen lauert er” (2019), “Wenn das Feuer ausgeht” (2020), “Ancora: Die Zeit ist gegen dich” (2022) und“Exilium” (2023, spannend!). Das letzte Buch, das er schrieb, erschien 2025 und heißt “Seven Ways to Tell a Lie”, das ich auch sehr empfehlen kann. Als Lesealternative zu “Firewatch” könnte ich mir zum Beispiel “BAD VIBES. Deine Geheimnisse sterben nie” von Bianca Iosivoni vorstellen. Hier versucht eine junge Frau ebenfalls den Tod ihres Freundes aufzuklären.
Bibliografische Angaben:Verlag: dtv ISBN: 978-3-423-26463-1 Erscheinungsdatum: 17.Februar 2026 Einbandart: Broschur Preis: 17,00€ Seitenzahl: 400
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Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-26463-1
Erscheinungsdatum: 17.Februar 2026
Einbandart: Broschur
Preis: 17,00€
Seitenzahl: 400
