Claudia Romes — Dana Mallory und das Haus der lebenden Schatten

Kasimira10.März 2019

Dana Mal­l­o­ry und das Haus der leben­den Schat­ten” von der deut­schen Autorin Clau­dia Romes ist ein Mys­te­ry­thril­ler über ein altes, unheim­li­ches Her­ren­haus, in dem merk­wür­di­ge Din­ge vor sich gehen. Mit­ten dar­in — und wäh­rend der Feri­en von ihrer Tan­te dort­hin ein­ge­la­den — ein 12-jäh­ri­ges Mäd­chen, das dem Gan­zen auf den Grund zu gehen ver­sucht. Ein schö­ner Schmö­ker mit einer ordent­li­chen Por­ti­on Schau­er­haf­tig­keit. Bes­tes Lese­fut­ter für Gru­sel­fans ab 11 Jah­ren.

Die 12-jäh­ri­ge Dana muss ihre Som­mer­fe­ri­en bei Tan­te Meg ver­brin­gen. Ihr Vater, der von einer herr­li­chen Kind­heit auf dem herr­schaft­li­chen Anwe­sen “Mal­l­o­ry Manor” schwärmt, bringt sie dort­hin. “Auf mich wirk­te das Schloss dun­kel und Furcht ein­flö­ßend. Zwi­schen den Eisen­stä­ben des auf­fäl­lig ver­zier­ten Tores waren über­all Spinn­we­ben und deren Bewoh­ner waren so groß wie Tisch­ten­nis­bäl­le.” (Zitat aus “Dana Mal­l­o­ry und das Haus der leben­den Schat­ten” S.7) Es ist Ewig­kei­ten her, dass er selbst sei­ne Tan­te gese­hen hat. “Ver­mut­lich war er auf­ge­reg­ter als ich. Schließ­lich war er Kasimiravor zwan­zig Jah­ren das letz­te Mal hier gewe­sen. Auch Tan­te Meg hat­te er seit­dem nicht mehr gese­hen. Zusam­men mit Mum und mir hat­te er sie frü­her des Öfte­ren besu­chen wol­len, aber sie hat­te nie für uns Zeit gehabt. Also hat­te er eines Tages auf­ge­hört, sie danach zu fra­gen.” (Zitat S.8) Umso über­rasch­ter waren Dana und ihr Vater, als vor zwei Wochen eine Ein­la­dung per Post kam. Tan­te Meg woll­te, dass Dana sie in ihrem Schloss besuch­te. Um sie ken­nen­zu­ler­nen. Da ihr Vater, der als Kunst­his­to­ri­ker arbei­tet, für einen Job nach Paris muss, setzt er sie bei Tan­te Meg ab. Auch wenn Dana ihn lie­bend ger­ne nach Frank­reich beglei­tet hät­te. Doch die Tan­te ist ihr irgend­wie nicht ganz geheu­er: “Ihr stren­ger Dutt wirk­te, als wäre er mit ihrem Hin­ter­kopf ver­wach­sen. Das blaue Kleid mit Blu­men­mus­ter sah aus, als wäre es frü­her ein­mal eine Tisch­de­cke gewe­sen. Ich schluckte ner­vös, denn ihr star­rer Blick war nicht auf ihren Nef­fen gerich­tet, den sie zwan­zig Jah­re nicht gese­hen hat­te, son­dern nur auf mich.” (Zitat S.12) Sie hat manch­mal so ein selt­sa­mes Fun­keln in den Augen und über das Auf­tau­chen ihres Nef­fen nicht gera­de begeis­tert: “Nun, James. Die Ein­la­dung galt dei­ner Toch­ter. War­um also bist du hier?” (Zitat S.12) Und Tan­te Meg isst grün­lich wir­ken­de, glibbe­ri­ge Sup­pe mit gla­si­gen Aug­äp­feln dar­in, die Dana nur ent­setzt weg­stel­len kann. Außer­dem unter­sagt sie ihr, nachts durch das Gebäu­de zu lau­fen und sie sol­le ja nichts anrüh­ren. War­um hat sie Dana dann über­haupt ein­ge­la­den, wenn sie so unfreund­lich zu ihr ist? Als das Mäd­chen dann auch noch fast von einem her­ab­stür­zen­den Kron­leuch­ter erschla­gen wird, sie nachts selt­sa­men Kin­dergKasimiraesang hört und Schat­ten sieht, die in der Wand ver­schwin­den, ist jede Zurück­hal­tung wie weg­ge­bla­sen. Gemein­sam mit dem gleich­alt­ri­gen Will beschließt sie das Geheim­nis auf “Mal­l­o­ry Manor” zu lösen…

Das Cover von “Dana Mal­l­o­ry und das Haus der leben­den Schat­ten” ist sehr schön gestal­tet und macht mit der düs­te­ren Stim­mung bereits deut­lich, was den Leser erwar­ten wird — eine Lek­tü­re mit unheil­vol­len und gru­se­li­gen Momen­ten! Der Roman wird durch­gän­gig in der Ich-Per­spek­ti­ve aus Danas Sicht erzählt. In das Mäd­chen kann man sich gut hin­ein­ver­set­zen. Sie ist ein ange­nehm gezeich­ne­ter Cha­rak­ter, der auch Ecken und Kan­ten hat. Eine Prot­ago­nis­tin, die zum Bei­spiel gera­de wenn ihre Tan­te ihr ver­bie­tet den Ost­flü­gel des Hau­ses zu betre­ten, genau das tut. Aber obwohl sie mutig ist, auch Pro­ble­me hat sich ande­ren zu öff­nen und selbst­be­wusst zu sein. “Seit Mums Tod trau­te ich mir nichts mehr zu. Ich ging sofort mit allem und jedem auf Abstand. Was Freund­schaf­ten unmög­lich mach­te. Um nicht ent­täuscht zu wer­den — von mir selbst oder von ande­ren -, hat­te ich auf­ge­hört, mich um ande­re zu bemü­hen und war seit­her allei­ne gewe­sen.” (Zitat S.139) Als Dana Will ken­nen­lernt, merkt sie schnell, dass er ihre errich­te­ten Mau­ern lang­sam ein­stür­zen lässt. Aber auch ihn umgibt ein Geheim­nis (das man aller­dings even­tu­ell schon erah­nen kann). Das Buch ist in einer sehr schö­nen Spra­che geschrie­ben und teils sehr atmo­sphä­risch:”…ein ein­sam gele­ge­nes, altes Haus auf einem Hügel, umge­ben von KasimiraHoch­land­moor. Krä­hen, die kräch­zend dar­über ihre Krei­se zie­hen, und ein undurch­dring­li­cher Nebel, der über die Zufahrt wabert. Mir lief es eis­kalt den Rücken hin­un­ter.” (Zitat S.6) Was Dana alles erlebt in dem geheim­nis­vol­len Anwe­sen, ist recht tur­bu­lent, ein rät­sel­haf­ter Moment reiht sich nach dem nächs­ten auf, wie die Per­len auf einer Per­len­ket­te. Die Span­nungs­kur­ve stei­gert sich lang­sam, manch­mal plät­schert es lei­der etwas vor sich hin, hier hät­ten die Span­nungs­fä­den noch etwas straf­fer geschnürt wer­den kön­nen. Die Gru­sel­mo­men­te sind noch auf einem eher kind­li­chen Niveau. Alters­ge­recht eben und nichts wirk­lich schlimm Blu­ti­ges. Das Ende war mir per­sön­lich etwas zu lang­ge­zo­gen, aber bie­tet natür­lich ein schö­nes Hap­py­end;-)

Du magst Gru­sel­ge­schich­ten über Häu­ser, in denen merk­wür­di­ge Din­ge pas­sie­ren? Kin­der­bü­cher für 10–12 Jäh­ri­ge sind: “Das Haus, in dem es schrä­ge Böden, spre­chen­de Tie­re und Wachs­tumspul­ver gibt” von Tom LLesealternativenlewel­lyn, “Ana­sta­sia McCrum­pet und der Tag, an dem die Unke rief” von Hol­ly Grant (zwei­bän­di­ge Rei­he), “Das Haus der ver­schwun­de­nen Kin­der” von Clai­re Legrand (gefiel mir sehr gut!) oder “Der Schat­ten an mei­ner Wand” von Kers­tin Lundberg Hahn (rund­her­um gelun­gen). Wenn du schon etwas älter bist (ab 13 bzw 14 Jah­ren), gibt es noch ein biss­chen mehr (Gruselhaus-)Auswahl: “Spie­gel des Bösen” von Björn Springo­rum (schön schau­rig, ein biss­chen “Shi­ning”), Sunshi­ne Girl: Die Heim­su­chung” von Pai­ge McKen­zie mit Alys­sa Shein­mel (zwei­bän­di­ge Rei­he, You­tube­star), “Der 13.Gast” von Rhi­an­non Las­si­ter (unheim­lich atmo­sphä­risch), “Das Haus am Abgrund” von Susan­ne Ger­dom (packend erzählt) und “Das dunk­le Haus des Todes” von Bjar­ne Reu­ter (beruht auf wah­ren Bege­ben­hei­ten). Ihre Feri­en in einem gru­se­li­gen Haus ver­bringt zum Bei­spiel auch die Prot­ago­nis­tin in “Whis­per” von Isa­bel Abe­di (super span­nend!). 

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Planet! (Thienemann-Esslinger)
ISBN: 978-3-522-50585-7
Erscheinungsdatum: 11.Februar 2019
Einbandart: Hardcover
Preis: 10,00€ 
Seitenzahl: 288 
Übersetzer: -
Originaltitel: - 
Originalverlag: -
Originalcover: -

Trailer:

Kasimiras Bewertung:

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