In ihrem neuesten Werk “Dann mach ich eben Schluss” , das soeben als Taschenbuch erschienen ist, konfrontiert die deutsche Reality-Autorin Christine Fehér ihre Leser mit einem heftigen Thema: Suizid. Dazu dessen Auswirkungen auf nahestehende Personen und die großen Frage nach der Schuld. Ein intensiver, nahegehender Roman — das Psychogramm einer menschlichen Seele, deren letzter Ausweg nur der Tod war. Für Jugendliche ab 14 Jahren und interessierte Erwachsene.
Der 18-jährige Max hat sein Auto gegen einen Baum gefahren. Absichtlich. Er stirbt sofort. Die anderen drei Insassen sind schwer verletzt: seine Schwester Natalie, seine Freundin Annika und sein bester Freund Paul. Was ist geschehen? Warum hat er das getan? Wurde ihm letztendlich alles zu viel? Der Schulstress kurz vor dem Abitur. Der immense Druck seines leistungsorientierten Vaters. Seine Freundin, die ihn nicht verstand und ihn am liebesten verändern und umstylen würde. Sein bester Freund, der in allem besser ist. Seine Schwester, die in einem entscheidenden Gespräch nicht bei ihm war. Und warum hat er seine ganzen Zeichensachen verkauft? Obwohl er das Zeichnen doch so sehr liebte? Eine Spurensuche beginnt…
“Dann mach ich eben Schluss” setzt sich wie ein Puzzle zusammen. Es wird zunächst aus Natalies Sicht erzählt. Dann kommen Max’ Eltern zu Wort und auch seine Lehrer. Schließlich auch Annika und Paul (der noch mit seinen schweren Verletzungen zu kämpfen hat und immer noch im Krankenhaus liegt) und Max, dessen Sicht wohl die aufschlussreichste von allen ist. Bewegend schildert Christine Fehér deren Innenleben. Zu Beginn wirkt die Erzählung manchmal noch etwas distanziert gegenüber den Figuren, doch dies ändert sich schnell und lässt einen Sog entstehen, aus dem man sich so schnell nicht mehr befreien kann. Einziges Manko: auf den letzten Seiten bietet die Autorin ein alternatives Ende an, welches hinsichtlich vorhergehender Problematiken etwas unausgereift scheint. Aber hier darf sich jeder seine eigene Meinung bilden!
Für alle Fans von “Tote Mädchen lügen nicht” von Jay Asher, dem wohl bekanntesten Titel über Suizid. Interessiert dich dieses Thema? Sehr berührend sind auch “Ich werde immer da sein, wo du auch bist” von Nina Lacour und Tobias Elsässers “Für niemand”. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 ist momentan “Allein unter Schildkröten” von Marit Kaldhol, das ebenfalls verschiedene Personen zu Wort kommen lässt und den Tod eines Jungen sehr facettenreich schildert.
Bibliografische Angaben:Verlag: cbt ISBN: 978-3-570-30951-3 Erscheinungsdatum: 8.September 2014 Einbandart: Taschenbuch Preis: 8,99€ Seitenzahl: 416 Übersetzer: - Originaltitel: - Originalverlag: - Originalcover: -
Kasimiras Bewertung:
(3,5 von 5 möglichen Punkten)

Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-30951-3
Erscheinungsdatum: 8.September 2014
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 8,99€
Seitenzahl: 416
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -