Christine Fehér — Dann mach ich eben Schluss

knvmmdb8.September 2014

In ihrem neu­es­ten Werk “Dann mach ich eben Schluss” , das soeben als Taschen­buch erschie­nen ist, kon­fron­tiert die deut­sche Rea­li­ty-Auto­rin Chris­ti­ne Fehér ihre Leser mit einem hef­ti­gen The­ma: Sui­zid. Dazu des­sen Aus­wir­kun­gen auf nahe­ste­hen­de Per­so­nen und die gro­ßen Fra­ge nach der Schuld. Ein inten­si­ver, nahe­ge­hen­der Roman — das Psy­cho­gramm einer mensch­li­chen See­le, deren letz­ter Aus­weg nur der Tod war. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Der 18-jäh­ri­ge Max hat sein Auto gegen einen Baum gefah­ren. Absicht­lich. Er stirbt sofort. Die ande­ren drei Insas­sen sind schwer ver­letzt: sei­ne Schwes­ter Nata­lie, sei­ne Freun­din Anni­ka und sein bes­ter Freund Paul. Was ist gesche­hen? War­um hat er das getan? Wur­de ihm letzt­end­lich alles zu viel? Der Schul­stress kurz vor dem Abitur. Der immense Druck sei­nes leis­tungs­ori­en­tier­ten Vaters. Sei­ne Freun­din, die ihn nicht ver­stand und ihn am lie­bes­ten ver­än­dern und umsty­len wür­de. Sein bes­ter Freund, der in allem bes­ser ist. Sei­ne Schwes­ter, die in einem ent­schei­den­den Gespräch nicht bei ihm war. Und war­um hat er sei­ne gan­zen Zei­chen­sa­chen ver­kauft? Obwohl er das Zeich­nen doch so sehr lieb­te? Eine Spu­ren­su­che beginnt…

Christine Fehér Dann mach ich eben SchlussDann mach ich eben Schluss” setzt sich wie ein Puz­zle zusam­men. Es wird zunächst aus Nata­lies Sicht erzählt. Dann kom­men Max’ Eltern zu Wort und auch sei­ne Leh­rer. Schließ­lich auch Anni­ka und Paul (der noch mit sei­nen schwe­ren Ver­let­zun­gen zu kämp­fen hat und immer noch im Kran­ken­haus liegt) und Max, des­sen Sicht wohl die auf­schluss­reichs­te von allen ist. Bewe­gend schil­dert Chris­ti­ne Fehér deren Innen­le­ben. Zu Beginn wirkt die Erzäh­lung manch­mal noch etwas distan­ziert gegen­über den Figu­ren, doch dies ändert sich schnell und lässt einen Sog ent­ste­hen, aus dem man sich so schnell nicht mehr befrei­en kann. Ein­zi­ges Man­ko: auf den letz­ten Sei­ten bie­tet die Auto­rin ein alter­na­ti­ves Ende an, wel­ches hin­sicht­lich vor­her­ge­hen­der Pro­ble­ma­ti­ken etwas unaus­ge­reift scheint. Aber hier darf sich jeder sei­ne eige­ne Mei­nung bil­den!Lesealternativen

Für alle Fans von Tote Mäd­chen lügen nicht” von Jay Asher, dem wohl bekann­tes­ten Titel über Sui­zid. Inter­es­siert dich die­ses The­ma? Sehr berüh­rend sind auch Ich wer­de immer da sein, wo du auch bist” von Nina Lacour und Tobi­as Elsäs­sers “Für nie­mand”. Nomi­niert für den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis 2013 ist momen­tan Allein unter Schild­krö­ten” von Marit Kald­hol, das eben­falls ver­schie­de­ne Per­so­nen zu Wort kom­men lässt und den Tod eines Jun­gen sehr facet­ten­reich schil­dert.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: cbt
ISBN: 978-3-570-30951-3
Erscheinungsdatum: 8.September 2014
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 8,99€
Seitenzahl: 416
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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