Caroline O’Donoghue — All our hidden gifts: Die Macht der Karten

Kasimira26.Juni 2021

All our hid­den gifts: Die Macht der Kar­ten” ist das ers­te Jugend­buch der iri­schen Autorin Caro­li­ne O’Do­no­ghue. Der Auf­takt einer Fan­ta­sy-Rei­he, die ihre Leser in die geheim­nis­vol­le Welt der Tarot­kar­ten ent­führt. Ein Mäd­chen, die auf eine katho­li­sche Mäd­chen­schu­le geht, fin­det zufäl­lig ein Tarot­spiel und ent­wi­ckelt ein Talent dar­in, ande­ren die Kar­ten zu lesen. Doch dann ver­schwin­det ihre ehe­mals bes­te Freun­din spur­los. Eine Freund­schafts- und Lie­bes­ge­schich­te. Eine Spu­ren­su­che. Eine Pfor­te zu etwas Magi­schem. Mys­te­ri­ös, fas­zi­nie­rend und unter­halt­sam. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Manch­mal ist Maeve ein biss­chen unkon­trol­liert. Wenn Emo­tio­nen in ihr hoch­ko­chen, kann es schon ein­mal sein, dass sie der­ma­ßen aus­tickt, dass sie sogar einen Schuh nach ihrem Ita­lie­nisch­leh­rer wirft. Selbst­ver­ständ­lich nicht um ihn zu tref­fen, son­dern nur um ihrem Ärger über eine Abmah­nung ein wenig Aus­druck zu ver­lei­hen. Nach­sit­zen muss sie trotz­dem und wird in der katho­li­schen Mäd­chen­schu­le, die sie besucht, dazu ver­don­nert, ein Käm­mer­chen im Kel­ler aus­zu­mis­ten. Doch dort stößt Maeve tat­säch­lich auf etwas, das fort­an ihr Leben ver­än­dern wird: einen Sta­pel Tarot­kar­ten. Mit Hil­fe des Inter­nets und ein paar You­tube-Vide­os taucht sie ein in die Mate­rie. Und scheint wirk­lich TalentKasimira fürs Kar­ten­le­sen zu haben: “Irgend­wie war das kein nor­ma­les Aus­wen­dig­ler­nen. Nicht wie bei Voka­beln oder so, von denen ich die ers­te sofort wie­der ver­ges­se, sobald ich mir die zwei­te zu mer­ken ver­su­che. Nein, die Tarot­kar­ten blie­ben mir gleich im Kopf. Wie ein Lied­text. Wie ein Gedicht. Wie etwas, das ich schon lan­ge gefühlt habe und jetzt end­lich aus­drü­cken kann.” (Zitat S.29) Wäh­rend sie in der Schu­le nicht wirk­lich glänzt, in ihrer Fami­lie sogar die mit den schlech­tes­ten Noten ist, gibt es auf ein­mal etwas, das sie rich­tig gut kann. Scha­ren­wei­se strö­men ihre Mit­schü­le­rin­nen zu ihr, wol­len sich von ihr die Kar­ten lesen las­sen. Und Maeve, die seit andert­halb Jah­ren, seit sie mit Lily befreun­det war und es nun nicht mehr ist, kei­ne enge Freun­din­nen mehr hat­te, fin­det in Fio­na sogar eine neue Freun­din. Doch dann begeht sie einen Feh­ler. Sie liest aus­ge­rech­net KasimiraLily, die als Ein­zi­ge kein Inter­es­se an ihren Tarot­kar­ten hat, genau die­se und wünscht sich in einem anschlie­ßen­den Streit­ge­spräch, dass die nie­mals befreun­det gewe­sen wären und dass sie ver­schwin­den möge. Und plötz­lich ist Lily tat­säch­lich spur­los ver­schwun­den! Gemein­sam mit Fio­na und Lilys non­bi­nä­ren Bru­der Roe geht Maeve auf die Suche…

Das Cover wirkt schon höchst ein­drucks­voll und geheim­nis­um­wo­ben. Die Hin­ter­grund­li­ni­en, die das Cover zie­ren, wer­den auch zu Beginn jedes ein­zel­nen Kapi­tels dem Text hin­ter­legt, was sehr schön wirkt und her­vor­ra­gend zum Set­ting der Geschich­te passt. Erzählt wird “All our hid­den gifts: Die Macht der Kar­ten” durch­ge­hend aus Maeves Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve. Als Cha­rak­ter hat mir das Mäd­chen sehr gut gefal­len. Erfri­schend anders Kasimirawirkt sie, abseits des Main­streams, mit vie­len Ecken und Kan­ten, wirft ein­fach mal ihren Schuh nach dem Leh­rer: “Es fing damit an, dass er mich dumm nann­te, weil ich mei­ne Ver­ben nicht drauf­hat­te. Wor­auf­hin ich sag­te, Ita­lie­nisch zu ler­nen sei ja wohl eh bescheu­ert und wir soll­ten statt­des­sen lie­ber Spa­nisch ler­nen, weil das glo­bal gese­hen viel mehr Leu­te spre­chen. Wor­auf­hin Mr Ber­nard wis­sen woll­te, ob ich denn ernst­haft glaub­te, dass ich mit Spa­nisch bes­ser zurecht­kä­me, wäh­rend ich mich bei Ita­lie­nisch so schwer­tue? Dann dreh­te er sich zur Tafel. und ich warf den Schuh.” (Zitat S.7) Ein sar­kas­ti­scher Unter­ton zieht sich zuwei­len durch den Text, was sehr ange­nehm zu lesen ist und bereits an der Ton­art des ers­ten Sat­zes des Romans deut­lich wird: “Wie ich mir die Loch­kar­ten-Tarot­be­ra­tung auf­ge­halst habe, lässt sich in vier­mal Nach­sitzKasimiraen, drei Mit­tei­lun­gen an mei­ne Eltern, zwei mie­sen Zeug­nis­sen und einem Diens­tag­nach­mit­tag erzäh­len, der damit ende­te, dass ich in einem Wand­schrank ein­ge­schlos­sen war.” (Zitat S.7) In die Welt der Tarot­kar­ten ein­zu­tau­chen, liest sich sehr fas­zi­nie­rend. Ein Touch Über­na­tür­li­ches schleicht sich bereits zu Beginn in die Geschich­te ein, als Maeve eine mys­te­riö­se Kar­te mit einer Mam­sell aus ihrem Kar­ten­set aus­sor­tiert, weil sie hier­für kei­ne Bedeu­tung fin­det. Genau die­se Kar­te dann aber spä­ter wie­der bei ihr auf­taucht und aus­ge­rech­net Lily es ist, die die­se zieht, ehe sie ver­schwin­det. Auch die Aus­gren­zung von Men­schen, die der LGBTQ-Com­mu­ni­ty ange­hö­ren (Roe z.B. ist non-binär, möch­te sich also nicht ein­deu­tig dem Geschlecht Mann oder Frau zuord­nen), wird in “All our hid­den gifts: Die Macht der Kar­ten” sehr stark the­ma­ti­siert. WäKasimirahrend mich der Anfang der Geschich­te noch total gepackt hat, muss ich jedoch geste­hen, dass das Buch irgend­wann etwas vor sich hin­plät­schert. Man­ches erschien mir etwas zu weit her­ge­zo­gen und etwas abge­ho­ben. Die Autorin hat ein wenig zu viel ande­re The­men noch in den Roman mit ein­ge­baut, schweift ein wenig ab vom anfäng­li­chen Set­ting. Das Ende ist dann wie­der rich­tig fes­selnd und ist zwar gewis­ser­ma­ßen in sich abge­schlos­sen, macht aber deut­lich, dass es noch Aspek­te gibt, die fort­ge­setzt wer­den können.

Das The­ma Tarot im Jugend­buch inter­es­siert dich? Eine Rol­le spie­len die­se Kar­ten eben­falls in fol­gen­den zwei Büchern: “Die drei !!!: Im Bann des Tarots” von Hen­ri­et­te Wich, in “Wenn der Som­mer endet” von Moi­ra Fow­ley-Doyle, in “Babel” von Jan De Lee­uw und in “Sehn­suchts­schim­mer” von Johan­na Samt. Etwas okkul­ter geht es auch in “Die Unbarm­her­zi­gen von Dani­elle Vega zu. Fas­zi­nie­rend und unter­halt­sam fand ich auch den schon etwas älte­ren Mys­te­ry­ro­man “Sis­ters of Mise­ry” von Megan Kel­ley Hall. Oder war­te auf die Neu­erschei­nung “Cards of Love: Die Magie des Todes” von Nena Tra­moun­ta­ni, die im Novem­ber 2021 her­aus­kom­men wird.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58417-5
Erscheinungsdatum: 26.Mai 2021
Einbandart: Broschur
Preis: 15,00€
Seitenzahl: 384
Übersetzer: Christel Kröning
Originaltitel: "All our hidden gifts"
Originalverlag: Walker Books US

Irisches Originalcover: 
Kasimira











Trailer zum Buch:

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Kasimiras Bewertung:

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(3 von 5 mög­li­chen Punkten)

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Irisches Originalcover: Homepage von Caroline O'Donoghue

2 Kommentare

  1. Neele/Lesopard

    Hm, scha­de dass es dir nur so mit­tel­gut gefal­len hat, ich hat­te mal über­legt es mir zu holen, da muss ich wohl noch ein­mal gucken! 😅 Übri­gens habe ich dei­nen Blog gera­de ent­deckt und fin­de ihn total cool!
    Vie­le lie­be Grüße!
    Nee­le vom Buch­blog Lesopard

    Antworten
    1. Kasimira (Beitrag Autor)

      Hal­lo Neele,

      hol es dir ruhig und lies es mal. Geschmä­cker sind ja bekannt­lich ver­schie­den;-) Habe auch recht unter­schied­li­che Kri­ti­ken zu dem Buch gele­sen. Eini­ge waren durch­aus begeistert.
      Schön, dass dir mein Blog gefällt:-) Dan­ke dir!

      Lie­be Grü­ße Kasimira

      Antworten

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