Beth Anne Miller — By your side

Kasimira29.Februar 2020

Die Idee zu “By your side” kam der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Beth Anne Mil­ler tat­säch­lich beim Wan­dern in Schott­land. Hier­hin ent­führt sie auch ihre Leser auf die Isle of Skye. Eine Trek­king­tour, die die Prot­ago­nis­tin an ihre Gren­zen treibt, eine uner­war­te­te Lie­be und der Bal­last der Ver­gan­gen­heit — eine unter­halt­sa­me Lek­tü­re, die Lust macht auf Aben­teu­er und jede Men­ge Roman­tik bie­tet. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Es ist nicht gera­de eine Wan­de­rung für Anfän­ger. Und doch nimmt die jun­ge Ame­lia den 1‑wöchigen Hik­king-Trip in Angriff und reist vom fla­chen Long Island, New York nach Schott­land auf die Isle of Skye“Es fühl­te sich völ­lig falsch an, die­sen Trip ohne sie zu star­ten. Im Gegen­satz zu mir lieb­te Car­rie näm­lich alles, was irgend­wie mit Wan­dern zu tun hat­te. Wir mach­ten nor­ma­ler­wei­se alles zusam­men, nur eben das nicht.” (Zitat aus “By your side” S.9) Doch Car­rie liegt seit drei Wochen im Koma. Seit dem Auto­un­fall, bei dem sie sich gestrit­ten haben und Ame­lia einen Moment lang unacht­sam war. Ihr selbst ist nichts pas­siert, aber Car­rie ist Kasimiranicht mehr auf­ge­wacht. In der Hoff­nung, dass ihre Freun­din wie­der ins Leben zurück­kehrt, nimmt Ame­lia ihren Platz ein und star­tet die Wan­de­rung, auf die ihre bes­te Freun­din sich schon so gefreut hat“Mit von der Par­tie waren ein Pär­chen aus Flo­ri­da und zwei Frau­en aus Lon­don, die unge­fähr so alt waren wie mei­ne Eltern, und zwei drei­ßig­jäh­ri­ge bäri­ge Brü­der, die irgend­wo aus New Eng­land kamen. Sie hat­ten alle super fit und super moti­viert gewirkt, und sie waren, wenn man ihre offen­bar viel benutz­te Aus­rüs­tung ent­spre­chend inter­pre­tier­te, auch super erfah­ren. Im Gegen­satz zu mir.” (Zitat S.8ff) Ame­lia ist das Lau­fen über­haupt nicht gewohnt, bil­det oft das Schluss­licht der Grup­pe und bekommt gleich eine Bla­se, weil sie ihre Schu­he falsch geschnürt hat. Oft gerät sie auch mit einem der zwei Tour­gui­des anein­an­der, die sie beglei­ten: Rory — ein gut­aus­se­hen­der jun­ger Mann, der ihr gegen­über äußerst unfreund­lich ist: “Ich weiß es Kasimirazu wür­di­gen, wie sehr dir die Land­schaft gefällt, aber viel­leicht kannst du sie ein­fach mit den Augen wahr­neh­men, die Aus­sicht und den Moment genie­ßen… ohne dich von dei­nem Han­dy ablen­ken zu las­sen.” Ich spür­te, wie mein Gesicht heiß wur­de. War­um muss­te er immer von oben her­ab mit mir spre­chen, als wäre ich ein unar­ti­ges Kind?” (Zitat S.51) Dass Ame­lia pau­sen­los Fotos für ihre bes­te Freun­din macht, um ihr von all den aben­teu­er­li­chen Erleb­nis­sen zu erzäh­len, scheint ihm auch nicht wirk­lich zu pas­sen. Stän­dig flie­gen die Fet­zen zwi­schen den bei­den. Bis sie sich eines Nachts uner­war­tet näher kom­men…

Ein traum­haf­tes Cover hat der Ravens­bur­ger Ver­lag hier — wie ich fin­de — gestal­tet! Schon der ein­lei­ten­de Pro­log macht klar, dass die Wan­de­rung, auf die Ame­lia sich ein­ge­las­sen hat, kein Spa­zier­gang wird: “Am liebs­ten Kasimirahät­te ich mich auf den Boden fal­len las­sen und mich gewei­gert, wei­ter­zu­ge­hen. Aber es gab jede Men­ge Grün­de, war­um das kei­ne Opti­on war. Einer von ihnen war ein gro­ßer sexy Schot­te, der mir von Anfang an das Leben zur Höl­le gemacht hat­te. […] Und es war noch nicht mal Mit­tag. Was um alles in der Welt hat­te ich mir nur dabei gedacht?” (Zitat S.7) Der Roman wird aus sich abwech­seln­den Sicht­wei­sen erzählt, sowohl Ame­li­as, als auch Rorys Ich-Per­spek­ti­ve ste­hen im Vor­der­grund. Die Spra­che ist ein­fach und ange­nehm und man ist gleich mit­ten in der Geschich­te, die ohne gro­ßes Vor­ge­plän­kel direkt mit dem Ken­nen­ler­nen der Teil­neh­mer star­tet. Land­schaft­lich macht das Buch rasch Lust Schott­land mal genau­er unter die Lupe zu neh­men: “Die Land­schaft war ein­fach atem­be­rau­bend. Auf der einen Stra­ßen­sei­te erstreck­ten sich gezack­te Ber­ge, so weit das Auge reich­te, auf der ande­ren Sei­te lag das Meer, das im Nach­mit­tags­licht saphir­blau schimKasimiramer­te. Und über­all um uns her­um waren hüge­li­ge grü­ne Fel­der, auf denen flau­schi­ge wei­ße Scha­fe und Läm­mer mun­ter her­um­spran­gen. Skye war abge­le­gen, über­wäl­ti­gend und auch irgend­wie ein­schüch­ternd.” (Zitat S.10) Auch das The­ma “Digi­tal Detox” wird ange­schnit­ten. Am Anfang fehl­te mir per­sön­lich etwas der sich stei­gern­de Span­nungs­bo­gen, auch gibt es ein paar Stel­len, die lei­der etwas flach und fast kit­schig wir­ken. Den­noch unter­hält “By your side” sehr gut und man möch­te irgend­wie wis­sen, ob Ame­lia es trotz aller Hin­der­nis­se schaf­fen wird, den Trail zu been­den. Und wel­chen Bal­last vor allem Rory mit sich her­um­schleppt: “Es gab ande­re Grün­de, war­um der Skye Trail für mich so schwie­rig war — und war­um ich ihn wie­der und wie­der gehen wür­de. Ich muss­te es tun. Nur so konn­te ich mei­ne Schuld wie­der­gut­ma­chen.” (Zitat S.22) Was ist zuvor pas­siert? Wel­che Schuld hat er auf sich gela­den? Dies erfährt man erst nach und nach…

Fazit: Eine ein­fa­che Lek­tü­re, schön mal so für Zwi­schen­durch — zum ent­spannt Her­un­ter­le­sen.

Eine der bes­ten Lese­al­ter­na­ti­ven zu “By your side” sind wohl “Off­line ist es nass, wenn’s reg­net” von Jes­si Kir­by (ein­fühl­sam und mit­rei­ßenLesealternativend) und “The distance bet­ween you and me” von Mari­na Gess­ner (sehr unter­halt­sam), die bei­de das Wan­dern in den Vor­der­grund stel­len und eben­falls eine Lie­bes­ge­schich­te beinhal­ten. Sur­vi­val­mä­ßi­ger geht es in fol­gen­den Büchern zu: “Das Glück an mei­nen Fin­ger­spit­zen” von Julie Leu­ze (rich­tig gute Unter­hal­tung!) und “Sur­vi­ve: Wenn der Schnee mein Herz berührt” von Alex Morel. Gut könn­te ich mir auch das rund­her­um gelun­ge­ne “Unter dem Zelt der Ster­ne” von Jenn Ben­nett vor­stel­len, in dem zwei Jugend­li­che, deren Fami­li­en ver­fein­det sind, in der Wild­nis beim Zel­ten unfrei­wil­lig auf­ein­an­der­tref­fen. “Wenn du mich küsst” von Julia­na Stone ist zudem eine gute Alter­na­ti­ve hin­sicht­lich zwei­er Jugend­li­cher, die bei­de ihr Päck­chen zu tra­gen haben.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-58564-9
Erscheinungsdatum: 28.Februar 2020
Einbandart: Broschur
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 448
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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(3,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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