Anne-Sophie Jouhanneau — Love Paris Dance

Kasimira4.Dezember 2021

Love Paris Dance” ist ein Roman der fran­zö­si­schen Autorin Anne-Sophie Jou­han­ne­au, die mitt­ler­wei­le in Ame­ri­ka lebt. Sie stellt eine jun­ge Ame­ri­ka­ne­rin in den Mit­tel­punkt, die an einem Eli­te-Bal­lett­pro­gramm in Paris teil­neh­men darf — ihre gro­ße Chan­ce, um ent­deckt zu wer­den! Doch dann lernt sie einen char­man­ten Fran­zo­sen ken­nen. Dabei darf sich Mia momen­tan eigent­lich kei­ne Ablen­kung leis­ten. Noch dazu ist Lou­is der Sohn ihres stren­gen Bal­lett­leh­rers. Eine zucker­sü­ße Geschich­te über gro­ße Träu­me, ein wun­der­ba­res, erleb­ba­res Paris und die Lie­be, die alles durch­ein­an­der­wir­belt. Roman­tisch, unter­halt­sam, bezau­bernd — die idea­le Lek­tü­re für Teen­ager ab 13 Jah­ren und alle ande­ren fran­ko­phi­len Leser;-)

Ein Inten­siv­bal­lett­pro­gramm am Insti­tut de l’O­pé­ra de Paris. Das wird der Som­mer ihres Lebens! Die 17-jäh­ri­ge Mia ist über­glück­lich — nach einer Absa­ge des Ame­ri­can Bal­let Theat­re in New York — an die­sem exklu­si­ven Trai­ning teil­neh­men zu dür­fen. “Es gibt fünf Stu­fen in dem Pro­gramm, und Bal­lett­schü­ler aus aller Welt wer­den den Fähig­kei­ten nach ein­ge­teilt, die sie in ihrem Bewer­bungs­vi­deo unter Beweis gestellt haben.” (Zitat aus “Love Paris Dance” S.10) Mia darf in Stu­fe 4. Schon seit sie ein klei­nes Kind ist, träumt sie davon irgend­wann ein­mal als Pro­fi­bal­le­ri­na arbei­ten zu kön­nen. “Ich arbei­te hart. Ich gebe nie­mals auf. Ich trai­nie­re stun­den­lang, bis mein Kör­per sich mei­nem Wil­len beugt. Ich stre­be danach, mich auf eine Wei­se durch den Raum zu bewe­gen, die mich etwas füh­len lässt.” (Zitat S.44) Über­ra­schen­der­wei­se schafft Mia es Kasimirain Stu­fe 5 zu gelan­gen und sogar eine Haupt­rol­le für die Schluss­auf­füh­rung in “Schwa­nen­see” zuge­teilt zu bekom­men. Denn die­se Auf­füh­rung, bei der eini­ge Talent­su­cher auf sie auf­merk­sam wer­den könn­ten, ist ihre gro­ße Chan­ce. Den gan­zen Som­mer über wird sie dar­auf hin­ar­bei­ten und trai­nie­ren, unter den Augen ihres stren­gen Bal­lett­leh­rers Mon­sieur Dabrow­ski. “Jeden Mor­gen fra­ge ich mich, wie ich es schaf­fen soll, auf­recht an der Stan­ge zu ste­hen, geschwei­ge denn, einen Mus­kel zu bewe­gen. Aber wenn ich dort bin, geschieht etwas in mei­nem Kopf und in mei­nem Her­zen, und ich bin wie neu­ge­bo­ren. Bal­lett bedeu­tet mir alles. Und das wird immer so sein.” (Zitat S.62) Doch dann lernt Mia den jun­gen, char­man­ten Fran­zo­sen Lou­is ken­nen. Er nimmt sie spon­tan auf sei­ner Ves­pa mit, um ihr aus einer Mise­re zu hel­fen. Mit ihm ent­deckt Mia das traum­haf­te Paris und kommt einem Fami­li­en­ge­heim­nis auf die KasimiraSpur. Denn einer Legen­de nach liegt ihr das Bal­lett bereits seit Genera­tio­nen im Blut und eine ihrer Vor­fah­ren wur­de auf einem Gemäl­de von dem berühm­te Maler Edgar Degas por­trä­tiert. Doch ent­spricht dies wirk­lich der Wahr­heit oder ist das nur eine aus­ge­dach­te Geschich­te? Mia und Lou­is beschlie­ßen dem nach­zu­ge­hen und kom­men sich uner­war­tet näher. Das, obwohl Lou­is Vater aus­ge­rech­net ihr Bal­lett­leh­rer Mon­sieur Dabrow­ski ist…

Das Cover von “Love Paris Dance” ist aus­ge­spro­chen schön. Die erha­be­nen, reli­ef­ar­tig nach oben ste­hen­den Buch­sta­ben wir­ken äußerst kunst­voll und set­zen einen tol­len Akzent. Der Titel klingt auch wahn­sin­nig toll. Dazu noch der Schutz­um­schlag, der den Buch­block umhüllt. Bereits auf der ers­ten Sei­te Kasimiraerwar­ten den Leser eini­ge fran­zö­si­sche Aus­drü­cke, die klar machen — die­ser Roman spielt in Frank­reich und ver­steckt dies auch nicht: “Ein krei­schen­der klei­ner Jun­ge ver­sperrt mir den Weg, und ich sprin­ge mit einem mehr oder weni­gen ele­gan­ten grand jeté über ihn hin­weg, um im nächs­ten Moment mit einer pirou­et­te an einem Mann vor­bei­zu­wir­beln, der mit sei­nem gigan­ti­schen Kof­fer kämpft. “Fai­tes atten­ti­on!”, ruft mir eine Frau hin­ter­her, nach­dem ich ihr fast auf den Fuß getre­ten wäre. Gib Acht!” (Zitat S.7) Jedoch wer­den sämt­li­che, vor­kom­men­den, fran­zö­si­schen Sät­ze immer ins Deut­sche über­setzt. Die Geschich­te, die durch­gän­gig aus der Ich-Per­spek­ti­ve der sym­pa­thi­schen Mia erzählt wird, ist im Grun­de nicht nur eine Lie­bes­er­klä­rung an das Bal­lett (auch wenn sie deren har­ten, anstren­gen­den Sei­ten zeigt), son­dern vor allem eine an Paris! Es gibt unheiKasimiramlich viel Lokal­ko­lo­rit in dem Buch, unzäh­li­ge Sehens­wür­dig­keit, die Mia besich­tigt und an denen sie den Leser stim­mungs­voll teil­ha­ben lässt. Man möch­te am liebs­ten sofort sei­ne Kof­fer packen und direkt in den nächs­ten Zug/Flieger stei­gen;-) Der Erzähl­ton ist locker und sehr unter­hal­tend: “Lou­is […] weicht Fahr­rad­fah­rern aus und schafft es auch noch, lan­ge genug in den Rück­spie­gel zu bli­cken, um mir zuzu­lä­cheln und zuzu­zwin­kern. Was tue ich hier bloß? An einen Typen gepresst, den ich über­haupt nicht ken­ne? Ich ver­mu­te, Paris hat mir den Kopf ver­dreht. Streicht das. Ich weiß, dass mir Paris den Kopf ver­dreht hat.” (Zitat S.53) Gleich­zei­tig aber auch vol­ler Über­schwang und Eupho­rie: “Der Wind fährt mir in die Haa­re, und mein Herz ist erfüllt von Lie­be. Für die­sen Som­mer. Für die­se Stadt. Für den Tanz. Für alles. Die­ser Moment ist fast per­fekt.” (Zitat S.182) Vor allem das The­ma “Träu­me”Kasimira ist sehr schön in “Love Paris Dance” ein­ge­baut. Denn wäh­rend Mia immer­zu an ihren Traum eine Pro­fi­bal­le­ri­na zu wer­den glaubt und allen Ein­satz zeigt, ist ihre Mut­ter, die selbst ein­mal getanzt hat, dem gegen­über eher abge­neigt: “Seit ich ein klei­nes Mäd­chen war, ist Tan­zen mein Leben. Für mei­ne Mom war es jedoch immer nur ein Hob­by, etwas, das man neben­her zum Spaß macht. Ich habe ihr wie­der und wie­der erklärt, dass ich Pro­fi­tän­ze­rin wer­den will, dass ich alles in mei­ner Macht Ste­hen­de dafür tun wür­de. Aber sie hat es stets als etwas abge­tan, aus dem ich her­aus­wach­sen wür­de.” (Zitat S.13) Des­halb ver­sucht Mia nun umso drin­gen­der zu “bewei­sen”, dass ihr das Tan­zen schon immer im Blut liegt und macht sich auf die Suche nach ihrer fami­liä­ren Ver­gan­gen­heit. Neben dem Bal­lett liegt auch ein klei­ner Kunst­schwer­punkt in der Geschich­te, wäh­reKasimirand sie auf den Spu­ren von Edgar Degas wan­delt und nach alten Gemäl­den forscht, die eine ihrer Vor­fah­ren abbil­den könn­te. Etwas irri­tie­rend ist nur die Alters­an­ga­be auf dem Klap­pen­text. Hier wird von einer 16-jäh­ri­gen Prot­ago­nis­tin gespro­chen. Die­se ist jedoch — und das wird mehr­mals erwähnt im Buch schon 17Jahre alt: “Du brauchst einen Plan B. Jeder soll­te einen haben, ins­be­son­de­re wenn man sieb­zehn ist und einem unmög­li­chen Traum nach­jagt.” (Zitat S.14) Da ist dem Ver­lag wohl ein klei­ner Feh­ler unter­lau­fen. Das Ende lässt einen gespannt mit fie­bern und lie­fert noch ein­mal eine ganz uner­war­te­te Wendung.

Dir gefal­len Bücher, die in Paris spie­len? Dann lies zum Bei­spiel die­se Bücher “Blind Date in Paris: Wie sieht Lie­be aus?” von Ste­fa­nie Gers­ten­ber­ger und Mar­ta Mar­tin, “Kati in Paris” von Astrid LindLesealternativengren, “Paris, die Lie­be und ande­re Lügen” von Clai­re Morin, “Con­ni: Mein Freund, der Eif­fel­turm und ich” von Dag­mar Hoß­feld, “Paris, du und ich” von Adria­na Popes­cu, “Kiss me in Paris” von Cathe­ri­ne Rider, “Pret­ty in Paris” von Doris Fürk, “Alles wegen Amé­lie: Paris” von Angie West­hoff, “Nur ein Tag” von Gayle For­man und “Hel­lo Paris” von Catha­ri­na Gei­sel­hart. Odes lies die Tri­lo­gie von Ste­pha­nie Per­kins: “Herz­klop­fen auf Fran­zö­sisch” (Band 1), “Schmet­ter­lin­ge im Gepäck” (Band 2) und “Ren­dez­vous in Paris” (Band 3). Bal­lett & Paris in Kom­bi­na­ti­on, das fin­dest du in “Win­ter­küs­se in Paris” von Clai­re Bon­nett. Ande­re Roma­ne für Jugend­li­che übers Bal­lett sind “Julia” von Mar­jo­li­jn Hof“Ich kam mit dem Wüs­ten­wind: Wie mein Traum vom Tan­zen wahr wur­de” von Michae­la & Elai­ne DePrince, “Bil­ly Elli­ot” von Mel­vin Bur­gess und “Caro­li­na: Ein knap­per Lebens­lauf” von Iva Pro­cház­ko­vá. Ein Mäd­chen, die an einen gro­ßen Traum glaubt und sich uner­war­tet ver­liebt, das fin­dest du außer­dem in der schö­nen Neu­erschei­nung “Make my wish come true” von Jana Schä­fer.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: ONE
ISBN: 978-3-8466-0139-6
Erscheinungsdatum: 29.Oktober 2021
Einbandart: Broschur
Preis: 12,90€
Seitenzahl: 368
Übersetzer: Katrin Weingran
Originaltitel: "Kisses and Croissants"
Originalverlag: Delacorte Press

Französisches Originalcover: 
Kasimira











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Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punkten)

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Französisches Cover: Homepage von Anne-Sophie Jouhanneau

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