Anne Cassidy — Die einzige Zeugin

Anne Cassidy Die einzige Zeugin20.März 2012

Mit dem Titel “Die ein­zi­ge Zeu­gin” hat die bri­ti­sche Autorin Anne Cas­sidy einen span­nen­den Thril­ler vor­ge­legt, der den Leser sofort in sei­nen Bann zie­hen wird und ihn auf eine Suche nach der Ver­gan­gen­heit schi­cken wird: was ist damals wirk­lich pas­siert? Was hat die jun­ge Haupt­fi­gur Schreck­li­ches erle­ben müs­sen? Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Lau­ren war damals gera­de mal sie­ben Jah­re alt, als es pas­sier­te. Als ihre Mut­ter und ihre klei­ne Schwes­ter star­ben. Als ihr Vater im Gefäng­nis lan­de­te. Was genau geschah, das bleibt zunächst ein Rät­sel. Lau­ren ist nun 17 Jah­re alt. Sie lebt seit zehn Jah­ren bei Jes­si­ca — der Schwes­ter ihrer Mut­ter — und deren Freund Don­ny. Die Zwei sind wie eine Fami­lie für sie, doch jetzt scheint auch die­se zu zer­bre­chen: Don­ny trennt sich von Jes­si­ca, er hat sich in eine ande­re Frau ver­liebt. Dabei sind sie gera­de erst von Corn­wall nach Lon­don gezo­gen, sogar ganz in die Nähe des alten Hau­ses, in dem Lau­rens Kind­heit jäh ein Ende fand. Natür­lich kommt sie nicht umhin sich das Haus noch ein­mal anzu­se­hen. Erin­ne­run­gen holen sie ein. Und plötz­lich erfährt Lau­ren auch von einem Brief ihres Vaters. Und nicht nur einem: Jah­re­lang hat ihr Vater ihr immer wie­der Brie­fe aus dem Gefäng­nis geschickt. Und in einem steht, dass er ihr nicht die Schuld gibt, an dem, was damals pas­siert ist. Ihr die Schuld gibt? Aber wie­so? Lau­ren, die den Jun­gen ken­nen­lernt, der mit sei­ner Fami­lie das alte Haus nun bezo­gen hat, beschließt her­aus­zu­fin­den, was damals wirk­lich geschah…

Anne Cassidy Die einzige ZeuginDer Reiz die­ses Thril­lers ist es gera­de, dass man nicht weißt, was genau sich damals vor 10 Jah­ren abge­spielt hat. Der Leser tappt im Dun­keln und wird erst all­mäh­lich schlau­er. Zudem drängt sich das ungu­te Gefühl auf: ist der Vater denn wirk­lich der Täter gewe­sen? Da er erneut in Beru­fung gehen will. Immer mehr längst ver­dräng­te Erin­ne­run­gen kom­men an die Ober­flä­che, was das Gan­ze wie ein Puz­zle erschei­nen lässt, des­sen unpas­sen­de Tei­le nur noch zusam­men­ge­fügt wer­de müs­sen. Inter­es­sant ist auch die Auf­tei­lung von “Die ein­zi­ge Zeu­gin” in meh­re­re Tei­le. Teil 1: Das Geis­ter­haus; Teil 2: Haus der Erin­ne­run­gen; Teil 3: Haus der Ent­hül­lun­gen; Teil 4: Haus der Geheim­nis­se. Das Haus, das einen Mit­tel­punkt im Gesche­hen ein­nimmt, ver­än­dert sich für Lau­ren, sowie auch sie sich ver­än­dert mit ihrer Sicht auf die Ver­gan­gen­heit. Auch eine klei­ne Lie­bes­ge­schich­te ist mit in den Roman ein­ge­bun­den. Lau­ren ver­liebt sich in Nathan. Bemer­kens­wert an ihm ist, dass er mit dem Kli­schee der momen­tan häu­fig auf­tre­ten­den männ­li­chen Figu­ren der Jugend­li­te­ra­tur bricht, wel­che meist äußerst mys­te­ri­ös, undurch­schau­bar und geheim­nis­voll sind und mit sei­nen Gefüh­len gegen­über Lau­ren nicht hin­ter den Berg hält. Etwas, was zu lesen, durch­aus höchst amü­sant ist.Lesealternativen

Wenn dir “Dein ein­zi­ge Zeu­gin” gefal­len hat, kannst du auch noch die ande­ren zwei Bücher von Anne Cas­sidy lesen: “Wer ist Jen­ni­fer Jones?” und Good boy — bad boy”. Eine gute Alter­na­ti­ve für einen Thril­ler, in dem man die Ver­gan­gen­heit wie ein Puz­zle zusam­men­set­zen muss, ist “Zer­trenn­lich” von Sas­kia Sarg­in­son. Nicht mehr erin­nern an ihre Kind­heit, kann sich auch die Haupt­per­son in “Schat­ten­grund” von Eli­sa­beth Herr­mann.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-85494-3
Erscheinungsdatum: 17.Februar 2012
Einbandart: Broschur
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 288
Übersetzer: Maren Illinger
Originaltitel: "The dead house"
Originalverlag: Hachette Children's Group

Britisches Originalcover:
Anne Cassidy Die einzige Zeugin

Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Britisches Cover: Homepage von Hachette Children's Group

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