Der österreichische Autor Andreas Jungwirth hat ein besonderes Buch geschrieben: “Kein einziges Wort”. Ein sehr unterhaltsamer Roman über Zivilcourage, Bedrohung, Angst und den Mut, die Wahrheit zu sagen. Mit einer sehr deutlichen und vor allem ausdrucksstarken Sprache, die ein intensives Leseerlebnis möglich macht. Für Jugendliche ab 14 Jahren.
Simon ist 12. Seine Familie ist gerade umgezogen. Aufs Land. Das gefällt ihm gar nicht. Doch schon bald findet er einen neuen Freund. Chris. Er setzt sich für ihn ein und verteidigt ihn vor ein paar Mitschülern. Ihm erzählt Simon auch, was ihm vor kurzem Heftiges passiert ist: er hat einen Hund entdeckt, mitten im Feld. Tot. Ihm wurde die Kehle aufgeschlitzt. Anbei ein Messer und ein Stück Papier auf dem steht: “Letzte Warnung”. Sofort benachrichtigt er die Polizei. Der Hund gehört Hubert, einem ortsansässigen Bauern. Ein Mann mit Gewehr, den alle nur den Schakal nennen, überrascht Simon auf dem Feld. Mit einen Schuss vertreibt er die Krähen, die sich dem toten Hund nähern wollen. Der Schakal fordert Simon auf, Hubert zu holen. Doch als der mit diesem gar nicht so erstaunten Bauern zurückkehrt, ist der Zettel samt Messer verschwunden. Auch der Polizei gegenüber wird Simon, der davon erzählen will, von dem Schakal ausgebremst. Was soll das? Erst allmählich kommt der Junge dahinter, dass Hubert schon länger Drohungen ausgesetzt ist. Ein Einkaufszentrum soll dort erbaut werden, wo sein Hof ist. Das Grundstück
gehört zwar bereits dem Schakal, allerdings hat Hubert dort lebenslanges Wohnrecht. Vielen in dem Dorf gefällt dies wohl nicht, da das Einkaufszentrum viele Arbeitsplätze schaffen würde. Aber dann erhält Simon eines Tages einen seltsamen Anruf: Kein einziges Wort darf er über den Vorfall auf dem Feld verlieren, sonst, so droht der Unbekannte, geschieht mit ihm das Gleiche, wie mit Huberts Hund. Und Simon, den die Panik übermannt, schweigt. Selbst gegenüber Chris nimmt er das Erzählte zurück. Als er Zeuge wird, wie Hubert verprügelt und sein Hof abbrennt, schweigt Simon immer noch. Und dann verschwindet Hubert plötzlich…
“Kein einziges Wort” wird durchgehend aus Simons Sicht erzählt. Der Roman beginnt zunächst etwas gemächlich und man braucht auch ein wenig um sich in die extrem klare und bedeutungsvolle Sprache einzufinden. Meist folgen sehr kurze, abgehackte Sätze aufeinander. Wichtige Wörter werden in Großbuchstaben geschrieben. Doch die Sprache ist treffend und schafft es auf brillante Weise die Gedankengänge des Protagonisten erlebbar zu machen. Ab einem bestimmten Punkt ist es unmöglich sich dem Bann der Geschichte zu entziehen. Was wird Simon tun? Wird er reden? Und was würde man selbst wohl an seiner Stelle tun?
Ideal auch als Schullektüre oder für eine Buchvorstellung!
Dir gefällt dieses Buch? Das Thema Schweigen findest du auch in “Speechless” von Hannah Harrington wieder. Ein wirklich packendes Buch zum Thema Zivilcourage ist “Wach auf, wenn du dich traust” von Angela Mohr oder (aber nur für Mädchen) “Ich will endlich fliegen, so einfach ist das” von Katarina von Bredow. Sprachlich ähnlich ausdrucksstark geschrieben ist auch folgende Neuerscheinung: “Was die Welle nahm” von Vera Kissel.
Bibliografische Angaben:Verlag: Ravensburger ISBN: 978-3-473-40114-7 Erscheinungsdatum: 1.Mai 2014 Einbandart: Hardcover Preis: 14,99€ Seitenzahl: 352 Übersetzer: - Originaltitel: - Originalverlag: -
Kasimiras Bewertung:
(4,5 von 5 möglichen Punkten)


Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-40114-7
Erscheinungsdatum: 1.Mai 2014
Einbandart: Hardcover
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 352
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -