Amélie Nothomb — So etwas wie ein Leben

Amélie Nothomb So etwas wie ein Leben28.Mai 2014

End­lich wie­der etwas Neu­es von der fran­zö­si­schen Best­sel­ler­au­to­rin Amé­lie Not­homb: “So etwas wie ein Leben” heißt ihr aktu­el­les Werk. Ein Roman über Fett­lei­big­keit, Heu­che­lei und eine beson­de­re Brief­kor­re­spon­denz. Schräg, außer­ge­wöhn­lich, abge­ho­ben und bril­lant! Typisch Not­homb eben — und dazu noch ein sehr per­sön­li­cher Roman, in dem die Auto­rin viel von sich preis­gibt. Für Leser aus­ge­fal­le­ner Lite­ra­tur! Ab 15 Jah­ren und vor allem für Erwach­se­ne.

Amé­lie Not­homb bekommt viel Fan­post. Nun hat sie sogar einen Brief aus dem Irak erhal­ten, von einem dort sta­tio­nier­ten Sol­da­ten namens Mel­vin Mapp­le. Nach eini­gem Zögern und höf­li­chem Hin- und Her­ge­schrei­be fas­zi­niert sie sei­ne Geschich­te mehr und mehr: Mel­vin hat das Gegen­teil eines Hun­ger­streiks begon­nen. Er — der sogar ein­mal auf der Stra­ße gelebt und unter Hun­ger gelit­ten hat — isst nun beim Mili­tär (wo es aus­rei­chend Nah­rung gibt) alles, was ihm zwi­schen die Fin­ger kommt. Über die Jah­re, die er dort sta­tio­niert ist und die Lei­den eines Krie­ges durch­le­ben muss­te, hat er nun eine Gewichts­zu­nah­me von 1Amélie Nothomb So etwas wie ein Leben30 Kilo­gramm. Amé­lie Not­homb schlägt ihm vor, sei­nen Kör­per als Pro­test- und Kunst­ob­jekt ein­zu­set­zen. Das gefällt Mel­vin. Doch dann bricht der Brief­kon­takt zwi­schen den bei­den plötz­lich ab. War­um reagiert Mel­vin nicht mehr auf ihre Brie­fe?

Amé­lie Not­homb hat schon vie­len ihrer Roma­nen auto­bio­gra­phi­sche Züge ver­lie­hen, wie zum Bei­spiel ihr Erfolgs­ti­tel “Mit Stau­nen und Zit­tern”, “Die Meta­phy­sik der Röh­ren” oder “Der japa­ni­sche Ver­lob­te”. Aber So etwas wie ein Leben” ist noch etwas per­sön­li­cher gewor­den. Der Leser erfährt viel über ihre Art zu den­ken oder ihre Vor­lie­ben und Abnei­gun­gen bezüg­lich des Schrei­bens von Brie­fen an und von ihren Fans. Auch das oft behan­del­te The­ma Kör­per­lich­keit (Fett­lei­big­keit oder Ess­stö­rung) fin­det sich in dem Buch wie­der. Wobei sie im Gegen­satz zu “Die Rein­heit des Mör­ders” dies­mal davon absieht die über­ge­wich­ti­ge Haupt­per­son haupt­säch­lich als eklig und absto­ßend dar­zu­stel­len, son­dern sogar ein wenig Mit­leid auf­bringt.Lesealternativen

Dir gefällt “So etwas wie ein Leben”? Dann lies doch noch ande­re Bücher der Auto­rin: Den Vater töten”. Oder ihr Erst­lings­werk Mit Stau­nen und Zit­tern”, für das Sie 1999 den Grand prix du roman de l’ Aca­de­mie fran­cai­se erhielt. Ein idea­les Ein­stiegs­werk übri­gens, um die Amé­lie Not­homb ken­nen zu ler­nen. Gran­di­os ist auch Die Kos­me­tik des Bösen”, Böses Mäd­chen” (das auch in der Schu­le oft gele­sen wird) oder Queck­sil­ber”.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-24288-1
Erscheinungsdatum: 28.Mai 2014
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 8,90€
Seitenzahl: 128
Übersetzer: Brigitte Große
Originaltitel: "Une forme de vie"
Originalverlag: Hachette

Französisches Originalcover:
Amélie Nothomb So etwas wie ein Lebe










Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

 

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