Amélie Nothomb — Den Vater töten

Amélie Nothomb Den Vater töten24.Juli 2013

End­lich wie­der eine neue Amé­lie Nothomb, die zudem auch noch rich­tig gelun­gen ist! “Den Vater töten” heißt das neue Werk. The­ma: eine Vater-Sohn-Geschich­te der beson­de­ren Art. Erzäh­le­risch gran­di­os, mit einem über­ra­schen­den nothomb-typi­schen Ende und auch für Leser, die die­se extra­va­gan­te, außer­ge­wöhn­li­che, fran­zö­si­sche Autorin ein­mal ken­nen­ler­nen wol­len, sehr gut geeig­net. Für Erwach­se­ne und Jugend­li­che ab 16 Jahren.

Der jun­ge Joe ist ein talen­tier­ter Kar­tentrick­künst­ler, der Ambi­tio­nen hat ein her­aus­ra­gen­der Zau­be­rer zu wer­den. In einer Knei­pe wird er von einem Frem­den auf sein Talent ange­spro­chen. Die­ser emp­fiehlt ihm bei dem größ­ten Magi­er der Stadt namens Nor­man Terence in Leh­re zu gehen. Nor­man, der zunächst eigent­lich gar kei­nen Lehr­ling gebrau­chen kann, sich aber doch über­zeu­gen lässt, behan­delt Joe wie einen eige­nen Sohn. Er bringt ihm alle Tricks bei, die er wis­sen muss. Doch Joe ver­liebt sich in Normans Frau Chris­ti­na. Er ver­ach­tet Nor­man dafür, als der ihm rät, sei­ne ers­ten sexu­el­len Erfah­run­gen mit mög­lichst vie­len Mäd­chen zu sam­meln, so wie er es auch tat, ehe er sei­ne jet­zi­ge Frau ken­nen­lern­te. Joe hin­ge­gen will sein ers­tes Mal allein mit Chris­ti­na erle­ben. Auf dem “Bur­ning Man”, einer Art Kunst-Fes­ti­val mit­ten in der Wüs­te von Neva­da, kommt es zum Eklat: Joe schläft mit der zuge­dröhn­ten Chris­ti­na und Nor­man erwischt sie dabei…

Den Vater töten” ist so wie die vie­len ande­ren Bücher der fran­zö­si­schen Best­sel­ler­au­torin kei­ne 0–8‑15-Geschichte. Es ist anders, skur­ril, abge­fah­ren und aus­ge­fal­len! Das Ende haut einen wie­der ein­mal so rich­tig um und man denkt als Leser nur: Wow! Abso­lut lesenswert.

LesealternativenWenn dir “Den Vater töten” gefal­len hat, kannst du auch noch die ande­ren Bücher von Amé­lie Nothomb lesen. Für “Ein­stei­ger” ist “Mit Stau­nen und Zit­tern” sehr zu emp­feh­len, das noch nicht ganz so spe­zi­ell ist, wie vie­le ande­ren Bücher. Oft in der Schu­le gele­sen wird “Böses Mäd­chen”, wel­ches mir sehr gut gefal­len hat. Klas­se sind auch “Kos­me­tik des Bösen”, Im Namen des Lexi­kons” und Rea­li­ty Show. Amé­lie Nothomb schreibt meist sehr auto­bio­gra­fisch wie in “Bio­gra­phie des Hun­gers”, “Der japa­ni­sche Ver­lob­te” und “Met­ha­phy­sik der Röh­ren”. In Queck­sil­ber” bie­tet sie dem Leser sogar zwei alter­na­ti­ve Enden. Ihre ers­ten drei Roma­ne waren “Die Rein­heit des Mör­ders” (sehr spe­zi­ell!), “Lie­bes­sa­bo­ta­ge” und “Atten­tat”. Sehr inter­es­sant fand ich auch “Win­ter­rei­se”, “Der Pro­fes­sor” und “So etwas wie ein Leben”. Ihre letz­ten zwei Roma­ne, die im Deut­schen erschie­nen sind, sind “Blau­bart” und “Eine hei­te­re Weh­mut”.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-24249-2
Erscheinungsdatum: 24.Juli 2013
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 9,90€
Seitenzahl: 128
Übersetzer: Brigitte Große
Originaltitel: "Tuer le père"
Originalverlag: Albin Michel

Französisches Originalcover: 
Amélie Nothomb Den Vater töten











Amélie Nothomb spricht über ihr Buch (auf Französisch):
 

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punkten)

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Französischer Cover: Homepage von Albin Michel

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