Alice Gabathuler — Matchbox Boy

Alice Gabathuler Matchbox Boy5.Oktober 2012

Mit dem Jugend­buch “Match­box Boy” lie­fert die schwei­ze­ri­sche Autorin Ali­ce Gaba­thuler einen wirk­lich extrem star­ken und zu Dis­kus­sio­nen anre­gen­den Titel. Ein Psy­cho­thril­ler über dunk­le Geheim­nis­se, mensch­li­che Sen­sa­ti­ons­gier und die gefähr­li­che Macht des Inter­nets. Die­ses Buch wird sei­ne Leser in einen Sog zie­hen — garan­tiert! Für Jugend­li­che ab 15 und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Sie sind reich, schön und drei der belieb­tes­ten Mäd­chen an der Schu­le: Jori, Dany und Leo­nie. Alle drei 17 Jah­re alt. Die meis­te Zeit des Som­mers ver­brin­gen sie bei Jori, deren Eltern ver­reist sind. Im Ide­al­fall am Pool, wo ein neu­er, gut­aus­se­hen­der Gärt­ner arbei­tet, den Joris Tan­te kur­zer­hand ein­ge­stellt hat. Eigent­lich soll­te die­se ab und zu mal einen Blick auf Jori wer­fen, doch sie ist meist selbst unter­wegs. Die Mäd­chen sind also sich selbst über­las­sen. Immer auf der Suche nach einem hüb­schen Mann machen sich Jori und Dany kurz­ent­schlos­sen an den Gärt­ner her­an. Da wer­den alle Regis­ter gezo­gen, da wird getrickst und pro­vo­ziert. Doch der jun­ge Mann, den sie den nur den “Match­box Boy” nen­nen, weil er mit Streich­holz­schach­teln spielt, lässt sie abblit­zen. Bis auch Leo­nie in das Spiel mit ein­steigt und die Situa­ti­on eska­liert. “Match­box Boy” geht und taucht auch nie mehr auf. Dafür schwimmt eines Tages ein klei­nes Floß im Pool. Mit drei Streich­holz­schach­teln. Auf jedem Deckel ein ande­res Wort: “Nut­te”, “Hei­li­ge” und “Fal­sche Schlan­ge”. Dar­in die jeweils glei­che Bot­schaft: “Ich ken­ne dei­ne schmut­zi­gen Geheim­nis­se”. Das Ent­set­zen ist groß und es wird noch grö­ßer, als die drei Mäd­chen wie­der zur Schu­le gehen und ein auf­fäl­li­ger Schrift­zug ver­kün­det: “Kennst du die schmut­zi­gen Geheim­nis­se dei­ner Mit­schü­le­rin­nen?” Dar­un­ter eine Inter­net­adres­se eines gewis­sen “Match­box Boy”! Und die­ser for­dert zur Abstim­mung ab: “Ihr ent­schei­det: Soll ich die schmut­zi­gen Geheim­nis­se eurer Mit­schü­le­rin­nen ver­ra­ten? Ja oder nein?” Die­ser Auf­ruf scheint nicht mehr zu stop­pen zu sein. Selbst die Schu­le ist macht­los gegen das Inter­es­se der Mas­sen. Und die Ant­wort — so befürch­ten Jori, Dany und Leo­nie — die wird wahr­schein­lich “JA” sein…

Alice Gabathuler Matchbox BoyEin hef­ti­ges Buch. Ein Buch, das anre­gen wird sich eige­ne Gedan­ken zu machen. Über das Inter­net und des­sen Gefähr­lich­keit Gerüch­te rasend schnell zu ver­brei­ten. Über die Macht der Anony­mi­tät des World Wide Webs und der Mög­lich­keit zum Cyber-Mob­bing. Über das Wesen der Neu­gier­de, Scha­den­freu­de und der eis­kal­ten Rache. Und der raschen Ent­ste­hung von Grup­pen­dy­na­mi­ken. Toll sind auch die ein­ge­bau­ten Com­pu­ter­fens­ter, die in dem Buch direkt abge­bil­det wer­den und die Fra­gen und Ent­schei­dun­gen der Abstim­mun­gen zei­gen. Des Wei­te­ren ist der Thril­ler in ver­schie­de­ne Kapi­tel ein­ge­teilt, die in unter­schied­li­chen Mona­ten spie­len. Im Som­mer, als die Mäd­chen das ers­te Mal auf “Match­box Boy” tref­fen und im Win­ter, wodurch der Leser bereits weiß, dass die Haupt­per­son (=Jori, Ich-Per­spek­ti­ve) ent­führt und in den Hän­den des Bru­ders des Match­box Boys gelan­det ist. Die­ser lässt sie fil­men und die anony­me Inter­net­ge­mein­schaft über ihre wei­te­re Bestra­fung und ihr wei­te­res Schick­sal abstim­men! Gera­de die­ser Wech­sel zwi­schen den Zei­ten lässt unheim­lich viel Span­nung ent­ste­hen — man möch­te die­ses Buch am liebs­ten gar nicht mehr aus der Hand legen! (Einer der span­nends­ten Thril­ler, die ich je gele­sen habe!) Das Ende ver­spricht viel Ein­blick in die mensch­li­che Psy­che und lässt die Haupt­per­son auch über ihre eige­ne Iden­ti­tät und ihren bis­he­ri­gen Platz im Leben reflek­tie­ren.

Der Thril­ler bie­tet viel Stoff und ist ide­al für Buch­vor­stel­lun­gen und als Klas­sen­lek­tü­re geeig­net. Auf­grund gewis­ser sexu­el­ler, jugend­sprach­li­cher Aus­drü­cke jedoch erst für höhe­re Schul­klas­sen zu emp­feh­len.Lesealternativen

Du möch­test noch ande­re Roma­ne lesen, in denen die Din­ge auch eska­lie­ren? Dann lies Nichts: Was im Leben wich­tig ist” von Jan­ne Tel­ler (ab 16) oder Die Wel­le” von Mor­ton Rhue (ab 14). Genau­so span­nen­de Roma­ne? Dann ver­su­che es mit Tote Mäd­chen lügen nicht” von Jay Asher (ab 13) oder Ere­bos” von Ursu­la Pozn­an­ski (ab 12)! Ein Buch über Mob­bing, in dem die Rol­len Opfer-Täter eben­falls ver­tauscht wer­den? All das pas­siert in “Mucks­mäus­chen­tot” von Gor­don Reece.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Thienemann
ISBN: 978-3-522-20159-9
Erscheinungsdatum: 28.September 2012
Einbandart: Broschur
Preis: 12,95€
Seitenzahl: 288
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Trailer zum Buch:
 

Kasimiras Bewertung:

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