Alexia Meyer-Kahlen — Wild soul: Wir sind eins

19.September 2019

Die deut­sche Autorin Ale­xia Mey­er-Kah­len hat sich für ihren Roman “Wild Soul: Wir sind eins” von einem Soci­al-Media-Star inspi­rie­ren las­sen. Tan­ja Rie­din­ger hat an dem Buch mit­ge­ar­bei­tet. Eine Geschich­te über Pfer­de, Schick­sals­schlä­ge und der Über­zeu­gung nie­mals auf­zu­ge­ben und an sei­ne Träu­me zu glau­ben. Bewe­gend und unter­halt­sam. Für pfer­de­be­geis­ter­te Jugend­li­che ab 10 Jah­ren.

Die 15-jäh­ri­ge Saman­tha, genannt Sam, träumt immer wie­der den sel­ben Traum. Sie befin­det sich in der Natur mit­ten in einer Her­de von Wild­pfer­den, die an einem Fluss trin­ken. Und die Pfer­de schei­nen sich an ihrer Anwe­sen­heit nicht zu stö­ren. Als sei sie Teil die­ser Grup­pe. “Zum ers­ten Mal auf­ge­taucht war der Traum, kurz nach­dem ihre Mut­ter Ale­gría gekauft hat­te. An Sams zwölf­ten Geburts­tag. Die knapp vier­jäh­ri­ge Anda­lu­sier­stu­te war damals im Schul­be­trieb des Stal­les mit­ge­lau­fen, in dem Sam und Kati Reit­stun­den nah­men.” (Zitat aus “Wild Soul: Wir sind eins” S.10ff). Um ihr den trä­gen All­tag als Schul­pferd zu erspa­ren und weil Sams Mut­ter davon über­zeugt war, dassKasimiradas Pferd einen guten Cha­rak­ter besitzt, hat sie ihrer Toch­ter die­ses Pferd gekauft. Und Ale­gría, genannt Alli, hat sich seit­dem wun­der­bar ent­wi­ckelt. Sam darf nun das ers­te Mal bei einer Show auf­tre­ten, denn sie hat­te es in das Fina­le des Caval­lo-Video­wett­be­werbs geschafft. In ihrem Reit­stall wur­de sie des Öfte­ren schon kri­tisch beäugt, weil sie der Frei­heits­dres­sur nach­geht, einer völ­lig ande­ren Metho­de um mit Pfer­den umzu­ge­hen. “Seit sie mit elf Jah­ren auf einer Gala­show einen berühm­ten fran­zö­si­schen Meis­ter der Frei­heits­dres­sur gese­hen hat­te, dem sei­ne zehn Pfer­de alle­samt mit viel Freu­de folg­ten, wuss­te sie: Genau da woll­te sie eines Tages auch mal ste­hen. Ganz frei mit einem Pferd die­se Art von Ver­bin­dung zu haben” (Zitat S.11). Und Sam belegt bei dem Wett­be­werb tat­säch­lich den zwei­ten Platz! Doch dann trübt ein Schick­sals­schlag ihr gan­zes Leben: Alli erkrankt schwer. Und so wie es aus­sieht, kann sie nicht mehr gerit­ten wer­den. Um abge­lenkt zu Kasimirawer­den, geht Sam auf den Vor­schlag ihrer Mut­ter ein, den Som­mer über auf einer Ranch in Ame­ri­ka zu ver­brin­gen, die mit beson­de­ren Pfer­den zusam­men­ar­bei­tet. Das ver­än­dert alles…

Der Roman beginnt mit einem Vor­wort von Tan­ja Rie­din­ger, die von ihrer Anda­lu­si­er-Stu­te Estel­la berich­tet, die ihre Mut­ter ihr als Schul­pferd erwor­ben hat­te und mit der sie einen lan­gen Weg zusam­men zurück­ge­legt hat. Krank­heit, fal­sches Trai­ning — es gibt jede Men­ge, das sie zusam­men durch­ste­hen muss­ten. “Inzwi­schen ist viel pas­siert. Estel­la war schon an den ver­schie­dens­ten Orten in Deutsch­land, bei grö­ße­ren Shows und Events. Sie ist im Inter­net bekannt gewor­den, Tex­te und Bil­der wer­den von Tau­sen­den von Men­schen gele­sen und gelikt.” (Zitat S.6). Man erkennt sofort die Par­al­le­len zum Roman. Den­noch gibt Tan­ja Rie­din­ger an, dass die­ses Buch kei­ne Bio­gra­fie ist, son­dern es sich um eine rein fik­ti­ve Geschich­te han­delt. “Der Haupt­cha­rak­ter und eini­ge Erleb­nis­se im Buch sind inspi­riert von mei­nen Erleb­nis­sen zusam­men mit mei­ner bes­ten Freun­din Bet­ti­na sowie Estel­la und mit der Mus­tang-Stu­te Feen­ja, die ich eine Zeit lang aus­bil­den durf­te.” (Zitat S.7). “Wild Soul: Wir sind eins” ist durch­ge­hend in per­so­na­ler Erzähl­wei­se aus Sams Sicht geschrie­ben. Man kommt schnell rein in den Roman, staunt mit Sam, was sie mit ihrem Pferd bis­her alles erreicht hat. Und wie anders sie mit dem Tier umgeht. “Ich habe ein­fach Kasimiradas Gefühl, dass ich echt was dazu bei­tra­gen kann, dass Pfer­de bes­ser ver­stan­den und behan­delt wer­den. Und ich will den Leu­ten an unse­rem Bei­spiel mit Alli auch zei­gen, wie wich­tig es ist, an sei­ne Träu­me zu glau­ben, gera­de auch mit Pfer­den, bei denen es vie­le Pro­ble­me gibt. Wenn man Aus­dau­er, Geduld und ein Ziel hat, geht echt so viel.” Sie grins­te. “Aber ein biss­chen bekannt will ich dabei schon auch wer­den.” (Zitat S.32) Manch­mal wirkt die Ver­mitt­lung die­ser Bot­schaft und der die “Spra­che der Frei­heit” anzu­wen­den lei­der etwas bemüht, dabei ist der Grund­to­nus und die Erzähl­art eigent­lich sehr ange­nehm. In Ame­ri­ka beglei­tet man Sam dann gespannt bei ihren Ver­su­chen das Ver­trau­en des Wild­pfer­des Say zu gewin­nen. Mys­ti­sche Hin­ter­grund­ge­schich­ten über Pfer­de und India­ner wer­den eben­falls mit ein­ge­floch­ten. Zeit­wei­se ein biss­chen zu viel davon und eher auf­ge­setzt, als pas­send ein­ge­bun­den. Was das Wis­sen angeht, setzt das Buch jede Men­ge Reit- bzw. Pfer­de­er­fah­rung vor­aus. Es wer­den vie­le übli­che Begriff­lich­kei­ten und Wör­ter im Trai­ning mit Pfer­den erwähnt und nicht noch ein­mal extra erklärt. Jedoch lernt man jede Men­ge über die Ver­bin­dung, die zu einem Pferd ent­ste­hen kann. Dies wird sehr sen­si­bel und ein­fühl­sam geschil­dert. Schön fand ich die Ver­knüp­fung mit den Posts von Sam, die ihre Erleb­nis­se in Ame­ri­ka online ver­öf­fent­licht und von einer Fan­ge­mein­de immer mehr unter­stützt wird. Am Ende des Romans gibt es noch ein Nach­wort der Autorin und eine sehr inter­es­san­te Bild­stre­cke von Tan­ja Rie­din­ger und ihrem Pferd Estel­le.

Fazit: Für Pfer­de­fans sicher­lich ide­al zu lesen. Manch­mal aller­dings etwas übers Ziel hin­aus­ge­schos­sen;-)

Dir gefällt Ale­xia Mey­er-Kah­lens Art zu schrei­ben? Sie hat noch ein wei­te­res Buch über einen Soci­al-Media-Star geschrie­ben: “End­less Trust: Nichts kann uns tren­nen” üLesealternativenber Jen­ny Simon und ihr Pferd Mam­bo. Eine ande­re Pfer­de­ge­schich­te von der Autorin ist “Har­mo­ny: Ein Pferd für immer”Ein unnah­ba­res Pferd zu zäh­men? Das fin­dest du außer­dem in “Nur die­ser eine Som­mer…” von Becky Citra, in “Ver­lass dich auf mich, mor­gen kom­me ich wie­der” von Lin Hall­berg und in dem bekann­ten “Ost­wind: Zusam­men sind wir frei” von Caro­la Wim­mer. Auf einer wah­ren Bege­ben­heit beruht eben­so der Pfer­de­ro­man “Ein Schim­mer von Glück” von Bet­ti­na Belitz. Wenn du das Mys­ti­sche und die india­ni­schen Hin­ter­grund­ge­schich­ten über Pfer­de magst, wären zudem “Dead­line: Ewig dein” von Janet Clark (Band 1 einer Rei­he) und “Tali­tha Run­ning Hor­se” von Ant­je Baben­de­re­rede etwas für dich. Gut gefie­len mir auch “Dark Hor­se Moun­tain” von Kyra Ditt­mann (spielt auf einer Ranch in Ame­ri­ka) und die Neu­erschei­nung “Mar­wa­ni: Mit­ten ins Herz” von Maren Dam­mann.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-63215-3
Erscheinungsdatum: 22.August 2019
Einbandart: Hardcover
Preis: 12,00€
Seitenzahl: 240
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Tanja Riedinger & ihr Pferd Estelle:
 
Tanja Riedinger & ein Mustang, der gezähmt wird:

Kasimiras Bewertung:

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