Adriana Mather — Killing November

Kasimira1.Februar 2021

Die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Adria­na Mather, die zugleich auch Schau­spie­le­rin und Film­pro­du­zen­tin ist, hat mit “Kil­ling Novem­ber” einen ganz beson­de­ren Thril­ler her­aus­ge­bracht. Eine Geschich­te über ein Mäd­chen, das von ihrem Vater auf­grund fami­liä­rer Schwie­rig­kei­ten auf ein­mal in ein Inter­nat gesteckt wird und fest­stellt, dass dort alles kom­plett anders zugeht als erwar­tet. Ein mys­te­riö­ser Geheim­bund und ein Mord, der ihr ange­las­tet wird, stel­len ihr Leben völ­lig auf den Kopf. Ein Buch, das wirk­lich begeis­tert — mit einer taf­fen, klu­gen Prot­ago­nis­tin und einer unglaub­lich fes­seln­den, tem­po­rei­chen Erzähl­wei­se. An die­ser Neu­erschei­nung wird man die­ses Jahr nicht vor­bei­kom­men! Lese­tipp!! Der ers­te Teil einer zwei­bän­di­gen Rei­he. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Die 17-jäh­ri­ge Novem­ber ist behü­tet in einer ame­ri­ka­ni­schen Klein­stadt auf­ge­wach­sen. Doch um sie vor einer namen­lo­sen Gefahr zu schüt­zen, schickt ihr Vater — ein ehe­ma­li­ger CIA-Agent — sie plötz­lich auf ein Inter­nat. “Dad mein­te, es sei nur für ein paar Wochen, zur Über­brü­ckung bis er das mit dem Ein­bruch bei Tan­te Jo gere­gelt hat. Dann kön­ne ich nach Hau­se zurück­keh­ren und alles wür­de wie­der so sein wie vor­her.” (Zitat aus “Kil­ling Novem­ber” S.11) Das Inter­nat, das einer mit­tel­al­ter­li­chen Fes­tung gleicht, ist kei­nes­wegs so wie Novem­ber es sich vor­ge­stellt hat. Sie darf kei­neKasimira per­sön­li­chen Gegen­stän­de behal­ten, es gibt kein Tele­fon und kei­nen Strom. Sie hat nicht mal eine Ahnung in wel­chem Land das Inter­nat sich über­haupt befin­det. Auf dem Weg dort­hin wur­de sie im Flug­zeug durch ein Getränk betäubt und ist erst inner­halb der Mau­ern wie­der auf­ge­wacht. Von Wär­tern bewacht, die kein Wort spre­chen, trifft sie schließ­lich auf die Direk­to­rin: “Bevor du die­ses Büro ver­lässt oder mit irgend­je­man­dem sprichst, musst du die Regeln ken­nen und dich mit ihnen ein­ver­stan­den erklä­ren.” Sie mach­te eine Pau­se. “Außer­dem hast mich bit­te mit >Rek­to­rin Black­wood< anzu­spre­chen. Wir legen hier sehr viel Wert auf Umgangs­for­men.” (Zitat S.10) Es gibt drei Regeln, die Novem­ber ab sofort beach­ten muss. Sie darf mit nie­man­dem über ihre Fami­lie und ihre Her­kunft spre­chen. Sie darf das Schul­ge­län­de, das tief im Wald ver­steckt und mit­tels Fal­len gesi­chert ist, nicht ver­las­sen. Und wenn sie jemand angreift, dann gilt der Grund­satz “Auge um Auge” und es darf — unter Auf­sicht der Leh­rer — Glei­ches mit Glei­chem ver­gol­ten wer­den. Wäh­rend ihr Vater sie mit Kasimiraeinem Schwer­punkt auf Sur­vi­val-Trai­ning gelockt hat, - etwas, das er ihr schon in ihrer Kind­heit aus­gie­big ver­mit­telt hat — muss Novem­ber fest­stel­len, dass hier ganz vie­le ande­re Fächer auf dem Lehr­plan ste­hen: Mes­ser­wer­fen, Täu­schung und Ver­stel­lung, Ver­schlüs­se­lung, Boxen, Bogen­schie­ßen und Akzen­te ler­nen. Was hat es nur mit die­ser Schu­le auf sich? Wuss­te ihr Vater wohin er sie schick­te? Und war­um sind ihr man­che Schü­ler so feind­lich geson­nen? Wäh­rend ihre zahl­lo­sen Fra­gen an ihrer Mit­be­woh­ne­rin Lay­la meist ein­fach abpral­len, erhofft sich Novem­ber bei Ash, deren Zwil­lings­bru­der, der ein Meis­ter im Ana­ly­sie­ren von Kör­per­spra­che ist, Ant­wor­ten zu fin­den. Doch bald hat sie kei­ne Ahnung mehr, wem sie ver­trau­en kann. Als ein Mord pas­siert und sie über die Lei­che stol­pert, gerät aus­ge­rech­net Novem­ber unter Verdacht…

KasimiraDas Cover von “Kil­ling Novem­ber” ist fas­zi­nie­rend gestal­tet und ein Hin­gu­cker, auch hap­tisch wur­de mit unter­schied­li­chen Mate­ria­li­en gear­bei­tet — die eine Hälf­te fühlt sich glatt an und glänzt leicht, die ande­re rau. Der Thril­ler wird durch­ge­hend aus Novem­bers Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve erzählt. Die Spra­che ist sehr ange­nehm und erzäh­le­risch rund, das merkt man schon bei den ers­ten Absät­zen. Im Mit­tel­punkt der Geschich­te steht die “Aca­de­mia Abs­con­di­tit”, das Inter­nat, auf wel­ches Novem­ber fort­an gehen muss. Ein tol­les Set­ting, es macht unheim­lich Spaß mehr und mehr über die Hin­ter­grün­de der geheim­nis­vol­len Schu­le zu erfah­ren: “Die­se Schu­le zu besu­chen, ist ein Pri­vi­leg, kein Recht. Unse­re Lehr­kräf­te sind abso­lu­te Kory­phä­en und unse­re hand­ver­le­se­ne Schü­ler­schaft kommt aus aller Welt. Acht­zehn Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren woh­nen und arbei­ten hier, und du, Novem­ber, bist unse­re ein­hun­derts­te KasimiraSchü­le­rin. Die Plät­ze an unse­rer Schu­le sind heiß begehrt.” (Zitat S.13) Jede Andeu­tung macht neu­gie­rig, jedes Geheim­nis schreit gera­de­zu danach gelöst zu wer­den. Fas­zi­nie­rend ist, dass man als Leser hier­bei auf dem glei­chen Kennt­nis­stand ist wie die Prot­ago­nis­tin, die immer wie­der so tun muss, als hät­te sie von all den Din­gen eine Ahnung, um nicht auf­zu­fal­len und der bald klar wird, dass ihr Vater ihr so eini­ges ver­schwie­gen hat. Mit Novem­ber hat Adria­na Mather einen außer­ge­wöhn­li­chen Cha­rak­ter geschaf­fen. Ein klu­ges, star­kes Mäd­chen, in dem mehr steckt, als man erwar­tet: “Du wirst dich anstren­gen müs­sen, wenn du dich hier schnell ein­fü­gen willst. Aller­dings hat man mir ver­si­chert, dass du über die not­wen­di­gen Fähig­kei­ten ver­fügst, nicht nur mit den ande­ren mit­zu­hal­ten, son­dern sie sogar zu über­tref­fen.” (Zitat S.15) Mit ihrem Scharf­sinn sorgt Novem­ber für so manch inter­es­san­te Wen­dung, auch die Tat­sa­che, Kasimiradass sie sich mit Namen äußerst gut aus­kennt und über deren Bedeu­tung ande­re ver­sucht ein­zu­schät­zen, liest sich über­aus erfri­schend. Denn nor­ma­ler­wei­se wer­den Schü­ler mit viel jün­ge­rem Alter und vor allem nicht mit­ten im Schul­jahr auf die Aka­de­mie auf­ge­nom­men. Lang­wei­lig wird es in “Kil­ling Novem­ber” in kei­ner Sekun­de. Stän­dig pas­siert etwas und Novem­ber wird neu­en Gefah­ren oder höchst selt­sa­men Unter­richts­me­tho­den aus­ge­setzt: “War das Essen, das Sie mir ange­bo­ten haben, unbe­denk­lich?” Con­ner dreht sich um und zieht einen klei­nen Fla­kon aus der Tasche sei­nes Jacketts. “Das Gegen­gift”, erläu­tert er und lächelt. Ich star­re ihn ent­geis­tert an. Dass das Essen Teil des Ein­stu­fungs­test sein könn­te, hat­te ich mir gedacht, aber dass der Leh­rer, der mir offi­zi­ell bei der Ein­ge­wöh­nung hel­fen soll, mich gege­be­nen­falls ver­gif­tet hät­te, habe ich nun wirk­lich nicht erwar­tet.” (Zitat S.41) Man möch­te das Buch eigent­lich gar nicht mehr aus den Hän­den legen. Ein rich­ti­ger Page­tur­ner! Es ist wirk­lich sel­ten in einem Buch, das die Span­nung so kon­se­quent gehal­ten wird!! Dazu noch ein wenig Roman­tik — per­fekt. Anspruchs­voll aber schon, hin­sicht­lich der gan­zen Intri­gen und Ver­wick­lun­gen, da darf man ein biss­chen mit­den­ken;-) Das Ende macht neu­gie­rig auf die Fortsetzung.

Fazit: Defi­ni­tiv lesens­wert! Die­sem Lese­sog wird sich so schnell kei­ner ent­zie­hen können!

Dir gefällt “Kil­ling Novem­ber”? Der Teil 2 der Rei­he ist bis­her nur im LesealternativenEng­li­schen ange­kün­digt und erscheint vor­aus­sicht­lich im Mai 2021: “Hun­ting Novem­ber”. Eine her­vor­ra­gen­de Alter­na­ti­ve ist jedoch “Sali­gia: Das Spiel der Tod­sün­den” von Swant­je Opper­mann. Ein Inter­nat mit fas­zi­nie­ren­den Per­sön­lich­kei­ten und ein Mord spie­len hier die Haupt­rol­le. Gut könn­te ich mir auch die Rei­hen “Night School” von C.J. Daug­her­ty (hat eini­ge inhalt­li­che Par­al­le­len!) und “Das Tal” von Kry­sty­na Kuhn vor­stel­len. Mys­te­riö­se Din­ge, die auf einem Inter­nat pas­sie­ren? Das fin­dest du in “Der Schein” von Ella Blix“Die Selbst­ver­ges­se­nen” von Anna Palm und “Night of Crowns” von Stel­la Tack. Ein Mord auf einem Inter­nat? Dies set­zen äußerst span­nend in Sze­ne: “Wie ein Flü­gel­schlag” von Jut­ta Wil­ke“Krä­hen­mann” von Corin­na Bomann und die Rei­he “Elling­ham Aca­de­my” von Mau­re­en John­son.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Dressler
ISBN: 978-3-7915-0152-9
Erscheinungsdatum: 9.Januar 2021
Einbandart: Hardcover
Preis: 22,00€
Seitenzahl: 432
Übersetzer: Susanne Klein, Nadine Püschel
Originaltitel: Killing November
Originalverlag: Knopf Books for Young Readers

Amerikanisches Originalcover: 
Kasimira











Trailer zum Buch (auf Englisch):
 

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Kasimira

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punkten)

Die­ser Titel hat es in fol­gen­de Kate­go­rie geschafft: **Kasi­mi­ras Lieb­lings­bü­cher**

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Amerikanisches Cover: Homepage von Penguin Random House

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