Adalyn Grace — Belladonna: Die Berührung des Todes

12.Januar 2024

Der Tik­Tok-Erfolgs­ti­tel der ame­ri­ka­ni­schen (New-York-Times)-Bestsellerautorin Ada­lyn Grace, wur­de nun end­lich ins Deut­sche über­setzt: “Bel­la­don­na: Die Berüh­rung des Todes” ist der ers­te Teil einer geplan­ten Tri­lo­gie. Nach der Ein­stel­lung des Imprints Bloo­moon vor eini­gen Jah­ren wagt arsEdi­ti­on mit die­sem heiß umwor­be­nen Titel erneut den Sprung ins Jugend­buch. Kaum erschie­nen, ist der Titel auf­grund der gro­ßen Nach­fra­ge bereits im NACHDRUCK und gleich auf Platz eins der Spie­gel­best­sel­ler-Lis­te ein­ge­stie­gen! Ein Mys­tery­ro­man über eine jun­ge Frau, die vom Tod ver­folgt wird und als ver­flucht gilt. Als Signa in das düs­te­re Her­ren­haus ihres Cou­sins ein­ge­la­den wird, möch­te sie nach dem Tod ihrer Eltern end­lich ein Zuhau­se fin­den. Doch die Toch­ter des Hau­ses liegt ster­bens­krank im Bett und wur­de anschei­nend ver­gif­tet! Signa möch­te unbe­dingt her­aus­fin­den, wer ihr nach dem Leben trach­tet und erhält uner­war­tet Hil­fe. Vom Tod per­sön­lich, dem sie immer näher kommt… Eine unheil­vol­le Lie­be. Ein düs­te­res Geheim­nis. Die­ses Buch hat alles, was eine gute Geschich­te braucht und ist erfri­schend anders erzählt. Eine Mischung aus Mys­tery, his­to­ri­schem Roman (spielt im 19.Jahrhundert), Lie­bes­ge­schich­te und Kri­mi­nal­fall. Betö­rend. Ein­neh­mend. Düs­ter. Gefähr­lich! Und lesens­wert. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

19-jäh­ri­ge Signa hat ihre Eltern ver­lo­ren, als sie noch ein Baby war. Auf einer fest­li­chen Gesell­schaft star­ben sie: ver­gif­tet. Auch Signa hat­te das Gift durch die Milch ihrer Mut­ter in sich, doch dem Tod, der auch sie holen woll­te, gelang es nicht sie mit­zu­neh­men. “Der Tod zog sich zurück. Ver­such­te es erneut, aber als er Signa berühr­te, sah er nicht ihr noch sehr kur­zes Leben an sich vor­bei­zie­hen, son­dern etwas, das er noch nie zuvor gese­hen hat­te: ihre Zukunft. Eine groß­ar­ti­ge, völ­lig unmög­li­che Zukunft. Sei­ne Berüh­rung konn­te dem Kind nichts anha­ben und er war glei­cher­ma­ßen irri­tiert wie fas­zi­niert von die­ser Erkennt­nis.” (Zitat aus “Bel­la­don­na: Die Berüh­rung des Todes” S.10) Denn — und das fin­det Signa erst spä­ter her­aus, als sie älter ist, sie kann nicht ster­ben. Nach einem Sturz von einer Trep­pe bei ihrer Groß­mutter, bei der sie seit­dem auf­wächst, bricht sie sich das Genick. Und über­lebt. “In den kom­men­den Jah­ren pro­bier­te Signa ihre son­der­ba­ren Fähig­kei­ten aus. Es fing damit an, dass sie sich aus Ver­se­hen mit einem Dorn in den Fin­ger gesto­chen hat­te. Sie konn­te zuse­hen, wie das Blut erst her­aus­spru­del­te, dann ver­schwand und ihre Haut anschlie­ßend makel­los ver­heil­te.” (Zitat S.12) Auch ein Sprung von einer Klip­pe lässt sie nicht ster­ben. Selbst ein paar Bel­la­don­na-Bee­ren, die in kleins­ter Dosis bereits gif­tig sind, las­sen sie nur kurz benom­men wer­den. Doch sie schaf­fen es, dass der Tod auf­taucht. “An dem Tag hat­te Signa gelernt, wie man den Tod aus den Schat­ten lockt. Und mit die­sem Wis­sen erlaub­te sie es ih nicht län­ger, sich vor ihr zu ver­ste­cken.” (Zitat S.13). Denn nach dem Tod ihrer Groß­mutter wird sie mit ihrem gro­ßen Ver­mö­gen, dass sie erst an ihrem 20.Geburstag erhal­ten darf, von Vor­mund zu Vor­mund wei­ter­ge­reicht. Ihr Onkel ist nach ihrer Groß­mutter die zwei­te Per­son, die stirbt. “Um Sig­nas zwölf­ten Geburts­tag her­um begann das Getu­schel. Und als dann auch noch ihr drit­ter Vor­mund bei einem tra­gi­schen Kut­schen­un­fall ums Leben kam und Num­mer vier mit Beru­hi­gungs­mit­teln und reich­lich Alko­hol im Blut in der Bade­wan­ne ertrank, woll­te es gar nicht mehr ver­stum­men.” (Zitat S.15). Signa soll ver­flucht sein. Sie muss den Tod also unbe­dingt los­wer­den. Als sie von ihrem Cou­sin in das impo­san­te Her­ren­haus Thorn Gro­ve ein­ge­la­den wird, hofft Signa end­lich auf einen Neu­an­fang. Und muss erfah­ren, dass die Frau des Hau­ses vor Kur­zem gestor­ben ist. Auch die Toch­ter Bly­the liegt schwer­krank im Bett. Kei­ner weiß, wie man ihr hel­fen kann. Doch bald hat Signa einen Ver­dacht. Wur­de Bly­the etwas mit Bel­la­don­na-Bee­ren ver­gif­tet? Doch von wem? Als sie mit Hil­fe des attrak­ti­ven Stall­bur­schen Syl­as das Rät­sel lösen will, erhält sie uner­war­tet Hil­fe. Vom Tod per­sön­lich, der ihr immer näher kommt…

Das Cover von “Bel­la­don­na: Die Berüh­rung des Todes” ist äußerst gelun­gen. Der Roman star­tet mit einem Pro­log, der den Todes­tag von Sig­nas Eltern und ihre ers­te Begeg­nung mit dem Tod schil­dert. Danach folgt der Haupt­teil — aus Sig­nas Sicht in per­so­na­ler Erzähl­wei­se geschrie­ben — der in Kapi­tel ein­ge­teilt ist, die zu Beginn mit pas­send gestal­te­ten Blu­men­mo­ti­ven umrankt wer­den. Das Set­ting der Geschich­te ist höchst ein­drucks­voll. Ein Mäd­chen, das nicht ster­ben kann und der per­so­nif­zier­te Tod, der immer wie­der in ihrem Leben auf­taucht und merk­wür­di­ge Gefüh­le in ihr weckt. Zudem kann Signa Geis­ter sehen und trifft in Thorn Gro­ve sogleich auf den spu­ken­den Geist von Bly­thes Mut­ter, der um Hil­fe ver­langt. Neben einer pri­ckeln­den Lie­bes­ge­schich­te (Tro­pes: slow-burn-roman­ce/e­n­emies-to-lovers) ver­sprüht der Roman auch jede Men­ge düs­te­re Atmo­sphä­re: ein altes Her­ren­haus, eine prunk­vol­le Gesell­schaft, rau­schen­de Fes­te, gefähr­li­che Geis­ter und ein Gift­mör­der, der auf dem Anwe­sen sein Unwe­sen treibt. Das Mit­rät­seln, wer die­ser sein könn­te, ist höchst unter­halt­sam und span­nend gemacht. So leicht kommt man näm­lich nicht auf den Täter. Sehr gelun­gen ist auch die Dar­stel­lung von Sig­nas Gefüh­le in Bezug auf die gesell­schaft­li­chen Kon­ven­tio­nen. Der Roman, der im 19.Jahrhundert spielt, lie­fert näm­lich eben­so ein Sit­ten­por­trät einer ver­gan­ge­nen Zeit, in der jun­ge Damen ihr Debüt — das offi­zi­el­le Ein­füh­ren in die Gesell­schaft — her­bei­seh­nen. Dazu passt die teils anti­quier­te Spra­che und Aus­drucks­art sehr gut. Signa macht eine glaub­haf­te Wand­lung durch, von einem Mäd­chen, die sich an alle Regeln hal­ten und nichts falsch machen will, bis­hin zu einer jun­gen Frau, die ihren eige­nen Weg geht: “Die Gesell­schaft lehrt uns ja, fromm, füg­sam und geist­los zu sein. Ver­sprich mir, dass du nichts davon sein wirst, hörst du? Steh zu dir und ver­bieg dich nicht, nur um ande­ren zu gefal­len. Oder um irgend­wel­chen Nor­men zu ent­spre­chen.” […] “Es ist anstren­gend, wenn man stän­dig vor­ge­ben muss, jemand zu sein, der man nicht ist.” Bly­the nahm ihre Hand. “Dann ver­geu­de dein Leben nicht damit.” (Zitat S.279) Am Ende wird es noch mal rich­tig schön dra­ma­tisch und eine Ent­hül­lung nach der nächs­ten erwar­tet die Leser*innen. Der Aus­gang der Geschich­te macht bereits neu­gie­rig auf den zwei­ten Teil, der bereits im März erschei­nen wird.

LesealternativenDir gefällt “Bel­la­don­na: Die Berüh­rung des Todes” und du willst unbe­dingt wis­sen wie es wei­ter­geht? Dann lies “Fox­gloves: Das Begeh­ren des Todes” (März 2024) und “Wis­te­ria: Die Lie­be des Todes” (im Eng­li­schen im August, Datum der deut­schen Aus­ga­be noch nicht bekannt). Ada­lyn Grace hat außer­dem noch fol­gen­de Buch­rei­he für Erwach­se­ne geschrie­ben: “Fluch der sie­ben See­len” (Band 1) und “Erbe der sie­ben Inseln” (Band 2). Bücher, in denen der Tod als Per­son auf­taucht? Lies zum Bei­spiel “Die Bücher­die­bin” von Mar­kus Zusak oder “Sophia, der Tod und ich” von Thees Uhl­mann. Etwas älter ist schon “Ketu­rah, Gefähr­tin des Todes” von Mar­ti­ne Lea­vitt. 

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: arsEdition
ISBN: 978-3-8458-5691-9
Erscheinungsdatum: 5.Januar 2024
Einbandart: Broschur
Ausstattung: Erstauflage mit Farbschnitt
Preis: 18,00€
Seitenzahl: 400
Übersetzer*in: Petra Knese
Originaltitel: "Belladonna"
Originalverlag: Little, Brown Books for Young Readers

Amerikanisches Originalcover:












Adalyn Grace erzählt über ihr Buch (auf Englisch:)
 

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Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punkten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Adalyn Grace

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