Der TikTok-Erfolgstitel der amerikanischen (New-York-Times)-Bestsellerautorin Adalyn Grace, wurde nun endlich ins Deutsche übersetzt: “Belladonna: Die Berührung des Todes” ist der erste Teil einer geplanten Trilogie. Nach der Einstellung des Imprints Bloomoon vor einigen Jahren wagt arsEdition mit diesem heiß umworbenen Titel erneut den Sprung ins Jugendbuch. Kaum erschienen, ist der Titel aufgrund der großen Nachfrage bereits im NACHDRUCK und gleich auf Platz eins der Spiegelbestseller-Liste eingestiegen! Ein Mysteryroman über eine junge Frau, die vom Tod verfolgt wird und als verflucht gilt. Als Signa in das düstere Herrenhaus ihres Cousins eingeladen wird, möchte sie nach dem Tod ihrer Eltern endlich ein Zuhause finden. Doch die Tochter des Hauses liegt sterbenskrank im Bett und wurde anscheinend vergiftet! Signa möchte unbedingt herausfinden, wer ihr nach dem Leben trachtet und erhält unerwartet Hilfe. Vom Tod persönlich, dem sie immer näher kommt… Eine unheilvolle Liebe. Ein düsteres Geheimnis. Dieses Buch hat alles, was eine gute Geschichte braucht und ist erfrischend anders erzählt. Eine Mischung aus Mystery, historischem Roman (spielt im 19.Jahrhundert), Liebesgeschichte und Kriminalfall. Betörend. Einnehmend. Düster. Gefährlich! Und lesenswert. Für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene.
19-jährige Signa hat ihre Eltern verloren, als sie noch ein Baby war. Auf einer festlichen Gesellschaft starben sie: vergiftet. Auch Signa hatte das Gift durch die Milch ihrer Mutter in sich, doch dem Tod, der auch sie holen wollte, gelang es nicht sie mitzunehmen. “Der Tod zog sich zurück. Versuchte es erneut, aber als er Signa berührte, sah er nicht ihr noch sehr kurzes Leben an sich vorbeiziehen, sondern etwas, das er noch nie zuvor gesehen hatte: ihre Zukunft. Eine großartige, völlig unmögliche Zukunft. Seine Berührung konnte dem Kind nichts anhaben und er war gleichermaßen irritiert wie fasziniert von dieser Erkenntnis.” (Zitat aus “Belladonna: Die Berührung des Todes” S.10) Denn — und das findet Signa erst später heraus, als sie älter ist, sie kann nicht sterben
. Nach einem Sturz von einer Treppe bei ihrer Großmutter, bei der sie seitdem aufwächst, bricht sie sich das Genick. Und überlebt. “In den kommenden Jahren probierte Signa ihre sonderbaren Fähigkeiten aus. Es fing damit an, dass sie sich aus Versehen mit einem Dorn in den Finger gestochen hatte. Sie konnte zusehen, wie das Blut erst heraussprudelte, dann verschwand und ihre Haut anschließend makellos verheilte.” (Zitat S.12) Auch ein Sprung von einer Klippe lässt sie nicht sterben. Selbst ein paar Belladonna-Beeren, die in kleinster Dosis bereits giftig sind, lassen sie nur kurz benommen werden. Doch sie schaffen es, dass der Tod auftaucht. “An dem Tag hatte Signa gelernt, wie man den Tod aus den Schatten lockt. Und mit diesem Wissen erlaubte sie es ih nicht länger, sich vor ihr zu verstecken.” (Zitat S.13). Denn nach dem Tod ihrer Großmutter wird sie mit ihrem großen Vermögen, dass sie erst an ihrem
20.Geburstag erhalten darf, von Vormund zu Vormund weitergereicht. Ihr Onkel ist nach ihrer Großmutter die zweite Person, die stirbt. “Um Signas zwölften Geburtstag herum begann das Getuschel. Und als dann auch noch ihr dritter Vormund bei einem tragischen Kutschenunfall ums Leben kam und Nummer vier mit Beruhigungsmitteln und reichlich Alkohol im Blut in der Badewanne ertrank, wollte es gar nicht mehr verstummen.” (Zitat S.15). Signa soll verflucht sein. Sie muss den Tod also unbedingt loswerden. Als sie von ihrem Cousin in das imposante Herrenhaus Thorn Grove eingeladen wird, hofft Signa endlich auf einen Neuanfang. Und muss erfahren, dass die Frau des Hauses vor Kurzem gestorben ist. Auch die Tochter Blythe liegt schwerkrank im Bett. Keiner weiß, wie man ihr helfen kann. Doch bald hat Signa einen Verdacht. Wurde Blythe etwas mit Belladonna-Beeren vergiftet? Doch von wem? Als sie mit Hilfe des attraktiven Stallburschen Sylas das Rätsel lösen will, erhält sie unerwartet Hilfe. Vom Tod persönlich, der ihr
immer näher kommt…
Das Cover von “Belladonna: Die Berührung des Todes” ist äußerst gelungen. Der Roman startet mit einem Prolog, der den Todestag von Signas Eltern und ihre erste Begegnung mit dem Tod schildert. Danach folgt der Hauptteil — aus Signas Sicht in personaler Erzählweise geschrieben — der in Kapitel eingeteilt ist, die zu Beginn mit passend gestalteten Blumenmotiven umrankt werden. Das Setting der Geschichte ist höchst eindrucksvoll. Ein Mädchen, das nicht sterben kann und der personifzierte Tod, der immer wieder in ihrem Leben auftaucht und merkwürdige Gefühle in ihr weckt. Zudem kann Signa Geister sehen und trifft in Thorn Grove sogleich auf den spukenden Geist von Blythes Mutter, der um Hilfe verlangt. Neben einer prickelnden Liebesgeschichte (Tropes: slow-burn-romance/enemies-to-lovers) versprüht der Roman auch jede Menge düstere Atmosphäre: ein altes
Herrenhaus, eine prunkvolle Gesellschaft, rauschende Feste, gefährliche Geister und ein Giftmörder, der auf dem Anwesen sein Unwesen treibt. Das Miträtseln, wer dieser sein könnte, ist höchst unterhaltsam und spannend gemacht. So leicht kommt man nämlich nicht auf den Täter. Sehr gelungen ist auch die Darstellung von Signas Gefühle in Bezug auf die gesellschaftlichen Konventionen. Der Roman, der im 19.Jahrhundert spielt, liefert nämlich ebenso ein Sittenporträt einer vergangenen Zeit, in der junge Damen ihr Debüt — das offizielle Einführen in die Gesellschaft — herbeisehnen. Dazu passt die teils antiquierte Sprache und Ausdrucksart sehr gut. Signa macht eine glaubhafte Wandlung durch, von einem Mädchen, die sich an alle Regeln halten und nichts falsch machen will, bishin zu einer jungen Frau, die ihren eigenen Weg geht: “Die Gesellschaft lehrt uns ja, fromm, fügsam und geistlos zu sein. Versprich mir, dass du nichts davon sein wirst, hörst du?
Steh zu dir und verbieg dich nicht, nur um anderen zu gefallen. Oder um irgendwelchen Normen zu entsprechen.” […] “Es ist anstrengend, wenn man ständig vorgeben muss, jemand zu sein, der man nicht ist.” Blythe nahm ihre Hand. “Dann vergeude dein Leben nicht damit.” (Zitat S.279) Am Ende wird es noch mal richtig schön dramatisch und eine Enthüllung nach der nächsten erwartet die Leser*innen. Der Ausgang der Geschichte macht bereits neugierig auf den zweiten Teil, der bereits im März erscheinen wird.
Dir gefällt “Belladonna: Die Berührung des Todes” und du willst unbedingt wissen wie es weitergeht? Dann lies “Foxgloves: Das Begehren des Todes” (März 2024) und “Wisteria: Die Liebe des Todes” (im Englischen im August, Datum der deutschen Ausgabe noch nicht bekannt). Adalyn Grace hat außerdem noch folgende Buchreihe für Erwachsene geschrieben: “Fluch der sieben Seelen” (Band 1) und “Erbe der sieben Inseln” (Band 2). Bücher, in denen der Tod als Person auftaucht? Lies zum Beispiel “Die Bücherdiebin” von Markus Zusak oder “Sophia, der Tod und ich” von Thees Uhlmann. Etwas älter ist schon “Keturah, Gefährtin des Todes” von Martine Leavitt.
Bibliografische Angaben:Verlag: arsEdition ISBN: 978-3-8458-5691-9 Erscheinungsdatum: 5.Januar 2024 Einbandart: Broschur Ausstattung: Erstauflage mit Farbschnitt Preis: 18,00€ Seitenzahl: 400 Übersetzer*in: Petra Knese Originaltitel: "Belladonna" Originalverlag: Little, Brown Books for Young Readers Amerikanisches Originalcover:
Adalyn Grace erzählt über ihr Buch (auf Englisch:)
Kasimira auf Instagram:
Kasimiras Bewertung:
(4,5 von 5 möglichen Punkten)
------------------------------------------------ Amerikanisches Cover: Homepage von Adalyn Grace

Verlag: arsEdition
ISBN: 978-3-8458-5691-9
Erscheinungsdatum: 5.Januar 2024
Einbandart: Broschur
Ausstattung: Erstauflage mit Farbschnitt
Preis: 18,00€
Seitenzahl: 400
Übersetzer*in: Petra Knese
Originaltitel: "Belladonna"
Originalverlag: Little, Brown Books for Young Readers
Amerikanisches Originalcover:
Adalyn Grace erzählt über ihr Buch (auf Englisch:)
