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Luc Blanvillain — Tagebuch eines Möchtegern-Versagers

Luc Blanvillain Tagebuch eines Möchtegern-Versagers15.März 2017

Tage­buch eines Möch­te­gern-Ver­sa­gers” von dem fran­zö­si­schen Auto­ren Luc Blan­vil­lain ist ein Roman über einen hoch­in­tel­li­gen­ten Jun­gen, der einen höchst unge­wöhn­li­chen Weg wählt, um mehr Frei­raum von sei­nen Eltern zu bekom­men. Ein Kata­stro­phen­be­richt der beson­de­ren Art. Für alle Fans von “Greg’s Tage­buch” und den Lesern von Marie-Aude Murail. Eine bezau­bern­de Geschich­te mit der rich­ti­gen Mischung aus Ernst­haf­tig­keit und Humor. Klas­se! Für Jugend­li­che ab 10 Jah­ren (ins­be­son­de­re Jungs, die nicht so ger­ne lesen).

Der 12-jäh­ri­ge Nils ist ein über­aus schlau­er Jun­ge: “Die Art Schü­ler, dem die ande­ren — vor allem mei­ne gro­ße Schwes­ter — am liebs­ten eine rein­hau­en wür­den. Ein Noten­durch­schnitt von 1,1. Nicht 1,0, damit man mir nicht wirk­lich eine rein­haut. Die Art von Schü­ler, die bei einer Klas­sen­ar­beit sofort anfängt, in einem Zug die Ant­wort run­ter­zu­krit­zeln, eine hal­be Stun­de vor­her abgibt und sich ein Buch aus der Biblio­thek holen darf, um die Zeit tot­zu­schla­gen, bis die ande­ren end­lich fer­tig sind.” (Zitat S.6) Freun­de hat Nils nicht wirk­lich. Jetzt nach den Som­mer­fe­ri­en soll er auf eine neue Schu­le, die eher sei­nen Fer­tig­kei­ten ent­spricht. Fer­tig­kei­ten, die er nicht nur durch Wis­sen und Intel­li­genz, son­dern vor allem dem enor­men Leis­tungs­druck sei­ner Eltern zu ver­dan­ken hat. Sein Vater ist Biblio­the­kar und für sei­ne sprach­lich-lite­ra­ri­schen Talen­te ver­ant­wort­lich. Sei­ne Mut­ter, die als Inge­nieu­rin arbei­tet, für sei­ne mathe­ma­ti­schen Fähig­kei­ten. Schon von klein auf haben sie ihn zu Höchst­leis­tun­gen ange­spornt. Im Gegen­satz zu … Weiterlesen!

Christina Stein — Wonderland

Christina Stein - Wonderland11.Dezember 2016

Die deut­sche Auto­rin Chris­ti­na Stein hat einen Thril­ler geschrie­ben, der es in sich hat: “Won­der­land”. Eine Geschich­te, die eine Grup­pe jun­ger Erwach­se­ner an ihre Gren­zen treibt und Haupt­fi­gu­ren eines Spiels wer­den lässt, das mit dem Tod enden kann. Ein Rea­li­ty­ga­me der beson­de­ren Art: “Big Bro­ther” meets “Dschun­gel­camp” meets Ste­phen King. Ner­ven­kit­zel und Hor­ror pur — nichts für Zart­be­sai­te­te. Aber mit atem­lo­ser Span­nung. Ein wirk­lich gelun­ge­nes Buch, die­se Auto­rin muss man sich mer­ken! Für Jugend­li­che ab 16 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Die 20-jäh­ri­ge Eli­sa­beth ist schwer herz­krank. Wie lan­ge sie noch leben wird, man weiß es nicht. Um sie aus ihrer Trau­er und Lethar­gie zu befrei­en, haben ihre Freun­din­nen Ame­lie und Nel­li  sie über­re­det auf Welt­rei­se zu gehen. Mit einem Around-the-World-Ticket im Gepäck sind sie momen­tan in Thai­land gelan­det und bereits in Beglei­tung von zwei neu­en Bekannt­schaf­ten, die Ame­lie und Nel­li unter­wegs auf­ge­ga­belt haben: Ben und Colin. In einem Hotel ler­nen die Fünf Jacob ken­nen, der sie auf eine Pri­vat­par­ty in die Vil­la sei­nes Onkels ein­lädt. Eine Traum­lo­ca­ti­on direkt am Meer. Ein wah­res “Won­der­land”: “Es ist ein Ort, den man nur ein­mal im Leben betritt. In den man hin­ein­fällt wie Ali­ce ins Wun­der­land, aus Ver­se­hen und unver­mit­telt, auf die­se selt­sa­me und wun­der­sa­me Art und Wei­se.” (Zitat S.5) Doch die Idyl­le trügt, denn sie sind die ein­zi­gen Gäs­te und wer­den gegen Ende der Par­ty alle plötz­lich ohn­mäch­tig, weil jemand etwas in ihre Drinks geschüt­tet hat. Als sie erwa­chen erwar­tet sie … Weiterlesen!

Cat Clarke — Falsche Schwestern

Cat Clarke Falsche Schwestern24.November 2016

Fal­sche Schwes­tern” von der afri­ka­ni­schen Schrift­stel­le­rin Cat Clar­ke (die aber vor­wie­gend in Schott­land lebt), ist der zwei­te Roman von ihr, der ins Deut­sche über­setzt wur­de. Eine ver­lo­ren geglaub­te Schwes­ter, die plötz­lich wie­der auf­taucht und das Fami­li­en­le­ben der Prot­ago­nis­tin auf den Kopf stellt. Berüh­rend und unter­halt­sam erzählt. Eine Geschich­te, die sich lang­sam auf­baut und immer mehr zuspitzt! Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Die 17-jäh­ri­ge Faith kann sich an ihre zwei Jah­re älte­re Schwes­ter kaum mehr erin­nern. Sie war noch zu klein, als Lau­rel im Alter von 6 Jah­ren ver­schwand. Ein­fach so. Und obwohl die Pres­se immer noch von Zeit zu Zeit über den Fall berich­tet, hat nie­mand etwas über ihren Ver­bleib her­aus­fin­den kön­nen. Wer sie ent­führt hat. Faith’s Eltern haben sich irgend­wann getrennt: ihre Mut­ter hat sich immer mehr zurück­ge­zo­gen, der Vater lebt mitt­ler­wei­le mit einem Mann zusam­men. Nichts ist mehr wie es war. Bis zu jenem Tag, an dem der Anruf kommt: “Ihr Blick ist anders als sonst. Ich kann nicht genau sagen, was anders ist, aber es macht mir Angst. Mum setzt zum Spre­chen an, ver­stummt dann aber wie­der. Ich bin mir nicht sicher, ob ich hören will, was sie zu sagen hat. Aber habe ich eine Wahl? “Das war gera­de die Poli­zei.” Nein. Bit­te nicht. Nicht heu­te. […] Sie haben bestimmt ihre Lei­che gefun­den.” (Zitat aus “Fal­sche Schwes­tern” S.14) Doch es ist nicht Lau­rels Lei­che, die auf­ge­taucht ist, es istWeiterlesen!

Alex Gino — George

Alex Gino George25.August 2016

Alex Gino hat mit “Geor­ge” ein ganz außer­ge­wöhn­li­ches Buch geschrie­ben. Eine herz­er­wär­men­de Geschich­te über das Anders­sein und den Mut, zu sich selbst zu ste­hen. Und über ein Tabu­the­ma in der Jugend­li­te­ra­tur: Trans­se­xua­li­tät. Ein Jun­ge, der sich selbst als Mäd­chen fühlt und es eines Tages wagt, dies sei­ner Umwelt zu geste­hen. Authen­tisch und sehr ergrei­fend. Ein Roman, der erzählt wer­den muss­te. Für Jugend­li­che jeg­li­chen Alters (frü­hes­tens ab 10 Jah­ren) und Erwach­se­ne.

Der 10-jäh­ri­ge Geor­ge geht in die 4.Klasse. Manch­mal wäre er ger­ne jemand anders. Irgend­je­mand. Nur nicht er selbst. In der Schu­le wird er von zwei Jun­gen geär­gert. Mit dem einem von ihnen war er sogar ein­mal befreun­det gewe­sen: “He, da heult irgend­ein Mäd­chen wegen einer toten Spin­ne.” “Das ist kein Mäd­chen. Das ist Geor­ge.” “Wo ist da der Unter­schied?” Geläch­ter ertön­te.” (Zitat aus “Geor­ge” S.20) Aber was für die ande­ren nur ein Witz ist, ist für Geor­ge bit­te­rer Ernst. Er fühlt sich tat­säch­lich wie ein Mäd­chen. Bei Video­spie­len mit sei­nem Bru­der wür­de er am liebs­ten die Prin­zes­sin als Figur wäh­len. Er mag rosa, aber kein blau. “Geor­ge hass­te die Jun­gen­toi­let­te. […] hass­te die blau­en Flie­sen an den Wän­den, die einen immer dar­an erin­ner­ten, wo man war, als ob das ange­sichts der Uri­na­le nicht offen­sicht­lich genug wäre. Der gan­ze Raum war aus­schließ­lich für Jun­gen gemacht, und wenn Jun­gen hier waren, dann rede­ten sie stän­dig über das, was zwi­schen ihren Bei­nen war.” (Zitat S.25) Hin­ter sei­nen alten Spiel­sa­chen hat Geor­ge Weiterlesen!

Marlene Röder — Cache

Marlene Röder - Cache3.August 2016

Cache” ist der neu­es­te Roman der deut­schen Auto­rin Mar­le­ne Röder, die für ihre vor­he­ri­gen Wer­ke mit eini­gen (klei­ne­ren) Prei­sen aus­ge­zeich­net wor­den ist. In ihrem aktu­el­len Titel erzählt sie die Geschich­te einer Suche. Die nach einem ver­schwun­de­nen Jun­gen und zugleich die nach der Wahr­heit. Und einem Mäd­chen zwi­schen zwei Jun­gen. Mit dabei das The­ma Geo­caching, über das im Jugend­buch bis­her kaum geschrie­ben wur­de! Inter­es­sant und kurz­wei­lig. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Ber­lin. Die 16-jäh­ri­ge Tür­kin Ley­la ist seit eini­ger Zeit mit Max zusam­men, dem Sohn aus gutem Hau­se, dem Vor­zei­ge­schü­ler und Mus­ter­sport­ler, der mit sei­nen Freun­den zuletzt auf Spa­ni­en für den nächs­ten Schwimm­wett­kampf trai­niert hat. Max’ Eltern mögen das Mäd­chen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund nicht beson­ders. Ley­las jün­ge­re Schwes­ter Gün­ay hin­ge­gen mag Max nicht wirk­lich. Äußerst ange­tan ist das klei­ne Mäd­chen hin­ge­gen von Red, den die bei­den Schwes­tern vor zwei Mona­ten an einer Bahn­hal­te­stel­le ken­nen­ge­lernt haben. Er hat ihnen und Max auch das Geo­caching bei­ge­bracht: “Ihr kennt doch Schnit­zel­jagd, oder? Geo­caching funk­tio­niert so ähn­lich. Im Inter­net gibt es extra Sei­ten, auf denen Weiterlesen!

Lara Schützsack — Und auch so bitterkalt

Lara Schützsack Und auch so bitterkalt18.Mai 2016

Lara Schütz­sack hat mit “Und auch so bit­ter­kalt” ein ganz beson­de­res Buch geschrie­ben. Die Geschich­te zwei­er Schwes­tern. Eine Fami­li­en­ge­schich­te? Viel mehr als das: Das Psy­cho­gramm einer beson­de­ren Bezie­hung. Ein Tanz auf dem Draht­seil. Rikant, fas­zi­nie­rend und extra­va­gant! Ein Lese-High­light. Jetzt neu als Taschen­buch erschie­nen. Für Jugend­li­che ab 14 und für inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Erzählt wird die Geschich­te kom­plett aus der Per­spek­ti­ve von Mali­na, Lucin­das jün­ge­rer Schwes­ter. Sie ver­ehrt Lucin­da, lauscht ihren aus­ge­dach­ten Geschich­ten über das Fan­ta­sie­land Tenebri­en, macht bei all ihren aus­ge­fal­le­nen Vor­schlä­gen mit (wie zum Bei­spiel auf der kaput­ten Eisen­bahn­brü­cke lie­gen und in den Him­mel schau­en). Doch Lucin­da ist kein gewöhn­li­ches Mäd­chen. Neben ihrer Fan­ta­sie und ihrer eige­nen Art zu den­ken, hat sie auch eine dunk­le Sei­te. Eine, die sie nie­man­dem zei­gen will. Stun­den­lang… Weiterlesen!

Estelle Laure — Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance

Laure Estelle - Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance22.März 2016

Ein rich­tig schö­nes, far­ben­fro­hes Cover bie­tet “Gegen das Glück hat das Schick­sal kei­ne Chan­ce” von der ame­ri­ka­ni­schen Auto­rin Estel­le Lau­re sei­nen Lesern. Ein Roman über das Allein­ge­las­sen wer­den in einer Fami­lie, uner­war­te­te Ver­ant­wor­tung und eine noch viel uner­war­te­te­re Lie­be. Unter­halt­sam und bewe­gend. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

New Jer­sey. Die 17-jäh­ri­ge Lucil­le hat es nicht gera­de leicht. Ihr Vater wohnt nicht mehr bei ihnen zu Hau­se. Und jetzt hat ihre Mut­ter ein­fach ihren Kof­fer gepackt und ist abge­hau­en. “Sie sag­te, sie wol­le den Kopf frei­krie­gen, sich sam­meln, und sei bald wie­der zurück.” (Zitat aus “Gegen das Glück hat das Schick­sal kei­ne Chan­ce” S.36) Sie hat Lucil­le und ihrer klei­nen, neun­jäh­ri­gen Schwes­ter Wren einen vol­len Kühl­schrank und ein wenig Geld da gelas­sen. Spä­tes­tens zum Schul­an­fang woll­te sie wie­der da sein. Doch die zwei Wochen sind vor­bei und ihre Mut­ter ist immer noch nicht wie­der da. Schon beim Abschied war… Weiterlesen!

Sharon M. Draper — Out of my mind: Mit Worten kann ich fliegen

Sharon M. Draper - Out of my mind Mit Worten kann ich fliegen

23.Februar 2016

Nor­ma­ler­wei­se begin­ne ich eine Rezen­si­on ganz anders, aber bei “Out of my mind: Mit Wor­ten kann ich flie­gen” von der ame­ri­ka­ni­schen Auto­rin Sharon M. Dra­per muss ich eine Aus­nah­me machen. Ich lese in der Woche im Durch­schnitt zwei bis drei Bücher, im Jahr unge­fähr 120 Titel. Davon bekom­men nur maxi­mal 1–3 Bücher im Jahr einen Ehren­platz im Regal. “Mit Wor­ten kann ich flie­gen” wird die­ses Jahr (bezieht sich auf die Hard­co­ver­aus­ga­be, März 2014) einen davon erhal­ten! Ein aus­ge­spro­chen berüh­ren­der Roman. Eine Geschich­te, die — und das ist mir wirk­lich noch nie pas­siert — mir sogar beim Lesen die Freu­den­trä­nen in die Augen getrie­ben hat — und mir auch nach dem Ende der Lek­tü­re so schnell nicht aus dem Kopf gegan­gen ist. Ich schrei­be dies sel­ten, aber die­ses Buch ist defi­ni­tiv eines, das gele­sen wer­den soll­te ! Für Jugend­li­che allen Alters (frü­hes­tens ab 11 Jah­ren) und beson­ders für Erwach­se­ne.

Melo­dy ist elf Jah­re alt. Sie kann nicht allei­ne essen, nicht auf Toi­let­te gehen, nicht lau­fen und vor allem nicht spre­chen. Sie lei­det schon seit frü­h­ers­ter Kind­heit an einer zereb­ra­len Kin­der­läh­mung und muss in einem Roll­stuhl fest­ge­schnallt wer­den. Das Leben für sie und ihre Eltern ist nicht immer ein­fach. Doch Melo­dy ist ein erstaun­li­ches Kind. Sie ist super intel­li­gent, hat ein foto­gra­phi­sches Gedächt­nis und liebt die Magie der Wör­ter, auch wenn sie selbst nur ein­zel­ne Lau­te von sich geben kann. Von vie­len wird sie schlicht­weg unter­schätzt und für dumm gehal­ten. Vor­ur­tei­le und Ableh­nung prä­gen… Weiterlesen!

Louisa Reid — Jeden Tag ein bisschen mehr

Louisa Reid Jeden Tag ein bisschen mehr22.Oktober 2015

Jeden Tag ein biss­chen mehr” von der eng­li­schen Auto­rin Loui­sa Reid ist ein rich­tig schö­ner Schmö­ker. Eine Geschich­te über ein jun­ges Mäd­chen, das an einer namen­lo­sen Krank­heit lei­det, über das Anders­sein, das Erwach­sen­wer­den und das Frei­sein. Und die Geschich­te einer auf­kei­men­den Lie­be. Opu­lent (560 Sei­ten!), atmo­sphä­risch und inten­siv. Mit einer teils sehr poe­ti­schen Spra­che. Ich habe schon lan­ge kein Buch mehr gele­sen, das so ergrei­fend geschrie­ben ist. Die­se Auto­rin (“In dei­nem Licht und Schat­ten”) darf ein­fach kein Geheim­tipp mehr blei­ben! Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Die 16-jäh­ri­ge Audrey, ihr fünf­jäh­ri­ger Bru­der Peter und ihre Mut­ter zie­hen in ein abge­le­ge­nes Haus in einer noch abge­le­ge­ne­ren Klein­stadt. “Ich weiß nicht, was ich erwar­tet hat­te, […] Aber die­ses Haus mit sei­nen schar­fen Kan­ten und lee­ren Fens­tern erin­ner­te mich an mit Paket­band ver­kleb­te Schach­teln, weg­ge­pack­tes Leben, stau­big und ster­bend. Immer­hin war der Gar­ten schön, sep­tem­ber­grün und gol­den. Und der blaue Him­mel erstreck­te sich nach allen Sei­ten ins Unend­li­che.” (Zitat aus “Jeden Tag ein biss­chen mehr” S.16/17). Der Umzug ist ein Neu­an­fang. Ein Ver­such, die Ver­gan­gen­heit zu ver­ges­sen. Eine neue Schu­le. Neue Nach­barn. Neue Fra­gen und weni­ge Ant­wor­ten. Das stellt auch der jun­ge Leo bald fest, der seit Kur­zem bei sei­ner Tan­te neben­an lebt. Audrey redet nicht viel. Mit ihrem klei­nen Bru­der ist sie am liebs­ten für sich. Und doch ist Leo von die­sem Mäd­chen irgend­wie fas­zi­niert. Sein The­ra­peut hat ihm gera­ten, sich … Weiterlesen!

Christine Seifert — Profile: Die Prognose

Christine Seifert Profile: Die Prognose15.Oktober 2015

Die ame­ri­ka­ni­sche Auto­rin Chris­ti­ne Sei­fert hat mit “Pro­fi­le: Die Pro­gno­se” einen Roman geschrie­ben, der sich der span­nen­den Fra­ge stellt: was wäre, wenn ein Pro­gramm berech­nen könn­te, wel­che Per­son zum nächs­ten Straf­tä­ter wer­den wird? Vor dem Hin­ter­grund eines Amok­laufs erzählt die Auto­rin die Geschich­te eines jun­gen Mäd­chens, deren Schu­le zur Test­schu­le gewor­den ist. Inter­es­sant, aber mit erzäh­le­ri­schen Schwä­chen. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Okla­ho­ma. Die 16-jäh­ri­ge Daph­ne ist mal wie­der die Neue an der Schu­le. Schon die neun­te Schu­le: nach zig Umzü­gen mit ihrer Mut­ter, einer Neu­ro­wis­sen­schaft­le­rin, hat sie Erfah­rung mit dem Ein­ge­wöh­nen. Doch an der Quiet High erwar­tet sie plötz­lich etwas völ­lig Unge­wöhn­li­ches: sie gerät mit­ten in einen Amok­lauf hin­ein! Glück­li­cher­wei­se befin­det sie sich gera­de in einem fens­ter­lo­sen Neben­raum des Che­mie­la­bors, als der Täter den Raum stürmt. “Mei­ne Angst wächst, weil ich nicht sehen kann, was alle sehen kön­nen. Wäre es nicht bes­ser, wenn ich die Augen des Amok­läu­fers sehen könn­te, den Lauf der Waf­fe, die Angst in den Augen des Mäd­chens, das so laut schreit, das ich mei­ne eige­nen Gedan­ken nicht mehr höre?” (Zitat aus “Pro­fi­le: Die Pro­gno­se”, S.18). Jes­se, ein Mit­schü­ler, der vor der Türe steht, bit­tet sie instän­dig im Raum zu blei­ben. Bis er schließ­lich zu ihr her­ein­kommt, in der Hoff­nung, dass der Amok­läu­fer sie nicht bemerkt. Doch das tut er… Weiterlesen!