Soman Chainani — The School for Good and Evil: Es kann nur eine geben

Soman Chainani School for Good and Evil15.Juli 2017

Der ers­te Teil der New York Times Best­sel­l­er­tri­lo­gie des ame­ri­ka­ni­schen Auto­ren Soman Chaina­ni ist nun end­lich als Taschen­buch erschie­nen: “The School for Good and Evil: Es kann nur eine geben” ent­führt sei­ne Leser in eine fan­tas­ti­sche Welt, in der die Haupt­fi­gu­ren zu Hel­den oder Böse­wich­ten aus­ge­bil­det wer­den, um schließ­lich in einem Mär­chen zu lan­den. Ein Buch über Gut und Böse, die Schwie­rig­keit, das eine vom ande­ren zu unter­schei­den und den Wert der Freund­schaft. Ein äußerst unter­halt­sa­mes Lese­ver­gnü­gen: aben­teu­er­lich, mär­chen­haft, sehr span­nend und zuwei­len höchst amü­sant — was will man mehr? Und sogar eine Ver­fil­mung könn­te bald Rea­li­tät wer­den: Uni­ver­sal Pic­tures hat sich bereits die Film­rech­te gesi­chert! Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren.

Gaval­don. Ein klei­nes Dorf, umge­ben von Wald. Ein Dorf, das nie­mand ver­las­sen kann. Denn alle Wege durch den Wald füh­ren immer wie­der nach Gaval­don zurück. Hier leben Sophie und Aga­tha, die unter­schied­li­cher nicht sein könn­ten. Sophie, die sich fühlt, klei­det, benimmt, als wäre sie eine Prin­zes­sin und Aga­tha, die an einem Fried­hof wohnt, düs­te­re Klei­dung trägt und eben­so düs­te­re Gedan­ken hegt. Von den Dorf­be­woh­nern wird sie als Hexe ange­se­hen. Trotz­dem sind die bei­den Mäd­chen mit­ein­an­der befreun­det. Doch dann nähert sichSoman Chainani School for Good and Evil der elf­te Tag des elf­ten Monats und nichts wird mehr so sein, wie es ein­mal war. Denn alle vier Jah­re kommt der Schul­meis­ter, eine unheil­vol­le, ungreif­ba­re Gestalt in das Dorf und stiehlt zwei Kin­der, um sie mit auf sei­ne Schu­le zu neh­men. Die Schu­le für Gut und Böse, in der die Kin­der, die das zwölf­te Lebens­jahr voll­endet haben, zu Mär­chen­hel­den oder Mär­chen­bö­se­wich­ten aus­ge­bil­det wer­den. Aga­tha glaubt nicht an die­sen Unfug. Es muss eine natür­li­che Erklä­rung für das Ver­schwin­den der Kin­der geben. Sophie hin­ge­gen freut sich als ein­zi­ge Dorf­be­woh­ne­rin über eine mög­li­che Ent­füh­rung. Sie will end­lich das Leben einer rich­ti­gen Prin­zes­sin füh­ren und das tris­te, öde Gaval­don hin­ter sich las­sen. Die Bret­ter, die ihr besorg­ter Vater vor ihr Fens­ter nagelt, um ihren Raub zu ver­hin­dern, ent­fernt sie kur­zer­hand, um es dem Schul­meis­ter mög­lichst ein­fach zu machen. Und er ent­führt sie tat­säch­lich! Als Aga­tha eben dies ver­hin­dern möch­te, nimmt der Schul­meis­ter auch sie mit. Doch welch gro­ßer Schreck — aus­ge­rech­net die schö­ne Sophie lan­det in der Schu­le der Bösen! Die häss­li­che Aga­tha ver­schlägt es in die Schu­le der Guten. Das kann doch nur ein Miss­ver­ständ­nis sein, oder…?

Soman Chainani School for Good and EvilThe School for Good and Evil: Es kann nur eine geben” ist aus der Sicht eines all­wis­sen­den Erzäh­lers geschrie­ben, der jedoch haupt­säch­lich aus Sophies und Agathas Augen­win­keln berich­tet. Schon der ers­te Satz des Buches lässt sei­ne Leser auf­merk­sam wer­den: “Sophie hat­te sich ihr Leben lang auf den Tag ihrer Ent­füh­rung gefreut” (Zitat aus “The School for Good and Evil: Es kann nur eine geben”, Sei­te 5). Der fan­tas­ti­sche Roman spielt mit Rol­len­kli­schees, um sie ein paar Sei­ten spä­ter wie­der über den Hau­fen zu wer­fen. Und er lie­fert jede Men­ge erfri­schen­de, humor­vol­le Momen­te, in denen man ein­fach nur grin­sen muss. (Eine Sophie, die eine stun­den­lan­ge Mor­gen­toi­let­te absol­viert und sich mit sämt­li­chen ver­füg­ba­rem Gemü­se das Gesicht mas­kiert (und sich Sor­gen macht, ob es im Mär­chen­wald wohl auch Gur­ken gibt)). Man­che Momen­te kön­nen auch vol­ler Sar­kas­mus und Iro­nie sein. (Aga­tha, die eine Kat­ze hat, die sich Schlit­zer nennt, weil sie mit Vor­lie­be Vögel köpft.) Auch die Kur­se, die die Mäd­chen in ihren jewei­li­gen Schlös­sern (eines für Gut, eines für Böse) besu­chen, haben es in sich: Auf dem Stun­den­plan ste­hen Prin­zes­sin­nen-Eti­ket­te und Garsti­fi­zie­rung, es gibt Hand­bü­cher über “Wie fin­de ich mei­nen Traum­prin­zen?” und “Wie man klei­ne Kin­der kocht (mit neu­en Rezep­ten!)”. Trai­niert wer­den Tier­spra­che und Mogri­fi­ka­ti­on. Es gibt einen Mär­chen­test (der von der Art her ein biß­chen an “Tri­bu­te von Panem” erin­nert) und Mär­chen­über­le­bens­trai­ning. Und natür­lich einen Ball (aber nur für die Guten).
Soman Chainani School for Good and EvilThe School for Good and Evil: Es kann nur eine geben” ist durch­weg unter­halt­sam und sehr leben­dig geschrie­ben. Vie­le über­ra­schen­de Wen­dun­gen durch­zie­hen den Text. Irgend­wann wird es so span­nend, dass man das Buch kaum mehr aus der Hand legen möch­te! Ein biß­chen Har­ry-Pot­ter-Fee­ling schleicht sich zwi­schen die Zei­len, eines, das aber eher für ein weib­li­che­res Publi­kum gedacht ist. Was mir auch sehr gut gefal­len hat, ist der leicht phi­lo­so­phi­sche Unter­ton der Geschich­te: Was ist das Gute und was ist das Böse? Was ist Häss­lich­keit und was ist Schön­heit? Nach der Lek­tü­re weiß man, die Gren­zen kön­nen flie­ßend sein. Das Gute kann auch böse sein und das Böse in Mil­de und Güte erstrah­len. Und ob man sich schön oder häss­lich fühlt, liegt vor allem an einem selbst!

Fazit: Gute Unter­hal­tung mit Witz und Esprit, Span­nung, Tief­gang und einer gro­ßen Por­ti­on Mär­chen­haf­tig­keit;-)

Dir gefällt “The School for Good and Evil: Es kann nur eine geben”? Dann lies noch die LesealternativenFort­set­zun­gen: The School for Good and Evil: Eine Welt ohne Prin­zen” und “The School for Good and Evil: Und wenn sie nicht gestor­ben sind”. Einen vier­ten Teil gibt es bis­her nur im Eng­li­schen ange­kün­digt: “The School for Good and Evil: Quests for Glo­ry”. Man kann den ers­ten Teil jedoch auch ein­zeln lesen. Gewis­ser­ma­ßen ist er in sich abge­schlos­sen. Eine Lese­al­ter­na­ti­ve für alle, die es noch nicht ken­nen, wäre natür­lich die Har­ry Pot­ter”-Rei­he von J.K. Row­ling. Ver­gleich­ba­re Mär­chen­wel­ten fin­dest du auch in der Ever After High”-Rei­he von Shan­non Hale (die wohl bes­te Alter­na­ti­ve), in der Abby”- Rei­he von Sarah Mly­now­ski und in Ech­te Feen, fal­sche Prin­zen” von Janet­te Ral­li­son. Gut gefal­len hat mir auch der mär­chen­haf­te Roman “Mein Herz zwi­schen den Zei­len” von Star­au­to­rin Jodi Picoult und ihrer Toch­ter Saman­tha Van Leer. Hier­zu gibt es auch eine Fort­set­zung: “Lie­be ohne Punkt und Kom­ma”.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-58511-3
Erscheinungsdatum: 21.Juni 2017
Einbandart: Taschenbuch 
Preis: 10,99€
Seitenzahl: 512
Übersetzer: Ilse Rothfuss
Originaltitel: "The School for Good and Evil"
Originalverlag: HarperCollins

Amerikanisches Originalcover:
Soman Chainani The School for Good and Evil: Es kann nur eine geben











Amerikanischer Trailer:
 

Kasimiras Bewertung:

110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw 110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw

(5 von 5 mög­li­chen Punk­ten) 

---------------------------------------------------------------------------------
-Die Abbildungen oben stammen aus dem Trailer-
Amerikanisches Cover: Homepage von Soman Chainani

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.