Peter Pohl — Meine Freundin Mia

Peter Pohl Meine Freundin Mia8.März 2012

Mei­ne Freun­din Mia” von dem schwe­di­schen Schrift­stel­ler Peter Pohl ist nicht nur die Geschich­te einer Freund­schaft, son­dern auch eine Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma Alko­ho­lis­mus in der Fami­lie. Bewe­gend geschrie­ben. Geeig­net für Kin­der ab 10 Jah­ren, die auch bereit sind, sich mit ein wenig erns­te­ren The­men zu befas­sen und für Erwach­se­ne.

Der Roman spielt in Schwe­den. Laut einer Sta­tis­tik leben 20% aller Kin­der in einer Fami­lie, in der ent­we­der ein Eltern­teil oder bei­de ein Alko­hol­pro­blem haben. Auch die 11-jäh­ri­ge Lena, die Haupt­fi­gur des Buches, hat eine Mut­ter, die Alko­ho­li­ke­rin ist. Sie muss stets vor­sich­tig sein, in wel­chem Zustand sich ihre Mut­ter momen­tan befin­det. Da kann es zum Bei­spiel auch ein paar Schlä­ge geben, wenn sie ver­gisst die Haus­tü­re abzu­schlie­ßen. Um ihren fünf­jäh­ri­gen Bru­der Ola muss sich Lena meis­tens küm­mern und ihn zur Vor­schu­le brin­gen. Dass sie dann meis­tens selbst zu spät zur Schu­le kommt, ist lei­der häu­fig der Fall. Lügen, um bei­spiels­wei­se die Vor­schul­leh­re­rin zu beru­hi­gen, kom­men ihr mitt­ler­wei­le ganz leicht über die Lip­pen. Lenas bes­te Freun­din Mia weiß nichts von den Pro­ble­men, mit denen Lena tag­täg­lich zu kämp­fen hat. Mia ist immer so gut drauf und erzählt so lus­ti­ge Geschich­ten über ihre vie­len Geschwis­ter. Doch dann, als Lena von ihrer Mut­ter für eine Nacht der Woh­nung ver­wie­sen wird, ent­deckt sie plötz­lich, dass auch Mia ihr etwas ver­heim­licht hat…

Eine Geschich­te, die mit ihrer kla­ren Spra­che zu berüh­ren weiß und noch lan­ge nach­wirkt. Jedoch ver­brei­tet “Mei­ne Freun­din Mia” neben der Ernst­haf­tig­keit des tra­gi­schen The­mas auch Hoff­nung und lässt das Wun­der einer Freund­schaft und deren Wich­tig­keit in den Vor­der­grund rücken. Schön ist auch zu lesen, wie lie­be­voll die zwei Mäd­chen mit ein­an­der umge­hen und dass sie auf jeman­den tref­fen, der ihnen unein­ge­schränk­te Hil­fe und Unter­stüt­zung bie­tet.

LesealternativenWenn dir Peter Pohls Erzähl­stil gefällt, kannst du noch ande­re Roma­ne von ihm lesen, die ins Deut­sche über­setzt wur­den: Du fehlst mir, du fehlst mir”, “Jan, mein Freund” und “Unter der blau­en Son­ne”. Von der Erzähl­art her könn­te dir auch der schwe­di­sche Autor Mats Wahl gefal­len, der eben­falls in einer sehr direk­ten Spra­che über unge­schön­te The­men schreibt. Lies zum Bei­spiel “Wie ein flam­men­der Schrei”. Inter­es­siert dich das The­ma Alko­ho­lis­mus? Dann lies “Der Schat­ten an mei­ner Wand” von Kers­tin L. Hahn, das auch ab 10 Jah­ren ist. Eine gute Alter­na­ti­ve ist eben­so Drei Songs spä­ter” von Lola Renn, in dem Alko­ho­lis­mus und Ver­nach­läs­si­gung von Kin­dern eine Rol­le spielt. Letz­te­res fin­dest du auch in “Back to blue” von Rusal­ka Reh und “Abge­mel­det” von Bir­git Schlie­per.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Hanser
ISBN: 978-3-446-23791-9
Erscheinungsdatum: 27.Februar 2012
Einbandart: Broschur
Preis: 12,90€
Seitenzahl: 144
Übersetzer: Birgitta Kicherer
Originaltitel: "En vän som heter Mia"
Originalverlag: Opal

Schwedisches Originalcover:
Peter Pohl Meine Freundin Mia

Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Schwedisches Cover: Homepage von Opal

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