Moa Eriksson Sandberg — Und plötzlich war der Wald so still

Moa Eriksson Sandberg - Und plötzlich war der Wald so still25.August 2014

Die schwe­di­sche Auto­rin Moa Eriks­son Sand­berg hat mit „Und plötz­lich war der Wald so still“ einen Roman über das sen­si­ble Alter des Erwach­sen­wer­dens geschrie­ben. In einem abge­schie­de­nen Dorf in Schwe­den, in dem die Idyl­le jäh durch­bro­chen wird, als ein Mäd­chen ver­schwin­det. Authen­tisch erzählt. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren.

Han­na wohnt mit ihren Eltern und ihrem klei­nen Bru­der Dag in einem klei­nen 300-See­len­dorf in Rydöb­ruk (Schwe­den). Mit ihren zwei bes­ten Freun­din­nen Jon­na und Sabi­na geht sie oft im angren­zen­den Wald in einem See schwim­men. Eine neue Fami­lie ist in das Dorf gezo­gen, sie kommt aus Polen und beson­ders der eine der bei­den Brü­der hat es Han­na irgend­wie ange­tan. Jan­ek heißt er und hat schö­ne blaue Augen. Han­na ist gera­de 12 Jah­re alt gewor­den. Mit ihren bes­ten Freun­din­nen und deren Müt­ter haben sie Geburts­tag gefei­ert. Nur Han­nas Vater war lei­der nicht da. Mal wie­der. Die Nach­richt, dass ein Mäd­chen ver­schwun­den ist, zieht sich bis zum Geburts­tags­kaf­fee­trin­ken. Lin­da heißt sie. Sie ist schon etwas älter als Han­na und ihre Freun­din­nen. Man hat einen zer­fetz­ten Pull­over im Wald gefun­den. Seit dem fühlt Han­na sich irgend­wie selt­sam, wenn sie im Wald ist. Als ob sie jemand beob­ach­ten wür­de…

Moa Eriksson Sandberg - Und plötzlich war der Wald so stillUnd plötz­lich war der Wald so still“ hat span­nen­de Ele­men­te, kon­zen­triert sich aber eher auf den in Epi­so­den erzähl­ten All­tag einer Jugend­li­chen. Tref­fen mit Freun­din­nen, gemein­sa­mes Fri­sie­ren, Reden über Jungs, Erleb­nis­se in der Fami­lie prä­gen Han­nas Leben, das sich immer mehr zu ver­än­dern scheint. Das kann auf­re­gend und beängs­ti­gend zugleich sein.  Aber vor allem neu: ver­liebt zu sein, das ers­te Mal die Peri­ode zu bekom­men, über Selbst­be­frie­di­gung reden, eine ande­re Fri­sur von der Freun­din geschnit­ten zu bekom­men. Moa Eriks­son Sand­berg blen­det hier auch nichts aus, schil­dert den All­tag ihrer Prot­ago­nis­tin, ihre Gedan­ken, Gefüh­le und Hand­lun­gen. The­men sind neben dem Ver­schwin­den des Mäd­chens auch Freund­schaft, die Ver­un­si­che­rung, die das Erwach­sen­wer­den mit sich bringt und Bezie­hungs­pro­ble­me der Eltern, wel­che natür­lich auch Aus­wir­kun­gen auf eine Her­an­wach­sen­de haben. Das Cover fin­de ich zudem sehr gelun­gen! (eben­so das schwe­di­sche, sie­he unten, das viel­leicht noch einen Tick bes­ser, wobei die Mäd­chen doch irgend­wie jün­ger als 12 aus­se­hen, oder?) “Und plötz­lich war der Wald so still” wur­de übri­gens in Schwe­den für den Bar­nes Roman­pris nomi­niert.

Du magst schwe­di­sche Auto­ren, die übers Erwach­sen­wer­den berich­ten? Dann lies doch Lesealternativenmal die Bücher der bekann­ten Schrift­stel­le­rin Kata­ri­na von Bre­dow: Ich will end­lich flie­gen, so ein­fach ist das“ beinhal­tet alles, was man übers Erwach­sen­wer­den wis­sen möchte/muss in Form einer anspre­chen­den, bewe­gen­den Geschich­te. Ande­re Titel von ihr sind Krib­beln unter der Haut“ (ers­te Lie­be, Eifer­sucht), Er ist der Freund mei­ner Freun­din“ (Drei­ecks­ge­schich­te, klas­se!), Lud­vig mei­ne Lie­be“ (Geschwis­ter­lie­be, bewe­gend!), Ver­liebt um drei Ecken“ (Drei­ecks­ge­schich­te) und “Zum Glück allein” (Lie­bes­kum­mer, ver­liebt in Leh­rer). Eine ande­re schwe­di­sche Auto­rin, die sehr schön erzählt, ist Johan­na Lind­bäck. Ihr Roman heißt Gut. Bes­ser. Das Bes­te auf der Welt.“

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Beltz & Gelberg
ISBN: 978-3-407-81179-0
Erscheinungsdatum: 18. August 2014
Einbandart: Broschur
Preis: 12,95€
Seitenzahl: 191
Übersetzer: Friederike Buchinger
Originaltitel: "Den första flickan skogen möter" 
(=Das erste Mädchen, dem der Wald begegnet)
Originalverlag: Rabén & Sjögren

Schwedisches Originalcover:
Moa Eriksson Sandberg - Und plötzlich war der Wald so still








Schwedischer Trailer:
 

Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Schwedisches Cover: Homepage von Rabén & Sjögren

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