Meg Rosoff — Was ich von dir weiß

Meg Rosoff Was ich von dir weiß30.Oktober 2014

Die preis­ge­krön­te, ame­ri­ka­ni­sche Auto­rin Meg Rosoff hat einen neu­en Roman geschrie­ben: „Was ich von dir weiß“ erzählt von Freund­schaft, vom Fin­den und Ver­lo­ren­ge­hen. Ein Road­mo­vie. Eine Fami­li­en­ge­schich­te. Und gleich­zei­tig noch viel mehr als das. In stil­len, ruhi­gen Tönen geschrie­ben, mit viel Tie­fe und Klug­heit erzählt. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren. Und beson­ders für Erwach­se­ne.

Mila ist 12 Jah­re alt. Sie ist ein sehr klu­ges und gewitz­tes Mäd­chen, hat eine Spür­na­se fast wie ein Hund. Nach solch einem wur­de sie sogar benennt. Es war der Hund ihres Groß­va­ters, der einst Mila hieß, an des­sen Namen der Vater sich damals erin­ner­te. Jetzt ist das Mäd­chen mit ihrem Vater — einem etwas zer­streu­ten Mann, der als Über­set­zer arbei­tet — auf Rei­se gegan­gen. Sie wol­len sei­nen bes­ten Freund Mat­thew in Ame­ri­ka besu­chen. Und obwohl die­ser – wie sie kurz zuvor von sei­ner Frau tele­fo­nisch erfah­ren — spur­los ver­schwun­den ist, machen sich die bei­den den­noch von Lon­don aus auf den Weg. Susan­na, die Frau von Mat­thew, scheint ihren Mann jedoch nicht wirk­lich zu ver­mis­sen. Sie hat erst ein Baby bekom­men. Manch­mal tele­fo­niert sie heim­lich mit jeman­dem. Den Hund von Mat­thew, den er zurück­ge­las­sen hat, lässt sie links lie­gen. Wo könn­te der bes­te Freund ihres Vaters sein? Mila beschließt es her­aus­zu­fin­den. Gemein­sam mit ihrem Vater star­ten sie die Fahrt bis hoch zur kana­di­schen Gren­ze, wo sie Mat­thew in einer Hüt­te ver­mu­ten…

Meg Rosoff Was ich von dir weiß

Was ich von dir weiß“ wird durch­ge­hend aus Milas Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve erzählt. Sie ist auf­fal­lend intel­li­gent, hat ein wun­der­ba­res Gespür für die Befind­lich­keit ande­rer Men­schen. Anhand win­zi­ger Details erkennt sie gro­ße Zusam­men­hän­ge. Das liest sich sehr inter­es­sant, auch wenn man ihre Kom­bi­na­ti­ons­ga­be manch­mal nicht so ganz nach­voll­zie­hen kann. Bei­spiels­wei­se beob­ach­tet sie auf der Rei­se mit ihrem Vater eine Kell­ne­rin, von der sie sofort merkt, dass die­se schwan­ger sein muss. Lei­der wird nicht genau erklärt, wie sie dar­auf kommt? Ins­ge­samt gese­hen ist „Was ich von dir weiß“ eine Spu­ren­su­che, ein Road­mo­vie, eine Vater-Toch­ter-Geschich­te, eine Reflek­ti­on über das Erwach­sen­wer­den, der Ver­such einen ande­ren Men­schen zu ver­ste­hen und die Erzäh­lung einer Freund­schaft. Denn nicht nur Mat­thew und Milas Vater ver­bin­det eine Freund­schaft, son­dern auch Mila und Caitlin, ein Mäd­chen aus ihrer Schu­le. Zwi­schen­durch wid­met Mila ihr eini­ge Kapi­tel. Sie haben sich ein wenig aus­ein­an­der­ge­lebt, star­ten jedoch den Ver­such einer neu­en Annä­he­rung. In fett­ge­druck­ter Schrift erschei­nen SMS von ihnen, die sie sich ver­ein­zelt zuschi­cken. Eben­falls auf­fäl­lig ist das Feh­len der Anfüh­rungs­zei­chen der wört­li­chen Rede, was teil­wei­se für ein wenig Ver­wir­rung sorgt, wor­an man sich aber schnell gewöhnt. Ganz­heit­lich betrach­tet hat mir der Roman sehr gut gefal­len. Er ist anders, zar­ter, behut­sa­mer erzählt als manch ande­re Titel. Ein Klein­od, das gegen Ende noch Raum lässt für eige­ne Gedan­ken.

Von der Stim­mung her hat mich „Was ich von dir weiß“ ein wenig an Das nacht­blaue Kleid“ von Karen Fox­lee erin­nert. ALesealternativenuch hier ist der Leser von Anfang an auf Spu­ren­su­che und Freund­schaft spielt eben­falls eine gro­ße Rol­le. Der Ver­such einen ande­ren Men­schen ver­ste­hen ler­nen zu wol­len, fin­dest du in „Kil­ling But­ter­flies“ von M. Anje­lais. Ein lesens­wer­tes Road­mo­vie, das eben­so viel Tief­gang bie­tet, ist Per­fect Escape“ von Jen­ni­fer Brown. Anfüh­rungs­zei­chen für wört­li­che Rede feh­len auch in Wer mor­gens lacht” von Mir­jam Press­ler. Ansons­ten kannst du natür­lich auch noch ande­re Bücher von Meg Rosoff lesen: So lebe ich jetzt“ ist das wohl bekann­tes­te von ihr, für das sie auch zahl­rei­che Prei­se erhal­ten hat. Sehr gut gefal­len hat mir auch Davon, frei zu sein“, die Geschich­te eines Mäd­chens, dem vie­le Stol­per­stei­ne in den Weg gelegt wer­den und das den­noch sein Glück fin­det. Wei­te­re Titel von ihr sind Damals, das Meer”, “Oh. Mein. Gott” (für Erwach­se­ne) und Was wäre wenn” (schräg!).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Fischer KJB
ISBN: 978-3-596-85625-1
Erscheinungsdatum: 23.Oktober 2014
Einbandart: Hardcover
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 272
Übersetzer: Brigitte Jakobeit
Originaltitel: "Picture me gone"
Originalverlag: Penguin

Amerikanische Originalcover:
Meg Rosoff Was ich von dir weiß
Amerikanischer Trailer zum Buch:
 

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

 

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Amerikanisches Cover: Homepage von Meg Rosoff

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