Manfred Theisen — Weil es nie aufhört

Manfred Theisen Weil es nie aufhört27.September 2014

Einen hoch­bri­san­ten Roman hat der deut­sche Autor Man­fred Thei­sen geschrie­ben: “Weil es nie auf­hört”. Über Stal­king, Eifer­sucht und Cyber­mob­bing. Bewe­gend und auf­rüt­telnd erzählt. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren.

Alis­sa befin­det sich mit ihrem Freund Felix in einer wech­seln­den On-Off-Bezie­hung. Glück­lich ist sie momen­tan nicht. Zumal sie in weni­gen Wochen für ein Jahr nach Neu­see­land soll. Ihre Noten in der Schu­le sind zu schlecht und wenn sie ihr Eng­lisch­kennt­nis­se dort ver­tieft, könn­te sie ihren Schnitt ver­bes­sern. Da lernt Alis­sa Mask ken­nen, einen Jun­gen, neben dem sie zufäl­lig auch schon auf einer Park­bank saß. Er spiel­te auf sei­nem Mit­tel­al­ter-Game­boy Mario, sie pos­te­te etwas auf ihrem Smart­pho­ne. Ein kur­zer Blick von Mask, der eigent­lich Leon heißt, auf die Sei­te genüg­te, um durch ihren Benut­zer­na­men an sie her­an­zu­kom­men. Er schreib ihr kur­ze Bot­schaf­ten, sie schrieb zurück. Über­haupt fühlt sich Alis­sa aus­ge­rech­net von dem Jun­gen ver­stan­den, der sich per Sky­pe ihr gegen­über nur in einer gol­de­nen Mas­ke zeigt. Unter Alko­hol­ein­fluss lüf­tet sie sogar ihr Ober­teil vor ihm. Doch Felix scheint sie zurück­ha­ben zu wol­len. Das gefällt Leon gar nicht…

Weil es nie auf­hört” wird aus meh­re­ren Per­spek­ti­ven erzählt. Haupt­säch­lich wech­seln Alis­sa und Leon sich ab. Aber auch Alis­sas bes­te Freun­din Johan­na, die heim­lich in Felix ver­liebt ist und sich all­mäh­lich von Alis­sa abwen­det, kommt zu Wort. Leon ist schon älter als die bei­den Mäd­chen. Er ver­dient ziem­lich viel Geld durch das Ent­wi­ckeln von Apps und will ein Pro­gramm erstel­len, um ande­re Men­schen aus­zu­spio­nie­ren und zu mani­pu­lie­ren. Manfred Theisen Weil es nie aufhörtAlis­sa, für die er jedoch auch Lie­bes­ge­füh­le ent­wi­ckelt, kommt ihm da gera­de recht. Er lebt noch zu Hau­se bei sei­ner Mut­ter, die sich Sor­gen um ihn macht und die er ziem­lich hart anfährt, wenn sie ihn stört. Gera­de aus sei­ner Sicht­wei­se das Gan­ze zu erle­ben, macht “Weil es nie auf­hört” noch mit­rei­ßen­der und inten­si­ver. Die dro­hen­de Gefahr, die über Alis­sa schwebt, wird noch greif­ba­rer. Leon hat ihr sogar eine App geschickt, die schein­bar auf ihrem Smart­pho­ne nicht funk­tio­niert, aber eigent­lich eine per­ma­nen­te fil­mi­sche Über­wa­chung ist. So weiß Leon immer, was sie gera­de tut und kann sie stän­dig kon­trol­lie­ren. Die Nai­vi­tät von Alis­sa erschreckt, macht aber deut­lich, wie vor­sich­tig man gegen­über Fremden/dem Inter­nets sein soll­te.
Als Cha­rak­ter konn­te ich mich in Alis­sa nicht immer gut hin­ein­ver­set­zen. Man­che Din­ge lässt sie ein­fach pas­siv über sich erge­hen, obwohl sie eigent­lich etwas ande­res will. Bei­spiels­wei­se schläft sie mit Felix, obwohl sie ursprüng­lich mit ihm Schluss machen woll­te.
Die Ereig­nis­se gera­ten außer Kon­trol­le, als Mask dies mit­be­kommt und ein Foto von ihr oben ohne ver­öf­fent­licht. Blitz­schnell ver­brei­tet sich das Bild und sie ist Mob­bing­at­ta­cken aus­ge­setzt.
Die Geschich­te erin­nert sehr an den sich tat­säch­lich zu getra­ge­nen Fall der Aman­da Todd, die­se hat eben­falls einen Frem­den im Inter­net ken­nen­ge­lernt und sich dort ent­blösst. Das dar­auf­fol­gen­de Mob­bing nach Ver­öf­fent­li­chung eines Fotos trieb sie letzt­end­lich in den Sui­zid. Ob die­ser Roman eben­falls so endet? Fin­de es her­aus!

LesealternativenEine gute Lese­al­ter­na­ti­ve zu “Weil es nie auf­hört” ist Böses Spiel” von Bri­git­te Blo­bel, hier wird eben­falls ein Mäd­chen Opfer von Cyber­mob­bing. Sehr fes­selnd ist auch “Ich blogg dich weg” von Agnes Ham­mer und ein Buch, das einen vor Span­nung kaum mehr los­lässt, ist “Match­box Boy” von Ali­ce Gaba­thuler! Ein aku­tel­le­res Buch wäre noch Das wirst du bereu­en” von Aman­da Maciel, in dem sich das Mob­bin­g­op­fer wirk­lich das Leben genom­men hat und ihre Mit­schü­ler ange­klagt wer­den. Rich­tig krass und mega­span­nend ist auch Tau­send Mal gedenk ich dein” von Hei­ke Eva Schmidt.
Man­fred Thei­sen hat über Mob­bing noch ein zwei­tes Buch geschrie­ben: “Täg­lich die Angst”. Ansons­ten kann ich noch “Wake up” von ihm emp­feh­len, das hat mir auch gut gefal­len. Man­fred Thei­sen schreibt viel über bri­san­te The­men. Zwei wei­te­re Titel von ihm sind “Amok” und “Check­point Jeru­sa­lem”.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: cbt
ISBN: 978-3-570-30902-5
Erscheinungsdatum: 8.September 2014
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 7,99€
Seitenzahl: 288
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -
Bericht über Amanda Todd:
 

Kasimiras Bewertung:

110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw 110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw 110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw

(3,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.