Mandy Hubbard — Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte

 

Mandy Hubbard Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte20.Mai 2015

Wie ich in High Heels durch die Zeit stol­per­te” der ame­ri­ka­ni­schen Auto­rin Man­dy Hub­bard ist eine Zeit­rei­se-, Lie­bes- und Selbst­fin­dungs­ge­schich­te zugleich. Mit einer lie­bes­wer­ten Prot­ago­nis­tin, die in das Aben­teu­er ihres Lebens gerät und dabei neben­bei noch uner­war­te­tes Selbst­be­wusst­sein fin­det. Frech, zucker­süß, roman­tisch und tur­bu­lent. Ein kurz­wei­li­ges, recht unter­halt­sa­mes Lese­ver­gnü­gen für Mäd­chen ab 12 Jah­ren.

Die 15-jäh­ri­ge Ame­ri­ka­ne­rin Cal­lie (der ers­te Satz des Buches legt nahe, sie sei 16, sie ist aber 15! Über­set­zungs­feh­ler?) ist auf Klas­sen­fahrt in Lon­don. Vor einem Jahr wäre das noch alles rich­tig toll gewe­sen, doch ihre bes­te Freun­din ist weg­ge­zo­gen und sie sitzt nun freun­din­nen­los in der Hotel­bar. Um die It-Girls ihrer Klas­se zu beein­dru­cken ver­sucht das unschein­ba­re und etwas toll­pat­schi­ge Mäd­chen durch ein beson­de­res Par­ty­out­fit zu glän­zen, das sie sich in Lon­don mit der Kre­dit­kar­te ihrer Mut­ter (ein “Not­fall!”) besorgt. Dazu gehö­ren natür­lich auch die pas­sen­den Schu­he. Ein paar 400-Pfund-teu­re High Heels in knall­rot zie­ren ihre Füße, als sie den Rück­weg zum Hotel antritt. Doch sie bleibt im mit dem Absatz am Stra­ßen­bo­den hän­gen und segelt ziem­lich unga­lant zu Boden. Nach­dem ihr Kopf auf unlieb­sa­me Wei­se Bekannt­schaft mit dem Lon­do­ner Stra­ßen­pflas­ter gemacht hat, wird es schwarz um Cal­lie. Sie erwacht Mandy Hubbard Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte…in einem Stück­chen Wald. Wie ist sie dort­hin gekom­men? Wie, wer, wo, was? Da die Dun­kel­heit schon ein­setzt, ist sie froh auf ein äußerst pracht­vol­les Anwe­sen zu sto­ßen, in dem man sie selt­sa­mer­wei­se zu erken­nen glaubt: “Rebec­ca?”, ruft eine Mäd­chen­stim­me in die­sem typi­schen, melo­di­schen bri­ti­schen Akzent. […] “Du bist es!”, quiekt das Mäd­chen. “Ich wuss­te, dass das nur dein ame­ri­ka­ni­scher Akzent sein konn­te! Wir haben dich erst in einem Monat erwar­tet. Ich habe gera­de dei­nen Brief erhal­ten, in dem du schreibst, du wür­dest bald das Bil­lett für dei­ne See­rei­se erwer­ben.” (Zitat aus “Wie ich in High Heels durch die Zeit stol­per­te”, Sei­te 37). Man hält sie für die bes­te Freun­din von Emi­ly, die die­se zuletzt im Alter von sie­ben Jah­ren gese­hen hat. Emi­ly, die auch nur zu Besuch ist bei ihrem Cou­sin Alex, dem Her­zog von Harks­bu­ry, der mit “Eure Durch­laucht” ange­spro­chen wird und äußerst attrak­tiv ist. Um mög­lichst schnell zurück nach Lon­don zu ihrer Klas­se zu gelan­gen, nimmt Cal­lie tat­säch­lich die Iden­ti­tät von Rebec­ca an, schließ­lich braucht sie Hil­fe. In dem Haus, in dem sich selt­sa­mer­wei­se alle so ver­hal­ten, als wür­den sie in einem ande­ren Jahr­hun­dert leben, gibt es jedoch nicht ein­mal ein Tele­fon. Und so muss Cal­lie den nächs­ten Mor­gen abwar­ten, um mit einer Kut­sche und in Emi­lys Beglei­tung in die Stadt zu fah­ren. Doch Lon­don ist nicht gleich Lon­don. Zumin­dest nicht so wie sie es kennt. Cal­lie ist tat­säch­lich in einem ande­ren Jahr­hun­dert gelan­det! Im Jahr 1815. Als Emi­ly sie dann auch noch bit­tet, ihr zu hel­fen, nicht zwangs­ver­hei­ra­tet zu wer­den und sie hin­ter ein dunk­les Geheim­nis des Her­zogs kommt, ist das Cha­os per­fekt…

Mandy Hubbard Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperteWie ich in High Heels durch die Zeit stol­per­te” ist durch­ge­hend aus Cal­lies Sicht geschrie­ben. Immer mit ein wenig Selbst­iro­nie beglei­tet man eine sym­pa­thi­sche Haupt­fi­gur auf ihren Tur­bu­len­zen im 19. Jahr­hun­dert. Der Erzähl­stil ist leicht und der Text sehr flüs­sig zu lesen. Ange­neh­me Unter­hal­tungs­lek­tü­re für Zwi­schen­durch. Gegen Ende wird es beson­ders dra­ma­tisch und wun­der­schön roman­tisch. Beson­ders drängt sich wäh­rend des Lesens die Fra­ge auf: Wie wird Cal­lie wohl zurück in die heu­ti­ge Zeit gelan­gen? Was muss sie tun? Schön fand ich die Erkennt­nis­se, die das sich sonst ein wenig unsicht­bar füh­len­de Mäd­chen am Ende zieht:Wir ste­hen ein­fach da und wer­fen uns weg vor Lachen. Das ver­stößt garan­tiert gegen Vic­to­ri­as “Regeln für sitt­sa­me jun­ge Mäd­chen”. Aber auch das ist mir egal. Ich bin ich selbst. Ent­we­der mögen sie mich so oder sie ver­ach­ten mich. Ich bin ich selbst, und nur das zählt” (Zitat S. 275) Auch ver­steht sie, dass sie die Aner­ken­nung von ande­ren nicht unbe­dingt braucht und sich wegen Urtei­len ande­rer Men­schen nicht mehr schlecht füh­len muss. “Wie ich in High Heels durch die Zeit stol­per­te” macht auf unauf­dring­li­che Wei­se klar, dass es am bes­ten ist, ein­fach zu sich selbst zu ste­hen. Genau so, wie man ist. Das gefällt mir an Man­dy Hub­bards Büchern. Leicht und locker geschrie­ben, aber immer mit eine Pri­se Erkennt­nis gewürzt!

LesealternativenWenn dir “Wie ich in High Heels durch die Zeit stol­per­te” gefal­len hat, kannst du auch noch die andern Bücher von Man­dy Hub­bard lesen: “Der Kuss der Sire­ne” und Ver­wünscht und zuge­näht” — das liest sich sehr humor­voll und ist ide­al für Mäd­chen ab 12 Jah­ren. Wit­zig und tur­bu­lent ist eben­falls Lasst uns schwei­gen wie ein Grab” von Julie Ber­ry, wel­ches eben­so im 19.Jahrhundert spielt. Ein neue­res Buch, in dem das The­ma Zeit­rei­se eine Rol­le spielt, ist Der Som­mer, in dem die Zeit ste­hen blieb” von Tanya Stew­ner. Eine der bekann­tes­ten Zeit­rei­sen-Roma­ne im Jugend­buch ist die “Rubin­rot”-Rei­he von Kers­tin Gier.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-40129-1
Erscheinungsdatum: 24.Mai 2015
Einbandart: Hardcover
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 320
Übersetzer: Franziska Jaekel
Originaltitel: "Prada and prejudice"
Originalverlag: Razorbill

Amerikanisches Originalcover:
Mandy Hubbard Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte










Amerikanischer Trailer:
 

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Mandy Hubbard

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