Leigh Bardugo — Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen

Leigh Bardugo - Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen9.Februar 2018

Die israe­li­sche Autorin Leigh Bardu­go hat mit “Won­der Woman: Krie­ge­rin der Ama­zo­nen” den Auf­takt einer 4-tei­li­gen Rei­he gestar­tet, die ein­zel­ne DC-Super­hel­den in den Vor­der­grund rückt und ihre jewei­li­ge Geschich­te neu erzählt. 4 Bücher — 4 Hel­den — 4 ver­schie­de­ne Autoren. Der hier bespro­che­ne Fan­ta­sy­ro­man ent­führt in die Welt der Ama­zo­nen und in das heu­ti­ge New York. Eine action­rei­che, fes­seln­de Geschich­te für Super­hel­den­fans, aber auch sol­che, die es noch nicht sind;-) Sehr gelun­gen — ich bin von die­sem Buch abso­lut begeis­tert! Für Jugend­li­che (Jungs und Mäd­chen glei­cher­ma­ßen) ab 12 Jah­ren und Erwach­se­ne.

The­mys­ci­ra. Hier auf der para­die­si­schen Insel lebt Dia­na mit ihrer Mut­ter — der Köni­gin Hip­po­ly­ta — und ihren Schwes­tern, den Ama­zo­nen. “Ihre Schwes­tern waren kampf­erprob­te Krie­ge­rin­nen, leid­ge­stählt und zu wah­rer Grö­ße gereift, als sie aus dem Leben schie­den und Unsterb­lich­keit erlang­ten. Jede von ihnen hat­te sich ihren Platz auf The­mys­ci­ra ver­dient. Jede bis auf Dia­na.” (Zitat S.14) Denn das Mäd­chen ist nicht in den Krieg gezo­gen, ist dort nicht ruhm­reich gefal­len und wur­den von kei­ner Göt­tin, die sie im Moment ihres Ster­bens anrief, wie­der zum Leben erweckt. Dia­na wur­de von ihrer Mut­ter, die den Wunsch nach einem Kind heg­te, aus der Erde der Insel geformt und von den Göt­tern leben­dig wer­den las­sen. Des­halb fühlt sie sich nicht nur wie eineLeigh Bardugo - Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen Außen­sei­te­rin, sie ist es in man­cher Hin­sicht auch. Sie ist die Jüngs­te, die Kleins­te und so schnell und stark wie ihre Schwes­tern ist sie auch nicht. Bei einem Wett­lauf zum ande­ren Ende der Insel hat sie des­halb einen beson­de­ren Plan, um den­noch zu gewin­nen. Doch dann lässt sich Dia­na von einem Schiff ablen­ken, das nahe der Insel in See­not gerät und unter­zu­ge­hen droht. “Flug­zeu­ge stürz­ten ab. Schif­fe zer­schell­ten an den Fel­sen. […] Das mensch­li­che Leben war eine ste­ti­ge Gezei­ten­strö­mung aus Leid und Kum­mer, die nie die Ufer der Insel erreich­ten.” (Zitat S.16) Men­schen kön­nen auf die­se Insel eigent­lich nie­mals kom­men. Aber der Schrei eines ertrin­ken­den Mäd­chens lässt Dia­na inne hal­ten und sie tut das Unvor­stell­ba­re: sie schwimmt bis zur Gren­ze, die die Insel umgibt und ret­tet das Mäd­chen, namens Alia, vor dem siche­ren Tod. “Wenn irgend­je­mand von Alia erfuhr, wür­de Dia­na für immer von ihrem Zuhau­se fort­ge­schickt wer­den. Von allen auf der Insel gel­ten­den Regeln war das Gebot, kei­ne Frem­den hier­her­zu­brin­gen, das hei­ligs­te. Nur Ama­zo­nen, die sich das Recht, auf The­mys­ci­ra zu leben, ver­dient hat­ten, gehör­ten hier­her.” (Zitat S.30) Dia­na ver­steckt Alia in einer Höh­le in den Fels­klip­pen. Und muss mit Schre­cken fest­stel­len, als sie ein Ora­kel um Hil­fe bit­tet, dass nicht nur man­che ihrer Schwes­tern plötz­lich schwer erkran­ken, son­dern sie einen ganz beson­de­ren Gast auf die Insel geholt hat: Alia ist kein gewöhn­li­ches Mäd­chen. Sie trägt den Tod in sich.” “Wie alle Sterb­li­chen”, ent­geg­ne­te Dia­na. […] “Sie trägt nicht ihren Tod in sich, son­dern den der Welt. […] Alia ist eiLeigh Bardugo - Wonder Woman: Kriegerin der Amazonenne Kriegs­brin­ge­rin. Sie ent­springt der­sel­ben Linie wie Hele­na, die von der Göt­tin Neme­sis abstammt. […] Wo sie wan­delt, wird es Zwie­tracht und Unfrie­den geben. Mit jedem ihrer Atem­zü­ge bringt sie uns dem Unter­gang näher.” (Zitat S.58) Noch sind Ali­as Kräf­te nicht aus­ge­reift, aber mit dem nächs­ten Neu­mond wird sich dies ändern und es wird Krieg geben. Es gibt nur eine Mög­lich­keit alle zu ret­ten — sowohl Alia, als auch ihre Schwes­tern — Dia­na muss Alia zur Quel­le von The­rap­ne brin­gen, wo sie gerei­nigt wird um den Kreis­lauf ihrer Blut­li­nie zu durch­bre­chen. Aber auf ihrer Flucht von der Insel lan­den die bei­den Mäd­chen nicht im anti­ken Grie­chen­land, son­dern aus­ge­rech­net im New York der Jetzt-Zeit…

Der Kir­kus Review schrieb über die­ses Buch: “Abso­lut groß­ar­tig, für alle Won­der-Woman-Fans und für alle, die bis­lang nicht auf Super­hel­den stan­den” und ich muss geste­hen auf Super­hel­den stand ich bis­her auch nicht wirk­lich — aber “Won­der Woman: Krie­ge­rin der Ama­zo­nen” hat mich defi­ni­tiv eines Bes­se­ren belehrt und ist rich­tig gut geschrie­ben! Der Roman wird in per­so­na­ler Erzähl­wei­se aus Dia­nas und Ali­as Sicht erzählt und beginnt sogleich sehr ereig­nis­reich, wäh­rend man Dia­na auf ihrem Lauf über die Ama­zo­nen­in­sel beglei­tet. Nach­dem man erst ein­mal ange­fan­gen hat die Hin­ter­grün­de und die Lebens­art auf der Insel zu ver­ste­hen, macht es rich­tig Spaß zu erle­ben, wie zwei grund­ver­schie­de­nen Wel­ten auf­ein­an­der­pral­len, als Dia­na auf Alia trifft. Alia, die aus der Jetzt-Zeit stammt und Dia­na, die irgend­wo in der Anti­ke ste­hen geblie­ben ist und man­che Din­ge aus der “Men­schen­welt” nur aus theo­re­ti­schem Unter­richt kennt. Da kann Alia, die sich auf Exkur­si­on auf einem For­schungs­schiff befand, nur stau­nen: “Gibt’s hier keLeigh Bardugo - Wonder Woman: Kriegerin der Amazonenin Tele­fon? Funk­ge­rä­te?” “Kein Kon­takt mit der Außen­welt.” […] Sie hat­te es also geschafft, als Schiff­brü­chi­ge auf einer Insel zu lan­den, auf der irgend­wel­che durch­ge­knall­ten Sek­ten­jün­ger in völ­li­ger Iso­la­ti­on leb­ten. Fan­tas­tisch.” (Zitat S.77) Den Leser erwar­ten tol­le Dia­lo­ge und vor allem viel Iro­nie und Sar­kas­mus, da Alia nicht wirk­lich etwas mit dem ver­que­ren Den­ken von Dia­na anfan­gen kann und ihre Erklä­run­gen, sie sei eine “Kriegs­brin­ge­rin” für völ­lig durch­ge­knallt hält: “Du wirst gejagt.” “Gejagt”, wie­der­hol­te Alia aus­drucks­los. “Wegen mei­nes präch­ti­gen Fells und mei­ner Stoß­zäh­ne?” “Weil du eine Hap­tan­dra bist.” “Wie bit­te?” “Eine Kriegs­brin­ge­rin.” “Ich hab es nicht so mit Video­spie­len.” Dia­na warf ihr einen ver­wirr­ten Blick über die Schul­ter zu. “Das Ora­kel hat gesagt, dass wir am ers­ten Tag des Hek­atom­bai­on vor Son­nen­un­ter­gang die Quel­le in The­rap­ne errei­chen müs­sen. […] Sobald du und dei­ne Blut­li­nie in der Quel­le gerei­nigt wur­det, wirst du nicht län­ger eine Kriegs­brin­ge­rin sein. Du wirst nie wie­der um dein Leben fürch­ten müs­sen.” “Natür­lich”, sag­te Alia. “Leuch­tet voll­kom­men ein.” (Zitat S.79) Wäh­rend es die bei­den durch einen unge­plan­ten Zufall schließ­lich nach New York ver­schlägt, wird es tem­po­mä­ßig zunächst etwas ruhi­ger, um dann rich­tig Schlag auf Schlag los­zu­pre­schen. Action und Adre­na­lin pur, eine star­ke, uner­war­tet kampf­erprob­te, aber auch sehr sym­pa­thi­sche Hel­din mit über­na­tür­li­chen Kräf­ten und ein paar tol­le Wen­dun­gen — “Won­der Woman: Krie­ge­rin der Ama­zo­nen” hat alles, was ein rich­tig guter Page­tur­ner braucht. Das Ende: ein wah­rer Show­down!

Fazit: Von wegen ver­staub­te Super­hel­den — Won­der Woman” in die Jetzt-Zeit geholt — klas­se!

Du bist voll auf den Super­hel­den-Trip gekom­men? Dann war­te gespannt auf die ande­ren Tei­le der Rei­he, für die rich­tig tol­le Autoren gefun­den wur­den: “Bat­man” von Marie Lu (der Autorin der “Legend”-Rei­he, erscheint auf Deutsch im Juli 2018), “Cat­wo­man” von Sarah J. Maas (der AuLesealternativentorin der erfolg­rei­chen “Thro­ne of glass”-Rei­he, erscheint auf Eng­lisch im August 2018) und “Super­man” von Matt de la Peña (der Autor von “Under water”, erscheint auf Eng­lisch im Janu­ar 2019). Über “Won­der Woman” gibt es im Übri­gen bereits ein Buch für jün­ge­re Leser: “Won­der Woman auf der Super Hero High” von Lisa Yee. Oder lies die Ori­gi­nal-Comics zu Won­der Woman” oder infor­mie­re dich in Sach­bü­chern wie DC Comics Das gro­ße Super­hel­den Lexi­kon: Über 200 Hel­den und Schur­ken” von Bran­don T. Snider über die Welt der Super­hel­den. Du magst star­ke Hel­din­nen? Dann wäre viel­leicht die Neu­erschei­nung “Valor. Ver­schwö­rung im König­reich” von Ruth Lau­ren etwas für dich — äußerst span­nend geschrie­ben. Eine sehr star­ke Kämp­fe­rin ist auch die Prot­ago­nis­tin in “Shadow Dra­gon: Die fal­sche Prin­zes­sin” von Kris­tin Bria­na Otts (der ers­te Band einer Tri­lo­gie). Du fin­dest die grie­chi­sche Mytho­lo­gie inter­es­sant? Neben dem moder­nen Klas­si­ker “Per­cy Jack­son” von Rick Rior­dan, könn­te auch die “Gött­lich”-Rei­he von Jose­phi­ne Ange­li­ni etwas für dich sein oder die “Göt­ter­Fun­ke”-Rei­he von Marah Woolf (Band 1 ist “Lie­be mich nicht”).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: dtv
ISBN: 978-3-423-76197-0
Erscheinungsdatum: 9.Februar 2018
Einbandart: Hardcover
Preis: 18,95€ 
Seitenzahl: 448 
Übersetzer: Anja Galič
Originaltitel: "Wonder Woman: Warbringer"
Originalverlag: Penguin Random House 

Amerikanisches Originalcover:
Leigh Bardugo - Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen











Eine Pressekonferenz mit den Autoren der Superhelden-Reihe (auf Englisch):

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Leigh Bardugo

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