Lauren Oliver — Panic: Wer Angst hat, ist raus!

Lauren Oliver Panic: Wer Angst hat ist raus24.März 2017

Panic: Wer Angst hat, ist raus!” von der ame­ri­ka­ni­schen Auto­rin Lau­ren Oli­ver (bekannt durch “Wenn du stirbst, zieht dein Leben an dir vor­bei, sagen sie”) ist ein Roman vol­ler Adre­na­lin! Span­nungs­ge­la­den und mit einer ganz eige­nen Dyna­mik. Über ein ver­bo­te­nes Spiel, Mut­pro­ben, die an Gren­zen gehen und Freund­schaf­ten, die auf die Pro­be gestellt wer­den. Nun neu als Taschen­buch erschie­nen. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Eigent­lich woll­te nur Nata­lie bei dem jähr­lich statt fin­den­den Spiel “Panic” mit­spie­len, bei dem Schul­ab­gän­ger der High­school in Carp (fik­ti­ver Ort in Ame­ri­ka) teil­neh­men dür­fen. Doch in letz­ter Sekun­de hat Hea­ther es sich doch noch anders über­legt. Sie, die eben­so wie ihr bes­ter Freund Bishop eigent­lich zuse­hen und Nat anfeu­ern woll­te, wird mit­ma­chen. Bei dem ver­bo­te­nen Spiel, das die här­tes­ten aller Mut­pro­ben ein­for­dert, aber auch ein hohes Preis­geld ver­spricht. Soeben ist Hea­ther von ihrem Freund betro­gen und sit­zen gelas­sen wor­den. Sie lebt mit ihrer Schwes­ter und ihrer dro­gen­ab­hän­gi­gen Mut­ter mit­samt Stief­va­ter in einer ärm­li­chen Wohn­wa­gen­sied­lung und hat das Gefühl nun nichts mehr zu ver­lie­ren zu haben. Auch Dodge, der eben­falls aus ärme­ren Ver­hält­nis­sen stammt und schon seit Ewig­kei­ten für Nat schwärmt, schließt sich “Panic” an. Jedoch nicht ohne Hin­ter­ge­dan­ken. Denn Jah­re zuvor hat sei­ne gelieb­te Schwes­ter eben­falls bei “Panic” mit­ge­spielt. Sie hat es damals sogar in die End­run­de geschafft. Doch weil jemand ihren Wagen mani­pu­liert hat, sitzt sie jetzt im Roll­stuhl und wird wahr­schein­lich nie wie­der lau­fen kön­nen. Und genau dafür will Dodge Rache neh­men…

Lauren Oliver - Panic: Wer Angst hat, ist raus!Panic: Wer Angst hat, ist raus” wird aus den Per­spek­ti­ven von Hea­ther und Dodge erzählt. Die unter­schied­lichs­ten Moti­va­tio­nen las­sen sie an die­sem lebens­ge­fähr­li­chen Spiel teil­neh­men, das sich wie ein roter Faden durch das gan­ze Buch zieht und die Prot­ago­nis­ten nach die­sem Som­mer nie wie­der so sein las­sen wird, wie sie vor­her ein­mal waren. “Panic” ver­än­dert alle. “Panic” wird sogar von der Poli­zei ver­folgt. Wett­schei­ne wer­den unter höchs­ter Geheim­hal­tung ver­teilt. Die Auf­ga­ben wer­den immer här­ter. “Wer Angst hat, ist raus”, so ver­rät es schon der Unter­ti­tel des span­nungs­ge­la­de­nen Romans. Und Lau­ren Oli­ver ver­steht es defi­ni­tiv Span­nung zu erzeu­gen. Aber sie macht auch nach­denk­lich. Wür­dest du von einer hohen Klip­pe ins Was­ser sprin­gen? Wür­dest du über ein schma­les Brett balan­cie­ren, das sich in 15 Metern Höhe befin­det? Oder gar eine stark befah­re­ne, sechs­spu­ri­ge Auto­bahn so schnell wie mög­lich über­que­ren? Mit ver­bun­de­nen Augen?
Lauren Oliver - Panic: Wer Angst hat, ist raus!Der Roman lässt sei­ne Prot­ago­nis­ten Gren­zen über­schrei­ten, offen­bart dunk­le Abgrün­de mensch­li­cher See­len und zeigt gleich­zei­tig die Zer­brech­lich­keit von Exis­ten­zen. Denn gera­de das macht “Panic: Wer Angst hat, ist raus” so authen­tisch, dass Lau­ren Oli­ver Cha­rak­te­re mit Ecken und Kan­ten geschaf­fen hat, die die­sen Roman leben­dig hal­ten. Über­ra­schen­de Wen­dun­gen tra­gen zu die­ser Leben­dig­keit eben­so bei, wie das Stil­mit­tel, an man­chen Stel­len aus­zu­blen­den und erst eini­ge Zeit danach rück­blen­den­den wie­der ein­zu­set­zen. Dazu der Wech­sel der Per­spek­ti­ven, das gibt unheim­lich viel Tie­fe in das Kalei­do­skop mensch­li­chen Han­delns und des­sen Beweg­grün­de. Jedoch muss ich zuge­ben, dass mir am Ende man­che Din­ge noch zu unge­klärt waren: Was ist was mit Vicky und Bishop gewe­sen? Wie geht Dodge mit dem Aus­gang der Ereig­nis­se um? Auch hät­te ich mir das klä­ren­de Gespräch zwi­schen Hea­ther und Bishop in einer Rück­blen­de gewünscht, das lei­der kom­plett fehlt. Unab­hän­gig die­ser klei­nen Schwä­chen ist der Roman trotz­dem sehr gelun­gen und abso­lut lesens­wert!

Wenn dir “Panic: Wer Angst hat, ist raus!”  gefal­len hat, kannst du auch noch die ande­ren Bücher von Lau­ren Oli­ver lesen. Der Roman, mit dem sie bekannt gewor­den ist, ist Wenn du stirbst, zieht dein Leben an dir vor­bei, sagen sie” Lesealternativen(mit dem unge­wöhn­lich lan­gen, aber Aufmerk­sam­keit erre­gen­den Titel), das eben­falls nach­denk­lich macht und eine sehr über­zeu­gen­de Wand­lung der Haupt­fi­gur zeigt. Die­ses wur­de 2011 für den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis nomi­niert. Außer­dem hat die Auto­rin — die nur ein Psyeud­onym ver­wen­det und eigent­lich Lau­ra Suz­an­ne Schech­ter heißt — noch eine dys­to­pi­sche Tri­lo­gie geschrie­ben: Deli­ri­um” (aus­ge­zeich­net mit dem Bux­te­hu­der Bul­le 2011), “Pan­de­mo­ni­um” und “Requi­em”. Die­se ist auch sehr lesens­wert. Ihr neus­tes Buch heißt “Als ich dich such­te” und hat defi­ni­tiv das Zeug zum Lieb­lings­buch! Die wohl inhalt­lich gese­hen bes­te Alter­na­ti­ve zu “Panic: Wer Angst hat, ist raus!” ist jedoch Got­cha!” von Shel­ley Hrd­litsch­ka, das sehr ähn­lich auf­ge­baut ist, aber nicht ganz so todes­mu­ti­ge For­de­run­gen stellt und rich­tig schön span­nend ist. Spie­le, die sich schnell in bit­te­ren Ernst ver­wan­deln, sind eben­so zu fin­den in “Sae­cu­lum” von Ursu­la Pozn­an­ski und Blind walk” von Patri­cia Schrö­der. Neue­re Titel sind play2live” von Kirs­ty McK­ay und “Ner­ve: Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen” von Jean­ne Ryan.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-31636-3
Erscheinungsdatum: 24.März 2017
Einbandart: Taschenbuch 
Preis: 8,99€
Seitenzahl: 368
Übersetzer: Katharina Diestelmeier
Originaltitel: "Panic"
Originalverlag: Harper Collins

Englisches Originalcover:
Lauren Oliver - Panic: Wer Angst hat, ist raus!











Englischer "Fan made"-Trailer:

Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Englisches Cover: Homepage von Lauren Oliver

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