Laila El Omari — Klippentanz

Laila El Omari Klippentanz9.Oktober 2014

Klip­pen­tanz” von der deut­schen Auto­rin Lai­la El Oma­ri ist ein Thril­ler, der sich mit der Fra­ge aus­ein­an­der­setzt: Freund oder Feind? Unfall oder Mord? Eine im Sie­ben­ge­bir­ge bei Bonn ange­sie­del­te Geschich­te, die sou­ve­rän und gemäch­lich erzählt wird. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren.

Die 16-jäh­ri­ge Eli­nor liebt es vor der Schu­le noch hin­aus in die Natur zu gehen. Ent­we­der mit dem Fahr­rad oder mit der Zahn­rad­bahn fährt sie von Königs­win­ter nach oben zum Dra­chen­fels­gip­fel, wo am liebs­ten die mor­gend­li­che Stim­mung rund um die Rui­ne foto­gra­phiert. Da kann es schon mal vor­kom­men, dass sie zu spät in der Schu­le erscheint. In Letz­te­re ist ein neu­es Mäd­chen namens Caro­lin gekom­men. Sie ist mit ihrer Fami­lie von Stral­sund hier­her­ge­zo­gen. In ihren Bru­der Sebas­ti­an hat Eli­nor sich ver­liebt. Sie hat ihn auf einer Kos­tüm­par­ty ken­nen­ge­lernt. Er wirkt geheim­nis­voll und äußerst anzie­hend. Auch sei­ne Lei­den­schaft ist das Foto­gra­phie­ren. Aller­dings sind sei­ne Moti­ve kei­ne alten Rui­nen, son­dern Abgrün­de. Eli­nor wird per E-Mail vor ihm von einem Unbe­kann­ten gewarnt und erfährt bald dar­auf, dass in Sebas­ti­ans vori­gen Wohn­ort ein Mäd­chen ums Leben kam. Sie ist von einer Klip­pe gestürzt. Und sie war sei­ne Freun­din! Die Ver­däch­ti­gun­gen um sei­ne Per­son stei­gern sich, als Eli­nor eines Tages am Dra­chen­fels eine Tote fin­det. Sophie. Sie ging in die Klas­se ihrer Schwes­ter und war sehr eng mit Sebas­ti­an befreun­det. All­mäh­lich stellt sich die hal­be Schu­le gegen den Jun­gen. Aber Eli­nor kann und will ein­fach nicht glau­ben, dass er tat­säch­lich für die Tode ver­ant­wort­lich ist. Ein Feh­ler…?

Laila El Omari KlippentanzKlip­pen­tanz” ist durch­ge­hend aus Eli­nors Sicht geschrie­ben. Ledig­lich ein Pro­log, der von dem Tod von Sebas­ti­ans frü­he­rer Freun­din Mer­le auf den Klip­pen berich­tet, lie­fert eine ande­re Sicht­wei­se. Außer­dem sind kur­ze Sät­ze jedem Kapi­tel vor­an­ge­stellt, die aus Mer­les Per­spek­ti­ve geschrie­ben sind und auf ihre Ver­gan­gen­heit auf­merk­sam machen. Der Beginn des Buches kommt ganz viel­ver­spre­chend rüber. Die Spra­che bei Beschrei­bun­gen lässt inne­hal­ten, ange­sichts der atmo­sphä­ri­schen Erzähl­wei­se: “Vom Zwie­licht in fah­les Grau gehüllt, ver­harrt die Zeit für eini­ge Augen­bli­cke in Trost­lo­sig­keit, ehe sich das Früh­licht in blut­ro­ten Schlie­ren in das duns­ti­ge Gespinst mischt, das über den Klip­pen bereits zer­fa­sert” (S. 9 aus “Klip­pen­tanz”) und “Burg­rui­nen im Mor­gendunst waren geis­ter­haf­te Schat­ten­wel­ten. Die Däm­me­rung blich die Res­te nächt­li­cher Dun­kel­heit aus und trieb sie in die Win­kel zer­klüf­te­ter Mau­ern.” (S.10 aus “Klip­pen­tanz”). Aller­dings sind sol­che traum­haf­ten Beschrei­bun­gen doch lei­der nur sehr spär­lich in dem Thril­ler ver­teilt. Haupt­säch­lich durch­zieht die Sei­ten eine sehr kla­re, ein­fa­che Spra­che. Scha­de eigent­lich. Auch muss ich sagen, dass die Geschich­te doch teil­wei­se etwas zäh vor­an­schrei­tet. Natür­lich möch­te man wis­sen, ob Sebas­ti­an der Täter ist oder nicht, aber die Span­nungs­bö­gen sind nicht gera­de stil­voll gezo­gen und “Klip­pen­tanz” tän­zelt mehr so vor sich hin, anstatt schwung­voll zu wer­den. Dabei schien das Cover schon so viel­ver­spre­chend und anders zu sein. Aus­drucks- und geheim­nis­voll. Das Ende fand ich per­sön­lich etwas unaus­ge­reift. Aber am bes­ten eine eige­ne Mei­nung bil­den und sel­ber lesen;-) !

Lese­al­ter­na­ti­ven zu “Klip­pen­tanz” hin­sicht­lich der Fra­ge, Lesealternativenwem die Haupt­per­son ver­trau­en kann, sind die Thril­ler “Blind Walk” von Patri­cia Schrö­der (eben­falls viel Natur), Stig­ma­ta: Nichts bleibt ver­bor­gen” von Bea­trix Guri­an (rich­tig schön span­nend!) und “Sin­ge, flie­ge, Vög­lein, stirb” von Janet Clark (hier spie­len auch Mob­bing und fal­sche Ver­däch­ti­gun­gen eine Rol­le). Alle drei erwähn­ten Auto­rin­nen sind so wie Lai­la El Oma­ri deutsch­spra­chig. Ein beson­de­rer Lese­tipp für einen wirk­lich span­nen­den und flott erzähl­ten Roman ist Tau­send Mal gedenk ich dein” von Hei­ke Eva Schmidt. Den wird man so schnell nicht mehr aus der Hand legen!

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Baumhaus
ISBN: 978-3-8339-0263-5
Erscheinungsdatum: 16.September 2014
Einbandart: Hardcover
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 240
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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