Karen Foxlee — Ophelia und das Geheimnis des magischen Museums

Karen Foxlee - Ophelia und das Geheimnis des magischen Museums13.Oktober 2017

Ophe­lia und das Geheim­nis des magi­schen Muse­ums” von der aus­tra­li­schen Auto­rin Karen Fox­lee ist ein bezau­bern­der, mär­chen­haf­ter Roman über ein Mäd­chen, das eigent­lich nicht an Magie glaubt und einen Jun­gen aus einer ande­ren Welt aus dem Bann der bösen Schnee­kö­ni­gin befreit. Fan­ta­sie­voll. Fas­zi­nie­rend. Und feder­leicht wie die Flo­cken in einer Schnee­ku­gel. Für Lieb­ha­ber ganz beson­de­rer Geschich­ten. Jetzt neu als Taschen­buch erschie­nen. Von 9 Jah­ren bis zum 99. Lebens­jahr;-)

Die 11-jäh­ri­ge Ophe­lia und ihre älte­re Schwes­ter Ali­ce sind ihrem Vater in eine namens­lo­se Stadt gefolgt, in der es immer­zu schneit. Ihr Vater ist Spe­zia­list für Schwer­ter und darf für das Muse­um eine Aus­stel­lung mit eben jenen orga­ni­sie­ren. Der Aus­flug in die Stadt soll den Mäd­chen ein wenig Abwechs­lung brin­gen, sie seit dem Tod ihrer Mut­ter vor drei Mona­ten aus ihrem zu still gewor­de­nen All­tag rei­ßen. Der Vater möch­te, dass die bei­den auf Ent­de­ckungs­tour im Muse­um gehen, dass sie Schlitt­schuh lau­fen und den Win­ter genie­ßen. Er selbst ist mit sei­ner Aus­stel­lung voll­auf beschäf­tigt. Doch Ali­ce möch­te lie­ber düs­te­re, depres­si­ve Musik über ihre Kopf­hö­rer hören und hat kei­ne Zeit für ihre klei­ne Schwes­ter. So streift Ophe­lia allei­ne durch das rie­sen­gro­ße, geheim­nis­vol­le Muse­um. “Ophe­lia hielt sich nicht für mutig, aber sie war neu­gie­rig. Sie war genau die Art Mäd­chen, das nicht an einem gol­de­nen Schlüs­sel­loch vor­bei­ge­hen konn­te, ohne hin­durch­zu­schau­enKaren Foxlee Ophelia und das Geheimnis des magischen Mueseums.” (Zitat aus “Ophe­lia und das Geheim­nis des magi­schen Muse­ums” S.10) Und so ent­deckt sie in dem mehr­stö­cki­gen Gebäu­de eine mit einem roten Band abge­sperr­te Gale­rie, in die sie sich hin­ein­wagt. Eine Türe mit den Zif­fern 302. Und dar­in ein Wand­ge­mäl­de, in dem sich eben­falls eine klei­ne Türe befin­det“Sie knie­te vor das Schlüs­sel­loch und press­te ihr Gesicht gegen die Tür, um hin­durch­zu­se­hen. Sie tat es, ohne nach­zu­den­ken. So war sie ein­fach. Sie rech­ne­te nicht mit etwas Unge­wöhn­li­chem. Sie rech­ne­te nicht damit, direkt in ein gro­ßes, blau­grü­nes Auge zu bli­cken.” (Zitat S.16/17) Ophe­lia trifft auf einen Jun­gen, der hin­ter die­ser Türe ein­ge­sperrt ist und von ihr for­dert, die Welt zu ret­ten und ihn zu befrei­en. Dazu braucht er den Schlüs­sel zu die­sem Zim­mer, ein beson­de­res Schwert und eine Per­son, die ihm zeigt, wie die­ses zu füh­ren ist, um die böse Schnee­kö­ni­gin zu besie­gen. Denn sonst wird immer Win­ter blei­ben. Ein biss­chen unfrei­wil­lig lässt Ophe­lia sich schließ­lich auf die­ses außer­ge­wöhn­li­che Aben­teu­er ein…

Ophe­lia und das Geheim­nis des magi­schen Muse­ums” wird in drei Tei­len und einem ein­lei­ten­den Pro­log erzählt, in dem mehr über die mär­chen­haf­te Vor­ge­schich­te des Jun­gen und der Schnee­kö­ni­gin bekannt wird. Der Text ist in einem dunk­len, tür­kis­far­be­nen Ton gehal­ten und die Kapi­tel­zah­len wer­den von einer flie­gen­den Eule umrahmt. Die Spra­che ist ange­nehm, schlicht und sehr flüs­sig zu lesen. Der Roman wird aus Ophe­li­as Per­spek­ti­ve geschil­dert und nur Karen Foxlee Ophelia und das Geheimnis des magischen Mueseumszeit­wei­se durch die Ich-Per­spek­ti­ve des namen­lo­sen Jun­gen unter­bro­chen, als er dem Mäd­chen sei­ne Geschich­te erzählt. Dies liest sich wie ein Mär­chen, zuwei­len mit ein paar gru­se­li­gen Momen­ten. Wie ein unge­rech­ter Kampf gegen eine viel zu star­ke, bös­ar­ti­ge Fan­ta­sie­ge­stalt, die sich Schnee­kö­ni­gin nennt. Bis Ophe­lia Anteil an die­sem Mär­chen nimmt und die Gren­zen zwi­schen Rea­li­tät und Fan­ta­sie­welt inein­an­der ver­flie­ßen. Das Mäd­chen ist ein sehr schön gezeich­ne­ter Cha­rak­ter. Sie fin­det sich nicht mutig und wächst den­noch über sich hin­aus. Sie glaubt nicht an Schnee­kö­ni­gin­nen und beschließt dem Jun­gen trotz­dem zu hel­fen. Und sie liebt es metho­disch und wis­sen­schaft­lich vor­zu­ge­hen, auch wenn ihre fan­ta­sie­vol­le Mut­ter genau das Gegen­teil von war (auch das The­ma Trau­er­ver­ar­bei­tung wird behut­sam ange­spro­chen). Hier lie­fert “Ophe­lia und das Geheim­nis des magi­schen Muse­ums” eine schö­ne Bot­schaft: Manch­mal muss man doch auf sein Herz ver­trau­en und nicht immer nur auf sei­nen Ver­stand. Es ist sehr unter­halt­sam und mit­rei­ßend Ophe­li­as Erkun­dun­gen zu fol­gen, aber auch ihrer zum Teil bezau­bern­den Iro­nie: “Natür­lich konn­te sie nicht die Welt ret­ten. Sie war erst elf und ziem­lich klein für ihr Alter, außer­dem hat­te sie X-Bei­ne.” (Zitat S.21) Am Ende hät­te ich mir jedoch noch irgend­ei­ne beson­de­re Wen­dung gewünscht oder dass viel­leicht noch der ech­te Name des Jun­gen ver­ra­ten wird… es war dann doch zu schnell schon vor­bei;-)

LesealternativenDu magst Bücher, die mär­chen­haft sind? Dann lies unbe­dingt das tol­le The School for Good and Evil” von Soman Chaina­ni (der ers­te Teil einer Rei­he). Eine sehr gute Alter­na­ti­ve ist auch “Mein Herz zwi­schen den Zei­len” von Best­sel­ler­au­to­rin Jodi Picoult und ihrer Toch­ter Saman­tha Van Leer. Hier taucht man als Leser eben­so in die zwi­schen­durch erwähn­ten Erzäh­lun­gen eines Mär­chens ein. In einem Muse­um spielt auch fol­gen­der Roman: “Die gehei­me Samm­lung” von Pol­ly Shul­man. Oder lies natür­lich noch das ers­te Buch von Karen Fox­lee, wel­ches aller­dings erst ab 14 Jah­ren geeig­net ist und wirk­lich sehr her­aus­ra­gend erzählt ist: “Das nacht­blaue Kleid”.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Beltz & Gelberg
ISBN: 978-3-407-74907-9
Erscheinungsdatum: 4.Oktober 2017
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 7,95€
Seitenzahl: 283 
Übersetzer: Katharina Diestelmeier
Originaltitel: "Ophelia and the Marvelous Boy"
Originalverlag: Penguin Random House

Australisches Originalcover:
Karen Foxlee Ophelia und das Geheimnis des magischen Mueseums











Deutsches Originalcover (Hardcover):
Karen Foxlee Ophelia und das Geheimnis des magischen Museums










Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Australisches Cover: Homepage von Penguin Random House

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