John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Das Schicksal ist ein mieser Verräter30.April 2014

End­lich als Taschen­buch erschie­nen: “Das Schick­sal ist ein mie­ser Ver­rä­ter”  von dem ame­ri­ka­ni­schen Auto­ren John Green. Der Roman han­delt von zwei krebs­kran­ken Jugend­li­chen, zwi­schen denen sich eine zar­te Lie­be ent­wi­ckelt. Hier­bei trifft Tra­gik auf humor­vol­le Momen­te. In den USA wur­de der Roman bereits vor Erschei­nen ein abso­lu­ter Best­sel­ler: der Autor kün­dig­te näm­lich an, dass jeder Vor­be­stel­ler von ihm ein hand­si­gnier­tes Exem­plar erhält. Das waren dann schließ­lich 150.000 Exem­pla­re! Was John Green dann gemacht hat, erfährst du ganz am Ende der Rezen­si­on. Geeig­net ist die­ses Buch sowohl für Erwach­se­ne, als auch für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren.

Hazel ist 16 Jah­re alt. Und sie hat Krebs. Es fing an in der Schild­drü­se, als sie 13 war. Dann haben sich auch Meta­sta­sen in der Lun­ge gebil­det, so dass sie stän­dig eine Sauer­stoff­fla­sche mit sich her­um­schlep­pen muß. Zur Schu­le geht sie seit drei Jah­ren nicht mehr. Weil sie neu­er­dings laut der Mei­nung ihrer Mut­ter und der ihres Haus­arz­tes an einer Depres­si­on lei­det, muss sie nun ein­mal in der Woche eine Selbst­hil­fe­grup­pe besu­chen, die aus lau­ter Krebs­kran­ken besteht. Dort lernt sie eines Tages nach eini­gen ermü­den­den Teil­nah­men Augus­tus, genannt Gus, ken­nen, der sei­ner­seits beschlos­sen hat, mit allem nun völ­lig offen umzu­ge­hen. Wün­sche, Gedan­ken wer­den direkt und ohne Umschwei­fe geäu­ßert, denn viel­leicht hat man ja sowie­so nicht mehr lan­ge zu leben. Gus lei­det an Kno­chen­krebs und hat ein Bein John Green Das Schicksal ist ein mieser Verräteraus Holz. Trotz­dem kann er Auto fah­ren, wenn auch auf sehr tur­bu­len­te Art und Wei­se, was Hazel zu spü­ren bekommt, als er sie kurz nach ihrer ers­ten gemein­sa­men Selbst­hil­fe­grup­pen­stun­de ein­lädt bei ihm zu Hau­se einen Film anzu­gu­cken. Die bei­den freun­den sich an und schwär­men schon bald für Hazels Lieb­lings­buch “Ein herr­schaft­li­ches Lei­den” von Peter van Hou­ten (fik­tiv!). Auch die­ses beschäf­tigt sich mit einem krebs­kran­ken Mäd­chen und endet mit­ten in einem Satz. Hazel woll­te schon immer wis­sen, wie es mit den Figu­ren in dem Buch wei­ter­geht. Der hol­län­di­sche Autor, den Gus per E-Mail anschreibt, will deren Ende jedoch nur per­sön­lich ver­ra­ten. Und so über­rascht Gus Hazel damit, sei­nen Her­zens­wunsch (es gibt eine Stif­tung, die kran­ken Kin­dern einen Wunsch erfüllt) auf­zu­brau­chen und sich eine Rei­se mit ihr nach Hol­land spon­sern zu las­sen (Hazel hat ihren Wunsch bereits an das Dis­ney­land ver­schwen­det). Hazel ist hin und weg und auch ihre Eltern erlau­ben die Fahrt — wobei ihre Mut­ter eine Begleit­per­son sein wird — und doch hat sie Angst: Was, wenn Gus mehr für sie emp­fin­det? Was, wenn er sie küs­sen will? Hazel will ihn auf kei­nen Fall ver­let­zen, zumal sie sich gesund­heit­lich in einem kri­ti­sche­ren Zustand befin­det, als Gus. Und wer möch­te schon mit einer ticken­den Zeit­bom­be zusam­men sein?

John Green Das Schicksal ist ein mieser VerräterEin wun­der­ba­res Buch: ehr­lich und anrüh­rend, bewe­gend und packend. Lie­be­voll mit sei­nen Cha­rak­te­ren und sen­si­bel erzählt. Aber auch scho­nungs­los und offen — “Das Schick­sal ist ein mie­ser Ver­rä­ter” nimmt kein Blatt vor den Mund! Die Jugend­li­chen gehen auf ihre Art mit der Krank­heit um und ein paar zyni­sche Wit­ze zu rei­ßen, ist da kei­ne Sel­ten­heit. Trotz­dem ist der Roman an man­chen Stel­len so komisch und lus­tig — gera­de die ver­ba­len Schlag­ab­tau­sche zwi­schen Hazel und Gus — dass es ein­fach höchst erfreu­lich ist, ihren Gedan­ken und Wort­spie­len zu fol­gen. Hef­ti­ge Pas­sa­gen, in denen die Krank­heit ihren Tri­but for­dert, fol­gen natür­lich auch, den­noch ist es kein nur trau­ri­ges Buch. Außer­dem schafft der Autor es, in man­chen Situa­tio­nen durch wit­zi­ge Ein­fäl­le mit Kli­schees zu bre­chen, bei­spiels­wei­se als Hazel sieht, wie Gus sich eine Ziga­ret­te zwi­schen die Lip­pen steckt und ihn ent­geis­tert ansieht und es nicht fas­sen kann, dass er raucht. Gus hin­ge­gen liebt es die Gefahr zu spü­ren, aber nur rein theo­re­tisch gese­hen: er zün­det die Ziga­ret­te näm­lich nie­mals an!

Ach übri­gens: John Green hat sein Wort wirk­lich gehal­ten und alle 150.000 Exem­pla­re unter­schrie­ben! Dazu brauch­te er einen gan­zen Monat. An jedem Tag sigier­te 5000 Stück, allein 400 in einer Stun­de. Und das 7 Tage die Woche, 12 Stun­den (!) am Tag. Respekt, Herr Green!Lesealternativen

Zu emp­feh­len für alle Fans von Jen­ny Down­hams “Bevor ich ster­be”, in wel­chem auch das The­ma Krebs the­ma­ti­siert wird. Schö­ne Lese­al­ter­na­ti­ven sind auch Wun­der” von Raquel J. Pala­cio und “Mit Wor­ten kann ich flie­gen” von Sharon M. Dra­per. Eben­so bewe­gend ist Das Jahr, nach­dem die Welt ste­hen blieb” von Cla­re Fur­niss.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: dtv
ISBN: 3-423-62583-X 
Erscheinungsdatum: 1.Mai 2014
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 9,95€
Seitenzahl: 336
Übersetzer: Sophie Zeitz
Originaltitel: "The fault in our stars" 
Originalverlag: Penguin USA

Amerikanisches Originalcover:
Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Trailer zum Kinofilm:

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

 

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Amerikanisches Cover: Homepage von Penguin

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