Jana Frey — Liebeskinder

Jana Frey Liebeskinder19.Juni 2016

Lie­bes­kin­der” ist ein Roman der deut­schen Auto­rin Jana Frey. Ein opu­len­tes Werk, das bes­te Unter­hal­tung bie­tet. Über Freund­schaft, Fami­lie, den Man­gel an Lie­be zu sich selbst und dem Seh­nen nach sel­bi­ger. Ein Buch, zwei Geschich­ten. Meh­re­re Zeit­ebe­nen. Ein Kalei­do­skop bril­lant gezeich­ne­ter Cha­rak­te­re. Bewe­gend und authen­tisch. Jetzt neu als Taschen­buch erschie­nen. Lese­tipp! Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Zadoc und Ivo­ry. Sie sind Nach­bars­kin­der. Er stammt aus ärme­ren Ver­hält­nis­sen, der Vater ver­stor­ben, als er 5 Jah­re alt war. Sie ist Toch­ter aus wohl­ha­be­nem Hau­se, hat neben ihren Eltern zwei Geschwis­ter und Aupair-Mäd­chen, die sie betreu­en. Am Ende ihres weit­läu­fi­gen Grund­stücks haben sich Zadoc und Ivo­ry das ers­te Mal getrof­fen, als sie noch ganz klein waren. Ihre Eltern sehen es nicht ger­ne, wenn Ivo­ry sich mit Zadoc trifft. Denn der Jun­ge ist anders als die ande­ren Kin­der. Er hat Anfäl­le von Zeit zu Zeit, lei­det unter Hal­lu­zi­na­tio­nen und muss Tablet­ten ein­neh­men. In der Schu­le wird er von sei­nen Mit­schü­lern geär­gert, bis er schließ­lich nur noch von sei­ner Mut­ter zu Hau­se unter­rich­tet wird. Ivo­ry, die vie­le Freun­de hat, hält jedoch immer zu ihm. Trifft ihn. Mal öfters, mal weni­ger oft. Doch Zadoc hat ein gro­ßes, dunk­les Geheim­nis. Sei­ner Mut­ter muss­te er ver­spre­chen nie­man­dem je davon zu erzäh­len. Und doch ver­traut er es Ivo­ry eines Tages an. Das ver­än­dert alles…

Jana Frey LiebeskinderMacken­zie, genannt Ken­zie, wur­de von ihrer Mut­ter an einem Strand gebo­ren. Sie wächst mit zwei Müt­tern auf, die in einer Bezie­hung leben. Lee­tha und Insel. Ihr Vater ist Hap, den Lee­tha um eine Samen­spen­de gebe­ten hat. Auch für das zwei­te Kind grei­fen die Frau­en — dies­mal ist es Insel, die schwan­ger wird — auf Haps Erb­gut zurück, jedoch wur­de die dar­auf gebo­re­ne Janis auf natür­li­che Wei­se gezeugt. Das wird bald zum Streit­punkt zwi­schen den Geschwis­tern. Es sorgt für den soge­nann­ten “Dad­streit”, wes­sen Mut­ter ihrem gemein­sa­men Dad — der sie immer mal wie­der besucht — wohl näher steht. Janis’ größ­tes Argu­ment ist ihre Behaup­tung, ein Kin­der der Lie­be zu sein, wäh­rend Ken­zie nur künst­lich gezeugt wur­de. Aber auch unab­hän­gig die­ser The­ma­tik beginnt Ken­zie sich bald unzu­läng­lich zu füh­len. Sie fin­det sich viel häss­li­cher als ihre hüb­sche, belieb­te Schwes­ter, die bald schon einen ers­ten Freund hat. Auch Ken­zie sehnt sich danach geliebt zu wer­den…

Lie­bes­kin­der” war­tet nicht unbe­dingt mit einem Cover auf, das auf­fällt. Aber die Lek­tü­re die­ses Romans lohnt sich defi­ni­tiv! Jana Frey hat einen sehr ange­neh­men Erzähl­stil und schafft es die Figu­ren ihres Buches leben­diJana Frey Liebeskinderg und greif­bar zu machen. Ver­wirrt am Anfang der Wech­sel der Zeit- und Per­so­nen­ebe­nen, so gewöhnt man sich recht schnell an die Tak­tung der Geschich­te. Im Grun­de wird recht gleich­mä­ßig erst von Ivo­ry und Zadoc und dann von Ken­zie und ihrer Schwes­ter erzählt. Inner­halb der ein­zel­nen Hand­lungs­strän­ge kommt bei­spiels­wei­se sowohl der 4-jäh­ri­ge Zadoc, als auch der Teen­ager, als auch der 18-Jäh­ri­ge zu Wort (nicht immer chro­no­lo­gisch). Die­se Wech­sel geben dem Roman unheim­lich viel Tie­fe und lie­fern jede Men­ge Infor­ma­tio­nen über die sehr lie­be­voll gezeich­ne­ten Per­so­nen. Was mir auch sehr gut an “Lie­bes­kin­der” gefal­len hat, sind die kur­zen, kur­siv gedruck­ten Abschnit­te, die zwi­schen den Erzähl­text ein­ge­bun­den sind und kur­ze Erklä­run­gen zum Inhalt bie­ten oder Din­ge auf­lis­ten. Die­se lockern die Geschich­te auf und sind inter­es­sant geschrie­ben. Das Ende hat mich total über­rascht und erzeugt jede Men­ge Span­nung. Ich konn­te “Lie­bes­kin­der” bald gar nicht mehr aus der Hand legen!

LesealternativenDie inhalt­lich und erzähl­tech­nisch bes­te Lese­al­ter­na­ti­ve ist wohl “Mein Ein und Alles” von Beth Kephart, wel­ches sprach­lich auch noch rich­tig kunst­voll erzählt wird. Betrach­tet man die zwei Hand­lungs­strän­ge in “Lie­bes­kin­der” für sich, ist Zwi­schen Licht und Schat­ten” von Cris­ti­na Mor­a­cho eine Alter­na­ti­ve zu Zadoc und Iver­ys Geschich­te. Im Schat­ten der Schwes­ter wie bei Ken­zie und Janis ste­hen die Haupt­per­so­nen in “Nichts ist so per­fekt wie das Leben” von Chris­ti­ne Hur­ley Der­i­so, Ich lebe lebe lebe” von Ali­son McG­hee und Bet­ween love and fore­ver” von Eliza­beth Scott.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Arena
ISBN: 978-3-401-50862-7
Erscheinungsdatum: 1.Juni 2016
Einbandart: Broschur
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 384
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Jana Frey liest aus "Liebeskinder":
 

Kasimiras Bewertung:

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