Hilary Freeman — Mein schönes falsches Leben

Hilary Freeman Mein schönes falsches Leben15.April 2017

Ein inter­es­san­tes Buch hat die bri­ti­sche Auto­rin Hil­ary Free­man geschrie­ben: “Mein schö­nes fal­sches Leben” über ein Mäd­chen, das mor­gens erwacht und auf ein­mal ein ganz ande­res ihr völ­lig unbe­kann­tes Leben zu füh­ren scheint. Ist sie in einem Par­al­lel­uni­ver­sum gelan­det? Oder hat sie gar den Ver­stand ver­lo­ren? Tauch ein in Ellas Welt und in eine Geschich­te, die sich so flott und unter­halt­sam liest, dass man das Buch kaum aus den Hän­den legen möch­te! Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Lon­don. Die 17-jäh­ri­ge Ella staunt nicht schlecht, als sie eines Mor­gens erwacht und neben sich im Bett eine Wand erfühlt, die dort eigent­lich nicht sein soll­te. Und war­um sind ihre Zim­mer­wän­de plötz­lich rosa­far­ben? Auch die Möbel und ihre per­sön­li­chen Gegen­stän­de sind nicht so, wie sie sie in Erin­ne­rung hat­te. Und Ellas Haa­re sind auf ein­mal so lang, dass sie sich zu einem Pfer­de­schwanz zusam­men­bin­den las­sen? Irgend­et­was stimmt hier nicht. “Viel­leicht soll­te ich mich ein­fach wie­der ins Bett legen, die Augen schlie­ßen und ver­su­chen, mich zu ent­span­nen. Und in ein paar Minu­ten wache ich dann auf und alles ist wie­der nor­mal.” (Zitat S.15) Doch lei­der pas­siert dies nicht. Und es wird noch schlim­mer: ihre Mut­ter hat plötz­lich nicht mehr brau­ne, son­dern gänz­lich wei­ße Haa­re! Die Ein­rich­tung im Haus ist kom­plett ver­än­dert. Ellas bes­te Freun­din Deeta scheint nicht mehr ihre bes­te Freun­din zu sein und ihr On-off-Freund Billy hat noch nie etwas von ihr gehört. “All mei­ne Beklem­mung und Angst, meine Ver­wir­rung und die­ses erdrü­cken­de, bene­beln­de Gefühl, dass ich nicht ganz da bin, nicht mit bei­den Bei­nen auf dem Boden ste­he, wei­chen einer ein­zi­gen, alles über­strah­len­den Emp­fin­dung: blan­ker Wut. Es ist nicht fair, was mit mir pas­siert. Es ist grau­sam und unge­recht. Ich will mein Leben zurück. Ich will mei­ne bes­te Freun­din zurück. Ich will wis­sen, was hier los ist.” (Zitat S.47) Ella muss drin­gend raus­fin­den, wie sie aus die­sem Schla­mas­sel wie­der her­aus­kommt. Eine uner­war­te­te Hil­fe ist ihr dabei Dani­el, eine stu­den­ti­sche Nach­hilfs­kraft ihrer Schu­le, der sich zufäl­lig mit Phy­sik und Par­al­lel­uni­ver­sen äußerst gut aus­zu­ken­nen scheint…

Mein schö­nes fal­sches Leben” ist in meh­re­re mit Über­schrif­ten ver­se­he­ne Kapi­tel unter­teilt und wird durch­ge­hend aus Ellas Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve erzählt. Das Cover stellt die Sky­line von Lon­don dar, dem Haupt­drehtort des Buches und wirkt pas­send geheim­nis­voll und mys­te­ri­ös. Eben­so star­tet der Pro­log, der eine selt­sa­me, alte Frau in Erschei­nung tre­ten lässt, die Ella an einer Bus­hal­te­stel­le anspricht und gera­de­zu bös­wil­lig wirkt: “Ich ken­ne dich. Ich weiß, wer du bist. Ich weiß, was du bist. Du bist gefähr­lich. Halt dich von mir fern, hörst du? Komm mir bloß nicht zu nahe!” (Zitat S.10) Hilary Freeman Mein schönes falsches LebenWas mir an dem Roman rich­tig gut gefal­len hat, ist die tem­po­rei­che Erzähl­art der Geschich­te. Sie ist unheim­lich flüs­sig geschrie­ben und es gibt nahe­zu immer irgend­et­was Inter­es­san­tes zu berich­ten. Man kann sich in die Prot­ago­nis­tin sehr gut ein­füh­len und rät­selt die gan­ze Zeit mit, was ihr wohl pas­siert sein könn­te: “Manch­mal kommt es nach einer Gehirn­er­schüt­te­rung zu selt­sa­men Nach­wir­kun­gen, oder? Geis­ti­ger Ver­wir­rung zum Bei­spiel. Viel­leicht gibt es für die­sen gan­zen Irr­sinn ja doch irgend­ei­ne logi­sche Erklä­rung.” (Zitat S.56) Die scheint es bis zum Schluss erst mal nicht zu geben, man kann nur Ver­mu­tun­gen anstel­len, dafür beinhal­tet der Roman eine tol­le Bot­schaft: Alles, was man tut, hat Aus­wir­kun­gen auf sei­ne Zukunft. Jede Ent­schei­dung führt zu einem “ande­ren” Leben, zu einer neu­en Abzwei­gung auf dem eige­nen Weg. Das schärft das Bewusst­sein und macht nach­denk­lich. Das Ende ist fas­zi­nie­rend und passend.

Wenn du Lese­al­ter­na­ti­ven zu “Mein schö­nes fal­sches Leben” suchst, dann könn­ten auch fol­gen­de zwei Bücher etwas fLesealternativenür dich sein: “Wir bei­de, irgend­wann” von Jay Asher/Carolyn Mack­ler und “Mein Leben vol­ler Fra­ge­zei­chen” von Jes­si­ca Bro­dy, die sich bei­de mit der The­ma­tik “Ent­schei­dun­gen tref­fen” auf humor­vol­le, ange­neh­me Art und Wei­se aus­ein­an­der­set­zen. Hier­zu ist auch “Die Macht des Schmet­ter­lings” von Matt Dick­in­son bes­tens geeig­net! Roma­ne über Par­al­lel­wel­ten gibt es jede Men­ge, die meis­ten drif­ten in fan­tas­ti­sche Wel­ten ab. Ande­re, die dies nicht tun, wären zum Bei­spiel: “Ein Tag, zwei Leben” von Jes­si­ca Shir­ving­ton, die “Zimt”-Rei­he von Dag­mar Bach (“Zimt und weg”, “Zimt und zurück”) und die “Wel­ten”-Rei­he von Sara Oli­ver (“Gefan­gen zwi­schen den Wel­ten” und “Ver­lo­ren zwi­schen den Wel­ten”). Eine sehr gute Alter­na­ti­ve ist eben­so “Das Laza­rus­phä­no­men: Wenn die gan­ze Welt dich jagt” und “Die Car­ring­ton­ka­ta­stro­he: Wenn die gan­ze Welt dich jagt” von Kje­til Johnsen.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-8448-4
Erscheinungsdatum: 13.März 2017
Einbandart: Broschur
Preis: 14,95€ 
Seitenzahl: 336 
Übersetzer: Ulrike Köbele
Originaltitel: "When I was me"
Originalverlag: Hot Key Books

Britisches Originalcover:
Hilary Freeman Mein schönes falsches Leben

Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punkten)

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