Colleen Hoover — Nur noch ein einziges Mal

Colleen Hoover - Nur noch ein einziges Mal22.November 2017

Die ame­ri­ka­ni­sche Best­sel­ler­au­to­rin Col­le­en Hoo­ver erfreut ihre Fans mit einem neu­en Werk: “Nur noch ein ein­zi­ges Mal”. Ein Roman über gro­ße Gefüh­le und wie schnell die­se zer­bre­chen kön­nen. Eine packen­de, höchst unter­halt­sa­me und emo­tio­na­le Geschich­te von einer Meis­te­rin des Erzäh­lens. Weni­ge Tage nach Erschei­nen bereits auf der Spie­gel-Best­sel­ler­lis­te gelan­det — zu Recht! Eines ihrer per­sön­lichs­ten und (mei­ner Mei­nung nach) bes­ten Bücher. Für rei­fe Jugend­li­che ab 16 Jah­ren und für Erwach­se­ne.

Vor zwei Jah­ren ist die 23-jäh­ri­ge Lily erst nach Bos­ton gezo­gen, als sie in ihr Hei­mat­dorf zurück­fährt, um ihren Vater zu beer­di­gen. Ihren Vater, den Bür­ger­meis­ter, den sie gehasst hat. Der ihre Mut­ter regel­mä­ßig schlug und nach außen hin den Schein wahr­te, als sei alles in bes­ter Ord­nung. Als sie eine Trau­er­re­de hal­ten soll, um zu erwäh­nen, was sie an ihm schät­ze, fällt ihr ein­fach nichts ein. Sie steht vor­ne vor den Gäs­ten und kann ein­fach kei­ne Eigen­schaft auf­zäh­len, die sie an ihm moch­te und bricht schließ­lich ab. Zurück in Bos­ton will Lily ein­fach nur ihre Ruhe haben zum Nach­den­ken über alles und flüch­tet sich auf das Dach eines Hoch­hau­ses. Dort trifft sie uner­war­tet auf jeman­den, der eben­falls mit sei­nen Gefüh­len der Wut an die­sen Ort geflüch­tet ist. Ryle. Ein ange­hen­der Neu­ro­chir­urg, der am heu­ti­gen Tag einen klei­nen Jun­gen auf dem Ope­ra­ti­ons­tisch ver­lo­ren hat“Er sieht mich an. Sieht mich rich­tig an. Als sein Blick mei­nen trifft, kommt es mir vor, als wür­de er mei­neColleen Hoover - Nur noch ein einziges Mal tiefs­ten Geheim­nis­se offen vor sich sehen. Ich glau­be nicht, dass ich schon mal jeman­dem begeg­net bin, der einen so dunk­len, ein­dring­li­chen Blick hat­te. Und dann auch noch in Kom­bi­na­ti­on mit einem der­art ein­schüch­ternd selbst­be­wuss­ten Auf­tre­ten.” (Zitat aus “Nur noch ein ein­zi­ges Mal” S.15) Und so kommt es, dass sie — die sich über­haupt nicht ken­nen — ein­an­der Din­ge aus ihrem Leben erzäh­len, die man nur Frem­den erzäh­len kann, die man wahr­schein­lich nie­mals wie­der mehr sieht: “Die meis­ten Leu­te tun so, als hät­ten sie nie irgend­wel­che dunk­len Gedan­ken, obwohl wir tief in uns doch alle gleich kaputt sind. Man­che von uns kön­nen das nur bes­ser ver­ber­gen als ande­re.” […] “Ich fin­de es nicht schlimm, wenn jemand zurück­hal­tend ist und nicht gleich sein gan­zes Innen­le­ben aus­packt.”, sage ich. “Die nack­te Wahr­heit ist nicht immer unbe­dingt schön.” Ryle sieht mich einen Moment lang an. “Die nack­te Wahr­heit”, wie­der­holt er. “Das gefällt mir. […] Ver­rätst du mir eine nack­te Wahr­heit über dich, Lily?” (Zitat S.22ff) Erfolg steht für Ryle, der bald drei­ßig wird, an aller­ers­ter Stel­le. Er will kei­ne fes­te Bezie­hung und auch auf kei­nen Fall Kin­der haben. Lily ist da völ­lig gegen­sätz­lich. Sie glaubt an die wah­re, gro­ße Lie­be und dass es irgend­wo den einen rich­ti­gen Mann für sie gibt. “Aber ich stel­le meis­tens ganz schnell fest, dass die, die ich ken­nen­ler­ne, mei­nen Ansprü­chen nicht genü­gen.[…]” “Du soll­test es mal mit mei­ner Metho­de pro­bie­ren.” “Und wie sieht die aus?” “One-Night-Stands.” Er grinst ein­la­dend. […] “Ich könn­te nie mit jemanColleen Hoover - Nur noch ein einziges Maldem schla­fen, den ich über­haupt nicht ken­ne” (Zitat S.30) Doch Ryle mit sei­ner char­man­ten, locke­ren Art lässt nicht locker und fängt an mit ihr zu flir­ten: “Du hast gesagt, dass du mit jeman­dem, den du nicht kennst, nicht schla­fen wür­dest… “, sagt er lang­sam. “Heißt das, du wärst bereit, ande­re Din­ge mit dem­je­ni­gen zu machen? Und wenn ja, wel­che?” Sein Blick ist so durch­drin­gend, dass mich ein hei­ßer Schau­er durch­läuft.” (Zitat S.30) Aber ehe es zu Wei­te­rem zwi­schen ihnen kom­men kann, klin­gelt sein Han­dy und Ryle muss drin­gend gehen. Lily wird ihn also nie wie­der­se­hen. Dass es Mona­te spä­ter dann doch zu einem Tref­fen kommt, ist für sie völ­lig über­ra­schend. Noch dazu, dass er der Bru­der ihrer Ange­stell­ten ist, mit der sie gera­de ihren eige­nen Blu­men­la­den eröff­net. Da sie so unter­schied­li­che Vor­stel­lun­gen vom Leben haben, ist es am ein­fachs­ten sich aus dem Weg zu gehen, befin­den bei­de. Doch das erweist sich als gar nicht so ein­fach, wie Ryle ihr bald dar­auf­hin erklärt: Die nächs­ten paar Mona­te sind wahn­sin­nig wich­tig für mei­ne wei­te­re beruf­li­che Kar­rie­re. Ich muss mich jetzt wirk­lich kon­zen­trie­ren und darf mich durch nichts — durch gar nichts — ablen­ken las­sen. […] Da gibt es nur ein gro­ßes Pro­blem. Egal, was ich pro­biert habe… Ich schaf­fe es ein­fach nicht, dich aus mei­nem Kopf zu bekom­men.” (Zitat S.81) Er über­fällt sie mit der außer­ge­wöhn­li­chen Bit­te, ein ein­zi­ges Mal mit ihr schla­fen zu dür­fen, um sie danach für immer ver­ges­sen zu kön­nen…

Colleen Hoover - Nur noch ein einziges MalCol­le­en Hoo­ver schreibt Bücher, die vor allem eines sind: wahn­sin­nig mit­rei­ßend! Genau­so ver­hält es sich mit ihrem neu­en Roman, der einen von Anfang an gefan­gen nimmt und ohne gro­ßes Vor­ge­plän­kel mit­ten hin­ein ins Gesche­hen wirft. Schon der ers­te Satz lässt einen stut­zig wer­den: “Ich sit­ze auf der gemau­er­ten Brüs­tung einer Dach­ter­ras­se, bli­cke zwölf Stock­wer­ke tief auf Bos­ton her­un­ter und den­ke an Selbst­mord. (Zitat S.9) Aller­dings nicht an ihren eige­nen — dazu liebt Lily das Leben viel zu sehr — son­dern an Sui­zid im All­ge­mei­nen und was Men­schen dazu bringt, die­sen letz­ten Aus­weg zu wäh­len. Eine Sei­te lang Lan­ge­wei­le zu emp­fin­den — das ist in “Nur noch ein ein­zi­ges Mal” gera­de­zu unmög­lich. Eine sehr flüs­si­ge und ange­neh­me Spra­che las­sen einen mühe­los durch die Sei­ten flie­gen. Dazu hoch­dra­ma­ti­sche, fes­seln­de Ent­wick­lun­gen und äußerst emo­tio­na­le Momen­te, von denen es jede Men­ge gibt. Col­le­en Hoo­ver hat ein beson­de­res The­ma in ihrem Roman gewählt: häus­li­che Gewalt in Bezie­hun­gen. Vor allem die Zwie­späl­tig­keit der Opfer, ihrem Ver­ständ­nis für den Täter, ihr Ver­zei­hen, aber auch ihre Wut und ihre Hass­ge­füh­le beschreibt sie äußerst gelun­gen. Inter­es­sant sind auch die ein­ge­scho­be­nen (Tagebuch-)Briefe, die in kur­si­ver Schrift abge­druckt wer­den und aus Lilys Ver­gan­gen­heit berich­ten. Hier taucht eine wei­te­re Per­son in dem Buch auf, die eine gro­ße Rol­le in dem Leben der Ich-Erzäh­le­rin gespielt hat: Atlas, ihre ers­te Lie­be. “Nach kur­zem Blät­tern ent­de­cke ich das Heft, das aus der Zeit stammt, als ich fünf­zehn war, und suche nach dem Ein­trag des Tages, an dem ich Atlas zum ers­ten Mal gese­hen hat­te. Bevor er in mei­neColleen Hoover - Nur noch ein einziges Malm Leben auf­tauch­te, hat­te ich eigent­lich nie etwas Auf­re­gen­des erlebt, das es wert gewe­sen wäre, auf­ge­schrie­ben zu wer­den.” (Zitat S.37) Atlas, der auch mit­be­kom­men hat, wie es in Lilys Fami­lie zuging. Die Gewalt­tä­tig­kei­ten des Vaters. Und der von einem auf den ande­ren Tag aus ihrem Leben ver­schwand. Da der Roman bereits auf Sei­te 27 das F***-Wort erwähnt und auch sonst sehr vie­le aus­schwei­fen­de, ero­ti­sche Sze­nen schil­dert, ist “Nur noch ein ein­zi­ges Mal” erst ab 16 Jah­ren zu emp­feh­len. Scha­de, dass der Ver­lag die­se Alters­an­ga­be dies­mal NICHT auf dem Umschlag auf­ge­druckt hat. Im Nach­wort erfährt man eini­ges über Col­le­en Hoo­ver und ihre eige­ne Fami­lie und ihren Grund die­se Geschich­te zu erzäh­len. Denn, wenn sie bis­her ihre Leser eigent­lich eher unter­hal­ten woll­te, so hat “Nur noch ein ein­zi­ges Mal” dies­mal eine kla­re Bot­schaft, rührt zutiefst und ist ihr per­sön­lichs­tes Buch gewor­den. Und auch wenn ich bei “Nächs­tes Jahr am sel­ben Tag” bereits geschrie­ben habe, es sei eines ihrer bes­ten Bücher, muss ich mich nun wie­der­ho­len: AUCH das aktu­el­le Werkt zählt zwei­fel­los zu dem “Bes­ten”, was Col­le­en Hoo­ver bis­her her­vor­ge­bracht hat.

Fazit: Ein Roman, den man kaum aus der Hand legen möch­te. ABSOLUTE Lese­emp­feh­lung!!

Hier fin­dest du noch ein­mal alle ande­ren Roma­ne von Col­le­en Hoo­ver: Die “Will & Lay­ken”-Rei­he, mit der sie erst so rich­tig erfolg­reich wur­de: “Weil ich Lay­ken lie­be” (Band 1), Weil ich Will lie­be” (Band 2), “Weil wir uns lie­ben” (Band 3)Lesealternativen. Danach folg­te die “Sky & Dean”-Rei­he: “Hope fore­ver” (Band 1), “Loo­king for hope” (Band 2), “Fin­ding Cin­de­rel­la” (Spin-Off). Dann gibt es noch die zwei­bän­di­ge Rei­he “May­be some­day” und “May­be not”. Ein­zel­ne Titel sind “Love and con­fess” und “Zurück ins Leben geliebt” (ab 16) und der zuletzt erschie­ne­ne Roman “Nächs­tes Jahr am sel­ben Tag”. Inhalt­li­che Alter­na­ti­ven zu “Nur noch ein ein­zi­ges Mal” sind “Bit­ter love” von Jen­ni­fer Brown (die wohl bes­te Alter­na­ti­ve) und “Dor­nen­lie­be” von Chris­ti­ne Fehér, aber auch “Die Tie­fen dei­nes Her­zens” von Ant­je Szil­lat. Men­schen, die in ihren Fami­li­en Schlim­mes erle­ben, ver­bun­den mit etwas Ero­tik, das fin­dest du auch in “Stern­schnup­pen­träu­me” von Julie Leu­ze und in “Noah und Echo. Lie­be kennt kei­ne Gren­zen” von Katie McGar­ry. Ein beson­de­rer Lese­tipp über außer­ge­wöhn­lich berüh­ren­de Fami­li­en­schick­sa­le sind die Bücher von Loui­sa Reid“In dei­nem Licht und Schat­ten” (eben­falls mit Gewalt in der Fami­lie) und Jeden Tag ein biss­chen mehr”

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: dtv
ISBN: 978-3-423-74030-2
Erscheinungsdatum: 10.November 2017
Einbandart: Broschur
Preis: 14,95€ 
Seitenzahl: 416 
Übersetzer: Katarina Ganslandt
Originaltitel: "It Ends with us"
Originalverlag: Simon & Schuster UK

Amerikanisches Originalcover:
Colleen Hoover - Nur noch ein einziges Mal











Trailer zum Buch (auf Englisch):
 

Kasimiras Bewertung:

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Amerikanisches Cover: Homepage von Colleen Hoover

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