Christine Hurley Deriso — Nichts ist so perfekt wie das Leben

 Christine H. Deriso Nichts ist so perfekt wie das Leben6.September 2012

Der Roman “Nichts ist so per­fekt wie das Leben” von Chris­ti­ne Hur­ley Der­i­so ist eine Geschich­te über über­trie­be­ne Per­fek­ti­on, sei­ne Rol­le in der Fami­lie und den eige­nen Platz im Leben, den man für sich selbst erst ein­mal fin­den muss! Humor­voll und äußerst unter­halt­sam erzählt. Für Jugend­li­che ab 13.

Sum­mer ist 16 Jah­re und kommt ein­fach nicht gegen sie an. Gegen Shan­non, ihre tote Schwes­ter, die unge­fähr im sel­ben Alter wie Sum­mer war, als sie einen töd­li­chen Auto­un­fall erlitt. Sum­mer hat sie nie ken­nen­ge­lernt. Sie war nur das Ersatz­kind“der labb­ri­ge Nach­schlag” — wie sie sich selbst bezeich­net und ist nie so per­fekt gewor­den wie ihre Schwes­ter, deren Urkun­den und Prei­se den gan­zen Haus­flur wie einen Schrein ver­hän­gen. Selbst an ihrem 17. Geburts­tag wird Shan­non beson­ders weh­mü­tig gedacht und Sum­mers schu­li­sche Leis­tun­gen an den Pran­ger gestellt. Es ver­än­dert sich alles, als Sum­mers Tan­te Nic ihr ein ganz beson­de­res Geburts­tags­ge­schenk macht: sie hat damals Shan­nons Tage­buch gefun­den und es heim­lich — und ohne es zu lesen — auf­be­wahrt. Mit ihrem bes­ten Freund Gib­son geht sie auf die Suche nach der Ver­gan­gen­heit ihrer Schwes­ter, von der sie außer ihren zahl­rei­chen Aus­zeich­nun­gen und bra­vou­rö­sen Leis­tun­gen kaum etwas weiß. Und sie erfährt Erstaun­li­ches: Kann es sein, dass Shan­non gar kei­nen Auto­un­fall hat­te, son­dern mit Absicht gegen einen Baum gefah­ren ist?

Christine H. Deriso Nichts ist so perfekt wie das LebenPfif­fig und frech erzählt, vol­ler Selbst­iro­nie — da macht das Lesen Freu­de! Man kann sich sehr gut in Sum­mer hin­ein­ver­set­zen, mit ihr füh­len, wie sie von dem gro­ßen, auf­ge­zwun­gen Vor­bild ihrer Schwes­ter in die Ecke gedrängt wird. Das The­ma Per­fek­tio­nis­mus und der damit ver­bun­de­ne Lei­dens­druck wer­den sehr gut auf­ge­grif­fen, die Haupt­fi­gur lernt aber auch, dass es sinn­voll ist, zu sagen, was man wirk­lich denkt und somit aus alten Rol­len­mus­tern aus­zu­bre­chen. Außer­dem wird klar wie wich­tig es in einer Fami­lie offen mit­ein­an­der zu reden! Ein rund her­um gelun­ge­nes Buch — unter­halt­sam und zum Nach­den­ken anre­gend! Das Cover ist mal etwas völ­lig ande­res und auf jeden Fall einen Hin­gu­cker (und auch einen Zugriff) wert! Das eng­li­sche Cover (sie­he unten) gefällt mir auch sehr gut!

Ein etwas pein­li­cher Druck­feh­ler ist dem Oetin­ger Ver­lag jedoch auf der Rück­sei­te des gedruck­ten Buches unter­lau­fen: hier wird Chris als der bes­te Freund von Sum­mer erwähnt, dies ist jedoch Gib­son. Chris ist der Freund ihrer Schwes­ter! 😉

LesealternativenDu möch­test noch ande­re Roma­ne lesen, die auch die Bot­schaft haben: “Du musst nicht per­fekt sein, du bist so in Ord­nung wie du bist!” Dann lies zum Bei­spiel von Autumn Corn­well “Car­pe diem”. Sehr schön zu lesen ist auch Plötz­lich Peru” von Chan­tal Schrei­ber. Neue­re Titel, die sich eben­falls mit Per­fek­ti­on aus­ein­an­der­set­zen, sind Per­fect escape” von Jen­ni­fer Brown und Eve & Adam” von Micha­el Grant und Kathe­ri­ne Apple­ga­te. Im Schat­ten der Schwes­ter steht auch die Haupt­per­son in “Bet­ween love and fore­ver” von Eliza­beth Scott.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Oetinger
ISBN: 978-3-7891-3719-8
Erscheinungsdatum: 1.September 2012
Einbandart: Hardcover
Preis: 14,95€
Seitenzahl: 320
Übersetzer: Michael Mundhenk
Originaltitel: "Then I met my sister"
Originalverlag: Flux

Amerikanisches Originalcover:
Christine H. Deriso Nichts ist so perfekt wie das Leben











Amerikanischer Trailer:
 

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Christine H. Deriso

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