Chan Crystal — Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte

Crystal Chan Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte4.September 2014

Die ame­ri­ka­ni­sche Auto­rin Chan Crys­tal hat mit „Bird und ich und der Som­mer, in dem ich flie­gen lern­te“ einen Roman geschrie­ben, der sowohl trau­rig, als auch wun­der­schön erzählt ist. Eine Geschich­te über den Wert der Freund­schaft, böse Geis­ter und die Wich­tig­keit in einer Fami­lie immer mit­ein­an­der zu spre­chen. Sehr unter­halt­sam und berüh­rend. Ein bezau­bern­des Buch. Für Kin­der ab 11 Jah­ren, Jugend­li­che und inter­es­sier­te Erwach­se­ne. Lese­tipp!!

Jewel lebt mit ihrer Fami­lie auf dem Land (in Iowa). Ihr Vater kommt aus Jamai­ka, ihre Mut­ter aus Mexi­ko. Auch ihr Groß­va­ter lebt bei ihnen, spricht aber seit dem Tod von Jewels Bru­der kein Wort mehr. Er war es, der John Bird nann­te, weil er immer so durch die Gegend hüpf­te. Er war es auch, der John erzähl­te, dass er eines Tages sicher­lich flie­gen wür­de kön­nen. Das hat­te John im Alter von fünf Jah­ren lei­der wört­lich genom­men und ist Crystal Chan Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lerntemit einem Hand­tuch als Flü­gel von einer Klip­pe gestürzt. Sein Todes­tag fiel genau auf Jewels Geburt. Und sie wächst das Mäd­chen in einer Fami­lie auf, in der über die­se tra­gi­sche Ver­gan­gen­heit nicht gespro­chen wird, in einer Fami­lie, in der nicht mehr viel Freu­de da ist und in der sie oft nicht gese­hen wird, weil sich ihre Eltern ein­fach nicht für sie inter­es­sie­ren. Ihr Groß­va­ter schon gar nicht. Er ver­bringt den Tag über meist in sei­nem Zim­mer. Doch dann taucht auf ein­mal ein Jun­ge auf, der eben­falls John heißt. Er ist zu Besuch bei sei­nem Onkel. Eine schö­ne Freund­schaft ent­steht zwi­schen Jewel und ihm. Mit ihm kann das Mäd­chen über alles reden. Über ihren Wunsch Geo­lo­gin zu wer­den zum Bei­spiel. Oder über ihren toten Bru­der. Doch irgend­was scheint ihr Groß­va­ter gegen John zu haben…

Bird und ich und der Som­mer, in dem ich flie­gen lern­te“ ist durch­gän­gig aus der Ich-Per­spek­ti­ve und aus Jewels Sicht geschrie­ben. Jewel ist ein sehr klu­ges, ver­sier­tes Mäd­chen. Ein sehr sym­pa­thi­scher Cha­rak­ter. Sie liebt die Natur, die Stei­ne, das Gra­ben in der Erde. Ihre Sor­gen, Wün­sche, Ängst ver­gräbt sie sym­bo­lisch in Form von klei­nen Kie­sel­stei­nen in die Erde, damit die­se sich ihnen annimmt. Trau­rig ist wie wenig das Mäd­chen von ihrer Fami­lie wert­ge­schätzt wird. Als sie bei­spiels­wei­se ihren bewusst­lo­sen Opa mit einer Not­fall­sprit­ze aus dem Zucker­schock holt, bekommt sie kein Dan­ke­schön von ihren Eltern, son­dern wird ange­pflaumt, weil sie nicht frü­her zu Hau­se war. Ihre Mut­ter will auch nichts von ihrem Wunsch, Geo­lo­gin zu wer­den, wis­sen. Sie soll lie­ber etwas Rich­ti­ges ler­nen.
Beson­ders schön ist es da von ihrer auf­kei­men­den Freund­schaft zu John zu lesen. Wie sie sich gegen­sei­tig mit ihrem Wis­sen unter­hal­ten. Jewel mit ihren Kennt­nis­sen über die Erde und John mit sei­nen über den Welt­raum (er möch­te Astro­naut wer­den). Doch auch ihre Freund­schaft muss eini­ges über­ste­hen. Vor allem die Aber­gläu­big­keit ihres Vaters und Groß­va­ters, die an böse Geis­ter glau­ben, ist es, die dem jun­gen Mäd­chen viel abver­langt. Sehr berüh­rend ist es daher von man­chen Ver­än­de­run­gen zu lesen: wie Jewel sich ihrem Groß­va­ter lang­sam nähert oder wie sie es schafft bei Fra­gen, die ihr nie­mand beant­wor­ten will, nicht locker zu las­sen. Auch die Ver­zie­run­gen in den Innen­sei­ten des Buches, vor allem das Cover und die ein­zel­nen Illus­tra­tio­nen an Kapi­te­len­den oder – anfän­gen sind wun­der­schön! Eben­falls das eng­li­sche Cover (sie­he unten) ist gut gelun­gen.

Fazit: zugrei­fen, lesen, mit­füh­len!Lesealternativen

Eine schö­ne Lese­al­ter­na­ti­ve zu „Bird und ich und der Som­mer, in dem ich flie­gen lern­te“ ist das Blub­bern von Glück“ von Bar­ry Jons­berg. Auch hier ist ein Mäd­chen, das in einer Fami­lie lebt, in der es ein ver­stor­be­nes Kind gibt, die ver­sucht ihre Fami­lie glück­lich zu machen. Eine schö­ne Freund­schafts­ge­schich­te ist auch Die Wahr­heit, wie Del­ly sie sieht“ von Kathe­ri­ne Han­nig­an. Beson­ders berüh­rend fand ich auch Isla – Schwa­nen­mäd­chen“ von Lucy Chris­to­pher.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Magellan
ISBN: 978-3-7348-4703-5
Erscheinungsdatum: 21.Juli 2014
Einbandart: Hardcover
Preis: 14,95€
Seitenzahl: 304
Übersetzer: Sandra Knuffinke, Jessika Komina
Originaltitel: "Bird"
Originalverlag: Atheneum Books for Young Readers

Amerikanisches Originalcover:
Crystal Chan Bird und der Sommer, in dem ich fliegen lernte











Die Autorin erzählt von ihrem Buch (auf englisch):
 

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

 

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Amerikanisches Cover: Homepage von Simon & Schuster

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