Norwegische/r Autor/in

Marit Kaldhol — Zweet

Marit Kaldhol Zweet22.September 2017

Zweet” ist bereits das zwei­te Jugend­buch der nor­we­gi­schen Auto­rin Marit Kald­hol, das ins Deut­sche über­setzt wur­de. Für ihren ers­ten Roman “Allein unter Schild­krö­ten” wur­de sie 2013 für den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis nomi­niert. Ihr aktu­el­les Buch: eben­falls ein klei­nes, lite­ra­ri­sches Schmuck­stück, das sowohl ein­dring­lich, als auch über­ra­schend behut­sam erzählt wird. Im Mit­tel­punkt ein Ter­ror­an­griff an einer Schu­le, vor dem eine jun­ge Außen­sei­te­rin flüch­ten kann, in ihre ganz eige­ne Welt — die Welt der Bie­nen. Eine Geschich­te über das Anders­sein, über Mob­bing und die Zart­heit einer ers­ten Lie­be. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren und für Erwachsene.

Lill-Miri­am ist anders als die ande­ren. “Mama hat den ande­ren Eltern von mei­nem Zyn­drom erzählt. Weil zie woll­te, dazz die ande­ren verzte­hen, war­um ich bin, wie ich bin. Dazz ich man­che Din­ge auf mei­ne eige­ne Art mache. Zeit­dem nen­nen zie mich nur noch Zny­drom. Außer einem Jun­gen mit Zuper­man-T-Zhirt, der hat mich ange­lä­chelt.” (Zitat S.24ff) Sie redet nicht so ger­ne. Schrei­ben mag sie viel lie­ber, auch wenn gera­de mal wie­der die “S”-Taste ihres Lap­tops spinnt und sie lie­ber ein “Z” ver­wen­det. Als ein Alarm in ihrer Schu­le aus­bricht, geht sie nicht mit den ande­ren nach drau­ßen, um in die uner­war­te­ten Fän­ge von Ter­ro­ris­ten zu gelan­gen, sondern … Weiterlesen!

Arne Svingen — Die Ballade von der gebrochenen Nase

Arne Svingen Die Ballade von der gebrochenen Nase 28.Oktober 2015

Wie Boxen und Musik zusam­men­pas­sen kann (oder auch nicht;-)), das zeigt der nor­we­gi­sche Autor Arne Svin­g­en in sei­nem Roman “Die Bal­la­de von der gebro­che­nen Nase”. Er erzählt vom Erwach­sen­wer­den, von Stär­ken und Schwä­chen und dem Mut, zu sich selbst zu ste­hen. Auf beschwing­te und zugleich erns­te Wei­se und mit viel Situa­ti­ons­ko­mik. Ein kurz­wei­li­ges (192S.) und sehr schö­nes Buch! Beson­ders für Jungs ab 12 Jah­ren geeignet.

Nor­we­gen. Sei­ne Mut­ter hat den 12-jäh­ri­gen Bart nach einer Figur aus den “Simp­sons” benannt. Etwas Gro­ßes soll aus ihm wer­den. Und hart im Neh­men, das soll er am bes­ten auch sein. Des­halb schickt sei­ne Mut­ter, die zuwei­len mal ver­gisst die Strom­rech­nun­gen zu bezah­len und ihr Geld vom Sozi­al­amt bekommt, ihn auch zum Boxen. “Ich glau­be, Mama hät­te ger­ne einen Sohn, der här­ter im Neh­men ist. Des­halb gehe ich zum Boxen. Irgend­wann wirst du mir dafür dank­bar sein, dass du das gelernt hast, sagt Mama immer. Nicht, dass ich jemals Geld­ein­trei­ber oder Auf­trags­kil­ler wer­den möch­te, aber es kann doch sein, dass jemand vor­hat, mich zum Krüp­pel zu schla­gen. Und dann kann es ja sein, dass ich Mama dank­bar bin. Es kommt ein biss­chen dar­auf an, wer gewinnt.” (Zitat aus “Die Bal­la­de von der gebro­che­nen Nase” S.12). Barts gro­ße Lei­den­schaft hin­ge­gen ist das Weiterlesen!

Olaug Nilssen — Turn me on!

Olaug Nilssen Turn me on!1.September 2015

Turn me on” von der nor­we­gi­schen Auto­rin Olaug Nils­sen ist weni­ger ein Roman, mehr eine kurz­wei­li­ge (80 Sei­ten lan­ge) Erzäh­lung. Ein Aus­schnitt aus dem Leben eines jun­gen Mäd­chens, das auf­grund einer unsitt­li­chen Begeg­nung mit einem Jun­gen, die sie laut­hals ver­kün­det, zum Außen­sei­ter wird. Haupt­au­gen­merk liegt in der Geschich­te jedoch auf der Aus­le­bung ihrer eige­ne Sexua­li­tät, wel­che äußerst frei­zü­gig geschil­dert wer­den. Kein Buch für jeden! Anstö­ßig, abstrus und ein­fach anders. Ein biss­chen “Feucht­ge­bie­te (von Char­lot­te Roche) für Jugend­li­che sozu­sa­gen. Für Jugend­li­che ab 15 Jah­ren und Erwachsene.

Nor­we­gen. Ein klei­nes Pro­vinz­nest. Alma ist 15. Sie schwärmt heim­lich für Arthur. Und dies vor allem in Gedan­ken. Sehr ero­ti­schen, aus­ufern­den Gedan­ken. Auf einer Par­ty kommt er ihr drau­ßen uner­war­tet näher. Das erzählt sie sofort den ande­ren: “Er hat mich mit sei­nem Schwanz gepikst”, wie­der­holt Alma. “Er hat mich mit sei­nem Schwanz gepikst”, sagt sie noch ein­mal, ohne zu mer­ken, wie bescheu­ert das klingt, dafür ist sie zu betrun­ken. “Sein Schwanz war ganz steif, und er hat mich damit gepikst” (Zitat aus “Turn me on!” S.5). Doch die ande­ren glau­ben ihr nicht. Und Alma wird plötz­lich aus­ge­grenzt. Doch wo soll sie hin mit ihren Gedan­ken? Ihrer sexu­el­len, stän­di­gen Erre­gung? Ihren Phan­ta­si­en? Über Arthur, über ihre Freun­din Ingrid mit der gro­ßen Ober­wei­te? Alma lebt aus, was sie kann. Auf der Toi­let­te, mit… Weiterlesen!

Hilde Kvalvaag — Das ist der Sommer im Paradies, wie er eben aussieht, wenn man die Sonnenbrille absetzt

Hilde Kvalvaag - Das ist der Sommer im Paradies, wie er eben aussieht, wenn man die Sonnenbrille absetzt18. Febru­ar 2015

Einen Roman mit einem außer­ge­wöhn­lich lan­gen Titel hat die nor­we­gi­sche Auto­rin Hil­de Kval­va­ag geschrie­ben: “Das ist der Som­mer im Para­dies, wie er eben aus­sieht, wenn man die Son­nen­bril­le absetzt”. Eine Geschich­te über Ent­täu­schun­gen, das Seh­nen nach Lie­be und das Erwach­sen­wer­den. Inten­siv, bewe­gend und authen­tisch. Für Jugend­li­che ab 12 Jahren.

Ein gan­zer Som­mer liegt vor der jun­gen Johan­ne. Zwei gan­ze Mona­te bei ihren Groß­el­tern auf dem Land. Ihre Schwes­ter Kat­rin wird noch nach­kom­men: “Den gan­zen Win­ter hocken wir in der Stadt und freu­en uns auf den Som­mer, freu­en uns auf unse­re Bet­ten an den gegen­über­lie­gen­den Wän­den. Dann lie­gen wir da wie zwei Prin­zes­sin­nen auf der Erb­se und fut­tern Chips und Scho­ko­la­de aus dem Laden.” (Zitat aus “Das ist der Som­mer im Para­dies, wie er eben aus­sieht, wenn man die Son­nen­bril­le absetzt” S.11). Eine ver­hei­ßungs­vol­le Zeit scheint anzu­bre­chen. Zumal Johan­ne sich ver­liebt hat. In Are: “Den gan­zen letz­ten Som­mer und Win­ter ist er mir im Kopf her­um­ge­geis­tert. Er ist dort ein­ge­zo­gen, ohne mich zu fra­gen, hat sich ein­fach ein­ge­nis­tet und ich hab ihn nicht mehr da raus­ge­kriegt. Er hat so viel Platz ein­ge­nom­men, dass ich kaum nochWeiterlesen!

Kjetil Johnsen — Dark Village

2.Juli 2014

Dark Vil­la­ge” von den nor­we­gi­schen Auto­ren Kje­til John­sen ist ein Thril­ler-Phä­no­men aus Skan­di­na­vi­en. Eine 5-bän­di­ge Rei­he mit Soap-Cha­rak­ter, die wahn­sin­nig span­nend und unter­halt­sam ist. Über Lie­be, Freund­schaft, Intri­gen, Mord und Sexua­li­tät. Mal kurz aus der Hand legen? Nahe­zu unmög­lich! Die­se Bücher machen süch­tig!! Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

 

Kjetil Johnsen Dark Village das Böse vergisst nieKjetil Johnsen Dark Village Dreht euch nicht umKjetil Johnsen Dark Village Niemand ist ohne SchuldKjetil Johnsen Dark Village Zurück von den TotenKjetil Johnsen Dark Village Zu Erde sollst du werden

Vier Freun­din­nen. Eine klei­ne Stadt in Nor­we­gen. Ein Mör­der. Eine der vier Freun­din­nen wird ster­ben. Doch wer wird es sein? Die­ses Geheim­nis zieht sich lan­ge durch die Geschich­te und sorgt für jede Men­ge Dra­ma­tik. Eine gro­ße Anzahl an Figu­ren kommt in “Dark Vil­la­ge” zu Wort. Eltern, Poli­zis­ten, Ärz­te, Mit­schü­ler, Leh­rer. Die Per­spek­ti­ven wech­seln stän­dig. Die Kapi­tel sind rela­tiv kurz und die Span­nungs­bö­gen schnel­len uner­müd­lich in die Höhe. Die Ereig­nis­se über­schla­gen sich gera­de­zu. Trotz­dem kommt man immer gut mit. Zeit­sprün­ge wer­den durch Zeit­an­ga­ben gekenn­zeich­net und ein Song­text lei­tet jedes Kapi­tel ein. Vie­le Andeu­tun­gen wer­den gemacht, vie­le ver­bor­ge­ne Fami­li­en­ge­heim­nis­se kom­men ans Licht. Beson­ders die sexu­el­le Iden­ti­täts­su­che der Mäd­chen wird… Weiterlesen!

Das Thema Tod in der Jugendliteratur

Jenny Downham Bevor ich sterbe20.September 2012

Ster­ben müs­sen wir alle irgend­wann. Gedan­ken über den Tod machen sich meist älte­re Men­schen. Doch — wenn man sich die aktu­el­len Neu­erschei­nun­gen in der Jugend­li­te­ra­tur anschaut: scheint das The­ma Tod die­ses Jahr auch in der Jugend­li­te­ra­tur beson­ders ver­tre­ten zu sein.

Schon an den Best­sel­lern “Bevor ich ster­be” von Jen­ny Down­ham oder “Tote Mäd­chen lügen nicht” von Jay Asher, die — obwohl sie schon vor Jah­ren ver­öf­fent­licht wur­den — noch immer gefragt sind, ist erkenn­bar, dass auch Jugend­li­che sich mit erns­ten The­men aus­ein­an­der­set­zen möch­ten. Und das haben nun auch die Ver­la­ge erkannt:

Der Han­ser Ver­lag bie­tet mit John Greens neu­es­tem und bis­her stärks­ten Titel Das Schick­sal ist ein mie­ser Ver­rä­ter” eine Geschich­te über zwei krebs­kran­ke Jugend­li­che, die gleich­zei­tig zum Lachen und zum Wei­nen ver­lei­ten wird.

Inter­es­sant ist auch, dass die­ses Jahr in auf­fal­lend vie­len Roma­nen die Mut­terWeiterlesen!

Hilde Kvalvaag — Prison Island

Hilde Kvalvaag - Prison Island27.Juni 2012

Der Roman “Pri­son Island” von der nor­we­gi­schen Auto­rin Hil­de Kval­va­ag  beschäf­tigt sich mit den The­men Fami­lie, Lie­be und der Suche nach Gebor­gen­heit und dem schnel­len Erwach­sen­wer­den, das manch­mal unge­wollt durch ande­re Men­schen stark beein­flusst wird. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren.

Idun ist 15. Ihre Eltern sind geschie­den und sie lebt bei ihrer Mut­ter. Sie läuft in einem Leicht­ath­le­tik­team und ist heim­lich in ihren Trai­ner ver­liebt, der sie immer dar­in ermu­tigt ihre größ­te Kon­kur­ren­tin Ane Mo beim Lau­fen zu schla­gen: denn Idun ergat­tert stets nur den zwei­ten Platz! Ihr ruhi­ges und über­schau­ba­res Leben gerät extrem durch­ein­an­der, als Mai auf­taucht, ihre Cou­si­ne, die von ihrer eige­nen Mut­ter wegen irgend­ei­nes Ver­ge­hens raus­ge­schmis­sen wur­de und nun vor­läu­fig bei Idun und ihrer Mut­ter lebt. Mai ist völ­lig unan­ge­passt, chao­tisch und auch sehr lau­nisch ab und zu. Sie lügt ger­ne und hat schon viel Erfah­rung mit Jungs (letz­tes Mal, als sie da war, hat­te sie gleich zwei Bezie­hun­gen gleich­zei­tig). Zunächst sitzt Mai jedoch nur in ihrem Zim­mer und weint die gan­ze Zeit. In ihr Tage­buch schreibt sie, dass sie es hier furcht­bar fin­det (Idun liest es heim­lich), am liebs­ten ster­ben möch­te und ihre Cou­si­ne nur als… Weiterlesen!

Marit Kaldhol — Allein unter Schildkröten

Marit Kaldhol Allein unter Schildkröten3.Mai 2012

Allein unter Schild­krö­ten” von der nor­we­gi­schen Auto­rin Marit Kald­hol befasst sich mit dem The­ma Sui­zid und erzählt die sehr ergrei­fen­de Geschich­te eines Jun­gen, der sich das Leben nimmt. Sei­ne Schil­de­run­gen sind im ers­ten Teil des Buches allein in Tage­buch­auf­zeich­nun­gen zu erle­ben. Der Roman wur­de 2013 für den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis von der Jugend­ju­ry nomi­niert. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Mikke steht kurz vor dem Abitur. Er hat eine Freun­din, die Siri heißt. Er betreut einen behin­der­ten Jun­gen namens Sver­re. Er hat noch ande­re Freun­de. Doch er fühlt sich ein­sam. Trotz allem. Zu sei­nem Vater hat er kein gutes Ver­hält­nis. Er liebt Bio­lo­gie. Über Tie­re und die Natur weiß er alles. Beson­ders die Mee­res­schild­krö­ten haben es ihm ange­tan. Doch da ist die­se Dun­kel­heit in ihm, die­se merk­wür­di­gen Gefüh­le, die er tag­täg­lich meist zu spä­ter Stun­de in sein Tage­buch notiert. Es sind meist kur­ze Abschnit­te, die ohne dem Leser die Hin­ter­grün­de erklä­ren zu wol­len, von sei­nem Leben erzäh­len. Oft berich­tet er über Din­ge, die er über man­che Tie­re, im Beson­de­ren die Mee­res­schild­krö­ten her­aus­ge­fun­den hat. Man puz­zelt sein Leben, sei­ne Umstän­de all­mäh­lich zusam­men. Und plötz­lich hat er kei­ne Lust mehr zu schrei­ben. Das Tagebuch… Weiterlesen!