Anna Palm — Die Selbstvergessenen

Anna Palm Die Selbstvergessenen19.Mai 2012

Die noch sehr jun­ge, deut­sche Auto­rin Anna Palm hat mit “Die Selbst­ver­ges­se­nen” einen Roman mit fan­tas­ti­schen Ele­men­ten geschrie­ben. Eine span­nen­de Inter­nats­ge­schich­te, die auf­zeigt, wie bedeut­sam es ist, mensch­lich sein zu dür­fen und Feh­ler zu machen. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren.

Sofia ist impul­siv, frech und ziem­lich vor­laut. Des Öfte­ren hat sie ihren Leh­rern schon die Mei­nung gesagt. Als sie ihren Kunst­leh­rer ver­se­hent­lich mit einer Glas­fla­sche trifft und sich auch noch mit dem Sohn des Direk­tors anlegt und sei­ne Uhr beschä­digt, ist es jedoch vor­bei: Sofia fliegt hoch­kant von der Schu­le! Sie ist ent­setzt, als sie erfährt, dass ihre Mut­ter sie auf ein Inter­nat für schwer erzieh­ba­re Kin­der schi­cken will. Zumal sie sich dann von ihren Freun­den und ihrer Zwil­lings­schwes­ter Mila tren­nen muß. Doch Sofi­as Mut­ter kennt kein Erbar­men. Auf dem Inter­nat fühlt sich Sofia äußerst unwohl. Alle ande­ren Mit­schü­ler ver­hal­ten sich irgend­wie selt­sam. Sie sind so brav und ange­passt. Machen in jedem Unter­richts­fach eine gute Figur, so dass Sofia sich völ­lig unge­bil­det vor kommt. Als sie in der neu­en Mit­schü­le­rin Male­en eine der ers­ten “nor­ma­len”, unper­fek­ten Men­schen trifft, ist sie über­glück­lich. Doch auch Male­en ver­än­dert sich plötz­lich von einem Tag auf den ande­ren und scheint eben­falls makel­los gewor­den zu sein. Was ist mit ihr pas­siert? Hat ihre Ver­än­de­rung irgend­et­was mit die­ser kurio­sen Dro­gen­be­ra­tungs­stun­de zu tun, der Sofia bis­her beharr­lich aus dem Weg geht? Als Sofia sich auch noch in einen ihrer per­fek­ten Mit­schü­ler ver­liebt, die sie wei­tes­ge­hend igno­rie­ren, beschließt sie der Sache auf den Grund zu gehen…

Die Selbst­ver­ges­se­nen” ist mit vie­len humor­vol­len Spit­zen ver­se­hen, die 1 A zum Cha­rak­ter der Haupt­per­son pas­sen und der Erzäh­lung eine rich­tig schö­ne “Wür­ze” geben. Sofia ist zwar äußerst unan­ge­passt, wirkt auf den Leser jedoch abso­lut sym­pa­tisch. Man kann sich sehr gut in sie hin­ein­füh­len und ihre Ver­wir­rung nach­voll­zie­hen, als sie auf ihre außer­ge­wöhn­li­chen Mit­schü­ler trifft. Schön an der Gestal­tung des Buches sind die Bil­der des Inter­nats, die mit pas­sen­den Zita­ten dazu, den Kapi­teln vor­an­ge­stellt wer­den.

LesealternativenInhalt­lich erin­nert mich “Die Selbst­ver­ges­se­nen” sehr an “Die Nacht der gefan­ge­nen Träu­me” von Anto­nia Michae­lis, wel­ches eben­so in einer Schu­le spielt, in der die Kin­der sich selt­sam mus­ter­haft ver­hal­ten. Es ist aller­dings schon für jün­ge­re Leser (ab 11 Jah­ren) geeig­net. Ansons­ten dürf­te dir auch die “Das Tal”-Rei­he von Kry­sty­na Kuhn gefal­len, die sehr span­nend zu lesen und eben­falls in einem Inter­nat spielt. Oder lies noch ande­re Bücher von Anna Palm. Sehr gut gefal­len hat mir der dys­to­pi­sche Roman Schmet­ter­ling aus Staub”. Ande­re Roma­ne von ihr sind “Ellen, Schutz­en­gel” und “Die Cli­que — Und wie geht es dir?”.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN: 978-3-86265-138-2
Erscheinungsdatum: 1.Mai 2012
Einbandart: Hardcover
Preis: 14,95€
Seitenzahl: 265
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Bericht über Anna Palm:

Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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