Andreas Jungwirth — Kein einziges Wort

Andreas Jungwirth - Kein einziges Wort - Ravensburger13.Juni 2014

Der öster­rei­chi­sche Autor Andre­as Jung­wirth hat ein beson­de­res Buch geschrie­ben: “Kein ein­zi­ges Wort”. Ein sehr unter­halt­sa­mer Roman über Zivil­cou­ra­ge, Bedro­hung, Angst und den Mut, die Wahr­heit zu sagen. Mit einer sehr deut­li­chen und vor allem aus­drucks­star­ken Spra­che, die ein inten­si­ves Lese­er­leb­nis mög­lich macht. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren.

Simon ist 12. Sei­ne Fami­lie ist gera­de umge­zo­gen. Aufs Land. Das gefällt ihm gar nicht. Doch schon bald fin­det er einen neu­en Freund. Chris. Er setzt sich für ihn ein und ver­tei­digt ihn vor ein paar Mit­schü­lern. Ihm erzählt Simon auch, was ihm vor kur­zem Hef­ti­ges pas­siert ist: er hat einen Hund ent­deckt, mit­ten im Feld. Tot. Ihm wur­de die Keh­le auf­ge­schlitzt. Anbei ein Mes­ser und ein Stück Papier auf dem steht: “Letz­te War­nung”. Sofort benach­rich­tigt er die Poli­zei. Der Hund gehört Hubert, einem orts­an­säs­si­gen Bau­ern. Ein Mann mit Gewehr, den alle nur den Scha­kal nen­nen, über­rascht Simon auf dem Feld. Mit einen Schuss ver­treibt er die Krä­hen, die sich dem toten Hund nähern wol­len. Der Scha­kal for­dert Simon auf, Hubert zu holen. Doch als der mit die­sem gar nicht so erstaun­ten Bau­ern zurück­kehrt, ist der Zet­tel samt Mes­ser ver­schwun­den. Auch der Poli­zei gegen­über wird Simon, der davon erzäh­len will, von dem Scha­kal aus­ge­bremst. Was soll das? Erst all­mäh­lich kommt der Jun­ge dahin­ter, dass Hubert schon län­ger Dro­hun­gen aus­ge­setzt ist. Ein Ein­kaufs­zen­trum soll dort erbaut wer­den, wo sein Hof ist. Das Grund­stück Andreas Jungwirth - Kein einziges Wort - Ravensburgergehört zwar bereits dem Scha­kal, aller­dings hat Hubert dort lebens­lan­ges Wohn­recht. Vie­len in dem Dorf gefällt dies wohl nicht, da das Ein­kaufs­zen­trum vie­le Arbeits­plät­ze schaf­fen wür­de. Aber dann erhält Simon eines Tages einen selt­sa­men Anruf: Kein ein­zi­ges Wort darf er über den Vor­fall auf dem Feld ver­lie­ren, sonst, so droht der Unbe­kann­te, geschieht mit ihm das Glei­che, wie mit Huberts Hund. Und Simon, den die Panik über­mannt, schweigt. Selbst gegen­über Chris nimmt er das Erzähl­te zurück. Als er Zeu­ge wird, wie Hubert ver­prü­gelt und sein Hof abbrennt, schweigt Simon immer noch. Und dann ver­schwin­det Hubert plötz­lich…

Kein ein­zi­ges Wort” wird durch­ge­hend aus Simons Sicht erzählt. Der Roman beginnt zunächst etwas gemäch­lich und man braucht auch ein wenig um sich in die extrem kla­re und bedeu­tungs­vol­le Spra­che ein­zu­fin­den. Meist fol­gen sehr kur­ze, abge­hack­te Sät­ze auf­ein­an­der. Wich­ti­ge Wör­ter wer­den in Groß­buch­sta­ben geschrie­ben. Doch die Spra­che ist tref­fend und schafft es auf bril­lan­te Wei­se die Gedan­ken­gän­ge des Prot­ago­nis­ten erleb­bar zu machen. Ab einem bestimm­ten Punkt ist es unmög­lich sich dem Bann der Geschich­te zu ent­zie­hen. Was wird Simon tun? Wird er reden? Und was wür­de man selbst wohl an sei­ner Stel­le tun? LesealternativenIde­al auch als Schul­lek­tü­re oder für eine Buch­vor­stel­lung!

Dir gefällt die­ses Buch? Das The­ma Schwei­gen fin­dest du auch in “Speech­less” von Han­nah Har­ring­ton wie­der. Ein wirk­lich packen­des Buch zum The­ma Zivil­cou­ra­ge ist “Wach auf, wenn du dich traust” von Ange­la Mohr oder (aber nur für Mäd­chen) “Ich will end­lich flie­gen, so ein­fach ist das” von Kata­ri­na von Bre­dow. Sprach­lich ähn­lich aus­drucks­stark geschrie­ben ist auch fol­gen­de Neu­erschei­nung: “Was die Wel­le nahm” von Vera Kis­sel.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-40114-7
Erscheinungsdatum: 1.Mai 2014
Einbandart: Hardcover
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 352
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -

Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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