Monatliches Archiv: August 2017

Clémentine Beauvais — Die Königinnen der Würstchen

Clémentine Beauvais - Die Königinnen der Würstchen31.August 2017

Die fran­zö­si­sche Auto­rin Clé­men­ti­ne Beau­vais hat mit “Die Köni­gin­nen der Würst­chen” einen wirk­lich herr­li­chen (Gute-Laune-)Roman geschrie­ben. Über eine Wahl zum häss­lichs­ten Mäd­chen des Jah­res, Freund­schaft und einen ganz beson­de­ren Road­trip nach Paris. Erfri­schend anders, schräg und sehr humor­voll. Eine wah­re Lese­freu­de und schon jetzt eines mei­ner Lieb­lings­bü­cher! Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Bourg-en-Bres­se. Jedes Jahr das glei­che Spiel. Malo ver­öf­fent­licht auf Face­book sei­ne per­sön­li­che Wahl der acht­zehn häss­lichs­ten Mäd­chen. Aber nur drei­en von ihnen ver­leiht er den Preis des häss­lichs­ten Mäd­chens — die “Wurst des Jah­res” in den Kate­go­ri­en Bron­ze, Sil­ber und Gold. Auch die 15-jäh­ri­ge Mireil­le ist die­ses Jahr wie­der unter den leid­vol­len “Gewin­nern”: “Es ist soweit, die Ergeb­nis­se sind auf Face­book erschie­nen: Ich bin Bron­ze-Wurst des Jah­res. Ich bin fas­sungs­los. Nach­dem ich zwei Jah­re hin­ter­ein­an­der zur Wurst des Jah­res in Gold gewählt wor­den bin, hielt ich mich für unschlag­bar, aber das war ein Irr­tum.” (Zitat aus “Die Köni­gin­nen der Würst­chen” S.9) Aber Mireil­le sieht das Gan­ze mit ihrer für sie typi­schen Art von Humor. Sie — die etwas über­ge­wich­tig ist — will sich von so einer Wahl nicht das Leben ver­mie­sen las­sen. Das ver­sucht sie auch der 16-jäh­ri­gen Astrid, die sie ver­stört und wei­nend auf­ge­sucht hat, klar zu machen. Die­se wohnt erst seit einem Jahr in Bourg-en-Bres­se, war vor­her in einer katho­li­schen Schwes­tern­schu­le und ist völ­lig scho­ckiert über… Weiterlesen!

Cristina Chiperi — Mein Dilemma bist du! Aber ich denke nur an dich

Cristina Chiperi Mein Dilemma bist du! Und ich denke nur an dich28.August 2017

Mein Dilem­ma bist du! Aber ich den­ke nur an dich” von der noch sehr jun­gen, ita­lie­ni­schen Auto­rin Cris­ti­na Chi­p­e­ri war in ihrem Hei­mat­land auf der Online­platt­form Watt­pad ein Rie­sen­er­folg. Jetzt wur­de der Chick-Lit-Roman ins Deut­sche über­setzt. Eine Geschich­te über das tur­bu­len­te Leben eines Mäd­chens, das sich zwi­schen zwei Jungs ent­schei­den muss. Der ers­te Teil einer geplan­ten Tri­lo­gie. Eine sehr seich­te, aber flott erzähl­te Lek­tü­re, die nah am Nerv der Jugend ist. Für Tee­nies ab 13 Jahren.

Die 16-jäh­ri­ge Cris staunt nicht schlecht, als ihre Eltern ihr eines Tages ver­kün­den, dass sie aus ihrer Hei­mat­stadt Los Ange­les nach Mia­mi umzie­hen wer­den. Ihr Vater hat ein beruf­li­ches Ange­bot bekom­men, das er ein­fach nicht aus­schla­gen kann. 3757 Kilo­me­ter ent­fernt muss Cris nun also ein neu­es Leben begin­nen. Fern von ihren zwei bes­ten Freun­den Tre­vor und Cass, die sie schmerz­lich ver­misst. Und obwohl sie bald eine neue Freun­din namens Sam fin­det, ist der Schul­all­tag nicht wirk­lich ange­nehm: “Vor dem Umzug bin ich gern zur Schu­le gegan­gen. Aber momen­tan habe ich an man­chen Tagen das Gefühl, als gin­ge ich zu mei­ner eige­nen Hin­rich­tung.” (Zitat S.88) Denn Cris gerät immer wie­der ungewollt… Weiterlesen!

Marcin Szczygielski — Flügel aus Papier

Marcin Szczygielski Flügel aus Papier26.August 2017

Flü­gel aus Papier” des pol­ni­schen Auto­ren Mar­cin Szc­zy­gie­l­ski ist ein Kin­der­buch, das den Holo­caust zum The­ma macht und des­sen Haupt­fi­gur tat­säch­lich exis­tiert hat, auch wenn der Autor noch ein wenig sei­ne Fan­ta­sie hat spie­len las­sen. Ein bewe­gen­der Roman über das Leben in einem pol­ni­schen Ghet­to, einen Groß­va­ter, der für sei­nen Enkel alles tut, Freund­schaft und Mensch­lich­keit. Jetzt neu als Taschen­buch erschie­nen. Für Kin­der ab 10 Jah­re und Erwachsene.

1942. Der 8-jäh­ri­ge Rafal lebt mit sei­nem Groß­va­ter in War­schau. In einem Ghet­to. Und das schon seit eini­ger Zeit. Sei­ne Eltern sind nach Afri­ka aus­ge­wan­dert, um dort ein Haus zu bau­en. Sie woll­ten Geld schi­cken, damit Rafal und sein Groß­va­ter nach­kom­men könn­ten. Doch dann kam der Krieg dazwi­schen. Anfangs kamen noch Brie­fe. Spä­ter hat man die Post nicht mehr in das Ghet­to hin­ein­ge­las­sen. “Mir kommt es so vor, als habe ich schon immer hier gelebt. Als wäre der Bezirk schon immer da, als gebe es schon immer zu wenig zu essen und zu vie­le Men­schen. Als wäre schon immer Krieg und als dür­fe man unter kei­nen Umstän­den ver­ges­sen, sich zu fürch­ten, selbst wenn man gar kei­ne Angst hat.” (Zitat aus “Flü­gel aus Papier” Sei­te 28). Rafals Groß­va­ter, der frü­her ein sehr bekann­ter Gei­ger war, spielt oft auf der Stra­ße, um ihnen den Lebens­un­ter­halt zu sichern. Sei­ne Gei­ge ist sehr wert­voll, sie ist der kost­bars­te Gegen­stand, den er noch hat. Ein­mal woll­te sie ihm jemand für viel Geld abkau­fen, aber Rafals Groß­va­ter hat abge­lehnt. Jetzt möch­te er, dass sein Enkel “in die Feri­en fährt”. Außer­halb des Ghettos… Weiterlesen!

John Boyne — Der Junge auf dem Berg

John Boyne Der Junge auf dem Berg24.August 2017

Der Jun­ge auf dem Berg” ist der neu­es­te Roman des iri­schen Best­sel­ler­au­to­ren John Boy­ne. Genau zehn Jah­re nach sei­nem Erfolgs­ti­tel “Der Jun­ge im gestreif­ten Pyja­ma” ist die­ses Buch nun im Deut­schen erschie­nen und ver­setzt sei­ne Leser erneut in ein dunk­les Kapi­tel Zeit­ge­schich­te vor und wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs. Erzählt aus der Per­spek­ti­ve eines Wai­sen­jun­gen, der uner­war­tet in Kon­takt mit eben jener Per­son gerät, die den Namen Adolf Hit­ler trägt. Eine Geschich­te, wie nur ein John Boy­ne sie erzäh­len kann! Erschre­ckend, ergrei­fend und fas­sungs­los machend. Ein wich­ti­ges Buch, das man so schnell nicht mehr ver­ges­sen wird. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren und ins­be­son­de­re für Erwachsene.

Der klei­ne Pier­rot stammt aus einer deutsch-fran­zö­si­schen Fami­lie. Sein Vater ist deut­scher Her­kunft und sei­ne Mut­ter Fran­zö­sin. Zusam­men leben sie mit einem Hund namens D’Artagnan in Paris. Doch das Leben meint es nicht gut mit dem Jun­gen: sein Vater, der im ers­ten Welt­krieg gedient und Schlim­mes erlebt hat, ver­liert all­mäh­lich den Ver­stand und ver­lässt die Fami­lie, als Pier­rot 4 Jah­re alt ist. Kurz dar­auf erfah­ren sie, dass er ist vor einen Zug gesprun­gen ist. Drei Jah­re spä­ter stirbt Pier­rots Mut­ter an Tuber­ku­lo­se. Wäh­rend er noch kur­ze Zeit bei sei­nem bes­ten Freund Anshel, einem jüdi­schen, tau­ben Jun­gen unter­kommt, wird der nun 7-jäh­ri­ge Pier­rot schließ­lich in ein Wai­sen­heim gebracht. Es ist das Jahr 1936. Doch er hat Glück: eine … Weiterlesen!

Eileen Cook — Die Wahrheit kennst nur du

Eileen Cook - Die Wahrheit kennst nur du21.August 2017

Die Wahr­heit kennst nur du” von der ame­ri­ka­ni­schen Auto­rin Eile­en Cook ist ein raf­fi­niert erzähl­ter Psy­cho­thril­ler über ein Mäd­chen ohne Erin­ne­run­gen, den Tod der bes­ten Freun­din und eine erschre­cken­de Wahr­heit, die lang­sam ans Licht zu kom­men droht. Ein­dring­lich und sehr unter­halt­sam geschrie­ben. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Die 18-jäh­ri­ge Jill erwacht urplötz­lich im Kran­ken­haus“Ich wuss­te nicht mal, wel­chen Tag wir hat­ten. Die Tür öff­ne­te sich quiet­schend, und als ich hin­über­sah, wuss­te ich, dass es wirk­lich schlecht um mich stand. Mei­ne Eltern waren hier. Bei­de. Ich hat­te sie seit Jah­ren nicht mehr zusam­men im sel­ben Raum gese­hen. Sie hass­ten sich. Nicht mal um mei­net­wil­len taten sie so, als wür­den sie mit­ein­an­der aus­kom­men.” (Zitat S.12) Jill hat eine Ver­let­zung am Kopf und eine Frak­tur am Bein und muss wegen Letz­te­rem ope­riert wer­den. Was pas­siert ist? Dar­an kann sie sich ein­fach nicht erin­nern. Ihre Eltern sagen, dass sie einen Auto­un­fall gehabt hat. Aber sie weiß gar nichts mehr dar­über. Sie hofft eigent­lich nur, dass … Weiterlesen!

Ursula Poznanski — Aquila

Ursula Poznanski - Aquila17.August 2017

Die öster­rei­chi­sche Best­sel­ler­au­to­rin Ursu­la Pozn­an­ski legt mit “Aqui­la” end­lich wie­der neu­en Lese­stoff vor! Ihr Thril­ler ent­führt in eine der schöns­ten Städ­te Ita­li­ens — nach Sie­na. Eine Geschich­te über ein merk­wür­di­ges Black­out, die Suche nach der Wahr­heit und einen mys­te­riö­sen Todes­fall. Tem­po­reich und span­nend erzählt. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Die 19-jäh­ri­ge Nika stu­diert schon seit eini­gen Mona­ten in Sie­na. Ein Aus­lands­se­mes­ter in Kunst­ge­schich­te. Auch wenn sie das Stu­di­um nicht mit der größ­ten Begeis­te­rung führt, weil sie noch nicht wirk­lich weiß, was sie mit ihrem Leben anfan­gen will. Dafür geht sie mit ihrer Mit­be­woh­ne­rin Jen­ny — eben­falls einer Deut­schen — des Öfte­ren auf Par­tys. Doch als sie an einem Mor­gen nach einer ver­gan­ge­nen Fei­er erwacht, muss sie fest­stel­len, dass dies­mal irgend­et­was anders ist. Sie hat einen lan­gen Krat­zer im Gesicht, der bereits blut­ver­krus­tet ist. Und sie kann sich nicht erin­nern, wie sie … Weiterlesen!

Martin Schäuble — Endland

Martin Schäuble Endland11.August 2017

Der deut­sche Poli­tik­wis­sen­schaft­ler und Jour­na­list Mar­tin Schäub­le hat mit “End­land” eine Geschich­te von höchs­ter Bri­sanz geschrie­ben. Ein dys­to­pi­scher Roman über Rechts­ex­tre­mis­mus, Radi­ka­li­sie­rung, Flücht­lings­po­li­tik und einem fik­ti­ven Deutsch­land, in dem eine rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tei an die Macht gekom­men ist. Dra­ma­tisch, hoch­ak­tu­ell und sehr span­nend umge­setzt. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und vor allem für Erwachsene.

Ein Deutsch­land der Zukunft: Eine rechts­na­tio­na­le Par­tei hat das Land seit eini­ger Zeit fest im Griff und so wie vie­le ande­re Staa­ten hohe Grenz­mau­ern errich­tet: “Über der acht Meter hohen Beton­wand ver­läuft Sta­chel­draht. Drei­fach. Da passt nicht mal mehr eine Hand durch.” (Zitat aus “End­land” S.32). Hier patrouil­liert Anton mit sei­nem bes­ten Freund Noah, die bei­de ihren Wehr­dienst ableis­ten. “Wir ken­nen uns schon ewig, haben zusam­men Abi gemacht. Spä­ter will Noah Mark Zucker­berg beer­ben und außer­dem ein neu­es Goog­le erfin­den. Er ist eher so der beschei­de­ne Typ. Ich bin kein Nerd. Ich will was mit Men­schen machen, nicht mit Cyborgs. Viel­leicht ver­län­ge­re ich auch erst mal bei der Armee, bis mir was gutes ein­fällt.” (Zitat S.35) Die Armee wur­de ver­grö­ßert, die Auf­rüs­tung ist in vol­len Zügen und auch ein neu­es Bünd­nis mit Russland… Weiterlesen!

Johannes Herwig — Bis die Sterne zittern

Johannes Herwig - Bis die Sterne zittern5.August 2017

Bis die Ster­ne zit­tern” ist das ers­te Buch des deut­schen Auto­ren Johan­nes Her­wig und zugleich auch das ers­te Jugend­buch, das die “Leip­zi­ger Meu­ten” in den Mit­tel­punkt einer Geschich­te stellt — Grup­pen von Jugend­li­chen in Leip­zig, die sich von der NS-Ideo­lo­gie distan­zier­ten. Ein inter­es­san­ter, auf­klä­ren­der, poli­tisch-his­to­ri­scher Roman, der nicht nur das Erwach­sen­wer­den in einer schwie­ri­gen Zeit zeigt, son­dern auch Freund­schaft, Mut, Ein­satz­be­reit­schaft und den Kampf um Frei­heit. Bewe­gend und unter­halt­sam geschrie­ben. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne, die sich mit jener Zeit ger­ne aus­ein­an­der­set­zen möch­ten.

Leip­zig. 1936. Die Som­mer­fe­ri­en haben gera­de begon­nen, als der 16-jäh­ri­ge Har­ro uner­war­tet auf der Stra­ße mit der Hit­ler­ju­gend anein­an­der­ge­rät: “Du hast die Fah­ne nicht gegrüßt. […] Ein jeder hat die Fah­ne zu grü­ßen! Ganz gleich, wo er steht.” Die Dop­pel­deu­tig­keit sei­ner Wor­te war dem Hit­ler­jun­gen offen­sicht­lich nicht bewusst. “Wer es nicht tut, wird bestraft!” (Zitat S.15) Denn Har­ro steht tat­säch­lich nicht auf der Sei­te des Nazi­re­gimes. Er — der Sohn von Leh­rer­el­tern, die eben­falls nicht in der Par­tei sind, sich aber eher aus allem raus­hal­ten — will mit der Hit­ler­ju­gend nichts zu tun haben. Glück­li­cher­wei­se kommenWeiterlesen!

Das neue Thema des Monats August: Sexualität…

Von Bien­chen und Blümchen…

…ist auch in Jugend­bü­chern manchmThema des Monats Erotikal die Rede. Wenn es ums Erwach­sen­wer­den geht, wenn ers­te Erfah­run­gen gemacht wer­den, ers­te Küs­se, ers­te Berüh­run­gen aus­ge­tauscht wer­den und wenn Inti­mi­tät ent­steht, die jen­seits allem Theo­re­ti­schen liegt. Hier­bei gibt es zwei Arten von Jugend­bü­chern: Die einen, die an die­sen Stel­len dezent aus­blen­den und ihre Leser nicht “über­for­dern” wol­len. Und dann gibt es noch die ande­ren, die en détail ALLES zei­gen. Die frei­zü­gig und offen über Sexua­li­tät berich­ten, die nichts weg­las­sen oder ver­tu­schen. Die Jugend­li­che eben auch Ein­bli­cke geben, in … Weiterlesen!