Monatliches Archiv: Oktober 2016

Julie Buxbaum — Absender: Glück

Julie Buxbaum Absender Glück24.Oktober 2016

Absen­der: Glück” von der ame­ri­ka­ni­schen Auto­rin Julie Bux­baum ist ein Roman über die Pro­ble­ma­tik der Anpas­sungs­fä­hig­keit an einer neu­en Schu­le, einen heim­li­chen Hel­fer und die Geschich­te einer uner­war­te­ten Lie­be. Flott und unter­halt­sam erzählt. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren.

Das Leben der 16-jäh­ri­gen Jes­sie ist momen­tan nicht gera­de ein­fach. Ihre Fami­lie ist nicht mehr das, was sie ein­mal war: “Jeder von uns hat­te eine bestimm­te Rol­le. Mein Vater arbei­te­te und brach­te uns zum Lachen. Mei­ne Mut­ter arbei­te­te auch, aller­dings nur Teil­zeit, und bei ihr lie­fen alle Fäden zusam­men, sie beru­hig­te und ver­band. Mei­ne ein­zi­ge Auf­ga­be bestand dar­in, ihr Schatz zu sein, mich in ihrer per­ma­nen­ten Auf­merk­sam­keit zu aalen. Es ist jetzt 747 Tage her, und ich kann noch immer nicht dar­über reden.” (Zitat S.53) Jes­sies Mut­ter ist an Krebs gestor­ben. Und auch wenn es jetzt schon unge­fähr zwei Jah­re her ist, ver­misst Jes­sie ihre Mut­ter immer noch ziem­lich. Ihr Vater hat bereits eine neue Frau gefun­den, wes­we­gen sie von Chi­ca­go nun nach Los Ange­les zie­hen, um in deren rie­si­gen Haus zu leben. Jetzt hat Jes­sie nicht nur ein Zuhau­se, in dem sie sich nicht hei­misch füh­len kann, einen neu­en Stief­bru­der und eine Haus­häl­te­rin, son­dern soll auf­grund der neu­en Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se der neu­en Frau auch auf eine Pri­vat­schu­le gehen. Hier tritt sie von einem Fett­näpf­chen… Weiterlesen!

Eva Völler — Kiss & Crime: Küss mich bei Tiffany

14.Oktober 2016Eva Völler Kiss & Crime Küss mich bei Tiffany

Die deut­sche Auto­rin Eva Völ­ler hat nun mit “Küss mich bei Tif­fa­ny” den zwei­ten Band der “Kiss & Crime”-Rei­he her­aus­ge­bracht. Ein neu­es Aben­teu­er für Emi­ly und ihren Freund Pas­cal, sei­nes Zei­chens LKA-Beam­ter und Per­so­nen­schüt­zer, das sie mit­ten nach New York führt. Ein Film­re­gis­seur, der sich von der Mafia ver­folgt fühlt und Oma Ger­ti, die für ihren nächs­ten Roman am liebs­ten auf Ver­bre­cher­jagd gehen wür­de, sor­gen für ordent­li­che Tur­bu­len­zen. Leich­te Unter­hal­tung, lei­der etwas span­nungs­los. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren.

Die 18-jäh­ri­ge Emi­ly und ihr Freund Pas­cal haben sich eigent­lich auf einen ers­ten, gemein­sa­men Urlaub gefreut, als ihre Plä­ne auf ein­mal durch­kreuzt wer­den. Pas­cal muss nach New York. “Eine inter­na­tio­na­le Tagung für Kri­mi­nal­be­am­te, an der Pas­cal auf dienst­li­che Wei­sung hin teil­neh­men soll­te. Er muss­te für einen sei­ner Vor­ge­setz­ten ein­sprin­gen, der sich im Ski­ur­laub ein Bein gebro­chen hat­te und nicht woll­te, dass die teu­re Fort­bil­dung unge­nutzt ver­fiel.” (Zitat S.17) Umso über­ra­schen­der ist es für ihn, als Emi­ly, die ihn nur zum Flug­ha­fen brin­gen woll­te, plötz­lich mit von der Par­tie ist. Ein Kurz­ur­laub in New York? War­um nicht? Oma Ger­ti spen­diert ihrer Enke­lin die­se Rei­se und kommt selbst gleich mit, da die­se… Weiterlesen!

Dolf Verroen — Krieg und Freundschaft

Dolf Verroen Krieg und Freundschaft8.Oktober 2016

Krieg und Freund­schaft” ist das neu­es­te Kin­der­buch von dem bekann­ten, nie­der­län­di­schen Auto­ren Dolf Ver­ro­en, der in sei­nem Land zahl­rei­che Prei­se gewann und eben­so den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis 2006 sein eigen nen­nen darf (für sei­nen Roman “Wie schön weiß ich bin”). Sein aktu­el­les Werk erzählt die Geschich­te eines Jun­gen in den Nie­der­lan­den wäh­rend der Zeit der Besat­zung durch die Deut­schen, und die einer Freund­schaft. Bewe­gend und mit kla­ren Wor­ten erzählt. Für Kin­der ab 10 Jah­ren, die einen authen­ti­schen Ein­blick in jene Zeit bekom­men möch­ten.

1940. In den Nie­der­lan­den. Seit der Krieg begon­nen und das Land besetzt ist, hat sich für den jun­gen Joop vie­les ver­än­dert. Ein Mäd­chen aus sei­ner Klas­se, die offen­sicht­lich Jüdin ist, darf nicht mehr in den Unter­richt kom­men. Es gibt nicht mehr von allen Lebens­mit­teln genug. Manch­mal muss man sich lan­ge anstel­len, um etwas zu bekom­men. Tee bei sei­ner Oma? Jetzt gibt es nur noch ekli­gen Ersatz­tee. Dafür hat Joop einen neu­en Freund gefun­den: “Ich weiß nicht, ob es an mir lag oder an mei­ner Bril­le, aber eigent­lich habe ich mich immer als Außen­sei­ter gefühlt. Egal, wie viel Mühe ich mir gab. Kees war auch ein Außen­sei­ter. […] Er war erst ein hal­bes Jahr bei uns auf der Schu­le. Ich ver­stand nicht, wie es sein konn­te, aber als er mich zum ers­ten Mal ansah, wuss­te ich, wir wür­den Freun­de wer­den.” (Zitat S.10ff) Kees wohnt in der Stadt und Joops Mut­ter mag ihn irgend­wie nicht, aber die bei­den ver­ste­hen sich gut und unter­neh­men öfters etwas zusam­men. Und sie ste­hen ein­an­der Weiterlesen!

Erna Sassen — Komm mir nicht zu nah

Erna Sassen - Komm mir nicht zu nah7.Oktober 2016

Komm mir nicht zu nah” ist das neu­es­te Buch der nie­der­län­di­schen Auto­rin Erna Sas­sen, die die­ses Jahr gleich in zwei Kate­go­ri­en für den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis nomi­niert wur­de (für ihren vor­he­ri­gen Roman “Dies ist kein Tage­buch”). Ihr aktu­el­les Werk erzählt die Geschich­te eines Mäd­chens am Abgrund aus der Sicht ihrer älte­ren Schwes­ter, ein ergrei­fen­des Por­trät — inten­siv, dra­ma­tisch und vor allem lebens­nah. Ein Roman, den man so schnell nicht ver­ges­sen wird. Für Jugend­li­che ab 15 Jah­ren und vor allem für Erwach­se­ne.

Ams­ter­dam. Hier leben Mar­jo­li­jn und ihre jün­ge­re Schwes­ter Reva, die bereits eine eige­ne Woh­nung hat und auf eine Schau­spiel­schu­le geht. “Reva ist andert­halb Jah­re jün­ger als ich. Sie raubt mir schon mein gan­zes Leben lang den Schlaf. Als sie noch klein war, tat sie das, indem sie wirk­lich alles mit einem Fra­ge­zei­chen ver­sah und zur Dis­kus­si­on stell­te. […] Spä­ter dreh­ten sich ihre Fra­gen um Gott, den Tod und um ande­re schwe­re The­men, über die ich als Kind aus eige­nem Antrieb nie nach­dach­te.” (Zitat aus “Komm mir nicht zu nah” S.9) Vor allem nachts ruft Reva Mar­jo­li­jn an, wenn sie nicht schla­fen kann oder sich Gedan­ken über ihr Leben macht. “Nega­ti­ve, depri­mie­ren­de Gedan­ken dar­über, was sie alles falsch gemacht und Ver­kehr­tes gesagt hat, was an ihrem Äuße­ren nicht stimmt und wer sie alles auf den Tod nicht aus­ste­hen kann.” (Zitat S.10). Reva hat kein beson­ders gro­ßes Selbst­be­wusst­sein. Sie mag ihren Kör­per… Weiterlesen!

Sarah Alderson — Keep me safe

Sarah Alderson - Keep me safe2.Oktober 2016

End­lich wie­der neu­es Lese­fut­ter von der bri­ti­schen Auto­rin Sarah Alder­son! “Keep me safe” ist ihr neus­tes Werk. Eine Geschich­te über ein Mäd­chen, das auf der Flucht vor den Mör­dern ihrer Fami­lie ist und dabei Unter­stüt­zung von einem jun­gen Hacker erhält. Ein Thril­ler, der genau­so ist, wie ein Thril­ler sein soll: durch­gän­gig span­nend, ner­ven­auf­rei­bend und zudem mit einer gewis­sen Por­ti­on Roman­tik. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und für Erwach­se­ne.

Nicho­la Pres­ton, genannt Nic, ist die Über­le­ben­de eines Fami­li­en­mas­sa­kers, bei dem ihre Mut­ter und ihre Stief­schwes­ter ermor­det wur­den. Ihr Stief­va­ter war glück­li­cher­wei­se nicht zu Hau­se, Nic selbst konn­te sich im Bade­zim­mer ver­bar­ri­ka­die­ren. Doch sie muss­te den Tod ihrer Mut­ter mit­an­hö­ren und lei­det seit­dem unter gro­ßen Schuld­ge­füh­len. Und sie hat eine Zwangs­stö­rung ent­wi­ckelt, die sie immer wie­der die Sicher­heits­maß­nah­men in ihrer Woh­nung über­prü­fen lässt. Ist die Alarm­an­la­ge auch wirk­lich ein­ge­schal­tet? Sind die Rie­gel an der Türe alle zuge­scho­ben? Lei­der hilft ihr dies auch Jah­re spä­ter, als plötz­lich jemand in ihre Woh­nung ein­bricht, nicht wirk­lich wei­ter, denn die­ser Jemand scheint sämt­li­che Sicher­heits­vor­keh­run­gen außer Kraft gesetzt zu haben. Aber Nic schafft es… Weiterlesen!

Das neue Thema des Monats Oktober: Flandern & die Niederlande

Ehren­gast auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se…

Flandern und die Niederlandesind die­ses Jahr Flan­dern & die Nie­der­lan­de. Unter dem Mot­to “Dit is wat we delen“ (“Das ist, was wir tei­len”) wur­de dies­mal nicht nur ein Land auf eine der ein­fluss­reichs­ten, lite­ra­ri­schen Mes­sen der Welt ein­ge­la­den, son­dern ein Sprach­raum. In Flan­dern, dem nörd­li­chen Teil Bel­gi­ens, wird eben­falls nie­der­län­disch gespro­chen. Eine beein­dru­cken­de Anzahl an Neu­erschei­nun­gen ist die­ses Jahr zu ver­zeich­nen. Sind in den letz­ten Jah­ren im Durch­schnitt um die 85 Novi­tä­ten pro Jahr erschie­nen, sind es 2016 mehr als 230 Titel. So vie­le Über­set­zun­gen vor­zu­wei­sen, das ist — laut der Frank­fur­ter Buch­mes­se — bis­her noch kei­nem Gast­land gelun­gen. Aber kein Wun­der — so ist Deutsch­land welt­weit der größ­te Absatz­markt für nie­der­län­disch spra­chi­ge Bücher und ver­fügt über bes­te Bezie­hun­gen zu sei­nen Nach­barn.

Was schrei­ben niederländische/flämische Auto­ren für Jugend­bü­cher? Auf­fal­lend ist, dass sie … Weiterlesen!