Monatliches Archiv: April 2016

Kate Gordon — Wohin meine Flossen mich tragen

Kate Gordon Wohin meine Flossen mich tragen30.April 2016

Wohin mei­ne Flos­sen mich tra­gen” von der aus­tra­li­schen Auto­rin Kate Gor­don erzählt eine Geschich­te über Freund­schaft, über das Erwach­sen­wer­den, das nicht immer ein­fach ist und dem Seh­nen nach Glück. Äußerst unter­halt­sam und mit einer posi­ti­ven Bot­schaft: Schwimm gegen den Strom und sei du selbst! Ein klei­nes Gute-Lau­ne-Buch:-) Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Aus­tra­li­en. Die 15-jäh­ri­ge Cle­men­ti­ne geht in die 9.Klasse. Sie liebt es Gedich­te zu schrei­ben und möch­te am liebs­ten Schrift­stel­le­rin wer­den. “Mir gefällt es, Wort an Wort zu rei­hen und Wor­te wie Bau­stei­ne auf­ein­an­der­zu­schich­ten, wie beim Bau eines Hau­ses, sie mit Mör­tel mit­ein­an­der zu ver­bin­den, damit etwas Schö­nes ent­steht, und die dif­fu­sen Gedan­ken, die einem im Kopf her­um­spu­ken, zu etwas Soli­dem zu for­men. Um das Leben zu begrei­fen.” (Zitat aus “Wohin mei­ne Flos­sen mich tra­gen” S.11) Auch in der Schu­le darf sie viel schrei­ben, beson­ders im Phi­lo­so­phie­un­ter­richt. Ihre Leh­re­rin, Ms Hil­ler, gibt ihren Schü­lern Schreib­auf­ga­ben. Manch­mal sol­len sie ein­fach nur drauf los­schrei­ben, manch­mal gibt sie ihnen ein The­ma vor. Eine Men­ge Din­ge bewe­gen Cle­men­ti­ne, die sie in Wor­te fasst: sie erzählt von ihren zwei bes­ten Freun­din­nen Cleo und Chel­sea-Grace, die sich so ver­än­dert haben. Die cool und schlank Weiterlesen!

Michael Sieben — Ponderosa

Michael Sieben Ponderosa24.April 2016

Pondero­sa” ist der Debüt­ro­man des deut­schen Auto­ren Micha­el Sie­ben, der in den Mit­tel­punkt sei­ner kurz­wei­li­gen Geschich­te drei Jugend­li­che stellt, deren Leben durch das Ver­schwin­den eines Nach­barn auf den Kopf gestellt wird. Ein Roman über das Erwach­sen­wer­den, über Freund­schaft und das sich unwei­ger­li­che Ver­än­dern die­ser. Bedacht­sam und authen­tisch erzählt. Vor allem für Jungs ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Eine klei­ne Sied­lung nahe Frank­furt. Der 15-jäh­ri­ge Kris­ti­an, genannt Kris, ist froh als nach den Oster­fe­ri­en sei­ne zwei bes­ten Freun­de end­lich wie­der zurück sind: Der coo­le Juri, den er schon seit Ewig­kei­ten kennt (er war auf Fur­te­ven­tu­ra) und Jose­phi­ne, die alle Josie nen­nen (sie war in Stutt­gart bei Freun­den). Jetzt tref­fen sie sich wie­der in “ihrer” klei­nen Hüt­te, mit dem Blick auf die Auto­bahn­brü­cke, die sich durch das Tal zieht. “Es gibt nur einen Raum mit zwei Fens­tern, bei einem ist die Schei­be zer­bro­chen, wir haben es mit Plas­tik­fo­lie und Krepp­band zuge­klebt. Über dem Ein­gang beginnt das Flach­dach zu brö­ckeln, an einer Stel­le ragt die Spit­ze eines ros­ti­gen Stahl­git­ters aus dem Beton. […] Ram­bo was here steht mit Edding an der Außen­wand, dane­ben FICKEN, knall­rot.” (Zitat aus “Pondero­sa” S.19ff) Es war Josies Idee die Hüt­te “Pondero­sa” zu nen­nen. Genau­so wie es auf dem Schild stand, das Josies ver­stor­be­ner Vater über sei­nem Schre­ber­gar­ten frü­her hän­gen hat­te. “So heißt die Ranch aus Bonan­za, hat Josie uns erklärt, kennt ihr doch, oder? Juri und ich haben genickt, klaro, kennt doch jeder. Zu Hau­se haben wir dann erst mal geg­oogelt, was bit­te Weiterlesen!

Charles Benoit — Cold Calls

Charles Benoit Cold calls14.April 2016

Cold Calls” von dem ame­ri­ka­ni­sche Autor Charles Benoit ist nach sei­nem ers­ten (unab­hän­gi­gen) Buch “Du bist dran!” wie­der ein Roman über das The­ma Mani­pu­la­ti­on und vor allem über Mob­bing, jedoch mit einem ganz ande­ren Ansatz: Hier wer­den die drei Prot­ago­nis­ten dazu gezwun­gen zu mob­ben, um zu ver­hin­dern, dass ein anony­mer Anru­fer ihre größ­ten Geheim­nis­se ver­rät. Flott und unter­halt­sam erzählt. Mit nicht all zu viel Tief­gang. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren.

Eric, der ein begeis­ter­ter Fuß­ball­spie­ler ist, glaubt zunächst an einen Scherz, als ein selt­sa­mer, metal­lisch klin­gen­der Anru­fer ihn beläs­tigt: “In dem Rau­schen ertön­te ein lei­ses Echo, als er sich selbst hör­te. Eine Pau­se, dann folg­te etwas wie ein Atem­zug. Danach ein ein­zel­ner geflüs­ter­ter Satz, der ihn wie ein Schlag in den Magen traf. Und wie­der Schwei­gen.” (Zitat aus “Cold Calls” S.9) In der Nacht wie­der mehr­ma­li­ge Anru­fe auf sei­nem Han­dy. Bis Eric schließ­lich ran­geht und der anony­me Anru­fer nur ver­langt, dass er in sein E-Mail­post­fach sieht. Dort befin­det sich ein… Weiterlesen!

Isabel Abedi — Die längste Nacht

Isabel Abedi Die längste Nacht8.April 2016

Die längs­te Nacht” von der deut­schen Auto­rin Isa­bel Abe­di ist eines der Buchereig­nis­se des Früh­jahrs 2016! Neun Jah­re ist es her, dass die Auto­rin ein Jugend­buch ver­öf­fent­lich hat. Nun gibt es ENDLICH wie­der neu­es Lese­fut­ter. Dar­auf haben vie­le gewar­tet: Eine Geschich­te über ein geheim­nis­vol­les Manu­skript, über eine Rei­se in die Ver­gan­gen­heit und die einer gro­ßen Lie­be. Fes­selnd. Atmo­sphä­risch. Bril­lant. Von einer Meis­te­rin des Erzäh­lens. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Die 17-jäh­ri­ge Vik­to­ria, genannt Vita, ent­flieht ihrem Eltern­haus für gan­ze neun Mona­te. Ihrem Vater, sei­nes Zei­chens Ver­le­ger und einem intel­lek­tu­el­len Mann und ihrer Mut­ter, die in ihrer ganz eige­nen struk­tu­rier­ten, gefühls­er­kal­te­ten Welt lebt, in die sie sich seit dem Tod von Vitas älte­ren Schwes­ter zurück­ge­zo­gen hat. Nicht ein­mal rich­tig ver­ab­schie­det hat sie sich von ihrer Toch­ter: “Anstatt mich anzu­se­hen, starr­te mei­ne Mut­ter auf die Asche mei­ner toten Schwes­ter, und die­ser Anblick war so grau­en­haft, dass ich schrei­en woll­te. Aber es kam kein Laut aus mei­ner Keh­le, wie immer, wenn es um mei­ne Schwes­ter ging. Stumm mach­te ich einen Schritt auf mei­ne Mut­ter zu, es war nur eine win­zi­ge Bewe­gung, die mich eine unge­heu­re Kraft kos­te­te. Doch mei­ne Mut­ter erhob dieWeiterlesen!

Anne Eliot — Almost

Anne Eliot Almost3.April 2016

Almost” von der ame­ri­ka­ni­schen Auto­rin Anne Eli­ot erschien zunächst in einem Self-Publi­shing-Ver­lag. Doch weil es so erfolg­reich war, nahm ein gro­ßes Ver­lags­haus die Auto­rin unter Ver­trag. Jetzt ist das Buch auch auf Deutsch erschie­nen. Ein Roman über Schat­ten der Ver­gan­gen­heit, die ein jun­ges Mäd­chen nicht los­las­sen. Über eine ver­trag­lich geplan­te Schein­be­zie­hung und eine unge­plan­te Lie­be. Herr­lich erfri­schend! Vol­ler Iro­nie und Wort­witz. Ein rich­tig coo­les, roman­ti­sches und zudem emo­tio­nal sehr ergrei­fen­des Buch. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Die 17-jäh­ri­ge Jess ist eine Meis­te­rin der Selbst­kon­trol­le. Vor dem Spie­gel hat sie sich ver­schie­dens­te Gesichts­aus­drü­cke antrai­niert, um ihre Umge­bung zu täu­schen: “…mit bei­ßen­dem Spott, töd­li­cher Ver­ach­tung und einem stän­dig wach­sen­den Reper­toire an ziem­lich effek­ti­ven “Ver­piss dich”-Mimiken” (Zitat aus “Almost” S.12) hält sie ihre Mit­schü­ler auf Abstand. Freun­de hat sie kei­ne. Alp­träu­me hin­ge­gen jede Men­ge. Und das schon seit drei Jah­ren. Sie ist in psy­cho­lo­gi­scher Behand­lung. Seit eines ver­häng­nis­vol­len Abends, der ihr Leben zer­stör­te. Als sie jemand Weiterlesen!