Monatliches Archiv: August 2015

E. Lockhart — Solange wir lügen

E. Lockhart Solange wir lügen30.August 2015

Die ame­ri­ka­ni­sche Auto­rin E. Lock­hart hat mit “Solan­ge wir lügen” ein ganz außer­ge­wöhn­li­ches Buch geschrie­ben. Ein Roman über eine ange­se­he­ne Fami­lie, über Lügen, Lie­be und eine Wahr­heit, nach der erst gesucht wer­den muss. Der hoch­ge­lob­te, ame­ri­ka­ni­sche Best­sel­ler, jetzt im Deut­schen. Hoch­ge­lobt — zu Recht. Emp­feh­lens­wert: abso­lut! Span­nend. Lite­ra­risch. Roman­tisch. Über­ra­schend. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Sie sind reich. Sie sind jung. Sie sind bild­hübsch. Und sie ver­brin­gen jeden Som­mer auf der Pri­vat­in­sel der Fami­lie vor der Küs­te von Mas­sa­chu­setts. Die Sin­c­lairs. Da sind die Groß­el­tern Har­ris und Tip­per, die drei Töch­ter Pen­ny, Car­rie und Bess. Die Sin­c­lair­töch­ter waren braun gebrannt und wun­der­schön. Sie waren groß, fröh­lich und reich wie Prin­zes­sin­nen aus einem Mär­chen. Sie waren in ganz Bos­ton, Har­vard und auf Martha’s Viney­ard für ihre Kaschmir­car­di­gans und ihre gran­dio­sen Par­tys bekannt. Sie waren gemacht für Legen­den.” (Zitat aus “Solan­ge wir lügen” S.16). Auf der Pri­vat­in­sel lie­ßen die Eltern der drei Frau­en drei Häu­ser bau­en, für jedes ihrer Töch­ter und deren neu­en Fami­li­en eines. Eine gro­ße Schar von Enkel­kin­dern trifft sich dort in den Som­mer­mo­na­ten wie­der. Car­ry hat zwei Söh­ne: John­ny und Will. Pen­ny eine Toch­ter namens Cadence. Und Bess hat drei Töch­ter: Mir­ren, die Zwil­lin­ge Liber­ty und Bon­nie und einen Sohn namens Taft. Erzählt wird die Geschich­te aus Cadence Sicht, die mitt­ler­wei­le fast acht­zehn Jah­re alt ist: “Ich bin die ältes­te der Sin­c­lai­ren­kel. Erbin der Insel, des Ver­mö­gens und der Erwar­tun­gen. Na ja, viel­leicht.” (Zitat S.17). Im Som­mer, als Cadence fünf­zehn war, hat ihr Vater die Fami­lie ver­las­sen. Es auch die­ser Som­mer, in dem sie Gat uner­war­tet Weiterlesen!

Elisabeth Steinkellner — Rabensommer

Elisabeth Steinkellner Rabensommer28.August 2015

Die öster­rei­chi­sche Auto­rin Eli­sa­beth Stein­kell­ner wur­de für ihren Roman “Raben­som­mer” mit dem Hans-im-Glück 2014 aus­ge­zeich­net. Sie erzählt eine Geschich­te über Freund­schaft, Ent­täu­schun­gen und das Erwach­sen­wer­den. Behut­sam. Poe­tisch. Auf­wüh­lend. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Juli ist gera­de 18 gewor­den. Zudem hat sie das Matu­ra (das öster­rei­chi­sche Abitur) hin­ter sich gebracht. Jetzt kann die Zukunft kom­men. Von dem Pro­vinz­dorf in die Groß­stadt. Stu­die­ren möch­te sie. Und doch bleibt ihr und ihren zwei bes­ten Freun­den August und Ron­ja und ihrem Freund Niels nur noch ein letz­ter gemein­sa­mer Som­mer. Sie gehen zusam­men auf Par­tys, sie genie­ßen die Nähe und Freund­schaft zuein­an­der und das Leben, kos­ten es aus, bevor es sie aus­ein­an­der­trei­ben wird. “In der Fünf­ten hab ich mal ein Refe­rat über Raben gehal­ten.” August lacht. “Ja, echt”, fah­re ich fort, “das sind wirk­lich sozia­le Tie­re. Leben in Paa­ren, so rich­tig mono­gam und so. Und die Jün­ge­ren, die noch kei­nen fes­ten Part­ner haben, bil­den klei­ne­re Grüpp­chen. Freund­schafts­grüpp­chen, sozu­sa­gen. Die hal­ten echt zusam­men.” (Zitat aus “Raben­som­mer” S.56/57) Denn Ron­ja wird nach Lon­don gehen, als Au-Pair. Niels muss die letz­te Klas­se wie­der­ho­len. Und August weiß noch nicht, was sein wird. Juli wird vier Stun­den ent­fernt von Niels in der Stadt woh­nen. Sie wer­den eine Fern­be­zie­hung füh­ren. Doch was ist mit… Weiterlesen!

Brendan Kiely — Aidan: Sünde. Lüge. Liebe. Mut.

Brendan Kiely Aidan16.August 2015

Der ame­ri­ka­ni­sche Autor Bren­dan Kie­ly hat mit “Aidan: Sün­de. Lüge. Lie­be. Mut.” kein ein­fa­ches Buch geschrie­ben. Ein Roman, der erns­te The­men umfasst und die ver­stö­ren­de Suche eines Jun­gen nach sich selbst in den Mit­tel­punkt rückt, der gezeich­net ist durch Ein­sam­keit, Ober­fläch­lich­keit und Miss­brauch. Miss­brauch durch einen katho­li­schen Pries­ter. Hef­tig. Kraft­voll. Anstö­ßig. Für Jugend­li­che ab 16 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Con­nec­ti­cut. Aidan ist Kind ver­mö­gen­der Eltern und wächst auf in Luxus und Leid. Sei­ne Eltern küm­mern sich nicht wirk­lich um ihn. Sei­ne Mut­ter ist die “Gran­de Dame” gesell­schaft­li­cher Tref­fen und Par­tys, die sie mit äußers­ter Per­fek­ti­on plant. Sein Vater ist nur an Kar­rie­re und Erfolg inter­es­siert und hat die Fami­lie nun kur­zer­hand ver­las­sen, um dau­er­haft mit sei­ner Gelieb­ten in Euro­pa zu leben. Aidan fühlt sich ein­sam in all der Ober­fläch­lich­keit um ihn her­um. Er lei­det unter Ängs­ten. Vor allem die Fol­gen des 11.Septembers machen ihm zu schaf­fen. “Ich wuss­te genau, dass die Leu­te Angst hat­ten. Ich hat­te die Angst in jedem ein­zel­nen Gesicht in der Schu­le auf­fla­ckern sehen, im Herbst, als wir an einem strah­len­den Diens­tag­mor­gen auf ein­mal einen Hor­ror vor Flug­zeu­gen und dem Wort Dschi­had beka­men. […] War­um hat­te ich dann das Gefühl, ich sei der Ein­zi­ge, der nach einer Art der Sta­bi­li­tät such­te, nach einer Art Nor­ma­li­tät, nach jeman­dem, der mir die­sen gan­zen Rie­sen­hau­fen Schei­ße vom Leib hielt und mir sag­te, dass alles wie­der in Ord­nung kom­men wür­de?” (Zitat aus “Aidan: Sün­de. Lüge. Lie­be. Mut.” S.19). Die Par­tys sei­ner Mut­ter über­steht Aidan nur unter Alko­hol- und Dro­gen­ein­fluss. Nichts mehr wünscht er sich, als dass die Leu­te… Weiterlesen!

Eva Völler — Kiss & Crime: Zeugenkussprogramm

Eva Völler Kiss & Crime: Zeugenschutzprogramm13.August 2015

Kiss & Crime: Zeu­gen­kuss­pro­gramm” der deut­schen Auto­rin Eva Völ­ler ist der ers­te Teil einer neu­en Rei­he. Span­nung meets Roman­tik in einem Zeu­gen­schutz­pro­gramm wider Wil­len, in das ein jun­ges Mäd­chen mit ihrer Fami­lie auf­ge­nom­men wird. Flott und unter­halt­sam erzählt. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Ber­lin-Wil­mers­dorf. Die 17-jäh­ri­ge Emi­ly kommt gera­de von einer Par­ty nach Hau­se, als sie einen Ein­bre­cher im Car­port ihres Grund­stücks ent­deckt. Sie ruft sofort die Poli­zei, doch ehe die­se da ist, keh­ren auch ihre Mut­ter und ihr neu­er Freund Jonas zurück, die eben­falls aus waren. Und der Ein­bre­cher. Er scheint Jonas zu ken­nen und for­dert eine namen­lo­se Sache von ihm zurück. Um sei­ne For­de­rung glaub­haf­ter zu machen, schießt er die­sem ins Bein und auch auf Emi­lys Mut­ter. Als die Poli­zei­si­re­nen erklin­gen, suchen der ver­meint­li­che Ein­bre­cher und ein zwei­ter Täter schnell das Wei­te, ohne das Gewünsch­te erhal­ten zu haben. Mit einen Schock und schwe­ren Ver­let­zun­gen wer­den Emi­lys Mut­ter und Jonas ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert. Doch es ist nicht das letz­te Mal, dass die Gano­ven Kon­takt zur Fami­lie suchen und so muss Emi­ly schließ­lich von der Poli­zei und einem äußerst gut aus­se­hen­den Per­so­nen­schüt­zer namens Pas­cal erfah­ren, dass… Weiterlesen!

Angela Mohr — Ada: Im Anfang war die Finsternis

Angela Mohr Ada: Im Anfang war die Finsternis12.August 2015

Ada: Im Anfang war die Fins­ter­nis” der Stutt­gar­ter Auto­rin Ange­la Mohr fei­ert in zwei Din­gen eine klei­ne “Pre­mie­re”: es ist zum einen das ers­te Hard­co­ver der Auto­rin im Are­na-Ver­lag und zum ande­ren ihr wohl per­sön­lichs­tes Buch, da sie eine ähn­li­che Erfah­rung gemacht hat, wie ihre Prot­ago­nis­tin Ada. Ein Roman, der sich span­nend wie ein Thril­ler liest und das Leben in einer Sek­te, ver­bun­den mit einem Aus­stieg aus die­ser und einer Lie­bes­ge­schich­te schil­dert. Äußerst fes­selnd und mit­rei­ßend erzählt! Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Die jun­ge Ada lebt mit ihren zwei Schwes­tern und ihren Eltern in einer tief reli­giö­sen Glau­bens­ge­mein­schaft, die sich die “Sie­gel­trä­ger” nennt. Sie leben fern­ab der mensch­li­chen Zivi­li­sa­ti­on in einem klei­nen Dorf. Strom, flie­ßen­des Was­ser, so etwas gibt es bei ihnen nicht. Die Fel­der bestel­len sie selbst und sor­gen gemein­sam für ihre Nah­rung. Har­te Arbeit, regel­mä­ßi­ges Beten und Lesen in der Bibel, aber auch kör­per­li­che Züch­ti­gung bei Unge­hor­sam gehö­ren zu ihrem All­tag. Das Dorf hat Ada noch nie ver­las­sen. Denn außer­halb droht… Weiterlesen!

Antonia Michaelis: Paradies für alle

Antonia Michaelis Paradies für alle3.August 2015

Die bekann­te, deut­sche Kin­der- und Jugend­buch­au­to­rin Anto­nia Michae­lis hat 2013 ihren ers­ten Roman in einem bel­le­tris­ti­schen Ver­lag vor­ge­legt, der jetzt frisch als Taschen­buch erschie­nen ist: “Para­dies für alle” beschäf­tigt sich mit Unge­rech­tig­keit, Ver­gäng­lich­keit und der außer­ge­wöhn­li­chen Visi­on eines Kin­des: dem Wunsch nach einem Para­dies. Ein unheim­lich ergrei­fen­des, phi­lo­so­phi­sches Buch, vol­ler Atmo­sphä­re und einer schö­nen, beson­de­ren Spra­che. Abso­lu­ter Lese­tipp!! Für Erwa­che­ne und Jugend­li­che ab 16.

Der 9-jäh­ri­ge David ist nach der Schu­le nicht nach Hau­se gekom­men. Viel­leicht ist er noch bei Freun­den, ver­mu­tet sei­ne Mut­ter Lovis, eine Künst­le­rin, die sich in letz­ter Zeit nicht all­zu viel um ihn küm­mern konn­te, weil sie eine Aus­stel­lung vor­be­rei­tet. Ihr Mann ist Arzt in einer Kli­nik und meis­tens erst spät zu Hau­se. Nach­dem alle Freun­de durch­t­e­le­fo­niert sind und auch die Poli­zei ein­ge­schal­ten wur­de, kommt spät abends plötz­lich der Anruf: David liegt nach einem Fron­tal­zu­sam­men­stoß mit einem Auto im Kran­ken­haus. Der Unfall ereig­ne­te sich jedoch auf der Auto­bahn! Was hat er dort gewollt? Jetzt liegt er mit schwe­ren Ver­let­zun­gen im Koma und nie­mand weiß, ob er jemals wie­der auf­wa­chen wird. Lovis beschließt her­aus­zu­fin­den, was in ihrem Sohn vor sich gegan­gen ist und fin­det eine geheim­nis­vol­le Klad­de unter Davids Bett. Dar­in sein Werk­statt­be­richt über ein beson­de­res Pro­jekt. Denn David war dabei ein Para­dies zu schaf­fen. Lovis beschließtWeiterlesen!

Silas Matthes — Miese Opfer

Silas Matthes - Miese Opfer1.August 2015

Mie­se Opfer” von Silas Mat­thes ist ein Jugend­buch, das im neu­en Imprint des Oetin­ger Ver­la­ges erschie­nen ist: Oetin­ger 34 - einer Krea­tiv­werk­statt, in dem eine ver­netz­te Com­mu­ni­ty gemein­sam an Buch­pro­jek­ten arbei­tet. Das Cover z.B. wur­de durch Abstim­mung ermit­telt. Der Roman eines noch recht jun­gen Auto­ren setzt sich mit Mob­bing inten­siv aus­ein­an­der. Jugend­sprach­lich. Direkt. Authen­tisch. Beson­ders für Jungs ab 13 Jah­ren zu emp­feh­len.

Der 15-jäh­ri­ge Fred (eigent­lich Fer­di­nand) und Leo sind die bes­ten Freun­de. Sie hän­gen gemein­sam im Gewer­be­ge­biet her­um, schau­en Fil­me an, machen zusam­men Musik und sind dabei ein eige­nes Brett­spiel zu erfin­den: “Mir kam der Gedan­ke, dass ich Jah­re so ver­brin­gen könn­te, jah­re­lang mit Leo die Zeit ver­schwen­den, indem wir hier rum­hin­gen, uns irgend­wel­chen Scheiß aus­dach­ten, uns von der Son­ne zu Sta­tu­en bren­nen lie­ßen.” (Zitat aus “Mie­se Opfer” S.11). Alles könn­te so schön sein, wären da nicht Sebas­ti­an Dun­ker — den sie nur Dun­ker nen­nen — und sei­ne Freun­de, die die bei­den regel­mä­ßig fer­tig machen. Sie geben ihnen im Unter­richt Schlä­ge auf … Weiterlesen!